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Was kostet es, Heizkörper lackieren zu lassen?

Lesedauer 5 Minuten

Einen Heizkörper lackieren zu lassen kostet beim Malerbetrieb 50 bis 150 € pro Stück, wenn der Heizkörper eingebaut bleibt und mit Pinsel und Rolle gestrichen wird. Für eine Spritzlackierung nach dem Ausbau zahlen Sie 100 bis 200 € pro Heizkörper. Wer selbst lackiert, kommt mit 15 bis 40 € Materialkosten aus. Ob sich der Anstrich lohnt, hängt vom Zustand ab: Vergilbte Flächen und einzelne Roststellen sprechen für neue Farbe, stark verrostete oder undichte Heizkörper für den Austausch.

Was kostet das Lackieren pro Heizkörper?

Für einen Rippenheizkörper, der eingebaut gestrichen wird, berechnen Malerbetriebe 50 bis 150 €. Der Preis umfasst das Anschleifen, das Abkleben von Wand und Boden sowie zwei Lackschichten, inklusive Material und Arbeitszeit. Viel glatter wird das Ergebnis mit einer Spritzlackierung: Dafür wird der Heizkörper ausgebaut, in der Werkstatt beschichtet und wieder montiert. Diese Variante kostet 100 bis 200 € pro Stück.

VarianteKosten
Heizkörper eingebaut streichen lassen50 bis 150 € pro Stück
Spritzlackierung nach Ausbau100 bis 200 € pro Stück
Zuschlag für Rostentfernung und Grundierung20 bis 50 € pro Heizkörper
Material für die Eigenleistung15 bis 40 €

Ab mehreren Heizkörpern sinkt der Stückpreis, weil Anfahrt und Rüstzeit nur einmal anfallen. Für eine 3-Zimmer-Wohnung mit fünf Heizkörpern liegen komplette Angebote deshalb häufig bei 250 bis 600 € statt der rechnerischen Summe der Einzelpreise. Lassen Sie sich das Angebot immer für alle Heizkörper der Wohnung zusammen erstellen. Wie die Betriebe ihre Stundensätze kalkulieren, zeigt der Ratgeber zu den Malerkosten und Stundenlöhnen.

Wovon hängt der Preis beim Lackieren ab?

Drei Faktoren bestimmen den Preis: die Bauform des Heizkörpers, der Zustand des alten Lacks und die Frage, ob eingebaut gestrichen oder ausgebaut gespritzt wird.

Bauform und Größe

Ein Rippenheizkörper mit vielen Gliedern hat mehr Oberfläche als ein glatter Flachheizkörper gleicher Breite. Die Zwischenräume sind nur mit gekröpftem Pinsel oder schmaler Heizkörperrolle erreichbar, und genau das kostet Arbeitszeit. Für große Gliederheizkörper im Altbau liegt der Preis deshalb eher am oberen Rand der Spanne von 50 bis 150 €.

Zustand des alten Anstrichs

Blättert der alte Lack ab oder zeigen sich Roststellen, muss der Maler die Flächen gründlich schleifen, den Rost bis auf das blanke Metall entfernen und eine Rostschutzgrundierung auftragen. Dafür berechnen Betriebe 20 bis 50 € Zuschlag pro Heizkörper. Viele dicke Altschichten können sogar ein komplettes Abbeizen nötig machen, was den Preis weiter erhöht.

Eingebaut streichen oder ausbauen lassen

Eingebaut streichen ist günstiger, hinterlässt aber eine leichte Pinselstruktur, und die Rückseite bleibt schwer erreichbar. Die Spritzlackierung nach dem Ausbau liefert eine glatte Oberfläche wie ab Werk, kostet mit 100 bis 200 € jedoch mehr, weil Ausbau, Entleeren, Transport und Wiedereinbau in die Kalkulation einfließen. Der Ausbau erfolgt in der Regel durch einen Heizungsfachbetrieb oder eine entsprechend qualifizierte Fachkraft, damit an Ventilen und Verschraubungen nichts undicht wird und die Anlage anschließend korrekt entlüftet ist. In Mietwohnungen ist die eingebaute Variante deshalb der Regelfall.

Wann lohnt sich neue Farbe und wann der Austausch?

Neue Farbe lohnt sich bei vergilbten, verkratzten oder leicht angerosteten Heizkörpern, die technisch einwandfrei funktionieren. Bei tiefem Rostfraß, undichten Stellen oder Heizkörpern, die dauerhaft schlecht warm werden, ist der Austausch die bessere Wahl: Ein neuer Flachheizkörper kostet inklusive Montage meist 300 bis 700 €. Ein moderner Flachheizkörper kann insbesondere in Verbindung mit einer optimal eingestellten Heizungsanlage und niedrigeren Vorlauftemperaturen effizienter arbeiten als ältere Modelle. Ein Anstrich verbessert nur die Optik, niemals die Technik dahinter. Prüfen Sie deshalb vor dem Auftrag, ob sich an den Anschlüssen oder Ventilen feuchte Stellen zeigen.

Können Sie den Heizkörper selbst lackieren?

Ja, das Lackieren in Eigenregie ist für geübte Heimwerker gut machbar und kostet nur 15 bis 40 € für Lack, Schleifpapier und Werkzeug. Entscheidend ist der richtige Lack: Verwenden Sie ausschließlich Heizkörperlack, der hitzebeständig bis 120 °C und vergilbungsarm ist. Normale Wandfarbe oder einfacher Buntlack verfärbt sich und platzt ab. So gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  • Heizung abstellen und den Heizkörper vollständig auskühlen lassen, denn auf warmem Metall trocknet der Lack zu schnell an
  • Oberfläche mit Spülmittellauge reinigen und entfetten
  • Alten Lack anschleifen, lose Stellen und Rost bis auf das Metall entfernen
  • Blanke Stellen mit Rostschutzgrund vorstreichen und trocknen lassen
  • Heizkörperlack in zwei dünnen Schichten mit Heizkörperrolle und gekröpftem Pinsel auftragen
  • Lack je nach Herstellerangabe ein bis drei Tage durchtrocknen lassen und erst dann wieder heizen

Planen Sie für zwei Heizkörper etwa einen halben Tag ein, zuzüglich der Trocknungszeit zwischen den beiden Schichten. Lüften Sie während der Arbeit gründlich, denn auch wasserbasierte Lacke geben beim Trocknen Gerüche ab. Die Grundlagen für gleichmäßige Lackschichten ohne Läufer erklärt die Anleitung zum Lackieren von Holz; die Technik lässt sich auf Metall übertragen. Wer sich das Schleifen und die Rostbehandlung nicht zutraut, sollte den Auftrag abgeben: Ein unsauber vorbereiteter Untergrund ruiniert auch den besten Lack.

Sparpotenzial im Detail

Der größte Hebel ist die Bündelung von Arbeiten, denn Anfahrt und Vorbereitung fallen pro Termin nur einmal an. Ein einzelner Heizkörper ist für viele Betriebe kaum wirtschaftlich, fünf Stück im selben Termin dagegen schon. Mit diesen Punkten drücken Sie den Preis:

  • Alle Heizkörper der Wohnung in einem Termin lackieren lassen statt einzeln
  • Den Anstrich mit anderen Malerarbeiten kombinieren, etwa wenn ohnehin die Türen gestrichen oder die Fenster lackiert werden
  • Reinigen, Entfetten und Möbelrücken vor dem Termin selbst übernehmen
  • Standardweiß wählen, denn Sonderfarbtöne kosten Aufpreis
  • Bei größeren Projekten wie einem Anstrich im Treppenhaus die Heizkörper gleich mit ins Angebot nehmen

Häufige Fragen zur Heizkörperlackierung

Warum muss der Heizkörper beim Streichen kalt sein?

Auf einem warmen Heizkörper zieht der Lack zu schnell an: Es entstehen Streifen, Bläschen und sichtbare Ansätze, außerdem haftet die Farbe schlechter. Drehen Sie das Ventil deshalb rechtzeitig zu und lassen Sie das Metall vollständig auskühlen. Der beste Zeitpunkt für den Anstrich ist der Sommer oder das Ende der Heizperiode.

Welcher Lack eignet sich für Heizkörper?

Geeignet sind spezielle Heizkörperlacke auf Acryl- oder Kunstharzbasis, die hitzebeständig bis 120 °C und vergilbungsarm sind. Acryllacke riechen weniger und trocknen schneller, Kunstharzlacke verlaufen glatter und sind stoßfester. Für Kinderzimmer und Schlafräume sind wasserbasierte, emissionsarme Produkte die bessere Wahl.

Kann man einen verrosteten Heizkörper einfach überstreichen?

Nein. Wird Rost nur überstrichen, arbeitet er unter der neuen Schicht weiter und drückt den Lack nach wenigen Monaten wieder ab. Roststellen müssen bis auf das blanke Metall abgeschliffen und mit Rostschutzgrund behandelt werden. Bei durchgerosteten oder undichten Stellen hilft kein Anstrich mehr, dann steht der Austausch an.

Wie lange darf nach dem Lackieren nicht geheizt werden?

Warten Sie, bis der Lack vollständig durchgetrocknet ist. Je nach Produkt dauert das ein bis drei Tage; verbindlich ist die Angabe auf der Dose. Wird zu früh geheizt, bleibt der Lack weich, riecht stark und kann Fäden ziehen. Heizen Sie anschließend zunächst moderat auf, damit die Schicht sauber aushärtet.

Verändert der neue Anstrich die Heizleistung?

Eine oder zwei dünne Lackschichten haben keinen Einfluss auf die Wärmeabgabe. Problematisch sind erst viele dicke Altschichten, die sich über Jahrzehnte angesammelt haben. Spätestens dann lohnt es sich, den alten Lack komplett zu entfernen, statt eine weitere Schicht aufzutragen.

Wie oft sollte man Heizkörper neu lackieren?

Ein Heizkörper muss nur dann neu lackiert werden, wenn der Lack vergilbt, beschädigt oder stellenweise abgeplatzt ist. Bei normaler Beanspruchung hält ein hochwertiger Heizkörperlack häufig 10 bis 20 Jahre.

Welche Farbe eignet sich für Heizkörper?

Verwendet werden sollten ausschließlich spezielle Heizkörperlacke oder Heizkörperlacke auf Acryl- oder Kunstharzbasis. Sie sind hitzebeständig, vergilbungsarm und für die Temperaturbelastung auf Heizkörpern ausgelegt.

Darf man Heizkörper mit normalem Lack streichen?

Nein. Herkömmliche Lacke oder Wandfarben sind für die Temperaturen eines Heizkörpers nicht ausgelegt. Sie können vergilben, reißen oder sich ablösen. Verwenden Sie deshalb ausschließlich speziell gekennzeichneten Heizkörperlack.

Bild: Canva

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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