Trockenestrich – Kosten, Verlegung und Eigenschaften

Ob bei der Renovierung, im Neubau oder für einen Tapetenwechsel, der Bodenbelag ist eines der wichtigsten Elemente der Innengestaltung. Dieser kann jedoch nur verlegt werden, wenn er einen soliden, geraden und gut gedämmten Untergrund besitzt. Eine der beliebtesten Varianten dieses Untergrundes stellt Trockenestrich dar. Er ist vielseitig einsetzbar, verfügt über zahlreiche Vorteile und erzeugt keine übermäßig hohen Kosten. Die Verlegung bedarf einiger Werkzeuge und Übung, weswegen Sie diese ohne Vorerfahrungen besser den Profis überlassen sollten. Hier erfahren Sie, was Trockenestrich ist, welche Bauelemente zu einem Untergrund aus Trockenestrich gehören, was seine Vorteile und Nachteile sind und mit welchen Kosten Sie rechen müssen. Zudem gibt es eine schrittweise Anleitung für die Verlegung.

Was ist Trockenestrich?

Bei Estrich handelt es sich allgemein gesagt um ein Material, das als Zwischenelement zwischen der Bausubstanz oder alten Böden und dem eigentlichen Bodenbelag liegt. Es sorgt für einen stabilen Untergrund, gleicht Unebenheiten aus und bietet zahlreiche weitere Vorteile wie eine Wärmedämmung oder Schalldämmung. Wie der Name schon andeutet, zeichnet sich Trockenestrich hierbei dadurch aus, dass er während der Verlegung ganz ohne Feuchtigkeit auskommt. Er kann in Form von Platten aus Gipsfaser oder Zementfaser gekauft werden, die über eine Falz verfügen, mit der sie sicher aneinander geklebt werden. Diese Platten haben genormte Größen, unterscheiden sich aber in ihrer Dicke. Zudem haben manche Estrichplatten bereits eine eingearbeitete Dämmschicht.

Vorteile von Trockenestrich

Verglichen mit anderen Untergrundmaterialien wie Stichestrich oder Fließestrich hat Trockenestrich eine Vielzahl von Vorteilen. Diese sind im Überblick:

  • schnell zu verarbeiten und begehbar
  • vielfältig kombinierbar
  • ohne Feuchtigkeit
  • auch bei Niedrigtemperaturen verlegbar
  • formstabil
  • gute Schalldämmung
  • eingebaute Wärmedämmung

Während der Verlegung begeistert Trockenestrich durch seine rasche Verarbeitbarkeit. Er ist für Profis schnell verlegbar und kann bereits am nächsten Tag betreten werden, um den Bodenbelag zu verlegen. Er bringt keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Bau, während Fließestrich beim Aushärten Hunderte von Litern an Wasser an die Raumluft abgibt. Auch niedrige Temperaturen erschweren die Verlegung nicht. Im täglichen Gebrauch zeichnet er sich vor allem durch seine Stabilität und seine guten Dämmeigenschaften gegenüber Trittschall und Wärmeaustausch aus.

Nachteile von Trockenestrich

Kein Material ist perfekt, und auch Trockenestrich ist nicht immer die beste Alternative für den Untergrund des Bodenbelages. Seine wichtigsten Nachteile sind:

  • feuchtigkeitsempfindlich
  • begrenzte Belastbarkeit
  • nicht geeignet über Fußbodenheizungen

Trockenestrich benötigt nicht nur keine Feuchtigkeit zur Verlegung, die Feuchtigkeit wäre sogar äußerst schädlich für ihn. Deswegen ist die Installation einer Dampfbremse bei drohender Feuchtigkeit von großer Wichtigkeit. Während Trockenestrich gegenüber normaler Belastung, Begehung und normalen Möbeln widerstandsfähig ist, ist darüberliegende Belastung problematisch. Sie kann die Aufschüttung verschieben oder die Platten beschädigen. Solche besonderen Belastungen treten etwa bei der Benutzung eines Rollstuhls oder unter einem besonders schweren Möbel wie einem Tresor auf. Zusätzlich besitzt Trockenestrich zwar großartige Wärmedämmeigenschaften, diese machen ihn aber auch für die Verlegung über einer Fußbodenheizung sehr ungeeignet. Nur speziell aufeinander abgestimmte Fußbodenheizungen und Estrichplatten ermöglichen die gleichzeitige Verwendung einer Fußbodenheizung und des Trockenestrichs. Ein Fachmann wird Sie gerne über alle Details beraten.

Welche weiteren Materialien und Werkzeuge braucht man zum Verlegen?

Damit die Estrichplatten perfekt waagerecht verlegt werden können, benötigen sie einen glatten Untergrund. Dieser wird durch eine spezielle Schüttmasse realisiert, die Unebenheiten im Untergrund ausgleicht und glatt gezogen wird. Bei manchen Untergründen ist es sinnvoll, eine wabenförmige Papierschicht einzubringen, welche die Schüttung stabilisiert. Auf Holzdielen oder anderem Boden, durch den die Ausgleichschüttung fallen könnte, wird ein Rieselschutz eingebracht. Diese Folie dichtet den Boden ab. An ihre Stelle kann auch eine Dampfbremse treten. Dabei handelt es sich um eine Folie, die feuchtigkeitsundurchlässig ist und so der Anstauung von Nässe und Schimmelbildung vorbeugt. Um die Estrichplatten von der umliegenden Wand zu entkoppeln, bringt man dazwischen einen Dämmstreifen an. Daneben bedarf es Estrichkleber, Schnellbauschrauben und Tackerklammern in ausreichender Menge sowie Bleistifte zum Markieren.

Damit für alle Arbeiten ein Richtwert vorhanden ist, wird an der Wand ein Meterriss angebracht. Dabei handelt es sich um eine Markierung in der Höhe von einem Meter über der späteren Bodenplatte. Um diesen zu nutzen, bedarf es eines Kreuzlasers. Daneben benötigen Sie einen Akkuschrauber, eine Tauchsäge, ein Multifunktionswerkzeug, Aluminiumprofile und Wasserwaagen sowie eine Kelle für das Abziehen der Ausgleichsschüttung, Atemschutzmasken und einen Zollstock. Zusätzlich sind viele Arbeiten erheblich einfacher, wenn sie von mindestens zwei Handwerkern ausgeführt werden.

Hier noch einmal die notwendigen Materialien und Werkzeuge im Überblick.

Materialien:

  • Estrichplatten
  • Ausgleichsschüttung, evtl. inklusive Wabenschüttung
  • Rieselschutz oder Dampfbremse
  • Randdämmstreifen
  • Schnellbauschrauben

Werkzeuge:

  • Kreuzlinienlaser
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Akkuschrauber
  • Tauchsäge
  • Stichsäge
  • Meißel
  • Wasserwaage
  • Aluminiumprofile
  • Kelle und Abziehlatte
  • Atemschutzmaske
  • Tacker

Aufgrund der vielfältigen Auswahl an Materialien, der notwendigen Erfahrung und der zahlreichen benötigten Werkzeuge ist es sinnvoll, sich nicht alleine als Handwerker an die Verlegung von Trockenestrich zu wagen. Häufig können Sie einem Fachmann jedoch tatkräftig zur Hand gehen und so sowohl eigene wertvolle Erfahrungen sammeln als auch Montagekosten einsparen.

Trockenestrich verlegen

Um später alle Schichten des Estrichunterbodens korrekt zu verlegen, wird zuerst ein Meterriss an der Wand markiert. Dieser befindet sich in einem Meter Höhe über der späteren Estrichoberfläche. Auf die höchste Stelle des Bodens wird deshalb ein Zentimeter für das Schüttgut und die Dicke des Trockenestrichs addiert. Ein Meter über dieser Stelle wird der Meterriss als Linie markiert. Der Boden wird gesäubert und getrocknet, lose Dielen werden festgeschraubt. Nun wird der Rieselschutz oder die Dampfsperre mit ausreichend Überstand und Überlappung auf dem Boden ausgelegt und mit einem Tacker an der Wand befestigt. Der Randdämmstreifen wird oberhalb des Rieselschutzes angebracht und sollte einen Zentimeter über den späteren Bodenbelag hinausragen.

Darauf wird dann die Ausgleichsschüttung in Form mehrerer Dämme ausgeschüttet. Diese Dämme müssen etwas höher als die beabsichtigte Schütthöhe sein. Mit dem Kreuzlaser, einem Zollstock und der Wasserwaage werden nun Aluminiumprofile waagerecht in die Dämme eingebracht, sodass sie die richtige Höhe, gemessen am Meterriss, haben. Die Zwischenräume zwischen den Dämmen werden nun ausgefüllt, mit Abziehbrett und Kelle begradigt und zuletzt die Profile entfernt. Ausgleichsschüttung staubt stark, weswegen Sie beim Arbeiten mit ihr unbedingt einen Mundschutz tragen sollten. Nach der Ausbringung der Ausgleichschüttung darf diese nur noch auf Brettern betreten werden, welche das Körpergewicht gleichmäßig verteilen.

Nun werden die Estrichplatten auf die Ausgleichsschüttung aufgebracht. Bei der ersten Platte an der Wand wird die obere Falz mit der Tauchsäge abgesägt. Spätere Platten werden Falz auf Falz mit dem Estrichkleber aufgeklebt und danach mit den Schnellbauschrauben im Abstand von 20 cm verbunden. Dies muss innerhalb von zehn Minuten passieren, da sich sonst der Kleber ausdehnen kann. Bei Hindernissen und an Wänden können die Platten nach vorheriger Markierung mit dem Bleistift mit der Stichsäge zurechtgeschnitten werden. Bei einem Wechsel der Verlegungsrichtung und der Verbindung über Engstellen wie Türen können die Trockenestrichplatten auf halber Höhe mit Tauchsäge und Multifunktionswerkzeug durchgeschnitten und an der mittleren Verbindung mit dem Meißel aufgehebelt und geglättet werden. Besonders dieser Arbeitsschritt erfordert Erfahrung und eine ruhige Hand, damit keine hässlichen Zwischenräume entstehen. Nach einem Tag ist der Estrichkleber vollständig ausgehärtet.

Kosten für Material und Einbau

Der größte Kostenpunkt beim Einbau von Trockenestrich ist der Trockenestrich selbst. Hinzu kommen Kosten für Dampfsperre oder Rieselschutz, Dämmstreifen und Ausgleichsschüttung. Bei Nichtvorhandensein der Werkzeuge können diese in den meisten Baumärkten relativ günstig geliehen oder gekauft werden. Ein Handwerker erspart diese Anschaffung. Dafür kostet die Montage des Trockenstrichs durch den Fachmann etwas. Diese Kosten werden jedoch durch die akkurate Verlegung und die korrekte Auswahl der Materialien mehr als ausgeglichen. Die voraussichtlichen Kosten sind im Einzelnen:

Unterpunkt Kosten (€)
Gipsplatten 20 mm, keine Dämmung (m²) 17
Gipsplatten 30 mm, Dämmung Holzfaser (m²) 22
Zementgebundener Estrich 25 mm, keine Dämmung (m²) 33
Randdämmstreifen (m) 2
Ausgleichsschüttung (m²) 2,5
Rieselschutz oder Dampfbremse (m²) 1
Montage (m²) 8

Insgesamt ist mit Kosten von etwa 30 Euro pro Quadratmeter Fläche zu rechnen.

Bild: SKatzenberger / stock.adobe.com

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