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Ameisen transportieren gemeinsam ein Blatt

Ameisen im Haus bekämpfen: 6 Schritte von der Straße bis zum Nest

Lesedauer 6 Minuten

Wischen Sie eine Ameisenstraße einfach weg, ist sie am nächsten Morgen wieder da. Der Grund ist einfach: Die laufenden Tiere sind nur die Sammlerinnen, das Volk mit Königin sitzt im Nest, meist außerhalb der Wohnung. Wirksam wird die Bekämpfung erst, wenn das Nest erreicht wird.

Schritt 1: Die Art bestimmen

Welche Ameise im Haus unterwegs ist, entscheidet über Aufwand und Dringlichkeit.

  • Schwarze Wegameise: Der Normalfall im Wohnhaus, 3 bis 5 mm, dunkelbraun bis schwarz. Nistet draußen unter Platten und Steinen und kommt nur zum Sammeln herein. Harmlos für die Bausubstanz.
  • Pharaoameise: Nur 2 mm, gelblich, mit dunklem Hinterleib. Nistet im Gebäude, oft in Hohlräumen und Elektroinstallationen. Sie gilt als Hygieneschädling und gehört immer in professionelle Hände.
  • Rossameise: 6 bis 18 mm, größer. Sie nagt Gänge in feuchtes Holz und kann Balken schädigen. Ein Fund im Haus verlangt eine Ursachensuche nach Feuchtigkeit.

Für die weit überwiegende Zahl der Fälle geht es um die Wegameise, und die bekommt man selbst in den Griff.

Schritt 2: Die Straße verfolgen

Ameisen legen Duftspuren, an denen sich die nachfolgenden Tiere orientieren. Diese Spur führt Sie zum Eintrittspunkt und mit etwas Geduld auch zum Nest.

Folgen Sie der Straße nach draußen, oft entlang von Sockelleisten, durch Fensterfugen oder unter der Terrassentür. Draußen endet sie meist unter einer Gehwegplatte, an einer Mauerfuge oder unter einem Blumentopf. Genau dort sitzt das Volk.

Schritt 3: Die Duftspur löschen

Wischen mit klarem Wasser reicht nicht, weil die Pheromone auf der Oberfläche bleiben. Wirksam ist Essigwasser oder ein Reiniger mit Zitrusduft, der die Spur überlagert.

Wichtig ist, dass Sie großzügig arbeiten: Wischen Sie den gesamten Verlauf ab und nicht allein den sichtbaren Abschnitt, sonst bleibt ein Reststück der Spur erhalten. Bleibt ein Stück Spur erhalten, findet die nächste Sammlerin die Route in wenigen Minuten wieder.

Schritt 4: Nahrungsquellen entziehen

Ameisen kommen ins Haus, weil dort etwas zu holen ist. Meist ist es Zucker, gelegentlich Fett oder Eiweiß.

  • Zucker, Honig, Marmelade und Süßgebäck in dichte Behälter umfüllen.
  • Tierfutternäpfe nach der Mahlzeit leeren und den Standplatz feucht wischen.
  • Biomüll geschlossen halten und täglich leeren, besonders im Sommer.
  • Arbeitsflächen und Fußboden krümelfrei halten, auch unter der Spüle und hinter dem Herd.

Diese Maßnahme allein löst das Problem nicht, senkt aber den Zulauf und macht den Köder im nächsten Schritt attraktiver.

Schritt 5: Köder statt Spray

Hier liegt der häufigste Fehler. Ein Spray tötet die sichtbaren Sammlerinnen, das Nest bleibt unversehrt und schickt am nächsten Tag Nachschub. Ein Köder wirkt umgekehrt: Die Tiere tragen ihn ins Nest und verteilen ihn dort, bis auch die Königin erreicht ist.

Ameisenköderdosen kosten 5 bis 15 € je Stück und werden direkt an die Straße gestellt statt in eine ruhige Ecke. Sie enthalten einen langsam wirkenden Wirkstoff, damit die Sammlerin den Weg zurück schafft.

Rechnen Sie mit zwei bis drei Wochen, dann sollte es keine Ameisenstraße mehr geben. In den ersten Tagen wird der Andrang sogar größer, weil mehr Tiere zum Köder laufen. Wer dann ungeduldig sprüht, macht die gesamte Behandlung zunichte.

Wirkungsweise der Ameisenköderdose:
Ameisenköderdosen enthalten eine Mischung aus einem starken Lockstoff und einem verzögert wirkenden Fraßgift. Arbeiterinnen kriechen in die Ameisen-Köderdose, fressen den Köder und transportieren ihn in ihr Nest, wo sie damit die Larven und die Königin füttern. Weil das Gift erst nach einiger Zeit wirkt, sterben die Tiere nicht sofort an der Dose, sondern erst im Untergrund, wodurch das gesamte Volk nachhaltig vernichtet wird. Man muss für sich selbst entscheiden, ob dieses Mittel die richtige Wahl ist.

Schritt 6: Zugänge schließen

Ist das Volk verendet, verschließen Sie die Eintrittsstellen. Typisch sind Fugen an Fensterrahmen, Übergänge zwischen Terrassenbelag und Fassade, Kabeldurchführungen und Risse im Sockelputz.

Für schmale Fugen genügt Acryl oder Silikon für 4 bis 10 €, größere Risse im Sockel bekommen Reparaturmörtel. Prüfen Sie zusätzlich, ob Zweige, Rankgitter oder Holzstapel eine Brücke zur Fassade bilden, und schaffen Sie 20 bis 30 cm Abstand.

Was bringen Hausmittel wirklich?

Backpulver gegen Ameisen ist ein hartnäckiger Mythos ohne belegte Wirkung und außerdem quält dies die Tiere. Kreide-, Zimt- und Lavendellinien wirken nur so lange, wie sie unversehrt sind, und werden bereits von leichtem Luftzug unterbrochen.

Realistisch nützlich sind zwei Dinge: Essigwasser zum Löschen der Duftspur und Umsiedlung im Garten, indem ein Blumentopf mit Holzwolle über das Nest gestülpt und nach einigen Tagen samt Volk versetzt wird. Für ein Nest unter der Terrasse ist das die freundlichste Lösung.

Ameisennest umziehen: So geht’s

Andere Arten leben unter dem Rasen und höhlen den Boden aus. Werden sie lästig, kann man sie umsiedeln, indem man einen großen, mit trockenem Gras und etwas Marmelade gefüllten Blumentopf über das Nest stülpt. Nach einiger Zeit ziehen die Ameisen in den Topf um und nehmen ihre weißen Eier mit. Ist der Umzug beendet, kann man den Blumentopf mit einer Schaufel anheben, in eine Plastikkiste setzen und an einem mindestens 30 Meter entfernten geeigneten Standort mit lockerem Boden ablegen, der Ratschlag vom NDR.

Wann brauchen Sie einen Fachbetrieb?

  • Pharaoameisen: Sie bilden Tochterkolonien, wenn man sie stört, und breiten sich dadurch im Gebäude aus. Selbstversuche verschlimmern die Lage.
  • Rossameisen: Ein Befall zeigt Feuchtigkeit im Holz an. Hier geht es um die Bausubstanz und damit um eine andere Größenordnung.
  • Nest im Mauerwerk oder in der Dämmung: Nicht erreichbar ohne Fachwissen und Spezialgerät.
  • Mehrfamilienhaus: Wenn mehrere Wohnungen betroffen sind, muss koordiniert behandelt werden.

Ein Einsatz gegen Ameisen kostet 80 bis 250 €, bei Pharaoameisen mit mehreren Terminen mehr. Die Einordnung liefert die was die Bekämpfung je Schädling kostet.

Ameise auf Blatt in Großaufnahme

Was tun bei Ameisen im Mauerwerk?

Ein Nest in der Fassade ist der unangenehmste Fall, weil er sich nicht mit Köderdosen im Wohnraum lösen lässt. Üblich sind Nester in Fugen alten Mauerwerks, in Hohlräumen hinter Verkleidungen und in Dämmplatten von Wärmedämmverbundsystemen.

Erkennbar wird das an feinem Bohrmehl unter Fugen, an Ameisenstraßen, die an der Fassade senkrecht verlaufen, und an Tieren, die auch bei kühlem Wetter im Haus unterwegs sind. Ein Volk in der Dämmung überwintert dort und ist ganzjährig aktiv.

In diesen Fällen arbeitet der Fachbetrieb mit Bohrlochbehandlung oder speziellen Gelködern direkt an den Zugängen. Rechnen Sie mit 150 bis 500 € je nach Aufwand. Bei erheblichen Schäden an der Dämmung kommt eine Fassadenreparatur hinzu, die je Stelle 150 bis 400 € kostet.

Wann sollten Sie im Garten eingreifen?

Im Garten sind Ameisen überwiegend nützlich. Sie beseitigen tote Insekten, lockern den Boden und dienen Vögeln als Nahrung. Ein Nest im Rasen ist deshalb kein Grund für Bekämpfung.

Handlungsbedarf entsteht in drei Fällen. Nester unter Terrassenplatten spülen den Fugensand aus und lassen die Platten absacken. Ein Volk direkt am Hausfundament liefert dauerhaft Nachschub für Wanderungen ins Haus. Und Ameisen, die Blattläuse an Obstgehölzen melken und schützen, verstärken einen Lausbefall.

Die freundlichste Lösung ist die Umsiedlung: Ein Blumentopf mit Holzwolle wird über das Nest gestülpt, die Tiere ziehen innerhalb einiger Tage um, und der Topf wird samt Volk an einen entfernten Standort gebracht. Bei Nestern in Pflasterfugen hilft langfristig nur ein fester Fugenverschluss, wie Pflasterfugen erneuern beschreibt.

Warum verlängern Sprays das Problem?

Kontaktinsektizide wirken umgehend und sichtbar, was sie so verlockend macht. Der Effekt hält aber nur so lange, wie das Mittel auf der Oberfläche aktiv ist, meist wenige Tage.

Entscheidend ist ein zweiter Punkt: Ein Volk reagiert auf massiven Verlust von Sammlerinnen mit Teilung. Bei manchen Arten entstehen dadurch mehrere kleinere Nester statt eines großen, und aus einem Problem werden drei. Genau deshalb empfehlen Fachbetriebe Köder statt Spray.

Wenn Sie dennoch schnell handeln müssen, etwa vor Besuch, saugen Sie die Tiere mit dem Staubsauger auf und entsorgen den Beutel draußen. Das reduziert kurzfristig, ohne die Bekämpfung mit Ködern zu stören. Wie sich der Preisrahmen für professionelle Einsätze einordnet, zeigt die Kostenrahmen für Schädlingseinsätze.

Häufige Fragen

Sind Ameisen im Haus gefährlich?

Wegameisen nicht, sie sind lästig, aber unschädlich. Pharaoameisen können Krankheitserreger verschleppen, Rossameisen schädigen feuchtes Holz.

Warum kommen Ameisen ins Bad?

Meist wegen der Feuchtigkeit und nur selten wegen Nahrung. Undichte Fugen und Kondenswasser locken sie an. Prüfen Sie Silikonfugen und die Lüftung, bevor Sie bekämpfen.

Wie lange dauert die Bekämpfung mit Köder?

Zwei bis vier Wochen. In den ersten Tagen nimmt der Betrieb an der Straße zu, danach wird es weniger. Tierfreundlicher ist jedoch eine Umsiedlung des Volkes. Siehe oben!

Muss ich draußen bekämpfen?

Nur wenn das Nest direkt am Haus liegt und der Zulauf trotz geschlossener Fugen anhält. Ameisen im Garten sind nützlich, weil sie Aas beseitigen und den Boden lockern.

Was hilft gegen Ameisen in Pflasterfugen?

Nur ein fester Fugenverschluss, weil loser Sand ideale Nistbedingungen bietet. Wie das geht, beschreibt Fugen im Pflaster schließen.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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