Ein Komposter aus vier Europaletten lässt sich bereits mit 0 bis 50 € Materialkosten bauen und ist innerhalb von zwei bis drei Stunden einsatzbereit. Benötigt werden unbehandelte Europaletten, einige Metallwinkel, Schrauben und ein halbschattiger Standort mit direktem Kontakt zum Erdreich. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Komposterarten es gibt, wie Sie einen Palettenkomposter Schritt für Schritt bauen und wie Garten- und Küchenabfälle zu hochwertigem Kompost werden.
Welche Komposterart passt in Ihren Garten?
Ein offener Komposter aus Holz oder Europaletten eignet sich für viele Gärten. Er bietet viel Platz, ist gut belüftet und lässt sich kostengünstig bauen. Daneben stehen weitere Varianten zur Auswahl.
| Bauart | Kosten | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Offene Kompostmiete | 0 € | benötigt viel Platz, keine Einfassung |
| Komposter aus Europaletten oder Holzlatten | 0 bis 50 € | gute Belüftung, einfach zu erweitern |
| Thermokomposter aus Kunststoff | 40 bis 150 € | geschlossene Bauweise, schnellere Rotte, geringeres Fassungsvermögen |
Ein etwas größer geplanter Komposter zahlt sich oft aus. Rasen- und Heckenschnitt füllen eine Kammer schneller als gedacht. Mit einer zweiten Kammer lässt sich der Kompost außerdem einfacher umsetzen.
Komposter aus Europaletten bauen: Schritt für Schritt
Für einen Komposter mit rund einem Kubikmeter Volumen reichen vier gleich große Europaletten, acht Metallwinkel und einige Schrauben aus.
Verwenden Sie ausschließlich unbehandelte Paletten. Lackierte oder imprägnierte Hölzer können Schadstoffe an den Kompost abgeben.
So gehen Sie vor:
- Die Stellfläche ebnen und ein engmaschiges Drahtgitter gegen Wühlmäuse auslegen.
- Drei Paletten U-förmig aufstellen und mit Winkeln oder stabilen Schrauben verbinden.
- Die vierte Palette als herausnehmbare Vorderseite mit Haken oder Riegel befestigen.
- Bei Bedarf die Innenseiten mit Drahtgitter auskleiden, damit feines Material nicht herausfällt.
- Auf einen geschlossenen Boden verzichten, damit Regenwürmer und Mikroorganismen aus dem Erdreich einwandern können.
Welcher Standort eignet sich für einen Komposter?
Ein halbschattiger und windgeschützter Platz bietet gute Bedingungen. In der prallen Sonne trocknet der Kompost schnell aus. Sehr schattige Standorte führen dagegen häufig zu übermäßiger Feuchtigkeit.
Der Komposter sollte gut mit der Schubkarre erreichbar sein und möglichst nicht zu weit von der Küche entfernt stehen. Gegenüber dem Nachbargrundstück ist ausreichend Abstand sinnvoll. Welche Vorgaben gelten, richtet sich nach dem Nachbarrecht des jeweiligen Bundeslands.
So befüllen Sie den Komposter richtig
Eine ausgewogene Mischung sorgt für eine gleichmäßige Rotte. Feuchte, stickstoffreiche Gartenabfälle wechseln sich mit trockenem, strukturreichem Material ab.
Als unterste Schicht eignen sich grob gehäckselte Äste, damit Luft von unten eindringen kann. Darüber werden Rasenschnitt, Gemüse- und Obstreste oder Kaffeesatz mit Laub, Häckselgut und zerrissener unbedruckter Pappe abgewechselt.
Frischer Rasenschnitt sollte vor dem Einfüllen etwas antrocknen und nur in dünnen Schichten aufgebracht werden. Weitere Hinweise finden Sie im Beitrag Rasenpflege.
Nicht in den Kompost gehören:
- gekochte Speisereste
- Fleisch und Knochen
- Brot
- samentragendes Unkraut
- krankes Pflanzenmaterial, beispielsweise Tomaten mit Braunfäule oder Rosen mit Sternrußtau
Informationen zu Pflanzenkrankheiten finden Sie im Ratgeber Pflanzenkrankheiten.
Wann ist Kompost reif?
In einem offenen Komposter entsteht reifer Kompost meist innerhalb von neun bis zwölf Monaten. Ein Thermokomposter erreicht dieses Ziel häufig bereits nach etwa sechs Monaten.
Klein geschnittenes Material verrottet schneller als große Äste oder Staudenreste. Nach etwa drei bis vier Monaten sollte der Kompost einmal umgesetzt werden. Dadurch gelangt Sauerstoff ins Material und die Rotte verläuft gleichmäßiger.
Ob der Kompost fertig ist, zeigt der Kressetest. Gehen die Samen gleichmäßig auf, kann der Kompost verwendet werden.
Reifer Kompost riecht angenehm nach Waldboden und eignet sich hervorragend als natürlicher Dünger. Er kann beim Gemüsebeet anlegen, im Beitrag Hochbeet anlegen oder zum Rasen düngen vielseitig eingesetzt werden.
Wann ist ein Gartenbaubetrieb sinnvoll?
Für den Bau eines Komposters reicht handwerkliches Geschick meist aus. Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn größere Gartenflächen umgestaltet werden, umfangreiche Rodungsarbeiten anstehen oder größere Mengen Grünschnitt entsorgt werden müssen.
Viele Garten- und Landschaftsbaubetriebe berechnen 40 bis 60 € pro Arbeitsstunde. Einen Überblick über die Preise finden Sie im Ratgeber Gärtner Kosten.
Häufige Fragen zum Komposter
Welche Europaletten eignen sich für den Komposter?
Verwenden Sie unbehandelte Europaletten mit der Kennzeichnung HT. Diese wurden lediglich hitzebehandelt. Lackierte oder chemisch behandelte Paletten sind ungeeignet.
Zieht ein Komposter Ratten an?
Ratten werden hauptsächlich durch gekochte Speisereste, Fleisch oder Brot angelockt. Gartenabfälle, Obst- und Gemüsereste verursachen dieses Problem normalerweise nicht. Ein Drahtgitter am Boden schützt zusätzlich vor Wühlmäusen.
Warum riecht mein Kompost unangenehm?
Ein fauliger Geruch weist meist auf zu viel Feuchtigkeit oder eine einseitige Befüllung mit Rasenschnitt hin. Trockenes Material wie Laub oder Häckselgut verbessert die Belüftung.
Benötigt ein Komposter eine Genehmigung?
In den meisten Fällen ist keine Genehmigung erforderlich. Dennoch sollten die Abstandsregelungen des jeweiligen Bundeslands sowie ein angemessener Abstand zum Nachbargrundstück berücksichtigt werden.
Was darf nicht auf den Kompost?
Fleisch, Fisch, Knochen, gekochte Speisereste, Katzenstreu, behandeltes Holz, kranke Pflanzen und stark samenhaltiges Unkraut gehören nicht auf den Kompost.
Welcher Standort ist für einen Komposter am besten?
Ein halbschattiger Platz mit direktem Bodenkontakt bietet gute Voraussetzungen. Der Untergrund sollte wasserdurchlässig sein und sich gut erreichen lassen.
Wie groß sollte ein Komposter sein?
Für einen durchschnittlichen Hausgarten sind etwa ein Kubikmeter Volumen sinnvoll. Bei viel Heckenschnitt oder mehreren Obstbäumen kann eine zweite Kompostkammer sinnvoll sein.
Wie oft sollte ein Kompost umgesetzt werden?
Ein Umsetzen nach drei bis vier Monaten verbessert die Sauerstoffversorgung und beschleunigt den Rotteprozess.
Kann Rasenschnitt allein kompostiert werden?
Davon ist abzuraten. Rasenschnitt verdichtet sich schnell und behindert die Luftzirkulation. Besser ist eine Mischung mit Laub, Häckselgut oder kleinen Ästen.
Wie lange dauert es, bis Kompost fertig ist?
Im offenen Komposter vergehen meist neun bis zwölf Monate. Ein Thermokomposter liefert häufig schon nach rund sechs Monaten gebrauchsfertigen Kompost.
Warum entstehen Fliegen im Komposter?
Fliegen treten häufig auf, wenn Küchenabfälle offen liegen oder der Kompost zu feucht ist. Eine dünne Schicht Laub oder Erde über frischen Küchenabfällen reduziert den Befall.
Kann ein Komposter direkt auf Pflaster stehen?
Nein. Direkter Kontakt zum Erdreich ist wichtig, damit Regenwürmer und Mikroorganismen einwandern können und überschüssiges Wasser versickert.
Welche Pflanzen profitieren besonders von Kompost?
Gemüsebeete, Stauden, Obstgehölze und viele Zierpflanzen profitieren von reifem Kompost als natürlicher Bodenverbesserer und Nährstofflieferant.





