Pflanzenkrankheiten erkennen und behandeln

Letzte Aktualisierung am 20. Dezember 2021 von Max Lehmann

Schnell kann es passieren: Der letztes Jahr noch reichlich Früchte tragende Apfelbaum macht schlapp, Blumen und Büsche zeigen seltsame Verfärbungen und Bäume sterben ab. Grund ist selten nur eine falsche Pflege, in den meisten Fällen spielen auch Pflanzenkrankheiten mit hinein. Die meisten Pflanzenkrankheiten lassen sich durch die richtige Pflege wie eine ausreichende Düngung, die richtigen Feuchtigkeitsverhältnisse und eine gute Pflege vermeiden. Die Abwehrkräfte von gesunden Pflanzen sind, ähnlich wie beim Menschen, in der Lage, mit den meisten Pilzen, Bakterien, Viren und Schädlingen fertig zu werden. Sollten sich in Ihrem Garten jedoch Krankheiten ausbreiten, dann ist das kein Grund zum Verzweifeln. Hier erfahren Sie, welche Pflanzenkrankheiten besonders verbreitet sind, woran Sie diese erkennen und wie die Krankheiten erfolgreich bekämpft werden können. Auf blauarbeit.de finden Sie zahlreiche professionelle Gärtner in Ihrer Nähe, die Sie gerne beraten und die Bekämpfung der Schädlinge, Pilze und anderen Krankheiten für Sie fachkundig übernehmen.

Titelbild von Tunatura – stock.adobe.com

Echter und Falscher Mehltau

Weißer Mehltau auf zwei Blättern
Foto von majuroan

Erkennung

Wie der Name schon andeutet, zeigen diese Pilzerkrankungen sich durch einen mehligen Belag auf den Blättern der Pflanze. Während der Echte Mehltau sich vor allem auf der Blattoberseite festsetzt, finden Sie den Falschen Mehltau auf der Blattunterseite. Der Belag des Echten Mehltaus lässt sich mit einem feuchten Tuch leicht abwischen. Zusätzlich erkennen Sie den Falschen Mehltau, der erst im Spätstadium seines Befalls diesen Belag ausbildet, an den auffälligen Flecken auf den Blättern. Diese erscheinen im Gegenlicht dunkler als das umliegende, gesunde Gewebe, während sie bei der Draufsicht heller wirken.

Bekämpfung

Echter Mehltau lässt sich mit einem feuchten Tuch von der Blattoberfläche abwischen. Da Feuchtigkeit jedoch andere Pilzarten begünstigt, sollten Sie zu anderen Mitteln greifen. Der Pilz verträgt keine alkalische Umgebung, und so können Sie Backpulver in Wasser auflösen und mit einer Sprühflasche auf die betroffenen Pflanzenteile spritzen. Falscher Mehltau hingegen liebt die Feuchtigkeit. Hier sollten Sie bereits erkrankte Pflanzenteile großzügig entfernen und die Pflanze trocken halten, also sparsamer gießen und an einen trockenen Ort stellen.

Rostpilze

Birnengitterrost
Foto von Roman Milert

Erkennung

Die Diagnose dieser Pilzart ist sehr einfach, zeigt sie doch ein einzigartiges Schadbild. Von diesem Pilz befallene Pflanzen bilden an den Blättern auffällige Verfärbungen, die sich als am Rand gelbe, innen rote bis schwarze Flecken zeigen. Auf der Blattunterseite bildet sich eine sichtbare Auswölbung des Pilzkörpers. Die Rostpilze sind eine Familie unterschiedlicher Pilzarten, die sich jeweils auf bestimmte Pflanzenarten wie Birnbäume, Gräser oder Gemüsesorten spezialisieren. Sollten Sie in Ihrem Garten mehrere Sorten dieser Pflanzenarten haben, ist beim ersten Auftreten der Rostpilze schnelles Handeln geboten, da sich diese sonst im ganzen Garten festsetzen können.

Bekämpfung

Am besten lassen sich Rostpilze durch das Immunsystem der Pflanzen selbst bekämpfen. Stärken Sie dieses mit passender Feuchtigkeit und dem richtigen Dünger, damit die Pflanzen die Sporen abwehren können. Sollten Sie doch einen Rostpilzbefall feststellen, so ist dieser glücklicherweise nicht tödlich, sondern schwächt die Pflanze nur. Mittel zur Bekämpfung sind ein Sud aus Schachtelhalm, Knoblauch oder Farnen. Auch eine Mischung aus Spülmittel und Öl kann, in einer Sprühflasche auf die befallenen Pflanzenteile aufgebracht, die Schutzhülle des Pilzes zerstören und den Befall bekämpfen. Erzielen Sie mit diesen Mitteln keine Erfolge, hilft meistens nur ein radikaler Rückschnitt. Achten Sie wie bei jedem Rückschnitt befallener Pflanzenteile darauf, den Grünschnitt nicht in den Kompost oder die Biotonne, sondern in den Restmüll zu geben. Nur so wird eine weitere Verbreitung eingedämmt.

Grauschimmel

Grauschimmel auf einer Tomate am Strauch
Foto von agephotography

Erkennung

Auf den ersten Blick ähnelt Grauschimmel dem Mehltau, denn auch dieser bildet einen weißen bis grauen Belag auf den Blättern der Pflanze. Bei genauer Betrachtung fällt die Unterscheidung jedoch leicht, denn die mit Grauschimmel befallenen Pflanzenteile sind matschig und welk. Neben den Blättern können auch Stängel, Blüten und Früchte befallen werden.

Behandlung

Wenn Sie Grauschimmel an Ihren Pflanzen feststellen, so sollten Sie diesen rasch bekämpfen, denn er befällt fast alle Pflanzen und breitet sich rasch aus. Entfernen Sie alle befallenen Pflanzenteile, die bereits stark verwelkt sind, und sorgen Sie dafür, dass die Pflanze an einem trockenen Ort und abgetrennt von anderen Pflanzen aufbewahrt wird. Kontrollieren Sie die befallene Pflanze regelmäßig, bis über mehrere Wochen keine befallenen Stellen erkennbar sind.

Weitere Pilzkrankheiten

Erkennung

Zahlreiche weitere Pilzarten schädigen Pflanzen in heimischen Gärten. Wie der Mehltau und die Rostpilze bilden diese Pilze Verfärbungen auf den Blättern. Beim sogenannten Baumkrebs entstehen auch Wülste auf Ästen und am Stamm. Auch ein seltsamer Belag oder welke und hängende Blätter, Blütenblätter oder Triebe weisen auf Pilzerkrankungen hin. Mit den einzelnen Pilzsorten ließen sich ganze Bücher füllen.

Bekämpfung

So unterschiedlich Pilzerkrankungen auch sind, ihre Bekämpfung läuft in den meisten Fällen gleich ab. Die Feuchtigkeit, die Pilzbefall begünstigt, muss von den Pflanzen ferngehalten werden. Durch sparsames Gießen und die Aufbewahrung an trockenen Orten gelingt dies gut. Zusätzlich hilft bei den meisten Pilzsorten eine Backpulverlösung und eine Stärkung der Pflanze durch passenden Dünger in angemessener Menge.

Bakterien und Viren

Erkennung

Anders als Pilzerkrankungen, die sich an bestimmte Pflanzenteile setzen, in diese eindringen und von den Pflanzen zehren, verbreiten sich Bakterien und Viren durch die Leitungen im Pflanzeninneren. Ihre Auswirkungen sind dadurch deutlich weniger spezifisch. Wenn eine Pflanze allgemein geschwächt wirkt, insgesamt welkt oder abstirbt, so stecken häufig Bakterien und Viren dahinter. Viren bilden dabei häufig Muster auf der Pflanzenaußenseite ab. Ein klares Zeichen für eine Bakterieninfektion ist eine matschige Flüssigkeit, die sich an der Außenseite der Pflanze bildet. Diese sogenannte Nassfäule enthält zahlreiche Bakterien und ist extrem infektiös für andere Pflanzen.

Behandlung

Die beste Behandlung ist die Prävention. Neben der allgemeinen Stärkung der Pflanzen durch Düngung und Pflege sollten Sie die Einfallswege der Bakterien und Viren verschließen. Diese Krankheitserreger dringen häufig durch Verletzungen an den Pflanzen, etwa nach dem Rückschnitt oder über Parasitenbefall ein. Entsprechend sollten Sie beim Rückschnitt größere Astabschnitte mit Wachs oder Teer verschließen und zwischen dem Beschnitt der Pflanzen Ihre Werkzeuge mit Alkohol oder Essig reinigen. Besteht erst einmal eine Viren- oder Bakterienerkrankung, so können Sie nur der Pflanze die zur Bekämpfung notwendigen Nährstoffe zukommen lassen und, wenn der Überlebenskampf der Pflanze aussichtslos ist, diese radikal zu entfernen. Sie sollten dabei auch großzügig die umliegende Erde entsorgen, damit sich keine Keime festsetzen können.

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