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Dachboden dämmen lassen oder selbst machen?

Lesedauer 4 Minuten

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt unter bestimmten Voraussetzungen die Dämmung der obersten Geschossdecke oder alternativ des Daches. Die gute Nachricht: Mit 25 bis 60 € pro m² ist es eine der günstigsten Dämmmaßnahmen, beim Fachbetrieb kostet das typische Einfamilienhaus 2.000 bis 5.000 € und wer selbst dämmt, kommt mit 800 bis 1.800 € Material aus. Wir zeigen beide Wege, die Materialwahl und was die GEG-Pflicht konkret verlangt.

Dachboden dämmen lassen oder selbst machen?

FachbetriebEigenleistung
Kosten pro m² (begehbar)40 bis 60 €18 bis 30 € Material
Kosten pro m² (nicht begehbar)25 bis 45 €10 bis 20 € Material
80 m² Geschossdecke gesamt2.000 bis 5.000 €800 bis 2.400 €
BAFA-Förderung 15-20 %*janein
Zeitaufwand1 Tag1 bis 2 Wochenenden
Gewährleistungjanein

Die Dämmung der obersten Geschossdecke gehört zu den wenigen energetischen Maßnahmen, die sich auch in Eigenleistung wirtschaftlich umsetzen lassen: Die Arbeit ist einfach (Matten ausrollen oder Platten verlegen), das Fehlerrisiko gering. Mit BAFA-Förderung schrumpft der Preisvorteil allerdings – beim Fachbetrieb bleiben nach 20 % Zuschuss etwa 1.600 bis 4.000 €.
* Für die Dämmung der obersten Geschossdecke können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Zuschüsse möglich sein. Die aktuellen Fördersätze sollten vor Antragstellung geprüft werden.

Wann ist die Dämmung Pflicht? Die GEG-Regel

§ 47 des Gebäudeenergiegesetzes verpflichtet Eigentümer, die oberste Geschossdecke beheizter Räume zu dämmen, wenn sie ungedämmt ist (U-Wert über 0,24 W/m²K). Die Nachrüstpflicht besteht bereits seit der EnEV und wurde in das Gebäudeenergiegesetz übernommen.

Wer ein unsaniertes Haus erwirbt, muss innerhalb von zwei Jahren nachrüsten. Ausgenommen sind selbstnutzende Eigentümer, die schon vor Februar 2002 im Haus gewohnt haben. Alternativ erfüllt auch ein gedämmtes Dach die Anforderung. Den Gesetzestext finden Sie im GEG § 47.

Begehbar oder nicht begehbar: Die zwei Varianten

Nicht begehbare Dämmung (Lager bleibt ungenutzt)

Die einfachste Lösung: Dämmmatten aus Glaswolle oder Zellulose werden direkt auf der Decke ausgerollt, zweilagig kreuzweise gegen Fugen. Je nach Dämmstoff sind meist 14 bis 24 cm Dämmstärke erforderlich, um den geforderten U-Wert zu erreichen.

Begehbare Dämmung (Dachboden als Lager)

Druckfeste Dämmplatten (EPS oder Holzfaser) mit aufkaschierter oder verschraubter Verlegeplatte aus OSB oder Spanplatte. Materialkosten 18 bis 30 € pro m². Wer nur einen Laufweg braucht, dämmt die Restfläche günstig mit Matten und legt nur den Steg begehbar aus.

Bei Holzbalkendecken mit Hohlraum ist die Einblasdämmung die schnellste Option: Zellulose wird in die Balkenlage eingeblasen, 20 bis 40 € pro m² vom Fachbetrieb. Details im Beitrag Einblasdämmung.

So dämmen Sie die oberste Geschossdecke selbst

  1. Decke prüfen und reinigen: Trocken? Risse? Alte Schüttungen raus oder einebnen
  2. Dampfbremse bei Holzbalkendecken: Ob eine Dampfbremse erforderlich ist, hängt vom vorhandenen Deckenaufbau ab und sollte insbesondere bei Holzbalkendecken geprüft werden
  3. Erste Lage verlegen: Matten oder Platten dicht gestoßen, Randanschlüsse sauber ausführen
  4. Zweite Lage kreuzweise: Eine zweite Lage mit versetzten Stößen reduziert Wärmebrücken und verbessert die Dämmwirkung
  5. Bodenluke mitdämmen: Die ungedämmte Luke wird sonst zur größten Wärmebrücke, gedämmte Lukendeckel gibt es ab 150 €
  6. Bei Begehbarkeit: Verlegeplatten schwimmend auf druckfeste Platten schrauben

Materialwahl: Vier Wege zur gedämmten Geschossdecke

VarianteMaterialkosten pro m²Stärken
Glaswolle-/Steinwollematten10 bis 20 €günstig, einfachste DIY-Verlegung
Zellulose (offen aufgeblasen)12 bis 20 €fugenlos, bester Hitzeschutz, Fachbetrieb nötig
EPS-Verbundplatten begehbar18 bis 30 €sofort begehbar, Lagerfläche bleibt
Holzfaserplatten begehbar30 bis 45 €ökologisch, diffusionsoffen, sommerlicher Hitzeschutz

Die Materialprofile im Detail: Glaswolle für die Budgetlösung, Zellulose für Holzbalkendecken und Holzfaser für die Ökovariante mit Hitzeschutz.

Die GEG-Pflicht im Detail: Wer muss, wer nicht?

  • Pflicht besteht: Oberste Geschossdecke beheizter Räume ist ungedämmt (U-Wert über 0,24 W/m²K) und der Dachraum darüber unbeheizt, dann verlangt GEG § 47 die Nachrüstung
  • Wichtiger Hinweis für Käufer: Wer ein Ein- oder Zweifamilienhaus kauft, hat ab Eigentumsübergang zwei Jahre Zeit für die Pflichtdämmung, das gehört in jede Kaufpreiskalkulation
  • Bestandsschutz: Selbstnutzende Eigentümer, die schon vor Februar 2002 im Haus wohnten, sind ausgenommen, die Pflicht greift erst beim Eigentümerwechsel
  • Alternative Erfüllung: Ein gedämmtes Dach (U-Wert unter 0,24 W/m²K) ersetzt die Geschossdeckendämmung
  • Bußgeldrisiko: Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. In der Praxis fällt die fehlende Dämmung häufig im Rahmen von Energieberatungen, Sanierungen oder beim Eigentümerwechsel auf

Checkliste vor dem Start

  • Deckenkonstruktion klären: Betondecke (unkompliziert) oder Holzbalkendecke (Dampfbremse einplanen)?
  • Belüftung des Spitzbodens sichern: Giebel- oder Traufluftöffnungen dürfen nicht zugedämmt werden, sonst staut sich Feuchte im Dachraum
  • Elektrik prüfen: Alte Leitungen auf der Decke vor dem Überdämmen vom Elektriker checken lassen, überhitzte Kabel unter Dämmung sind ein Brandrisiko
  • Bodenluke mitdenken: Gedämmte Luke einplanen (ab 150 €) sonst bleibt das größte Leck offen
  • Förderung vor Auftrag: BAFA-Antrag muss vor der Beauftragung gestellt sein; bei Eigenleistung alternativ Steuerbonus § 35c prüfen

Häufige Fragen zum Dachboden dämmen

Was kostet es, den Dachboden dämmen zu lassen?

Beim Fachbetrieb 25 bis 60 € pro m² je nach Variante für 80 m² also 2.000 bis 5.000 €. Nach BAFA-Förderung (15 bis 20 %) bleiben 1.600 bis 4.250 €. In Eigenleistung kostet nur das Material: 800 bis 2.400 €.

Wie viel Heizkosten spart die Dämmung?

Über eine ungedämmte oberste Geschossdecke entweichen 15 bis 20 % der Heizwärme, warme Luft steigt nach oben. Nach der Dämmung sparen Sie je nach Zustand 8 bis 15 % der Heizkosten. Die Maßnahme amortisiert sich in 4 bis 8 Jahren, in Eigenleistung noch schneller.

Dachboden dämmen oder gleich das Dach?

Wird der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt, ist die Geschossdeckendämmung die klar wirtschaftlichere Wahl: Sie kostet ein Fünftel der Dachdämmung und der unbeheizte Spitzboden wirkt als Puffer. Die Dachdämmung lohnt erst, wenn ein Ausbau geplant ist, dann aber richtig, siehe Dachdämmung: Arten, Kosten und Förderung.

Welches Material ist das beste für den Dachboden?

Für nicht begehbare Flächen: Glaswollematten (günstig) oder Zellulose (ökologisch). Für begehbare Flächen: EPS-Verbundplatten mit OSB-Deckschicht. Bei Brandschutzanforderungen Steinwolle. Alle Materialien im Überblick: Dämmstoffe im Vergleich.

Droht Schimmel nach der Dämmung?

Nur bei Fehlern: Bei Holzbalkendecken muss die Dampfbremse auf die warme Unterseite, sonst kondensiert Raumfeuchte in der Dämmung. Der Spitzboden braucht weiterhin Belüftung über Giebel- oder Trauföffnungen. Betondecken sind unkritisch.

Wann ist die beste Jahreszeit für die Dachbodendämmung?

Im Sommer können Spitzböden Temperaturen von deutlich über 40 °C erreichen, im Winter erschwert Kälte das Verkleben der Dampfbremse.
Die Maßnahme selbst wirkt in beide Richtungen: Im Winter bleibt die Heizwärme unten, im Sommer die Dachhitze oben, der Wohnkomfortgewinn ist sofort spürbar.

Was muss ich bei Leitungen auf dem Dachboden beachten?

Wasserleitungen auf dem Dachboden müssen nach der Dämmung frostgeschützt innerhalb der gedämmten Ebene liegen oder zusätzlich gedämmt werden.

Was muss ich bei einer Bodentreppen beachten?

Bei älteren Bodentreppen lohnt sich oft der komplette Austausch gegen ein wärmegedämmtes Element.

Bild: istock.com/artursfoto

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