Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Bei der Dachdämmung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung

Dachdämmung: Arten, Kosten und Förderung im Vergleich

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 19. Oktober 2020

Wenn Sie Ihrem Haus eine bessere Energiebilanz verschaffen wollen, ist die Dachdämmung eine der effizientesten Maßnahmen. Denn neben der Fassadendämmung kann so die meiste Wärme im Haus behalten werden. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel. Bei Neubauten sollte eine vernünftige Dämmung des Daches ohnehin selbstverständlich sein, aber auch bei einem Altbau lässt sich eine nachträgliche Dachisolierung während der Altbausanierung realisieren. Das lohnt sich vor allem, weil die meisten Dämmmethoden verhältnismäßig günstig sind. Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten vor, die Sie haben, wenn Sie Ihr Dach dämmen wollen.

Wann ist eine Dachdämmung nötig?

Eine nachträgliche Dachdämmung ist vor allem bei schlecht oder gar nicht gedämmten Dächern nötig. Über das Dach können deswegen viele Wärmebrücken entstehen, was die Heizkosten langfristig in die Höhe treibt. Doch woran kann man eine schlechte Dämmung überhaupt erkennen?

Ist es stets kalt auf dem Dachboden ist das schon ein deutliches Indiz für eine schlechte Dämmung. Als Laie lassen sich die Ursachen aber nicht immer ganz so leicht ausmachen. Dementsprechend sinnvoll ist es, einen Besichtigungstermin mit einem professionellen Handwerker zu vereinbaren. Neben Dachdeckern können auch Energieberater, Zimmerleute und Fachbetriebe für Dämmung erkennen, ob eine unzureichende oder schlecht ausgeführte Dämmung vorliegt.

Gerade im Winter lassen sich Dächer mit einer schlechten Dämmung auch von ungeübten Augen leicht erkennen. Sobald Schnee auf den Dächern liegen bleibt, zeigt sich, wo das Dach schlecht gedämmt ist. Während bei einer guten Dachdämmung die gesamte Dachfläche gleichmäßig von Schnee bedeckt ist, treten bei Wärmebrücken Stellen auf, an denen der Schnee wegschmilzt. Grund dafür ist die warme Luft, die aus dem Dachboden durch die schlechte Dämmung bis in die Dachpfannen dringt.

Was ist bei der Dachdämmung zu beachten?

Wie wichtig eine zeitgemäße und effektive Dachdämmung ist, zeigt sich daran, dass diese inzwischen durch die Energiesparverordnung (EnEV) sogar gesetzlich geregelt ist. Dementsprechend müssen Dachböden heutzutage sogar gedämmt sein. Das dient vor allem dem Ziel, den allgemeinen Umgang mit Energie zu verbessern und Ziele der Energiewende zu realisieren. Abhängig von der Heizungsart Ihres Hauses, lohnt es sich diese im Zuge der Dachdämmung ebenfalls auf den neuesten Stand zu bringen.

Sollte der Verdacht bestehen, dass Ihr Dach unzureichend gedämmt ist, lohnt es sich einen professionellen Dachdecker heranzuziehen. Generell sollten Sie zunächst einmal prüfen, ob und wie Ihr Dachboden gedämmt ist. Der Profi kann in diesem Zuge auch weitere Faktoren erkennen, die Ihr Dach zu einem Kaltdach machen. Den Dachausbau sollten Sie als Laie definitiv dem Dachdecker überlassen, denn nicht fachmännisch ausgeführte Dacharbeiten, verursachen nur weitere Kosten, lösen das Problem aber nicht.

Welche Art der Dachdämmung ist die richtige?

Für die Dachdämmung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Welche Dämmung sich für Ihr Haus anbietet, ist unter anderem abhängig von der Dachform. Für eine Flachdachdämmung muss eine andere Methode gewählt werden als für ein Steildach. Ansonsten sind die allgemeinen Gegebenheiten des Daches, der gewünschte Standard sowie das eigene Kapital.

Generell haben Sie folgende Möglichkeiten, um Ihr Dach zu dämmen:

Eine weitere Möglichkeit für eine bessere Wärmedämmung im Haus, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Diese Methode macht allerdings nur dann Sinn, wenn der Dachboden lediglich als Abstellraum genutzt und nicht bewohnt wird.

Aufsparrendämmung

Bei einer Aufsparrendämmung werden die Dämmmaterialien direkt unter der Dacheindeckung eingebracht. Dazu eignen sich beispielsweise Glas- oder Steinwolle sowie Dämmplatten beziehungsweise Dämmmatten aus Polyurethan oder Holzfaser. Die Aufsparrendämmung erzielt in Bezug auf die Wärmedämmung mitunter die bestmöglichen Ergebnisse.

Allerdings macht sie nur dann Sinn, wenn die Dacheindeckung erneuert werden soll. Positiv ist, dass kein Wohnraum verloren geht, wenn Sie eine Aufsparrendämmung durchführen lassen.

Untersparrendämmung

Im Gegensatz zur Aufsparrendämmung wird die Untersparrendämmung von innen durchgeführt. Sie bietet sich vor allem für die nachträgliche Dachdämmung an. Die Dämmstoffe – vor allem Glas- oder Steinwolle sowie Dämmplatten – werden unterhalb der Sparren angebracht. Eine Untersparrendämmung bietet zusätzlich auch den Vorteil für einen guten Lärmschutz zu sorgen.

Anzumerken ist allerdings, dass die Untersparrendämmung als alleinige Methode der Dachdämmung meist nicht ausreicht. Sie muss oft noch durch eine Zwischensparrendämmung ergänzt werden. Alternativ kann man seine Dachdämmung mit der Untersparrendämmung aufbessern, wenn bereits eine Zwischensparrendämmung vorhanden ist.

Zwischensparrendämmung

Die Zwischensparrendämmung zählt zu den populärsten Methoden der Dachdämmung. Bei der Zwischensparrendämmung wird das Dämmmaterial von innen in den Raum zwischen den Dachsparren eingebracht und dort befestigt. Wollen Sie den Dachboden weiterhin als Wohnraum nutzen, ist noch eine Verkleidung nötig. Das hat allerdings zur Folge, dass sich die Fläche des Dachbodens verringert. Insgesamt gilt die Zwischensparrendämmung aber als verhältnismäßig kostengünstig und leicht umzusetzen. Hier können die verschiedensten Dämmstoffe eingesetzt werden.

Einblasdämmung

Die Einblasdämmung ist eine Unterart der Zwischensparrendämmung. Allerdings wenden Dachdecker hier ein sogenanntes Dämmsacksystem an, um die Dachisolierung zu realisieren. Dazu werden zwischen den Sparren Dämmsäcke, also Folienschläuche, eingebracht. Dort wird ein Einblasdämmstoff eingeblasen um das Dach zu dämmen. Eine Einblasdämmung gilt prinzipiell als relativ kostengünstig und schnell durchführbar. Sie bietet jedoch keinen kompletten Schutz vor Wärmebrücken und ihre Effektivität ist abhängig von der Breite der Hohlschicht zwischen den Sparren.

Professionelle Beratung

Grundsätzlich lohnt es sich von einem professionellen Dachdeckerbetrieb bei der Suche nach dem richtig Dämmverfahren unterstützen zu lassen. Die erfahrenen Dachdecker können Sie hier eingehend beraten und aufzeigen, welches Verfahren bei Ihrem Haus das beste ist, wenn Sie Ihr Dach dämmen wollen.

Was kostet eine Dachdämmung pro m²?

Dämm-MethodeKosten pro m²Wann sinnvoll
Zwischensparrendämmung50 bis 80 €Standard bei ausgebautem Dach
Untersparrendämmung (Ergänzung)30 bis 60 €zusätzlich zur Zwischensparrendämmung
Aufsparrendämmung150 bis 250 €bei Neueindeckung – beste Dämmwirkung
Einblasdämmung30 bis 50 €günstigste Variante bei geeignetem Aufbau
Oberste Geschossdecke dämmen25 bis 60 €wenn Dachboden ungenutzt bleibt
Flachdach dämmen80 bis 150 €bei Flachdachsanierung

Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche kostet die Zwischensparrendämmung 7.500 bis 12.000 €, die hochwertige Aufsparrendämmung mit Neueindeckung 22.500 bis 37.500 €. Wer das Dach nicht nutzt, fährt mit der Dämmung der obersten Geschossdecke ab 2.500 € am günstigsten.

Flachdach dämmen: Warmdach oder Umkehrdach?

Beim Flachdach liegt die Dämmung entweder unter der Abdichtung (Warmdach, der Standard) oder als druckfeste XPS-Platte darüber (Umkehrdach). Die Kosten liegen bei 80 bis 150 € pro m² inklusive neuer Abdichtung. Da die Abdichtung ohnehin alle 20 bis 30 Jahre erneuert werden muss, lohnt die Kombination fast immer – die Dämmung allein verursacht nur 30 bis 60 € Mehrkosten pro m².

Welche Förderung gibt es für die Dachdämmung?

  • BAFA BEG-EM: 15 % Zuschuss, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 %. Voraussetzung: U-Wert maximal 0,14 W/m²K
  • KfW 261: Kredit mit Tilgungszuschuss bei Sanierung zum Effizienzhaus
  • Steuerbonus § 35c EStG: 20 % der Kosten über 3 Jahre absetzen – Alternative zur BAFA, wenn der Antrag nicht vor Auftrag gestellt wurde

Details zu allen Programmen im Beitrag Förderung für Dachsanierung.

Häufige Fragen zur Dachdämmung

Welche Dachdämmung ist die beste?

Die Aufsparrendämmung – sie umhüllt das Dach lückenlos ohne Wärmebrücken und nimmt keinen Wohnraum weg. Sie lohnt sich aber nur, wenn ohnehin neu eingedeckt wird. Im Bestand ohne Neueindeckung ist die Zwischensparrendämmung mit ergänzender Untersparrendämmung der wirtschaftliche Standard.

Wie dick muss die Dachdämmung sein?

Für den GEG-Pflichtwert (U-Wert 0,24 W/m²K) reichen 16 bis 18 cm bei WLG 035. Für die BAFA-Förderung (0,14 W/m²K) braucht es 26 bis 30 cm – meist als Kombination aus Zwischensparren- plus Auf- oder Untersparrendämmung.

Muss ich mein Dach dämmen?

Das GEG schreibt die Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs vor, wenn das Haus nach Februar 2002 gekauft wurde und die Decke ungedämmt ist. Wer eine Dachsanierung von mehr als 10 % der Fläche durchführt, muss die GEG-Werte ebenfalls einhalten. Details im Gebäudeenergiegesetz.

Bildquelle: H-J Walther/stock.adobe.com

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung
Nach oben scrollen