Eine neue Gastherme kostet 4.000 bis 8.000 € mit Einbau. Als platzsparende Etagenheizung an der Wand versorgt sie Wohnung oder Reihenhaus mit Wärme und Warmwasser. Seit Inkrafttreten der EU-Ökodesign-Vorgaben dürfen fast nur noch Gas-Brennwertgeräte neu in Verkehr gebracht werden. Gewöhnliche Heizwertthermen spielen im Neubau und beim Austausch heute kaum noch eine Rolle. Alle Infos finden Sie hier im Beitrag.
Was kostet die Gastherme?
| Position | Kosten |
|---|---|
| Gas-Brennwerttherme (Gerät, 14-25 kW) | 2.000 bis 4.500 € |
| Montage, Abgasanschluss, Hydraulik | 1.500 bis 3.000 € |
| Abgasleitung erneuern (falls nötig) | 500 bis 1.500 € |
| Komplett | 4.000 bis 8.000 € |
| Jährliche Wartung | 100 bis 200 € |
| Schornsteinfeger (Abgaswegprüfung) | 40 bis 80 € alle 1-2 Jahre |
Seit der Brennwertpflicht der EU-Ökodesign-Richtlinie werden praktisch nur noch Brennwertgeräte verbaut. Sie holen zusätzliche Wärme aus dem Abgas und sparen gegenüber alten Heizwertthermen 10 bis 20 % Gas. Achtung bei sehr alten Anlagen: Der Wechsel von Heizwert auf Brennwert erfordert meist eine neue, feuchteunempfindliche Abgasleitung im Schacht.
Wann muss die alte Therme raus?
Funktionierende Gasthermen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Geht die Anlage irreparabel kaputt, gewährt das Heizungsgesetz für Etagenheizungen die längsten Übergangsfristen überhaupt: Für Gebäude mit Etagenheizungen gelten nach dem Gebäudeenergiegesetz besondere Übergangsregelungen. Je nach Gebäude und Beschlusslage der Eigentümergemeinschaft können Fristen von bis zu 13 Jahren gelten, um auf eine zentrale 65-%-Lösung umzustellen. In der Zwischenzeit darf sogar eine neue Gastherme einspringen. Hintergrund ist die Sonderlage von Mehrfamilienhäusern mit vielen Einzelthermen, die sich nicht über Nacht zentralisieren lassen. Wirtschaftlich bleibt der Blick nach vorn trotzdem sinnvoll: CO2-Preis und Gaspreis treffen jede Therme, sowie steigende Netzentgelte und Gasgrundpreise und die Etagenheizung insgesamt steht vor dem Generationswechsel.
Therme tauschen: So läuft es ab
- Bestandsaufnahme: Leistung, Abgasweg und Warmwasserkonzept (Durchlauf oder Speicher) prüfen lassen
- Angebot mit Abgasüberprüfung: Seriöse Angebote klären vorab, ob die Abgasleitung brennwerttauglich ist
- Austausch in 1 bis 2 Tagen: Alte Therme raus, neue an die bestehenden Anschlüsse, Abgasleitung einziehen
- Einregulierung und Abnahme: Heizkurve einstellen, Schornsteinfegermessung beim nächsten Turnus
Beispielrechnung: Jahreskosten einer Gastherme
Eine 80-m²-Wohnung mit Brennwertetagentherme verbraucht rund 9.000 kWh Gas im Jahr. Bei 11 Cent pro kWh inklusive CO2-Abgabe sind das 990 € Brennstoffkosten, dazu 150 € Wartung und 60 € anteilige Schornsteinfegergebühren, zusammen etwa 1.200 € pro Jahr. Der Austausch einer 20 Jahre alten Heizwerttherme gegen Brennwerttechnik senkt den Verbrauch um 10 bis 20 % und spart damit 100 bis 200 € jährlich; der Tausch amortisiert sich darüber allein zwar erst nach Jahrzehnten, fällt aber ohnehin an, wenn die Alttherme das Lebensende erreicht, und dann zählt jeder Effizienzpunkt gegen den steigenden CO2-Preis.
Warmwasser: Durchlaufprinzip oder Speicher?
Kombithermen erhitzen Warmwasser im Durchlauf, platzsparend und hygienisch, aber mit begrenzter Zapfleistung: Für Single- und Paarhaushalte mit einem Bad ideal. Familien mit zwei Bädern fahren mit Speicherthermen oder separatem 80- bis 120-Liter-Speicher besser, der parallele Zapfstellen versorgt (Aufpreis 500 bis 1.200 €). Wer morgens im Bad auf konstante Temperatur trotz laufender Küchenspüle Wert legt, sollte diese Entscheidung vor dem Thermenkauf treffen. Nachrüsten ist teurer als gleich richtig dimensionieren.
Geräteklassen und Preisniveaus im Überblick
Die hochwertigen Hersteller (Vaillant, Viessmann, Buderus) liegen beim Gerät 20 bis 40 % über soliden Standardmarken wie Junkers/Bosch oder Wolf. Dafür gibt es längere Ersatzteilverfügbarkeit, feinere Leistungsanpassung und dichtere Servicenetze. Für die Etagenwohnung mit 15 Jahren Nutzungshorizont rechnet sich oft die Standardklasse; im Eigenheim mit langem Horizont zahlt sich das Markenprodukt über die Haltbarkeit und Effizienz aus. Wichtiger als die Marke ist die saubere Dimensionierung: Eine modulierende 14-kW-Therme passt für die meisten Wohnungen. Überdimensionierte Geräte takten häufiger, was den Verschleiß erhöht und den Wirkungsgrad verschlechtert.
Typische Defekte und Reparaturkosten
| Defekt | Typisches Alter | Reparaturkosten |
|---|---|---|
| Zündelektrode / Ionisation | ab 8 Jahren | 150 bis 300 € |
| Umwälzpumpe | ab 10 Jahren | 300 bis 500 € |
| Ausdehnungsgefäß / Druckverlust | ab 10 Jahren | 200 bis 400 € |
| Gasarmatur | ab 12 Jahren | 300 bis 600 € |
| Wärmetauscher | ab 15 Jahren | 500 bis 900 € |
| Steuerplatine | altersunabhängig | 300 bis 800 € |
Die Faustregel der Heizungsbauer: Übersteigt die Reparatur 30 bis 40 % des Neupreises und ist die Therme über 15 Jahre alt, fließt das Geld besser in den Tausch. Spätestens, wenn der Wärmetauscher defekt ist, denken viele über die Neuanschaffung nach.
Gasanschluss behalten oder abmelden?
Wer die Therme tauscht, bleibt am Netz. Die Grundgebühr von 100 bis 180 € pro Jahr läuft weiter. Relevant wird das Thema beim Umstieg auf eine andere Technik: Die Stilllegung des Hausanschlusses ist beim Netzbetreiber zu beantragen und kostet je nach Region 300 bis 800 €. Wer nur vorübergehend kein Gas braucht (etwa Hybridbetrieb), lässt den Anschluss ruhen statt ihn zu kappen. Die Wiederherstellung eines gekappten Anschlusses kostet ein Vielfaches. Beim Wohnungseigentum entscheidet ohnehin die Gemeinschaft über den Hausanschluss, nicht der einzelne Thermenbesitzer.
Häufige Fragen zur Gastherme
Wie lange hält eine Gastherme?
15 bis 20 Jahre bei jährlicher Wartung. Häufen sich ab Jahr 15 die Reparaturen (Wärmetauscher, Gebläse, Platine je 300 bis 800 €), rechnet sich der geplante Tausch. Er vermeidet den Notfallaustausch im Winter zu Notdienstkonditionen.
Wer zahlt die Therme in der Mietwohnung?
Austausch und Reparatur der Gastherme sind Vermietersache, sie gehört zur Mietsache. Die jährliche Wartung darf per Mietvertrag als Betriebskosten umgelegt werden, die Gastherme selbst nie. Mieter melden Defekte umgehend; bei Heizungsausfall im Winter greift die Mietminderung.
Gastherme oder gleich auf Wärmepumpe umstellen?
In der Einzelwohnung ist die Wärmepumpe selten praktikabel. Hier bleibt die Brennwerttherme der sinnvollere Tausch. Im Reihenhaus oder freistehenden Haus mit eigener Therme lohnt der Vergleich: Die Wärmepumpe kostet nach Förderung oft nur wenig mehr und halbiert die Betriebskosten. Die Gesamtrechnung zeigt Was kostet eine neue Heizungsanlage? sowie der Gasheizungsüberblick. Was der Staat beim Umstieg dazuzahlt, fasst unser Ratgeber zur Heizungsförderung zusammen.
Was bedeutet die jährliche Wartung konkret?
Der Heizungsbauer reinigt Brenner und Wärmetauscher, prüft Gasdruck, Abgaswerte, Ausdehnungsgefäß und Dichtheit, 45 bis 90 Minuten Arbeit für 100 bis 200 €. Die Wartung erhält die Herstellergarantie, hält den Verbrauch niedrig und ist in Mietwohnungen als Betriebskosten umlagefähig. Ein Wartungsvertrag bündelt Termin und Preis und sichert im Störungsfall bevorzugte Hilfe.
Warum springt meine Gastherme ständig an und aus?
Das Takten deutet auf eine überdimensionierte Therme oder falsch eingestellte Heizkurve hin. Es kostet Gas und Lebensdauer. Der Heizungsbauer passt Leistungsbereich und Heizkurve in einer halben Stunde an; bei sehr alten Geräten ohne Modulation hilft nur der Tausch gegen eine modulierende Brennwerttherme.
Darf ich die Gastherme selbst einbauen oder anschließen?
Nein, Arbeiten an Gasleitungen sind konzessionierten Fachbetrieben vorbehalten, die beim Netzbetreiber eingetragen sind. Das gilt auch für den Wechsel des Geräts am vorhandenen Anschluss. Eigenmächtige Gasarbeiten gefährden Leben, Versicherungsschutz und machen die Anlage abnahmeunfähig.
Wie finde ich den richtigen Betrieb für den Thermentausch?
Über Marktplätze wie Blauarbeit holen Sie mehrere Angebote konzessionierter SHK-Betriebe ein. Achten Sie auf die Abgasüberprüfung im Angebot und fragen Sie nach der Lieferzeit des Wunschgeräts. Bei Etagenthermen lohnt der Betrieb mit Herstellerpartnerschaft: Er bekommt Ersatzteile schneller und kennt die Geräteserie aus dem Effeff.
Wie fülle ich bei der Gastherme Wasser nach?
Zeigt das Manometer unter 1 bar, öffnen Sie das Füllventil (meist ein Hahn oder Drehknauf an der Geräteunterseite) langsam, bis der Zeiger zwischen 1,5 und 2 bar steht, dann fest schließen und die Heizkörper entlüften. Je nach Hersteller und Wasserhärte kann aufbereitetes oder enthärtetes Heizungswasser erforderlich sein, siehe auch VDI 2035. Ein Blick in die Bedienungsanleitung verhindert Schäden durch Verkalkung. Muss öfter als zwei- bis dreimal pro Jahr nachgefüllt werden, liegt ein Leck oder ein defektes Ausdehnungsgefäß vor, ein Fall für den Fachbetrieb.
Fazit: Solider Übergang mit klarem Ablaufdatum
Die Gas-Brennwerttherme bleibt für Etagenwohnungen die pragmatische Lösung, günstig im Tausch, bewährt im Betrieb, mit den längsten GEG-Übergangsfristen aller Heizungstypen. Im eigenen Haus dagegen lohnt sich vor jedem Thermenkauf ein Vergleich: Wer ohnehin 8.000 € investiert, sollte wissen, dass die Wärmepumpe nach Abzug der Förderung oft im selben Preissegment unterwegs ist.
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