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Pergola aus Holz an der Hauswand: berankte Konstruktion über der Terrasse mit Sitzgruppe

Was kostet eine Pergola im Garten?

Lesedauer 4 Minuten

Zwischen 500 und 3.000 € kostet eine Pergola als Bausatz, die Maßanfertigung vom Fachbetrieb liegt bei 2.000 bis 8.000 €. Den größten Preisunterschied machen Material und Dach: Einfache Holzbausätze bleiben oft unter 1.500 €, während elektrisch verstellbare Lamellenpergolen das obere Ende der Spanne belegen. Dazu kommen Fundament, Verankerung und gegebenenfalls die Montage durch den Handwerker. Dieser Ratgeber schlüsselt alle Kosten auf, klärt die Genehmigungsfrage und zeigt, wann sich die Eigenleistung rechnet.

Die Pergolapreise im Überblick

Für eine Pergola in üblicher Terrassengröße gelten diese Preisspannen, jeweils ohne Fundament und Aufbau:

VariantePreis
Holzpergola als Bausatz500 bis 2.000 €
Pergola aus Aluminium als Bausatz1.000 bis 3.000 €
Lamellenpergola mit verstellbarem Dach2.500 bis 8.000 €
Maßanfertigung vom Tischler oder Gartenbaubetrieb2.000 bis 8.000 €
Montage durch den FachbetriebStundensatz 50 bis 80 €

Den Preis treiben vor allem drei Faktoren: die Größe, die Materialqualität und die Dachausführung. Eine offene Balkenkonstruktion für Rankpflanzen ist die günstigste Form. Lamellenpergolen mit drehbaren Dachlamellen sind der aktuelle Premiumtrend, hier zahlen Sie für Motor, Steuerung und integrierte Entwässerung schnell das Doppelte einer einfachen Ausführung. Maßanfertigungen lohnen sich bei besonderen Grundrissen, Hanglagen oder wenn die Pergola exakt an Haus und Terrasse anschließen soll. Kalkulieren Sie außerdem das Zubehör ein: Seitenelemente, Sonnensegel oder ein Rankgitter kosten je nach Ausführung schnell mehrere Hundert € extra, und bei schweren Bausätzen kommt eine Speditionslieferung dazu.

Rechenbeispiel für eine Pergola von 3 x 4 m

Für eine Terrassenpergola von 3 x 4 m kostet ein solider Bausatz aus Douglasie 1.200 bis 1.800 €. Dazu kommen Pfostenanker, Beton und Kleinmaterial für 150 bis 300 € sowie zwei Tage Eigenleistung zu zweit. In Summe bleiben Sie damit unter 2.100 €. Ein vergleichbarer Bausatz aus Aluminium liegt bei 1.800 bis 3.000 €, spart dafür aber die Anstriche der kommenden Jahre. Dieselbe Größe als Maßanfertigung vom Fachbetrieb inklusive Montage kostet 4.000 bis 6.000 €, eine Lamellenpergola mit Elektroantrieb erreicht auch 8.000 €. Wer die Pergola an eine bestehende Terrasse anbauen will, prüft vorher deren Unterkonstruktion, Hinweise dazu gibt der Ratgeber zum Bau einer Holzterrasse.

Fundament und Verankerung nicht vergessen

Eine Pergola braucht keine Bodenplatte, aber jeder Pfosten braucht ein frostsicheres Punktfundament oder eine feste Verschraubung. Auf gewachsenem Boden heben Sie pro Pfosten ein Loch von etwa 80 cm Tiefe aus und setzen einen H-Pfostenanker in Beton. Wichtig: Das Holz darf nie direkt in Erde oder Beton stehen, sonst fault es von unten her. Steht die Pergola auf einer vorhandenen Betonplatte oder gepflasterten Terrasse, reichen aufgedübelte Stützenfüße. Bei wandnahen Konstruktionen muss zusätzlich der Anschluss zur Hausfassade fachgerecht ausgeführt werden, damit kein Wasser hinter die Verankerung läuft. Die Materialkosten bleiben überschaubar: Beton, Anker und Schrauben kosten für vier Pfosten selten mehr als 150 bis 300 €. Wer den Aushub selbst übernimmt, spart beim Fachbetrieb zusätzlich Arbeitszeit.

Brauchen Sie eine Baugenehmigung für die Pergola?

In den meisten Bundesländern ist eine offene Pergola ohne festes Dach und ohne geschlossene Wände verfahrensfrei, Sie dürfen sie also ohne Genehmigung errichten. Verbindlich regelt das aber die jeweilige Landesbauordnung, und die Details unterscheiden sich je nach Bundesland. Vorsicht ist in zwei Fällen geboten: bei geringem Abstand zur Grundstücksgrenze, weil dort Abstandsflächen gelten, und sobald ein festes, geschlossenes Dach geplant ist, denn dann gilt die Konstruktion als Überdachung mit eigenen Regeln. Ein kurzer Anruf beim Bauamt vor dem Kauf kostet nichts und erspart teure Rückbauten. Halten Sie für das Gespräch die geplanten Maße, den Abstand zur Grundstücksgrenze und eine einfache Skizze bereit, dann bekommen Sie meist direkt eine verlässliche Auskunft.

Holzwahl und Pflege bestimmen die Folgekosten

Lärche und Douglasie sind für frei bewitterte Pergolen die erste Wahl: Sie sind von Natur aus widerstandsfähig und kommen ohne chemischen Holzschutz aus. Kesseldruckimprägnierte Kiefer ist die günstigste Variante, wirkt aber rustikaler und muss trotzdem gepflegt werden. Welche Hölzer draußen wie lange durchhalten, vergleicht der Ratgeber zu den wetterfesten Hölzern. Für die Pflege gilt: alle zwei bis drei Jahre ein neuer Anstrich, die Technik dazu zeigt die Anleitung zum Lasieren von Holz. Aluminium ist praktisch wartungsfrei, kostet dafür in der Anschaffung mehr. Achten Sie beim Holzkauf auf ausreichende Querschnitte: Pfosten von 9 x 9 cm gelten als Minimum, 12 x 12 cm wirken hochwertiger und tragen auch ein später nachgerüstetes Sonnensegel sicher.

Pergola, Terrassenüberdachung oder Carport?

Die Pergola ist eine offene Konstruktion ohne dichtes Dach, sie spendet Schatten und trägt Rankpflanzen oder ein Sonnensegel. Die Terrassenüberdachung hat dagegen ein festes, regendichtes Dach und unterliegt damit häufiger der Genehmigungspflicht. Der Carport wiederum ist ein überdachter Stellplatz und folgt eigenen Vorgaben zu Größe und Grenzabstand, die Preise dafür schlüsselt der Ratgeber zu den Kosten für den Carportbau auf. Wer dauerhaft trocken sitzen will, plant besser gleich eine Überdachung, wer flexiblen Sonnenschutz sucht, fährt mit der Pergola günstiger. Preislich liegen die drei Varianten oft näher beieinander, als viele erwarten, entscheidend ist deshalb der Zweck und nicht allein das Budget.

Selbst aufbauen oder montieren lassen?

Einen Bausatz bauen zwei geübte Personen an zwei Tagen selbst auf, die Teile sind vorgebohrt und die Anleitung gibt die Reihenfolge vor. Zum Handwerker sollten Sie in drei Fällen greifen: bei Maßanfertigungen, bei Hanglage oder schwierigem Untergrund und bei Lamellenpergolen mit Motor und Elektroanschluss. Hier geht es um Statik, Windlast und Gewährleistung, Fehler werden teuer. Für die reine Montage rechnen Betriebe mit Stundensätzen von 50 bis 80 €, die Details finden Sie im Ratgeber zu den Tischlerpreisen. Ein eingespieltes Team stellt eine Standardpergola in einem Arbeitstag auf. Prüfen Sie vor dem Selbstaufbau die Vollständigkeit aller Teile und lagern Sie das Holz bis zur Montage trocken und eben, sonst verziehen sich die Balken schon vor dem ersten Schraubgang.

FAQ zur Pergola

Was kostet eine Pergola mit Lamellendach?

Lamellenpergolen kosten 2.500 bis 8.000 €, je nach Größe, Material und Ausstattung. Manuell verstellbare Modelle in Standardgrößen bilden das untere Ende, elektrisch gesteuerte Anlagen mit Windsensor und integrierter Beleuchtung das obere. Dazu kommt die Montage, die wegen Elektrik und Justage der Lamellen meist ein Fachbetrieb übernimmt.

Ist eine Pergola genehmigungsfrei?

Als offene Konstruktion ohne festes Dach ist die Pergola in den meisten Bundesländern verfahrensfrei. Maßgeblich ist die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. Bei Grenznähe, in Denkmalschutzgebieten oder wenn ein Bebauungsplan besondere Vorgaben macht, fragen Sie vor dem Kauf kurz beim Bauamt nach, das schützt vor teuren Überraschungen.

Wie lange hält eine Holzpergola?

Bei guter Pflege hält eine Pergola aus Lärche oder Douglasie 15 bis 25 Jahre, kesseldruckimprägnierte Kiefer erreicht etwa 10 bis 15 Jahre. Entscheidend sind der konstruktive Holzschutz, also keine dauerhafte Staunässe an Pfosten und Verbindungen, sowie ein regelmäßiger Anstrich alle zwei bis drei Jahre.

Was ist günstiger, eine Pergola aus Holz oder aus Aluminium?

In der Anschaffung ist Holz günstiger: Bausätze starten bei 500 €, Aluminium erst bei etwa 1.000 €. Über die Jahre relativiert sich der Vorsprung, weil Holz regelmäßig gestrichen werden muss, während Aluminium wartungsfrei bleibt. Wer die Pflege selbst übernimmt, fährt mit Holz trotzdem meist günstiger und flexibler.

Kann ich eine Pergola nachträglich überdachen?

Technisch ist das oft möglich, rechtlich ändert sich damit aber der Status: Mit festem, dichtem Dach gilt die Konstruktion als Terrassenüberdachung und kann genehmigungspflichtig werden. Zudem muss die Statik das zusätzliche Gewicht und die Windlast tragen. Lassen Sie beides vor dem Umbau von einem Fachbetrieb prüfen.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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