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Ein Holzcarport mit Garten im Hintergrund

Was kostet ein Carport mit Aufbau?

Lesedauer 5 Minuten

Was darf ein Carport kosten? Als Bausatz 1.500 bis 5.000 €, mit Aufbau durch den Fachbetrieb 3.000 bis 10.000 €. Für einen Doppelcarport müssen Sie mehr einplanen, ebenso für Maßanfertigungen, Satteldächer und einen integrierten Geräteraum. Dazu kommen die Fundamente und je nach Bundesland die Frage der Baugenehmigung. Dieser Ratgeber führt Sie durch alle Kostenblöcke, vom Bausatz über das Fundament bis zur Holzpflege, und zeigt, wann sich der Aufbau durch eine beauftragte Firma rentiert und was als Eigenleistung möglich ist.

Carportpreise im Überblick

Ein Einzelcarport mit Flachdach ist als Bausatz ab 1.500 € zu haben, aufgebaut liegen Sie bei 3.000 bis 8.000 €. Doppelcarports und Maßanfertigungen kosten natürlich mehr. Die Tabelle zeigt die Preisspannen für Holzcarports.

VarianteTypische Kosten
Einzelcarport Bausatz, Flachdach1.500 bis 3.000 €
Einzelcarport Bausatz, Satteldach2.500 bis 5.000 €
Aufbau durch den Fachbetrieb1.500 bis 3.000 €
Einzelcarport komplett mit Aufbau3.000 bis 8.000 €
Doppelcarport komplett mit Aufbau5.000 bis 12.000 €
Maßanfertigung vom Zimmerer oder Tischler5.000 bis 10.000 €, Doppelcarport darüber
Aufpreis integrierter Geräteraum1.000 bis 3.000 €

Das Satteldach kostet mehr als das Flachdach, weil Dachstuhl und Eindeckung aufwendiger sind, es passt dafür optisch besser zu vielen Wohnhäusern. Beim Stundensatz für den Aufbau liegen Holzfachbetriebe bei 50 bis 80 €, Details dazu finden Sie im Ratgeber zu den Tischlerpreisen. Die Maßanfertigung lohnt sich bei Hanglagen, Grenzbebauung und besonderen Dachformen, also überall dort, wo Standardbausätze nicht passen.

Prüfen Sie beim Bausatzkauf, was im Preis enthalten ist: Ein guter Bausatz enthält eine Statik für die Schneelastzone Ihrer Region, komplettes Verbindungsmaterial und eine Aufbauanleitung mit Stückliste. Fehlt die Statik, kann das Bauamt später Nachweise verlangen, und die kosten extra. Pfostenanker und Dachrinne gehören ebenfalls nicht bei jedem Anbieter zum Lieferumfang dazu.

Fundamente kommen fast immer dazu

Für die Fundamente sollten Sie 600 bis 2.000 € einplanen, sie fehlen in fast jedem Bausatzpreis. Üblich sind Punktfundamente unter jedem Pfosten: Der Betrieb hebt je Punkt ein Loch bis in frostfreie Tiefe von etwa 80 cm aus, betoniert und setzt einen H-Anker, der den Pfosten später vom Erdreich fernhält. Je Punktfundament werden 100 bis 250 € fällig, ein Einzelcarport braucht sechs, ein Doppelcarport acht oder mehr. Auch die Bodenverhältnisse sind entscheidend: In lockerem Sandboden ist der Aushub schnell erledigt, bei steinigem Untergrund oder alten Fundamentresten steigt der Aufwand.

Pflaster, Schotterrasen oder Betonplatte kosten je nach Aufbau und Fläche schnell noch einmal 1.000 bis 3.000 €. Wer ohnehin den Garten umgestaltet, kombiniert die Arbeiten sinnvoll in einem Auftrag, das spart Anfahrten und Maschinenkosten. Planen Sie eine Wallbox für das E-Auto, lassen Sie das Leerrohr für die Stromleitung gleich beim Fundamentbau mitverlegen, nachträgliches Aufgraben kostet ein Mehrfaches.

Welche Genehmigung brauchen Sie für den Carport?

Das regelt die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, und die Vorgaben unterscheiden sich erheblich. Bis zu welcher Größe ein Carport genehmigungsfrei bleibt, welche Wandhöhe an der Grenze erlaubt ist und welche Abstände gelten, variiert von Land zu Land und hängt zusätzlich vom Bebauungsplan Ihrer Gemeinde ab. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf pauschale Angaben aus dem Internet, sondern fragen Sie vor der Bestellung beim örtlichen Bauamt nach.

Auch ein genehmigungsfreier Carport muss alle baurechtlichen Vorgaben einhalten, etwa zu Grenzabständen und zur Größe. Wird eine Genehmigung nötig, kommen für Bauantrag und Unterlagen durch einen Entwurfsverfasser mehrere hundert Euro dazu. Das klingt lästig, ist aber günstiger als ein nachträglicher Rückbau wegen eines Schwarzbaus. Steht der Carport nah an der Grundstücksgrenze, lohnt sich außerdem das frühe Gespräch mit den Nachbarn, in manchen Fällen wird deren Zustimmung sogar formal verlangt.

Welches Holz eignet sich für den Carport?

Kesseldruckimprägnierte Fichte oder Kiefer ist die günstigste Wahl und bei den meisten Bausätzen Standard. Man sollte bei kesseldruckimprägnierten Holz jedoch auch die darin enthaltenen Schadstoffe kritisch bedenken. Douglasie und Lärche kosten 20 bis 40 % mehr, sind dafür von Natur aus widerstandsfähiger und kommen ohne chemische Imprägnierung aus. Welche Hölzer für den Außenbereich geeignet sind, vergleicht unser Ratgeber zu wetterfesten Hölzern für den Außenbereich.

Für die tragenden Pfosten und Balken setzen hochwertige Anbieter auf Brettschichtholz, das sich kaum verzieht und größere Spannweiten erlaubt. Das ist einer der Punkte, an denen sich billige und solide Bausätze unterscheiden, ebenso wie bei der Holzstärke der Pfosten: 11 x 11 cm sollten es beim Einzelcarport mindestens sein. Achten Sie außerdem auf höhenverstellbare Pfostenträger, sie gleichen kleine Fundamentabweichungen aus und erleichtern das exakte Ausrichten beim Aufbau.

So bleibt das Holz jahrzehntelang schön

Ein Holzcarport hält 20 bis 30 Jahre und länger, wenn die Konstruktion und Pflege stimmen. Pfostenanker halten das Holz vom Boden fern, ein ausreichender Dachüberstand schützt die Balken vor Dauerregen, und stehendes Wasser darf sich nirgends sammeln. Die Dachrinne einmal im Jahr zu reinigen gehört dazu, ebenso der kurze Kontrollblick auf alle Schraubverbindungen, denn Holz arbeitet mit den Jahreszeiten und lockert Verbindungen mit der Zeit.

Dazu kommt der Anstrich: Alle zwei bis vier Jahre eine Lasur aufzufrischen kostet wenig und erhält Farbe und Schutzwirkung. Wie Sie dabei vorgehen und welche Lasur zu welchem Holz passt, erklärt der Beitrag zum Lasieren von Holz. Unbehandelte Lärche und Douglasie können Sie auch bewusst vergrauen lassen, das ist Geschmackssache und schadet dem Holz nicht.

Carport oder Garage?

Der Carport ist die günstigere und oft auch die praktischere Lösung. Eine Fertiggarage beginnt bei rund 5.000 €, eine gemauerte Garage kostet schnell das Drei- bis Fünffache eines Carports. Dafür bietet die Garage abschließbaren Stauraum und mehr Schutz vor Vandalismus. Der Carport punktet mit besserer Belüftung, ein nasses Auto trocknet unter dem offenen Dach schneller ab, was der Karosserie langfristig gut tut. Auch beim Baurecht ist der offene Carport vielerorts unkomplizierter, verbindlich klärt das aber nur das Bauamt. Wer Stauraum braucht, löst das mit einem integrierten Geräteraum für 1.000 bis 3.000 € Aufpreis.

Pergola als Alternative fürs Terrassendach

Geht es Ihnen weniger ums Auto als um einen überdachten Sitzplatz, ist die Pergola die passende Bauform: als Bausatz für 500 bis 3.000 €, maßgefertigt vom Fachbetrieb für 2.000 bis 8.000 €. Konstruktiv sind sich beide Bauwerke ähnlich, Pfosten, Riegel und Dach, nur fällt die Pergola meist kleiner aus und trägt statt der dichten Eindeckung oft Lamellen oder Ranknetze. Alle Preise und Varianten zeigt der Ratgeber zu den Pergolakosten. Weitere Infos gibt es hier: Bau einer Holzterrasse

Bausatz selbst aufbauen oder aufbauen lassen?

Der Selbstaufbau spart 1.500 bis 3.000 €, man benötigt aber mehr als nur einen Akkuschrauber. Zwei geübte Personen schaffen einen Einzelcarport aus dem Bausatz an ein bis zwei Tagen, vorausgesetzt, die Fundamente sitzen exakt. Genau hier liegt die häufigste Fehlerquelle: Stimmen die Achsmaße der Punktfundamente nicht, passt der vorgefertigte Bausatz nicht zusammen, und das Nacharbeiten kostet mehr als der Aufbau vom Handwerker gekostet hätte. Arbeiten Sie deshalb mit Richtschnur, Kreuzlinienlaser und temporären Stützen, und kontrollieren Sie jedes Diagonalmaß, bevor der Beton aushärtet.

Der Fachbetrieb bringt neben der Erfahrung auch die Gewährleistung mit und stellt sicher, dass Verankerung und Aussteifung der Schneelast und dem Winddruck Ihrer Region standhalten. Spätestens beim Doppelcarport, bei Satteldach oder bei Grenzbebauung ist der Aufbau mit Hilfe des Fachmanns die bessere Alternative. Für reine Helferarbeiten wie das Stellen der Pfosten können Sie trotzdem mit anpacken und so die Montagekosten mindern.

Was Handwerker zum Carportbau am häufigsten gefragt werden

Wie groß sollte ein Einzelcarport sein?

Bewährt haben sich mindestens 3 m Breite und 5 bis 6 m Tiefe. Damit können Sie die Autotüren bequem öffnen und bekommen auch einen Kombi vollständig unters Dach. Ein Doppelcarport sollte ab 5,5 m Breite geplant werden, sonst wird das Ein- und Aussteigen zwischen zwei Autos eng. Bei der Durchfahrtshöhe sind 2,20 m ein guter Wert, mit Dachbox sollte es höher sein.

Wie lange hält ein Carport aus Holz?

Bei guter Konstruktion und regelmäßiger Pflege hält ein Holzcarport 20 bis 30 Jahre, oft auch länger. Entscheidend sind Pfostenanker mit Bodenabstand, ein dichtes Dach und die Lasur alle zwei bis vier Jahre. Ungepflegte Carports aus billigem Holz zeigen dagegen schon nach zehn Jahren Schadstellen.

Was kostet ein Doppelcarport mit Montage?

Für einen Doppelcarport mit Aufbau zahlen Sie 5.000 bis 12.000 €, je nach Dachform, Holzqualität und Ausstattung. Maßanfertigungen mit Geräteraum oder Satteldach können darüber liegen. Dazu kommen die Fundamente mit 800 bis 2.000 €, weil der Doppelcarport mehr Stützpunkte braucht.

Braucht ein Carport immer eine Baugenehmigung?

Nein, aber die Grenzen sind je nach Bundesland verschieden. Ob Ihr Carport genehmigungsfrei bleibt, hängt von Größe, Höhe, Grenzabstand und dem örtlichen Bebauungsplan ab. Verbindliche Auskunft gibt nur das Bauamt Ihrer Gemeinde. Eine Abklärung vor der Bestellung ist sinnvoll.

Welches Dach ist beim Carport am günstigsten?

Das Flachdach mit Blende ist die günstigste Lösung, meist mit EPDM-Folie oder Bitumenbahn abgedichtet. Ein Satteldach kostet 500 bis 1.500 € mehr, kann dafür mit Ziegeln eingedeckt werden. Wichtig ist beim Flachdach ein leichtes Gefälle, damit Regenwasser gut abläuft.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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