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Ein Wanddurchbruch in einer nichttragenden Wand kostet 2026 komplett etwa 500 bis 1.500 €. Bei einer tragenden Wand werden mit Statiker und Stahlträger 2.000 bis 5.000 € fällig, eine einfache Kernbohrung gibt es bereits ab rund 160 €. Ob für eine Dunstabzugshaube, einen Kamin, ein Fenster oder eine offene Wohnküche: Der Durchbruch gehört in Expertenhände, denn sonst leidet schnell die Statik des Gebäudes. Auf blauarbeit.de finden Sie Fachleute in Ihrer Nähe für Beratung und fachgerechte Ausführung.
Tragende und nicht tragende Wände und Statikgutachten
Ob eine Wand tragend ist, entscheidet über Aufwand, Kosten und Risiko des Durchbruchs. Für Laien ist die Unterscheidung nicht einfach: Außenwände sind fast immer tragend, Innenwände schwerer einzuordnen. In älteren Gebäuden sind tragende Wände meist deutlich dicker, in modernen Häusern können sie dank eingebauter Stahlträger vergleichsweise dünn sein. Nur bei Gipswänden lässt sich als Laie eine relativ sichere Aussage treffen, denn diese klingen hohl und fühlen sich oft wärmer an, da Gips Wärme schlecht aufnimmt.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, werfen Sie einen Blick in den Bauplan des Gebäudes: Tragende Wände sind dort deutlich dicker eingezeichnet, die Legende erklärt die Symbole. Bei nichttragenden Wänden sind kleinere Durchbrüche und Kernbohrungen gelegentlich ohne statisches Gutachten möglich. Empfehlenswert ist es trotzdem, denn ein Gutachten kostet deutlich weniger als ein Planungsfehler. Soll eine tragende Wand komplett weichen, lesen Sie unseren Ratgeber zum Entfernen tragender Wände.
Statische Gutachten
Ein statisches Gutachten ist bei jeder Arbeit an einer tragenden Wand Pflicht und bei großen Durchbrüchen in nichttragenden Wänden sinnvoll. Erstellt wird es von einem Tragwerksplaner, auch Statiker genannt. Bei kleineren Arbeiten genügt ihm ein Blick auf den Gebäudeplan, aus dem er Sicherheitsvorgaben für den Durchbruch ableitet. Bei größeren Vorhaben und älteren Gebäuden macht er sich vor Ort ein Bild vom Materialzustand, prüft die geplante Stelle und gibt klare Vorgaben. Dafür haftet der Statiker für Folgeschäden, die trotz Beachtung seiner Vorgaben entstehen. Manche Bauunternehmen beschäftigen eigene Statiker, die die Tragwerksbegutachtung im Zuge der Arbeiten übernehmen.
Bei älteren Gebäuden muss außerdem untersucht werden, ob Asbest im Gebäude verbaut ist. Ist das der Fall, steigen Arbeits- und Entsorgungskosten erheblich, denn Asbest setzt gesundheitsschädliche Stäube frei. Hier müssen spezialisierte Unternehmen übernehmen, die die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen beherrschen.
Arten und Ablauf des Wanddurchbruchs
Die wichtigsten Arten sind die Kernbohrung, der Fensterdurchbruch und der Türdurchbruch. Bei der Kernbohrung wird nur ein zylinderförmiges Mauerstück herausgesägt, etwa für ein Kaminrohr oder den Abzug einer Dunstabzugshaube. Fenster und Türen sind naturgemäß größer und aufwendiger. Soll dagegen die Geschossdecke geöffnet werden, etwa für eine neue Treppe, hilft unser Beitrag zum Deckendurchbruch.
Kernbohrung
Für eine Kernbohrung werden zuerst die Dicke der Wand und der Durchmesser des Bohrlochs bestimmt. Möglich sind Durchmesser bis 40 cm, ab dieser Größe sollte ein statisches Gutachten vorliegen. Die Position wird mit einem Messgerät geprüft, das Hindernisse, Kabel und Wasserleitungen in der Wand aufspürt. Sind keine störenden Objekte vorhanden, wird der Wandbelag entfernt und der Kronenbohrer angesetzt, der je nach Lochgröße händisch geführt oder auf einer Führung montiert wird. Gekühlt wird mit Wasser, das zugleich den entstehenden Staub bindet.
Fenster- und Türdurchbruch
Bei einem Durchbruch für Fenster und Türen wird zuerst der geplante Umriss eingezeichnet. An der Oberkante werden Löcher in die Wand gesägt oder gestemmt, durch die Träger geführt und beidseitig mit Stahlstützen abgestützt werden. Diese Stützen halten das Gewicht, das sonst auf der Mauer lasten würde; ihre Anzahl und Stärke berechnet der Statiker.
Anschließend wird der Hohlraum für den Sturz ausgestemmt und mit Mörtel unterfüttert. In diese Lücke kommt der stählerne Fenstersturz beziehungsweise Türsturz, dessen Maße üblicherweise die Breite des Durchbruchs plus 25 cm Auflager auf beiden Seiten betragen. Sobald der Mörtel getrocknet ist, werden die Stützen entfernt und der eigentliche Durchbruch ausgeführt, entweder im Sägeverfahren mit einer großen Kreissäge oder im Stemmverfahren, bei dem die Mauerteile aufgebrochen und gelöst werden. Dabei entsteht gesundheitsschädlicher Baustaub, der gute Lüftung und Atemschutz notwendig macht. Zuletzt werden die Ränder des Durchbruchs verputzt und verkleidet.
Entsorgung
Bei den Arbeiten fällt Bauschutt an. Nach einer Kernbohrung passt er in ein bis zwei Eimer und lässt sich selbst entsorgen. Bei größeren Durchbrüchen empfiehlt sich ein Fachunternehmen: Entsorgungsbetriebe stellen Container bereit und fahren sie zur passenden Entsorgungsstation. Manche Bauunternehmen bieten die Entsorgung des Bauschutts gleich als Teil ihrer Leistung an.
Zu erwartende Kosten
Als Faustregel gilt: Ein Durchbruch durch eine nichttragende Wand kostet komplett 500 bis 1.500 €, durch eine tragende Wand 2.000 bis 5.000 €. Die Kosten setzen sich aus Statikgutachten, Arbeits- und Materialkosten sowie der Entsorgung des Bauschutts zusammen. Tragende Wände verlangen erheblich höhere Sicherheitsvorkehrungen, außerdem schlagen hier Stahlträger und Abstützung zu Buche. Auch das Baumaterial beeinflusst den Aufwand: Beton ist zäher als Ziegel oder Porenbeton.
| Posten | Kernbohrung | Tür (nichttragende Wand) | Tür/Fenster (tragende Wand) |
|---|---|---|---|
| Statisches Gutachten | 0 bis 350 € | 0 bis 400 € | 500 bis 1.500 € |
| Arbeits- und Materialkosten | 150 bis 400 € | 400 bis 800 € | 1.300 bis 3.000 € |
| Entsorgung | 10 bis 50 € | 100 bis 300 € | 200 bis 500 € |
| Gesamtkosten | 160 bis 800 € | 500 bis 1.500 € | 2.000 bis 5.000 € |
Können Sie den Wanddurchbruch selbst machen?
Bei einer nichttragenden Wand können geübte Heimwerker einen Durchbruch selbst ausführen, bei einer tragenden Wand ist Eigenleistung ohne Statiker tabu. Doch auch die nichttragende Wand hat ihre Tücken: Vor dem ersten Schlag müssen Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen mit einem Ortungsgerät aufgespürt werden, und der Staub verlangt Atemschutz, Schutzbrille und abgeklebte Türen. In Mietwohnungen brauchen Sie zudem die schriftliche Zustimmung des Vermieters, in Eigentumswohnungen je nach Umfang die der Eigentümergemeinschaft. Sobald die Wand tragend ist oder auch nur sein könnte, gilt: erst der Statiker, dann der Fachbetrieb.
Wann brauchen Sie eine Baugenehmigung?
Kleinere Durchbrüche innerhalb der eigenen Wohnung sind in der Regel genehmigungsfrei. Sobald aber tragende Bauteile verändert werden, neue Fenster in der Fassade entstehen oder sich die Nutzung ändert, verlangen viele Landesbauordnungen eine Genehmigung oder eine Bauanzeige mit Statiknachweis. Da die Regeln je nach Bundesland abweichen, fragen Sie im Zweifel vorab beim zuständigen Bauamt nach.
Wie lässt sich ein Durchbruch wieder verschließen?
Am einfachsten wird ein nicht mehr benötigter Durchbruch mit einer beplankten Ständerwand verschlossen: Ein Metallständerwerk mit Gipskartonplatten kostet 35 bis 75 €/m², für eine alte Türöffnung zahlen Sie also nur wenige hundert €. Wie das funktioniert, zeigt unsere Anleitung zum Bauen einer Rigipswand. Soll die Öffnung wieder voll belastbar sein, muss sie fachgerecht ausgemauert und beidseitig verputzt werden; das kostet je nach Größe 500 bis 1.000 €. Einen Überblick über alle Preise des Gewerks gibt unser Ratgeber zu den Trockenbaupreisen.
Häufige Fragen zum Wanddurchbruch
Was kostet ein Durchbruch durch eine tragende Wand?
Für einen Tür- oder Fensterdurchbruch durch eine tragende Wand sollten Sie 2.000 bis 5.000 € einplanen. Darin enthalten sind das Statikgutachten, der Stahlträger als Sturz, die Abstützung während der Arbeiten und die Entsorgung des Bauschutts. Breite Öffnungen für Wohnküchen können darüber liegen.
Wie lange dauert ein Wanddurchbruch?
Eine Kernbohrung ist in wenigen Stunden erledigt, ein Türdurchbruch in einer nichttragenden Wand dauert ein bis zwei Arbeitstage. Bei tragenden Wänden kommen Abstützung, Sturzeinbau und die Trocknungszeit des Mörtels hinzu, sodass Sie mit zwei bis vier Tagen rechnen sollten. Die Vorlaufzeit für das Statikgutachten kommt hinzu.
Dürfen Mieter einen Wanddurchbruch beauftragen?
Nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters, denn ein Durchbruch ist ein Eingriff in die Bausubstanz. Ohne Erlaubnis riskieren Sie Schadensersatzforderungen und müssen beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen. Klären Sie deshalb vor der Beauftragung, ob der Umbau dauerhaft bleiben darf oder rückgebaut werden muss.
Welcher Handwerker führt Wanddurchbrüche aus?
Maurerbetriebe, Abbruchunternehmen und viele Bauunternehmen führen Wanddurchbrüche aus, Kernbohrungen übernehmen spezialisierte Bohrbetriebe. Bei tragenden Wänden arbeitet der ausführende Betrieb immer nach den Vorgaben des Tragwerksplaners. Über Blauarbeit erreichen Sie passende Fachleute in Ihrer Region und können mehrere Angebote kostenlos und unverbindlich vergleichen.
Muss die Heizung oder Elektrik verlegt werden?
Häufig ja: Verlaufen Leitungen oder Heizungsrohre in der Wand, müssen sie vor dem Durchbruch umverlegt werden. Das übernimmt der Elektriker beziehungsweise der Heizungsbauer und kostet je nach Aufwand einige hundert € zusätzlich. Ein Ortungsgerät zeigt vorab, ob die geplante Stelle frei ist.




