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Bauarbeiter bei einer Kernbohrung an einer Betonwand

Kosten und Durchführung einer Kernbohrung

Letzte Aktualisierung am 4. April 2022 von Max Lehmann

Bild: bannafarsai / stock.adobe.com

Ob für eine Dunstabzugshaube, den neuen Schwedenofen oder eine Klimaanlage, oft kann es notwendig sein, das Innere des Hauses über ein Loch durch die Mauer mit der Außenluft zu verbinden. Auch eine Verbindung von Räumen kann notwendig sein, beispielsweise wenn ein Heizungskeller mit einer Pellet– oder Hackschnitzelheizung ausgestattet werden soll und das Lager in einem Nebenraum realisiert wird. In diesen Fällen ist es notwendig, ein Loch durch die Wand zu bohren.

Während es früher üblich war, die Struktur des Loches mit einigen normalen Bohrlöchern zu umfassen und das Innere mit Hammer und Meißel herauszubrechen, wird diese Technik heute nur noch bei den größten Löchern verwendet. Schneller, einfacher und mit weniger Schmutz verbunden gelingt diese Arbeit mit einer Kernbohrung, auch Kernlochbohrung genannt. Bei dieser wird mit einem speziellen Kernbohrer ein rundes Stück der Wand, der sogenannte Bohrkern, herausgeschnitten. Hier erfahren Sie, wie eine Kernbohrung vonstattengeht und mit welchen Kosten Sie rechnen können.

Aufbau eines Kernbohrers und Zubehör

Ein Kernbohrer unterscheidet sich prinzipiell in seinem Wirkprinzip nicht von einer herkömmlichen, elektrischen Bohrmaschine. Er enthält einen Elektromotor, der einen Bohrer schnell dreht, sowie eine feste Grifffläche zur einfachen Handhabung. Je nach Modell kann er entweder mit einem Akkumulator oder über eine Stromleitung betrieben werden. Der größte und auffälligste Unterschied zu einfachen Bohrmaschinen ist der Bohrer selbst. Statt eines Metallstiftes wird an die Vorderseite des Bohrers ein becherförmiger Bohrkopf montiert, dessen Innendurchmesser dem des späteren Bohrkerns entspricht.

Am vorderen Ende des Bohrkopfes befindet sich die Bohrkrone, eine runde, stählerne oder diamantbeschichtete Säge. Je nach dem Material, das zerspant werden soll, kann die Bohrkrone unterschiedlich aufgebaut sein. Härtere Materialien wie bewehrter Beton erfordern mehr Kraft als Ziegel oder Leichtbeton, entsprechend sind die Zähne für dieses Material kleiner und zahlreicher.

Neben dem Bohrkopf enthält ein moderner Kernbohrer einige weitere Besonderheiten. So haben viele Kernbohrer eine Wasserkühlung, denn während des Bohrvorganges entsteht erhebliche Reibungswärme, welche die Bohrkrone beschädigen kann. Das Wasser wird durch einen Schlauch an die Bohrkrone gedrückt und kühlt nicht nur das Metall, sondern bindet auch entstehenden Staub und spült diesen fort. Alternativ haben manche Bohrgeräte einen Anschluss, an den ein Industriestaubsauger montiert werden kann. Auch dies mindert die entstehende Staubmenge erheblich. Da während des Bohrvorgangs erhebliche Kräfte auftreten, haben viele Kernbohrer außerdem eine spezielle Kupplung, die beim Verkanten des Bohrkopfes Sachschäden oder Verletzungen verhindert.

Zubehör

Um mit dem Kernbohrer ein akkurates Loch zu bohren, muss dieser exakt geführt werden. Besonders während der ersten ein bis zwei Zentimeter ist dies ohne Hilfsmittel sehr schwierig. Aus diesem Grund gibt es einige Hilfsmittel, die das Bohren erleichtern. Das einfachste Hilfsmittel ist eine Anbohrhilfe. Diese wird in den Bohrkopf gesteckt und enthält einen Dorn, der am gewünschten Ort in die Wand gerammt wird. Während der kritischen ersten Zentimeter führt dieser Dorn den Bohrer. Er wird im Laufe des weiteren Bohrvorganges entfernt. Außerdem gibt es spezielle Führungshilfen, die entweder an die Wand gedübelt oder mit einer Saugplatte an den Boden befestigt werden. Diese führen den Bohrer exakt und sind vor allem bei Bohrungen mit einem sehr großen Durchmesser hilfreich.

Wichtige Voruntersuchungen

Vor einer Kernbohrung muss die zu durchdringende Wand genau untersucht werden. Zum einen muss verhindert werden, dass wichtige Strukturelemente wie Stahlträger oder Wasser beziehungsweise Strom führende Leitungen im Weg sind. Hierzu werden die Baupläne des Hauses verwendet. Bei Unsicherheiten können HandwerkerInnen auch mit speziellen Sensoren auf Nummer sicher gehen.

Zum anderen muss untersucht werden, aus welchen Materialien das zu durchbohrende Mauerstück befindet. Neben den verwendeten Baumaterialien ist auch das Dämmmaterial zu untersuchen. Dies spielt nicht nur eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Bohrkrone, sondern hat auch Einfluss auf die Kosten.

Zuletzt muss bei Passivhäusern und Niedrigenergiehäusern geklärt werden, ob die Kernbohrung einen zu großen Eingriff in die Energiebilanz des Gebäudes hat. Eine zusätzliche Öffnung in der Hauswand mindert naturgemäß die Energiebilanz eines Gebäudes, und so muss vor der Bohrung geklärt werden, ob das Haus seinen Status durch diese verlieren würde. Ein Energiegutachten liefert hier Sicherheit.

Ablauf einer Kernlochbohrung

Wurden die notwendigen Vorbereitungsschritte getätigt, so geht es an die eigentliche Kernbohrung. Für diese wird zuerst der notwendige Raum für die Arbeit geschaffen und der passende Bohrkopf und die passende Bohrkrone ausgewählt und montiert. Nun wird die Bohrhilfe in den Bohrkopf gesteckt und die Wasserzufuhr beziehungsweise der Industriestaubsauger angeschlossen. Unter gleichmäßigem Bohren wird nun der Bohrkopf etwa zwei Zentimeter in die Wand gebohrt. Dann wird er herausgezogen und die Bohrhilfe entfernt.

Unter gleichmäßigem Druck wird nun der Kernbohrer geführt, bis die Wand durchbohrt ist. Eine auf der anderen Wandseite befindliche Person, die den bevorstehenden Durchbruch ankündigt, ist hier hilfreich. Nun wird der Bohrkopf samt Bohrkern aus der Wand gezogen und der Bohrkern herausgeschüttelt.

Damit ist die eigentliche Kernbohrung abgeschlossen. Es folgen weitergehende Arbeiten wie etwa die Hindurchführung und beidseitige Befestigung eines Plastikrohres und die Erneuerung der Dämmung. Je nach Durchmesser des Bohrloches und Material kann eine Kernbohrung zwischen 15 Minuten und bis zu einer Stunde dauern.

Kosten einer Kernlochbohrung

Eine Kernlochbohrung ist eine reine Dienstleistung, die meistens im Zuge weiterer Arbeiten durchgeführt wird. Als diese wird sie üblicherweise von der gleichen Firma angeboten und durchgeführt, die auch die restlichen Renovierungsarbeiten durchführt. Der Preis richtet sich vor allem nach dem zu zerspanenden Material und dem Durchmesser sowie der Tiefe des Bohrloches. Auch ungünstige Arbeitsumstände wie etwa das Arbeiten über Kopf können zu einer Erhöhung der Arbeitskosten führen. Auch die Entsorgung des Bohrkerns kostet nochmals einige Euro. Hinzu kommen Kosten für die Anfahrt und die Voruntersuchung. Da diese Kosten bei mehreren Kernbohrungen nur einmal anfallen, macht es Sinn, bei größeren Renovierungen alle Kernbohrungen an einem Tag erledigen zu lassen.

Insgesamt ist mit folgenden Kosten für unterschiedliche Kernbohrungen zu rechnen:

Wandmaterial 3 cm Durchmesser 35 cm Durchmesser
Leichtbeton 0,85 € 4,00 €
Mauerwerk 0,95 € 4,10 €
Unbewehrter Beton 1,00 € 4,20 €
Bewehrter Beton 1,05 € 4,30 €

Sollten Sie eine Kernlochbohrung selber durchführen?

Wer eine Kernlochbohrung schon einmal mitverfolgt hat, könnte sich versucht fühlen, diese selbst durchzuführen. Davon ist jedoch aus mehreren Gründen abzuraten. Zum einen ist eine Bohrung immer ein Eingriff in die Baustatik und sollte nur von ExpertInnen durchgeführt werden. Nur diese können sichergehen, dass keine wichtigen Elemente beschädigt werden. Sollten Sie diese Arbeiten selbst durchführen, so zahlt auch keine Versicherung. Die möglichen Schäden können um ein Vielfaches höher als die Kosten der professionellen Kernbohrung sein.

Zum anderen ist eine Kernbohrung komplex und erfordert neben spezialisiertem Gerät eine ruhige Hand und Erfahrung. Während das Gerät mancherorts ausgeliehen werden kann, ersetzt nichts die notwendige Erfahrung. Fehler beim Kernbohren können im Nachhinein nur schwer korrigiert werden und können zu einer Verschlechterung der Energiebilanz führen. Daneben entstehen durch die Leihgebühren und Abnutzungsgebühren weitere Kosten. Auf die bei HeimwerkerInnen naturgemäß größere Arbeitszeit gerechnet bewegt sich die potenzielle Ersparnis meist nur im Mindestlohnbereich.

Aus diesem Grund sollten Sie lieber den gut ausgestatteten und erfahrenen HandwerkerInnen auf blauarbeit.de vertrauen. Mit genauem Auge prüfen diese die Umstände der Kernbohrung, führen diese gewissenhaft, sauber und schnell durch und bieten Ihnen eine Garantie auf die einwandfreie Durchführung aller Arbeiten.

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