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Pelletofen: Kosten, Voraussetzungen und Grenzen

Lesedauer 4 Minuten

Ein Pelletofen kostet 2.000 bis 8.000 € inklusive Montage und heizt einzelne Räume automatisch, sauber und mit gespeichertem Brennstoff aus dem Vorratsbehälter. Anders als eine Pelletheizung versorgt ein Pelletofen in der Regel nicht das gesamte Gebäude, sondern beheizt hauptsächlich einzelne Wohnbereiche. Dafür braucht er weder Heizraum noch Pelletlager. Wasserführende Modelle können zusätzlich das Heizsystem unterstützen. Wir zeigen Ihnen die Kosten, die Voraussetzungen und die Grenzen der Pelletheizung.

Was kostet ein Pelletofen?

VarianteGerätepreisMit Montage und Anschluss
Luftgeführter Pelletofen (6-8 kW)1.500 bis 4.000 €2.000 bis 5.000 €
Wasserführender Pelletofen (mit Heizungsanbindung)3.500 bis 7.000 €5.000 bis 10.000 €
Schornstein nachrüsten (falls keiner vorhanden)1.500 bis 4.000 €
Pellets (Sackware, pro Tonne)300 bis 450 €

Der laufende Betrieb ist günstig: Bei einem Verbrauch von rund 2 bis 3 kg Pellets entstehen Brennstoffkosten von etwa 0,70 bis 1,20 € pro Betriebsstunde, abhängig vom Pelletpreis und der eingestellten Leistung. Der wasserführende Typ speist zusätzlich Pufferspeicher und Heizkreislauf und wird als Teil einer förderfähigen Gesamtanlage sogar bezuschusst.

Diese Voraussetzungen braucht der Pelletofen

  • Schornstein oder Abgasleitung: Ohne geht es nicht, auch wenn Händler anderes suggerieren. Fehlt der Zug, hilft die Nachrüstung per Edelstahlschornstein
  • Stromanschluss: Zündung, Förderschnecke und Gebläse brauchen eine Steckdose. Bei Stromausfall bleibt der Ofen aus
  • Aufstellfläche: Tragfähiger Boden, Funkenschutzplatte bei brennbaren Belägen, Mindestabstände nach Herstellerangabe
  • Pelletvorrat: Der integrierte Behälter fasst 15 bis 50 kg, genug für 1 bis 3 Tage Betrieb, nachgefüllt wird per Sack aus dem Baumarkt oder Brennstoffhandel
  • Abnahme: Wie jede Feuerstätte nimmt der Bezirksschornsteinfeger die Anlage vor dem ersten Betrieb ab

Pelletofen oder Pelletheizung: Was passt zu Ihnen?

Der Pelletofen ist ein Komfortzusatzgerät für den Wohnbereich, die Pelletheizung ein vollwertiger Zentralheizungsersatz mit Jahresvorrat im Lagerraum. Möchte man die Übergangszeit überbrücken oder das Wohnzimmer behaglich machen will, fährt mit dem Ofen für ein Zehntel der Investition besser. Möchten Sie dagegen das ganze Haus fossilfrei heizen, vergleicht man die Pelletheizung mit der Wärmepumpe, die Kostenaufstellung dazu liefert Was kostet eine neue Heizungsanlage?. Der wasserführende Pelletofen liegt dazwischen: sinnvoll als Unterstützung einer bestehenden Heizung, aber kein Ersatz für deren Kessel.

Pellets kaufen und lagern: So bleibt der Betrieb günstig

Für den Ofen reicht Sackware: 15-kg-Säcke kosten im Baumarkt 5 bis 7 €, palettenweise (66 Säcke, rund 1 Tonne) sinkt der Preis auf 300 bis 400 €. Je nach Nutzungsintensität reicht eine Palette häufig für einen Großteil oder sogar eine komplette Heizsaison als Zusatzheizung. Vor allem sollte man auf die Pelletsqualität achten: ENplus-A1-zertifizierte Pellets halten Aschegehalt und Festigkeit ein. Billigware verstopft die Förderschnecke und verschlackt die Brennschale, die vermeintliche Ersparnis frisst der Reinigungsaufwand auf.

Beispielrechnung: Eine Heizsaison mit dem Pelletofen

Ein 8-kW-Ofen heizt das 30-m²-Wohnzimmer an 120 Abenden der Heizsaison je 5 Stunden auf Teillast. Verbrauch: rund 2 kg Pellets pro Stunde Volllast, im gemischten Betrieb etwa 1,2 kg, macht 720 kg für die Saison, also etwa 260 € bei Palettenpreis. Zum Vergleich: Dieselbe Wärmemenge aus dem Stromheizlüfter kostet über 900 €, aus der Gaszentralheizung rund 380 €. Der Ofen spart also nicht nur gegenüber Strom. Er entlastet auch die Zentralheizung in der Übergangszeit, wenn deren Betrieb für zwei warme Räume unverhältnismäßig wäre.

Welche Leistung braucht der Pelletofen?

Als Orientierung gelten etwa 70 bis 100 Watt Heizleistung pro Quadratmeter, abhängig vom Dämmstandard des Gebäudes. Wichtiger als viel Leistung ist die Modulation nach unten: Gute Öfen regeln auf 30 % ihrer Nennleistung herunter, statt den Raum zu überhitzen und ständig an- und auszugehen. Möchte man hauptsächlich die Übergangszeit lang heizen, wählt man die kleinere Leistungsklasse. Der Dauerlauf auf niedriger Stufe ist effizienter und leiser als das Takten eines überdimensionierten Geräts. Für offene Wohnküchen mit Galerie lohnt der Blick auf kanalisierbare Modelle, die Warmluft per Schlauch in Nebenräume verteilen.

Häufige Fragen zum Pelletofen

Kann ein Pelletofen als alleinige Heizung genutzt werden?

Ein luftgeführter Pelletofen ist dafür in der Regel nicht ausgelegt. Er beheizt hauptsächlich den Aufstellraum und angrenzende Bereiche. Wasserführende Modelle können einen Teil der Heizleistung für das gesamte Gebäude übernehmen, ersetzen aber meist keine vollwertige Zentralheizung.

Wie oft muss ich Pellets nachfüllen?

Das hängt von Behältergröße und Heizleistung ab. Ein integrierter Vorratsbehälter fasst meist 15 bis 35 kg Pellets und reicht je nach Nutzung für etwa ein bis drei Betriebstage. Danach werden die Pellets bequem von Hand nachgefüllt.

Geht ein Pelletofen wirklich ohne Schornstein?

Nein, die verbreitete Suchanfrage beruht auf einem Missverständnis. Jeder Pelletofen braucht eine zugelassene Abgasführung. Richtig ist: Manche raumluftunabhängige Modelle kommen mit kleineren Querschnitten und konzentrischen Luft-Abgas-Systemen aus, die sich besonders einfach an der Außenwand nachrüsten lassen. Elektrische “Pelletimitate” ohne Abzug sind Stromheizungen mit Dekoflamme.

Wie laut ist ein Pelletofen?

Gebläse und Förderschnecke erzeugen ein leises Grundgeräusch von 35 bis 45 dB, vergleichbar mit einem Kühlschrank. Im Schlafzimmer kann das stören, im Wohnzimmer geht es im Alltagsgeräusch unter; einige Markenmodelle arbeiten mit Naturkonvektion fast lautlos.

Wie viel Wartung braucht der Ofen?

Aschekasten leeren und Brennschale reinigen alle paar Tage im Betrieb, dazu die jährliche Wartung mit Reinigung der Züge (100 bis 200 € beim Fachbetrieb oder in Eigenleistung nach Anleitung). Der Schornsteinfeger kehrt zusätzlich nach KÜO-Turnus. Zusätzlich empfiehlt der Hersteller meist einmal jährlich die Reinigung des Brennraums, der Abgaswege und der Fördereinrichtung.

Erhält man durch den Pelletofen eine Förderung?

Der luftgeführte Pelletofen erhält keine Heizungsförderung. Er gilt als Einzelraumfeuerung. Wasserführende Pelletöfen können im Rahmen einer förderfähigen Biomasseheizung förderfähig sein, wenn sämtliche Anforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erfüllt werden. Einzelraumöfen ohne Einbindung in das Heizsystem werden dagegen nicht gefördert. Alle Fördersätze und den Antragsweg bündelt unser Ratgeber zur Heizungsförderung.

Pelletofen oder Kaminofen mit Scheitholz?

Der Pelletofen gewinnt bei Komfort (Automatik, Thermostat, Zeitprogramm) und konstanter Wärme, der Scheitholzofen beim Flammenbild und der Unabhängigkeit vom Stromnetz. Preislich liegen beide Gerätesorten gleichauf. Wer abends Knistern und Feuerromantik will, nimmt Scheitholz; wer eine geregelte Zusatzheizung sucht, Pellets.

Was passiert bei Stromausfall?

Der Ofen schaltet kontrolliert ab. Zündung, Schnecke und Gebläse stehen ohne Strom still. Anders als beim Scheitholzofen gibt es also keine Notheizfunktion; möchte man dem Blackout vorbeugen, kombiniert man den Pelletofen mit einer kleinen USV oder wählt gleich ein stromlos betreibbares Scheitholzmodell.

Fazit: Komfortable Zusatzwärme mit Automatik

Ein Pelletofen eignet sich besonders als praktische Zusatzheizung für Wohnräume. Er verbindet automatische Brennstoffzufuhr mit vergleichsweise niedrigen Betriebskosten und bietet eine bequemere Bedienung als normale Scheitholzöfen. Hat man bereits Schornstein und Steckdose, bekommt man für 2.000 bis 5.000 € eine Zusatzheizung mit niedrigen Betriebskosten und möchte man das ganze Haus umstellen, kann man an die Pelletheizung inklusive Förderung denken.

Bild: Canva

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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