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Dachgeschosswohnung kühlen kann sich schwierig gestalten.

Dachgeschosswohnung kühlen: Tipps gegen Hitze

Letzte Aktualisierung am 5. Juli 2022 von A. Mroos

Bild: XtravaganT / stock.adobe.com

Witze über Hitze im Dachgeschoss gibt es viele. Die teils extremen Temperaturen sind für Bewohner von Dachgeschosswohnungen aber meist das Gegenteil von witzig, denn starke Hitze kann nicht nur unsere Leistungsfähigkeit mindern, sondern sich auch negativ auf unser allgemeines Wohlbefinden und unseren Schlaf auswirken. Wir erklären daher, was man gegen Hitze in der Dachgeschosswohnung tun kann, welche Tipps wirklich helfen und welche Rechte Sie als Mieter haben. 

Warum wird es im Dachgeschoss eigentlich so heiß?

Gerade Dachgeschosswohnungen sind besonders anfällig für Hitze. Die Gründe dafür sind eigentlich schnell zusammengetragen: 

  • Direkte Sonneneinstrahlung auf das Dach
  • Große Dachfenster
  • Warme Luft sammelt sich im oberen Bereich des Hauses
  • Schlechte Wärmedämmung

Dachgeschosswohnungen sind also vor allem aufgrund ihrer Lage direkt unterm Dach besonders von warmen Temperaturen betroffen. Mehr als in anderen Wohnungen, ist es also in Dachgeschosswohnungen wichtig möglichst die Räume kühl zu halten. Eine vollständige Kühlung lässt sich meist nur über den Einbau einer Klimaanlage erreichen, allerdings können einige Maßnahmen dabei helfen etwas Wärme draußen zu halten. 

Richtiges Lüften im Sommer

Gerade bei starker Hitze ist es wichtig, regelmäßig und vor allem richtig zu lüften. Das bedeutet allerdings nicht konstant das Fenster offen oder gar gekippt zu lassen. Denn richtiges Lüften im Sommer bedeutet unter anderem auch, die warme Luft gar nicht erst in die Dachgeschosswohnung zu lassen. Das heißt während die Temperaturen draußen tagsüber wärmer sind als im Inneren, sollten Sie die Dachfenster geschlossen halten. Sonst kann es nämlich schnell passieren, dass die warme Luft von draußen auch das Raumklima im Inneren erhitzt. Bleiben die Fenster hingegen zu dieser Zeit geschlossen, kann auch die Hitze nicht so einfach eindringen. 

Komplett auf frische Luft in der Wohnung müssen Sie aber natürlich nicht verzichten. Lüften Sie am besten am frühen Morgen oder am späten Abend beziehungsweise nachts, wenn es draußen etwas kühler ist. Um dann einen guten Luftaustausch zu gewährleisten, öffnen Sie am besten alle Fenster, sodass eine Querlüftung möglich ist. Das hilft auch bei der Regulierung der Luftfeuchtigkeit. 

Effektiver Sonnenschutz

Nicht nur warme Luft ist verantwortlich für die Hitze im Inneren, auch die direkte Sonneneinstrahlung auf das Dach und vor allem auf die Dachfenster sorgt dafür, dass sich die Raumtemperatur in Dachwohnungen so drastisch aufheizt. Um dem entgegenzuwirken, kann es helfen die Fenster abzudunkeln. Hier stehen grundsätzlich verschiedene Varianten zur Verfügung. So lässt sich entweder ein außenliegender Sonnenschutz oder alternativ ein innenliegender Sonnenschutz verwenden. 

Sofern vorhanden bieten Rollläden meist einen guten Schutz vor der Sonne. In Stockwerken weiter oben, sind diese in deutschen Wohnhäusern allerdings nur selten verbaut. Wer zur Miete lebt, kann mit seinem Vermieter abklären, ob es möglich wäre, Rolläden nachzurüsten. Wenn Sie vor den Fenstern oder als Sonnenschutz auf dem Balkon eine Markise anbringen wollen, sollten Sie auch das vorab mit dem Vermieter klären. Hier stehen sogar spezielle Hitzeschutz-Markisen zur Verfügung. 

Alternativ können aber zum Beispiel auch Jalousien, Plissees oder Vorhänge beim Hitzeschutz helfen. Mitunter stehen hier sogar Materialien mit Thermo-Beschichtung zur Verfügung, die Hitze besser abhalten können als die normalen Varianten. 

Mitunter kann extreme Wärmeeinstrahlung über die Fenster auch auf eine unzureichende Verglasung der Fenster zurückzuführen sein. Je stärker die Fenster verglast sind, desto besser ist der Wärmeschutz. In Deutschland müssen Fenster mindestens über eine Zweifachverglasung verfügen, eine Dreifachverglasung bietet jedoch einen noch besseren Wärmeschutz. 

Wärmequellen minimieren

Um nicht noch mehr Hitze an die Luft abzugeben, sollten Sie zunächst zusätzliche Wärmequellen identifizieren. Das kann beispielsweise der elektrische Backofen, der Fernseher oder der Computer sein. In der Regel erzeugen elektronische Geräte und Akkus selbst viel Wärme und geben diese an die Raumluft in der Dachgeschosswohnung ab. Sofern diese Geräte gerade nicht benötigt werden, sollten Sie diese ausschalten oder ausstecken, um Ihre Wohnung etwas kühler zu halten. Denken Sie auch daran die elektrischen Geräte nicht im Stand-by-Modus verbleiben zu lassen, denn solange sie nicht komplett ausgeschaltet sind, können Sie noch weiterhin Wärme erzeugen. 

Klimaanlagen & Ventilatoren 

Eine weitere Maßnahme um die Dachgeschosswohnung zu kühlen, ist der Einsatz von technischen Geräten wie Klimaanlagen oder Ventilatoren. Die maschinelle Kühlung stellt nicht nur die schnellste sondern auch die effektivste Methode dar, um der sommerlichen Hitze in der eigenen Wohnung den Kampf anzusagen. 

Ventilatoren 

Ventilatoren sorgen zwar nicht für eine direkte Kühlung der Raumtemperatur, verbessern aber die Luftzirkulation. Der Luftstoß sorgt zusätzlich für ein angenehmeres Temperaturempfinden. Unter anderem stehen Kombigeräte zur Verfügung, die zusätzlich für eine höhere Luftfeuchtigkeit in der Wohnung und so für ein noch besseres Raumklima sorgen. 

Fest verbaute Klimaanlage 

Eine Klimaanlage stellt die effektivste Methode dar, um die optimale Raumtemperatur in der Dachgeschosswohnung zu gewährleisten. Hier stehen entweder fest verbaute oder mobile Klimageräte zur Auswahl. Erstere gelten als besonders zuverlässig, um die gesamte Wohnung zu kühlen. Für einen nachträglichen Einbau eignen sich vor allem moderne Split-Klimaanlagen. Allerdings ist der Einbau einer Klimaanlage mit nicht ganz unerheblichen Kosten verbunden. 

Gerade im Hinblick auf die steigenden Temperaturen, zeichnet sich aber auch in Deutschland ein Trend zum Einbau von fest installierten Klimageräten in Privatwohnungen ab. Dementsprechend sinnvoll ist es, sich vorab um den Einbau zu kümmern, bevor die erste große Hitzewelle vor der Tür steht. Hier sollten Sie sich bestenfalls von einem Experten beraten lassen, der gegebenenfalls auch die Planung und den Einbau für Sie übernehmen kann. Denn je nach Beschaffenheit des zu kühlenden Raumes muss die Klimaanlage verschiedene Anforderungen erfüllen, gerade für das Dachgeschoss muss das Klimagerät in der Regel über eine höhere Kühlleistung verfügen als beispielsweise bei Wohnungen im Erdgeschoss eines Hauses. 

Mobile Klimaanlage 

Als Alternative bietet sich die mobile Variante an: Hier ist kein Einbau und dementsprechend auch keine bauliche Veränderungen nötig, sodass das Gerät in der Regel bereits kurz nach dem Kauf benutzt werden kann. Bei diesen Arten von Klimaanlagen muss lediglich ein Fenster oder eine Tür so weit geöffnet werden, dass der Abluftschlauch hindurch passt. Über diesen leitet die Klimaanlage dann die warme Luft im Inneren nach außen. Aber Vorsicht: hier sollten Sie stets darauf achten, Fenster und Türen zu schließen, sobald Sie das Haus verlassen. Andernfalls kann sich die Einbruchgefahr nämlich erhöhen.

Hinsichtlich der Kühlleistung gelten mobile Geräte allerdings als etwas weniger effektiv als ihre fest eingebauten Kollegen und auch der Stromverbrauch fällt häufig etwas höher aus. Langfristig gesehen kann es also durchaus sinnvoll sein über den Einbau eines fest installierten Klimagerätes im eigenen Zuhause nachzudenken. 

Besserer Wärmeschutz: Dachdämmung nachrüsten

Einer der Gründe, warum es gerade in Dachgeschosswohnungen häufig so warm wird, ist die schlechte oder gar nicht vorhandene Dachdämmung. Das hat häufig zur Folge, dass die Dachgeschosswohnung im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt ist. 

Mieter können hier meist wenig Einfluss nehmen, Eigentümer von Mehrfamilienhäusern hingegen schon. Denn mit einer nachträglichen Dachdämmung lässt sich die Wärmeisolierung in Dachgeschosswohnungen deutlich verbessern. Das hat neben weniger Hitze im Sommer auch einen geringeren Energieverbrauch im Winter zum Vorteil und spart auf lange Sicht Geld. Für die nachträgliche Dachdämmung müssen Vermieter beziehungsweise Eigentümer allerdings erstmal investieren, die energetische Sanierung wird aber auch staatlich gefördert.

Eine Mindestanforderung an die Dachdämmung wird durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgegeben. Mitunter sind Eigentümer daher ohne dazu verpflichtet, eine Dachdämmung durchzuführen.

Je nach Dachart eignen sich verschiedene Arten der Dachdämmung für eine bessere Wärmeisolierung. Dazu zählen: 

Nehmen Sie die Dachdämmung nicht in die eigene Hand. Hier sollten Sie auf jeden Fall einen professionellen Dachdecker engagieren, damit die Dachdämmung fachmännisch ausgeführt werden kann. 

Was gilt rechtlich bei Hitze in der Dachgeschosswohnung?

Auf eine gewisse Wärme muss man sich in Dachgeschosswohnungen einstellen, doch welche Rechte haben Sie als Mieter, wenn die Hitze im eigenen Zuhause zur Belastungsprobe wird? Hier stehen im Grunde zwei Maßnahmen zur Auswahl: Entweder man entscheidet sich für eine Mietminderung oder aber man erwägt eine Kündigung der Wohnung. Aber Achtung, eine genaue gesetzliche Regelung gibt es im deutschen Recht nicht. 

Mietminderung wegen Hitze im Dachgeschoss

Voraussetzung für eine Mietminderung ist in der Regel ein Mangel in der Wohnung oder eine extreme Belastung. Grundsätzlich gilt der Temperaturanstieg in der Dachgeschosswohnung noch nicht als Mangel, allerdings können extreme Temperaturen in den Sommermonaten durchaus zu einer nicht zu unterschätzenden Belastung führen, sodass eine Mietminderung möglich ist. 

Da keine gesetzliche Grundlage vorhanden ist, werden häufig die Technischen Regeln für Arbeitsstätten zur Orientierung herangezogen. Diese besagen, dass die Raumtemperatur an Arbeitsorten bei maximal 26 Grad liegen darf. Dieser Temperaturwert dient dann auch für Privatwohnungen häufig zur Orientierung. Für Tage an denen es in der Wohnung dauerhaft so warm ist, ist eine Mietminderung in der Regel problemlos möglich. Um sich rechtlich abzusichern, sollten Sie als Mieter jedoch einen unabhängigen Zeugen benennen können oder die Temperaturwerte auf andere Art aufzeichnen, beispielsweise über spezielle Thermometer mit Speicherfunktion. 

Bevor Sie die Mietminderung auf eigene Faust vornehmen, sollten Sie allerdings das Gespräch mit dem Vermieter suchen und diesem eine Frist für die Verbesserung der Situation setzen, wenn die extremen Temperaturen beispielsweise auf eine mangelhafte Dämmung zurückzuführen sind. Ist das nicht der Fall können Sie für die extrem warmen Tage, an denen regelmäßig Temperaturen von beispielsweise 30 Grad herrschen, die Miete um bis zu 20 Prozent mindern, wie das Amtsgericht Hamburg (Az.: 46 C 108/049) urteilte. 

Wohnung kündigen wegen extremer Hitze

Bei extremer Hitze ist es laut einem Beschluss des Berliner Verfassungsgerichts vom 20. März 2007 sogar möglich die Wohnung fristlos zu kündigen, wenn die Temperaturen regelmäßig unerträglich heiß werden. Allerdings ist es auch hier entscheidend, den Vermieter vorher auf die mangelhaften Zustände hinzuweisen und diesem innerhalb einer angemessenen Frist die Möglichkeit einzuberäumen, die Umstände in der Dachgeschosswohnung zu verbessern.

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