Kalkulieren Sie für das Fräsen eines Baumstumpfs je nach Durchmesser 100 bis 400 €, für das vollständige Ausgraben mit dem Minibagger 200 bis 800 €. Die Entfernung ist damit oft teurer als gedacht, denn der Stumpf sitzt mit seinem gesamten Wurzelwerk fest im Boden. Welche Methode zu Ihrem Garten passt, hängt vor allem davon ab, was an der Stelle später passieren soll. Dieser Ratgeber zeigt alle Verfahren mit realistischen Preisen, erklärt die wichtigsten Kostenfaktoren und ab wann sich der Fachbetrieb lohnt.
Welche Methode kostet wie viel?
Die Stubbenfräse ist in den meisten Fällen die wirtschaftlichste Lösung: Sie kostet je nach Stumpfdurchmesser 100 bis 400 € und wird meist zwei Stunden benötigt. Das vollständige Ausgraben liegt mit Minibagger bei 200 bis 800 €, dafür verschwinden auch die großen Wurzeln aus dem Boden. Die Tabelle zeigt alle gängigen Verfahren im Vergleich.
| Methode | Kosten | Zeitaufwand |
|---|---|---|
| Fräsen mit der Stubbenfräse | 100 bis 400 € je Stumpf | 30 bis 90 Minuten |
| Ausgraben mit dem Minibagger | 200 bis 800 € | halber Tag |
| Ausgraben von Hand (Fachbetrieb) | 150 bis 350 € (40 bis 60 € je Stunde) | 3 bis 6 Stunden |
| Verrotten lassen | 0 bis 50 € | 5 bis 10 Jahre |
Ein Hinweis zur Planung: Steht der Baum noch, beauftragen Sie die Stumpfentfernung am besten direkt zusammen mit der Fällung. Das spart eine zweite Anfahrt und die erneute Baustelleneinrichtung. Was die Fällung selbst kostet, lesen Sie im Ratgeber Baum fällen Kosten.
Sollten Sie fräsen oder ausgraben lassen?
Für die meisten Gärten reicht das Fräsen aus. Die Stubbenfräse trägt den Stumpf schichtweise ab, bis er 20 bis 30 cm unter dem Bodenniveau liegt. Darüber lässt sich anschließend problemlos Rasen ansäen oder ein flaches Beet anlegen. Die seitlichen Wurzeln bleiben im Boden und verrotten dort über die Jahre von selbst.
Das Ausgraben ist immer dann nötig, wenn an der Stelle gebaut, gepflastert oder tief gegründet werden soll. Der Minibagger hebt den kompletten Wurzelstock aus, was je nach Größe 200 bis 800 € kostet. Auf schwer zugänglichen Grundstücken steigt der Preis, weil die Maschine erst an die Arbeitsstelle gebracht werden muss. Welche Stundensätze für Erdarbeiten üblich sind, zeigt der Ratgeber Baggerarbeiten Kosten.
Diese Faktoren bestimmen den Preis
Der Stumpfdurchmesser ist der wichtigste Preisfaktor, aber nicht der einzige. Vier Punkte entscheiden darüber, wie das Angebot des Fachbetriebs ausfällt.
Durchmesser und Holzart
Viele Betriebe kalkulieren 2 bis 4 € je Zentimeter Stumpfdurchmesser, gemessen an der breitesten Stelle knapp über dem Boden. Ein Stumpf mit 40 cm Durchmesser kostet damit 80 bis 160 €, ein alter Baum mit 80 cm bereits 160 bis 320 €. Harthölzer wie Eiche oder Buche beanspruchen die Fräszähne stärker und liegen deshalb am oberen Rand der Spanne.
Zugänglichkeit des Stumpfs
Die Fräse muss bis an den Stumpf heranfahren können. Enge Gartentore, Treppenstufen, Hanglagen oder ein Hintergarten ohne Zufahrt bedeuten Mehraufwand, weil dann kleinere handgeführte Maschinen mit längerer Arbeitszeit zum Einsatz kommen. In solchen Fällen rechnen viele Betriebe nach Zeit ab, üblich sind 40 bis 60 € je Stunde. Einen Überblick über die Stundensätze im Gartenbau gibt der Ratgeber Gärtner Kosten.
Wurzelwerk der Baumart
Flachwurzler wie die Fichte lassen sich deutlich leichter ausgraben als Tiefwurzler wie Eiche oder Kiefer, deren Hauptwurzel weit in den Boden reicht. Bei ausschlagfreudigen Arten wie Pappel, Weide oder Robinie sollten möglichst viele Wurzeln mit heraus, weil sonst aus den Resten immer wieder neue Triebe wachsen.
Entsorgung des Materials
Das Fräsgut bleibt in der Regel vor Ort und eignet sich gut als Mulch für Wege oder Gehölzflächen. Soll der komplette Wurzelstock abgefahren werden, kommen je nach Größe 30 bis 100 € für Transport und Kompostieranlage hinzu. Fragen Sie im Angebot ausdrücklich nach, ob die Entsorgung enthalten ist.
Was bringt es, den Stumpf verrotten zu lassen?
Verrotten lassen kostet fast nichts, verlangt aber viel Geduld: Ein Nadelholzstumpf braucht etwa 5 Jahre, Eiche oder Buche eher 8 bis 10 Jahre, bis das Holz mürbe ist. Beschleunigen lässt sich der Prozess, indem Sie den Stumpf mehrfach tief anbohren, die Löcher mit reifem Kompost füllen und alles dauerhaft feucht halten.
Ehrlicherweise eignet sich diese Methode nur für Gartenecken, in denen der Stumpf niemanden stört. Mitten im Rasen bleibt er jahrelang ein Hindernis beim Mähen, und Pilze wie der Hallimasch können vom Totholz auf gesunde Gehölze übergehen. Wie Sie kranke Bäume erkennen und schützen, erklärt unser Ratgeber zur Baumpflege.
Was passiert mit dem Loch im Boden?
Nach dem Fräsen bleibt eine Mulde voller Holzspäne zurück, die Sie nicht einfach bepflanzen sollten. Das Fräsgut sackt beim Verrotten stark zusammen und entzieht dem Boden Stickstoff. Heben Sie deshalb den Großteil der Späne aus, füllen Sie die Mulde mit Mutterboden auf und treten Sie die Fläche leicht fest. Danach lässt sich Rasen nachsäen oder ein Beet anlegen.
Eine Neupflanzung an exakt derselben Stelle ist heikel, weil alte Wurzelreste und ausgelaugter Boden das Anwachsen beeinträchtigen. Versetzen Sie den neuen Standort um ein bis zwei Meter oder tauschen Sie den Boden großzügig aus. Soll an der Stelle künftig eine Hecke stehen, finden Sie alle Preise im Ratgeber Hecke pflanzen Kosten. Für eine Umgestaltung des Gartens finden Sie hier den passenden Ratgeber: Anlegen des Gartens.
Können Sie den Baumstumpf selbst entfernen?
Bis etwa 30 cm Durchmesser ist die Eigenleistung realistisch. Legen Sie den Stumpf mit dem Spaten rundherum frei, kappen Sie die Seitenwurzeln mit Axt oder Wurzelsäge und hebeln Sie den Stock anschließend mit einem stabilen Balken heraus. Planen Sie dafür einen halben Tag schweißtreibende Arbeit ein.
Für größere Stümpfe können Sie eine Stubbenfräse mieten. Die Tagesmiete liegt bei 100 bis 200 €, dazu kommen der Transport per Anhänger und die Schutzausrüstung mit Visier und Gehörschutz. Das rechnet sich meist erst, wenn mehrere Stümpfe auf einmal entfernt werden sollen. Vorsicht ist geboten bei Leitungen im Wurzelbereich, in steiler Hanglage und bei alten Harthölzern: Hier arbeitet der Fachbetrieb schneller, sicherer und unterm Strich oft günstiger.
Häufige Fragen zum Entfernen von Baumstümpfen
Wie tief fräst eine Stubbenfräse den Stumpf ab?
Standard sind 20 bis 30 cm unter dem Bodenniveau. Das reicht für Rasen und flache Beete vollkommen aus. Soll an der Stelle neu gepflanzt oder gepflastert werden, fräsen viele Betriebe gegen Aufpreis bis etwa 40 cm tief. Sprechen Sie die gewünschte Tiefe vor der Beauftragung ab, damit das Angebot zur späteren Nutzung passt.
Ist die Stumpfentfernung beim Baumfällen automatisch dabei?
Nein, in den meisten Angeboten wird der Baum nur bis knapp über den Boden gefällt. Die Stumpfentfernung ist eine eigene Position, die Sie ausdrücklich mitbeauftragen müssen. Der gemeinsame Auftrag lohnt sich trotzdem fast immer, weil Anfahrt und Baustelleneinrichtung nur einmal anfallen und viele Betriebe dann einen besseren Gesamtpreis machen.
Darf ich einen Baumstumpf ausbrennen?
Nein. Offenes Feuer zum Ausbrennen eines Stumpfs ist in Deutschland nicht zulässig und wegen der Glutnester im Wurzelwerk auch brandgefährlich. Ebenso wenig gehören Salz oder aggressive Chemikalien in den Boden, weil sie Grundwasser und umliegende Pflanzen schädigen. Setzen Sie stattdessen auf Fräsen, Ausgraben oder das kontrollierte Verrotten.
Wächst aus dem Stumpf wieder ein neuer Baum?
Bei ausschlagfähigen Arten wie Pappel, Weide, Robinie oder Linde treiben aus dem Stumpf und den Wurzeln tatsächlich neue Triebe aus. Wer das nicht möchte, entfernt die Austriebe konsequent, sobald sie erscheinen, oder lässt den Stumpf gleich fräsen. Nadelbäume wie Fichte und Kiefer schlagen dagegen nicht wieder aus.
Gibt es Rabatt, wenn mehrere Stümpfe entfernt werden?
Ja, fast immer. Anfahrt und Maschinentransport fallen nur einmal an, deshalb kostet jeder weitere Stumpf weniger als der erste. Üblich sind 50 bis 150 € je zusätzlichem Stumpf, abhängig vom Durchmesser. Holen Sie bei mehreren Stümpfen ein Pauschalangebot für das gesamte Grundstück ein und vergleichen Sie zwei bis drei Betriebe.





