Eine Baumfällung durch einen Fachbetrieb kostet je nach Größe und Standort des Baumes zwischen 200 und 1.500 €. Ein frei stehender Baum bis 10 m Höhe ist ab etwa 200 bis 400 € gefällt, bei beengten Verhältnissen mit Seilklettertechnik steigen die Preise deutlich. Hinzu kommen Zusatzkosten für Baumstumpf, Entsorgung und Genehmigung. Werden Bäume krank, zu groß oder stehen einem Bauvorhaben im Weg, bleibt manchmal keine andere Wahl. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen Baum fällen lassen wollen, und wie sich die Kosten im Detail zusammensetzen, erklären wir in diesem Beitrag.
Achtung: Sie sollten Bäume nie ohne guten Grund fällen, um den Baumbestand zu schützen. Manchmal reicht es auch, einen Baum zu beschneiden, kranke oder beschädigte Bäume können mitunter gerettet werden. Lassen Sie sich hier von einem unabhängigen Gutachter oder einem Fachbetrieb für Baumpflege beraten.
Welche Kosten fallen bei einer Baumfällung an?
Für die reine Fällung eines frei stehenden Baumes zahlen Sie je nach Höhe 200 bis 1.000 €. Muss der Baum wegen umliegender Gebäude, Leitungen oder Nachbargrundstücke Stück für Stück in Seilklettertechnik abgetragen werden, liegen die Kosten bei 900 bis 1.500 €, in Einzelfällen mit Kran auch darüber. Die genauen Preise hängen von Region, Betrieb, Baumart und den Gegebenheiten rund um den Baum ab. Ein dicker, hoher Baum mit starken Ästen bedeutet viel Aufwand und kostet entsprechend mehr. Sind zusätzlich Straßensperrungen oder Halteverbotszonen nötig, erhöht sich der Preis weiter.
| Baumfällung | Kosten |
|---|---|
| Kleiner Baum bis 10 m, frei fällbar | 200 bis 400 € |
| Mittlerer Baum 10 bis 15 m, frei fällbar | 400 bis 800 € |
| Großer Baum ab 15 m, frei fällbar | 600 bis 1.000 € |
| Fällung in Seilklettertechnik (Stück für Stück) | 900 bis 1.500 € |
| Fällung mit Hubarbeitsbühne oder Kran | 1.000 bis 1.500 € |
Den größten Einfluss auf den Preis haben drei Faktoren: die Höhe und der Stammdurchmesser des Baumes, die Platzverhältnisse am Standort und die Zugänglichkeit des Grundstücks. Ein Baum, der frei auf die Wiese fallen kann, ist in ein bis zwei Stunden gefällt. Steht derselbe Baum eingekeilt zwischen Garage und Nachbarzaun, arbeitet das Team einen ganzen Tag daran. Auch die Baumart spielt mit: Hartes Eichenholz macht mehr Arbeit als eine Fichte.
Mit der Fällung selbst ist es meist nicht getan. Der Stumpf bleibt zunächst stehen, Wurzeln, Äste und Grünschnitt müssen entsorgt werden. Was das Entfernen des Stumpfes im Detail kostet, lesen Sie im Ratgeber Baumstumpf entfernen Kosten. Für die Kalkulation sollten Sie folgende Zusatzkosten einplanen:
| Zusatzleistung | Kosten |
|---|---|
| Baumstumpf fräsen lassen | 100 bis 400 € |
| Wurzeln entfernen | 70 bis 150 € |
| Äste und Grünschnitt entsorgen | 100 bis 150 € |
| Fällgenehmigung der Kommune | 30 bis 100 € |
Wichtig ist, die einzelnen Kostenpunkte zu kennen, um zu verstehen, wie sich der Endpreis auf der Handwerkerrechnung zusammensetzt. Seriöse Betriebe weisen Fällung, Stumpffräsen und Entsorgung getrennt aus. Vergleichen Sie am besten mehrere Angebote, denn die Preisunterschiede zwischen den Betrieben sind gerade bei Baumarbeiten erheblich.
Info: Je nach Kaminart können Sie das Holz des gefällten Baumes zu Kaminholz verarbeiten lassen. Das verursacht zwar zusätzliche Kosten, spart aber den Kauf von Brennholz.
Brauchen Sie eine Genehmigung, um einen Baum zu fällen?
Ob Sie eine Genehmigung brauchen, regelt die Baumschutzsatzung Ihrer Stadt oder Gemeinde. Eine bundesweit einheitliche Regel gibt es nicht: Manche Kommunen stellen Laubbäume ab 80 cm Stammumfang unter Schutz, andere ab 60 cm, wieder andere haben gar keine Baumschutzsatzung. Zuständig ist je nach Ort das Ordnungsamt oder das Umweltamt. Fragen Sie dort nach, bevor Sie einen Baum auf dem eigenen Grundstück fällen lassen.
Die Genehmigungspflicht kann für bestimmte Baumarten oder erst ab einem gewissen Stammumfang gelten. Fällen Sie einen geschützten Baum ohne Genehmigung, drohen empfindliche Bußgelder, die je nach Kommune mehrere Tausend € erreichen können. Wird keine Genehmigung erteilt, etwa wegen Bestandsschutz oder nistender Tiere, müssen Sie den Baum stehen lassen. Ausnahmegenehmigungen werden nur in seltenen Fällen erteilt, zum Beispiel wenn der Baum nachweislich krank ist oder die Verkehrssicherheit gefährdet.
Der Antrag selbst ist unkompliziert: Bei den meisten Kommunen reicht ein formloses Schreiben oder ein Online-Formular mit Angaben zu Baumart, Stammumfang, Standort und dem Grund der Fällung, oft ergänzt um ein Foto. Planen Sie für die Bearbeitung mehrere Wochen ein und stellen Sie den Antrag rechtzeitig vor dem gewünschten Fälltermin. Manche Ämter verlangen als Auflage eine Ersatzpflanzung auf dem Grundstück.
Info: Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) dürfen Bäume außerhalb des Waldes nicht zwischen dem 1. März und dem 30. September gefällt werden. Grund dafür ist die Nist- und Brutzeit. Ein schonender Form- und Pflegeschnitt bleibt dagegen ganzjährig erlaubt. Als beste Zeit für die Fällung gilt der Zeitraum zwischen November und Februar, da das Holz dann am wenigsten Wasser enthält.
Wie läuft eine Baumfällung ab?
Eine professionelle Baumfällung beginnt immer mit einer Besichtigung. Ein professioneller Fachbetrieb schickt jemanden vorbei, der sich Baum, Grundstück und Zufahrt ansieht. Auf dieser Basis erhalten Sie ein Angebot oder einen Kostenvoranschlag, sodass Sie die Kosten schon vor der Beauftragung kennen.
Die Fällung selbst erfolgt auf zwei Wegen. Sind die räumlichen Bedingungen gegeben, wird der Baum am Stück gefällt. Dafür braucht es ausreichend Platz in Fallrichtung. Stehen Pools, Gebäude oder Stromleitungen in unmittelbarer Nähe, scheidet diese Variante aus. Auf kleinen oder engen Grundstücken, wie sie etwa bei Reihenhäusern üblich sind, wird der Baum stattdessen Stück für Stück abgetragen. Dabei klettert ein gesicherter Baumpfleger in die Krone und seilt die Teilstücke kontrolliert ab. Das dauert länger und kostet mehr, ist aber die sicherste Methode.
Vor Beginn der Arbeiten sichert der Betrieb die Umgebung ab: Fallbereich absperren, empfindliche Flächen abdecken, bei Bedarf ein Halteverbot für den Abtransport einrichten. Nach der Fällung folgen die Restarbeiten, die je nach Auftrag dazugehören:
- Baumstumpf fräsen oder ausgraben
- Wurzeln entfernen
- Holz zu Kaminholz verarbeiten, falls gewünscht
- Äste und Grünabfälle entsorgen
Soll auf der frei gewordenen Fläche etwas Neues entstehen, lohnt ein Blick in den Ratgeber Garten anlegen Kosten.
Können Sie einen Baum selbst fällen?
Selbst fällen sollten Sie höchstens kleine, frei stehende Bäume, bei denen ringsum genug Platz ist und Sie Erfahrung im Umgang mit der Motorsäge haben. Alles andere gehört in Profihände. Einen Baum zu fällen ist auch bei geringer Höhe gefährlich: Der Stamm kann unkontrolliert kippen, Äste können ausschlagen, und die Arbeit mit der Kettensäge birgt ein hohes Verletzungsrisiko.
Dazu kommt die Haftungsfrage. Stürzt der Baum auf das Nachbarhaus, den Zaun oder eine Leitung, haften Sie für den Schaden. Versicherungen zahlen bei grob fahrlässig ausgeführten Fällarbeiten oft nicht oder kürzen die Leistung. Ein Fachbetrieb ist dagegen für solche Fälle versichert und übernimmt zugleich die fachgerechte Entsorgung. Oft ist eine Fällung auch gar nicht nötig: Ein fachgerechter Rückschnitt kann das Problem ebenso lösen, die Preise dafür finden Sie im Beitrag Baumschnitt Kosten.
Häufige Fragen zur Baumfällung
Was kostet die Fällung eines großen Baums?
Ein großer Baum ab 15 m Höhe kostet frei fällbar etwa 600 bis 1.000 €. Muss er wegen Gebäuden oder Leitungen in Seilklettertechnik Stück für Stück abgetragen werden, steigen die Kosten auf 900 bis 1.500 €. Dazu kommen Stumpffräsen, Entsorgung und gegebenenfalls die Genehmigungsgebühr.
Wann darf ein Baum gefällt werden?
Zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar. Vom 1. März bis zum 30. September verbietet § 39 BNatSchG die Fällung wegen der Nist- und Brutzeit. Ein Form- und Pflegeschnitt bleibt das ganze Jahr über erlaubt, sofern keine nistenden Tiere gestört werden.
Was kostet es, den Baumstumpf entfernen zu lassen?
Das Fräsen eines Baumstumpfes kostet je nach Durchmesser 100 bis 400 € zusätzlich zur Fällung. Sollen auch die Wurzeln vollständig heraus, etwa weil an der Stelle gebaut wird, kommen weitere 70 bis 150 € hinzu. Details liefert unser Ratgeber zu den Kosten der Baumstumpfentfernung.
Wie hoch ist der Stundensatz bei Baumarbeiten?
Fachbetriebe im Garten- und Landschaftsbau rechnen mit Stundensätzen von 40 bis 60 €, bei Seilklettertechnik auch mehr. Die meisten Baumfällungen werden allerdings pauschal pro Baum angeboten. Einen Überblick über die üblichen Sätze gibt der Beitrag Gärtner Kosten.
Darf ich das Holz des gefällten Baums behalten?
Ja, der Baum auf Ihrem Grundstück gehört Ihnen, das gilt auch für das Holz. Viele Betriebe schneiden den Stamm auf Wunsch in ofenfertige Stücke. Frisches Holz muss allerdings in der Regel zwei bis drei Jahre trocknen, bevor es in den Kamin darf.
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