Was kostet eine professionelle Leckortung? Je nach Verfahren 200 bis 600 €. Die günstige Feuchtemessung beginnt bei rund 200 €, aufwendige Verfahren wie die Tracergasortung erreichen bis zu 600 €. Die Leckortung findet die Stelle eines verdeckten Wasserschadens, bevor Wände oder Böden auf Verdacht geöffnet werden. Bei Leitungswasserschäden übernimmt häufig die Gebäudeversicherung diese Kosten. Welches Verfahren wann zum Einsatz kommt, wie die Ortung abläuft und wer zahlt, erklärt dieser Ratgeber.
Die Kosten der Leckortung nach Verfahren
Der Preis richtet sich nach dem eingesetzten Verfahren und dem Aufwand vor Ort. Eine einfache Feuchtemessung ist schnell erledigt, eine Tracergasortung an einer schwer zugänglichen Leitung dauert länger. Häufig kombiniert der Fachbetrieb mehrere Verfahren, bis die Stelle eindeutig feststeht. Die folgende Tabelle zeigt die üblichen Preisspannen.
| Verfahren | Prinzip | Preis |
|---|---|---|
| Feuchtemessung | Messung der Materialfeuchte in Wand und Boden | 200 bis 400 € |
| Thermografie | Wärmebildkamera macht die feuchte Zone sichtbar | 200 bis 500 € |
| Endoskopie | Kamera durch eine kleine Bohrung eingeführt | 200 bis 400 € |
| Akustische Ortung | Fließ- und Tropfgeräusch wird geortet | 250 bis 500 € |
| Tracergasortung | Prüfgas entweicht an der undichten Stelle | 300 bis 600 € |
Zu den reinen Ortungskosten kommen oft eine Anfahrtspauschale und falls nötig, kleinere Öffnungsarbeiten hinzu. Steht die Leckstelle fest, sind die Ausgaben für die Ortung meist gut angelegt, weil sie großflächiges Aufstemmen auf Verdacht erspart. Genau dieses gezielte Vorgehen ist der eigentliche Wert der Leckortung.
Welche Ortungsverfahren gibt es?
Die Verfahren unterscheiden sich darin, wie sie das Leck aufspüren und wie stark sie in die Bausubstanz eingreifen. In der Praxis beginnt der Fachbetrieb mit den schonenden Methoden und geht nur bei Bedarf zu aufwendigeren über.
- Feuchtemessung: Ein Messgerät bestimmt die Materialfeuchte und grenzt so den Bereich ein, in dem das Wasser austritt.
- Thermografie: Die Wärmebildkamera zeigt Temperaturunterschiede an der Oberfläche und macht warme oder ausgekühlte feuchte Zonen sichtbar.
- Akustische Ortung: Empfindliche Mikrofone hören das Geräusch von austretendem Wasser in Druckleitungen ab.
- Tracergasortung: Ein ungefährliches Prüfgas wird in die Leitung gegeben und entweicht an der undichten Stelle, wo ein Sensor es aufspürt.
- Endoskopie: Eine kleine Kamera wird durch eine minimale Bohrung eingeführt und liefert ein Bild aus dem Hohlraum oder Rohr.
Wann eine Leckortung sinnvoll ist
Eine Leckortung lohnt sich immer dann, wenn Feuchtigkeit auftritt, deren Quelle nicht sichtbar ist. Anlässe sind ein unerklärlich hoher Wasserverbrauch, feuchte Flecken an Wand oder Decke, muffiger Geruch oder ein Druckabfall in der Heizungsanlage. In all diesen Fällen liegt das Leck meist verdeckt hinter Putz, unter Estrich oder in der Bodenplatte.
Der Vorteil der Ortung liegt im gezielten Vorgehen: Statt großflächig Wände und Böden zu öffnen, legt der Fachbetrieb nur die eine Stelle frei, an der das Wasser austritt. Das spart Reparaturkosten und begrenzt den Eingriff in die Bausubstanz. Bleibt die Feuchtequelle dagegen unbekannt, drohen Folgeschäden wie durchnässte Dämmung oder Schimmel. Wie ein Wasserschaden insgesamt abläuft und welche Schritte danach folgen, beschreibt der Ratgeber zum Wasserschaden.
Nicht jede Feuchte stammt aus einem Leitungsleck. Zeigt sich die Nässe vor allem an erdberührten Kellerwänden und steigt von unten auf, liegt die Ursache eher in einer fehlenden Abdichtung als in einem defekten Rohr. In diesem Fall hilft die Leckortung nicht weiter und die Sanierung setzt an der Bauwerksabdichtung an, wie der Ratgeber zur Kellersanierung beschreibt. Eine Leckortung ist deshalb vor allem bei Verdacht auf ein Rohr- oder Leitungsproblem der richtige erste Schritt.
Zahlt die Versicherung die Leckortung?
Bei einem Leitungswasserschaden übernimmt in vielen Fällen die Gebäudeversicherung die Kosten der Leckortung, weil die Ortung Teil der Schadenfeststellung ist. Voraussetzung ist, dass es sich um bestimmungswidrig austretendes Leitungswasser handelt, etwa aus einem gebrochenen Rohr. Schäden durch drückendes Grundwasser oder aufsteigende Feuchte sind dagegen in der Regel nicht über die Deckung für Leitungswasserschäden abgesichert.
Melden Sie den Schaden deshalb frühzeitig und stimmen Sie das Vorgehen mit Ihrer Versicherung ab, bevor Sie einen Betrieb beauftragen. Bewahren Sie Rechnungen und Messprotokolle auf, denn sie dienen als Nachweis. Welche Deckung im Einzelfall greift, ergibt sich aus Ihrem Vertrag. Ob eine feuchte Kellerwand überhaupt ein Versicherungsfall ist, klärt sich oft erst, wenn die Ursache feststeht, wie der Ratgeber zur Mauertrockenlegung zeigt.
So läuft die Ortung im Haus ab
Der Fachbetrieb verschafft sich zunächst einen Überblick, misst die Feuchte und grenzt den betroffenen Bereich ein. Anschließend wählt er das passende Verfahren, oft in Kombination, und ortet die genaue Stelle. Steht sie fest, wird sie freigelegt und die undichte Leitung repariert.
Nach der Reparatur folgt die Trocknung der durchfeuchteten Bauteile, damit keine Folgeschäden entstehen. Wie eine fachgerechte Bautrocknung abläuft und was sie kostet, lesen Sie im entsprechenden Ratgeber. Bleibt Feuchtigkeit zu lange im Bauteil, kann sich Schimmel bilden, dessen Beseitigung der Beitrag zur Schimmelsanierung behandelt. Je schneller das Leck geortet und behoben wird, desto geringer bleibt der Folgeschaden.
Häufige Fragen zur Leckortung
Wie genau ist eine Leckortung?
Moderne Verfahren orten ein Leck meist auf wenige Zentimeter genau. Die Tracergasortung gilt dabei als besonders präzise, weil das Gas gezielt an der undichten Stelle austritt. Die Genauigkeit hängt von der Zugänglichkeit und dem Leitungsverlauf ab, weshalb der Betrieb oft mehrere Methoden kombiniert.
Ist die Leckortung zerstörungsfrei?
Die meisten Verfahren wie Feuchtemessung, Thermografie und akustische Ortung arbeiten ohne Eingriff in die Bausubstanz. Die Endoskopie benötigt lediglich eine kleine Bohrung. Erst zur eigentlichen Reparatur wird die geortete Stelle gezielt geöffnet. Genau darin liegt der Vorteil gegenüber dem Aufstemmen auf Verdacht.
Wie lange dauert eine Leckortung?
Eine einfache Feuchtemessung ist oft in ein bis zwei Stunden erledigt. Sitzt das Leck tief oder ist die Leitung schwer zugänglich, kann die Ortung mit mehreren Verfahren einen halben bis ganzen Tag beanspruchen. Der Betrieb kann den Aufwand meist erst nach einer ersten Bestandsaufnahme abschätzen.
Kann ich ein Leck selbst orten?
Einfache Hinweise wie einen steigenden Wasserzähler bei geschlossenen Hähnen oder sichtbare feuchte Flecken können Sie selbst prüfen. Die genaue Ortung verdeckter Lecks benötigt jedoch eine Messtechnik und Erfahrung. Ohne diese besteht die Gefahr, an der falschen Stelle zu öffnen, was mehr Schaden als Nutzen bringt.
Was passiert nach der Ortung?
Nach der Ortung wird die Stelle freigelegt, die Leitung repariert und der durchfeuchtete Bereich getrocknet. Erst danach lassen sich Putz, Estrich oder Bodenbelag wiederherstellen. Bei größeren Schäden gehört auch die Prüfung auf Schimmel zum weiteren Vorgehen, damit keine versteckten Folgeschäden zurückbleiben.





