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Ein Wasserschaden kann zahlreiche Probleme nach sich ziehen

Was tun bei Wasserschaden im Haus?

Letzte Aktualisierung am 22. Juli 2021 von Alex Mroos

Feuchte Wände, aufgeschwemmte Bodenbeläge, Schimmel und beschädigte Möbel – ein Wasserschaden kann verheerende Folgen haben. Sollte es zu einem Wasserschaden in Ihrem Haus kommen ist es wichtig, schnell zu handeln, bevor die Bausubstanz nachhaltig geschädigt wird oder immense Kosten entstehen. Wir zeigen, was einen Wasserschaden ausmacht und was man tun kann, wenn es dazu kommt.

Ursachen für einen Wasserschaden

Ein Wasserschaden kann auf unterschiedliche Weise entstehen – und nicht immer bemerkt man das sofort. Zu den häufigsten Ursachen zählen Rohrbrüche, Schäden an Verbindungsschläuchen oder Dichtungen. Selbst kleine Risse oder undichte Stellen können jedoch zu einem Wasserschaden führen, indem Wände oder Zwischenräume feucht werden. Wasser sucht sich schließlich immer einen Weg. Hervorgerufen können solche Schäden durch Verschleiß in Form von Rost oder Frost, aber auch durch Materialfehler oder Fehler beim Einbauen.

Neben Rohrbrüchen können auch Defekte an Anschlüssen elektrischer Geräte, beispielsweise bei Spül- oder Waschmaschine, für einen Wasserschaden sorgen. Natürlich können auch äußere Einflüsse zu Wasserschäden im Haus führen, etwa wenn Starkregen durch eine nicht ausreichende Dachdämmung ins Innere gelangt oder der Keller vollläuft. Auch Überschwemmungen können in ufernahen Gebieten das Risiko eines Wasserschadens erhöhen.

Woran erkennt man einen Wasserschaden?

Nicht immer können Sie Wasserschäden sofort erkennen, doch einige Indizien deuten daraufhin. Seien Sie also aufmerksam, sobald Sie folgendes bemerken:

  • Wasserflecken an der Wand
  • Feuchte Luft im Haus oder der Wohnung
  • Tropfende Wasserhähne
  • Steigender Wasserverbrauch
  • Aktive Wasseruhr trotz eingestelltem Wasserverbrauch

Sollte eines dieser Ereignisse oder mehrere in Kombination auftreten, deutet das stark auf einen versteckten Rohrbruch hin. In einem solchen Fall sollten Sie nicht lange zögern und einen Fachbetrieb für Sanierung oder Bautrocknung und Wasserschadensanierung beziehungsweise einen Klempner kontaktieren, denn jetzt ist schnelles Handeln für das Ausmaß des Schadens entscheidend. Je früher ein Wasserschaden erkannt wird, desto besser können Folgeschäden eingedämmt werden.

Achtung: Neben den direkten Problemen durch einen Wasserschaden wie Schimmel, Hausschwamm oder geschädigter Bausubstanz können auch gefährliche Kurzschlüsse entstehen

Maßnahmen bei einem Wasserschaden

Wie gesagt, kann schnelles Handeln entscheidend für das Ausmaß des Wasserschadens sein. Kein Grund zur Panik, doch einige Sofortmaßnahmen sollten so schnell wie möglich eingeleitet werden:

  • Wasserversorgung abstellen und Ventile absperren
  • Strom abstellen, Fehlerstrom-Schutzschalter ausstellen
  • Wasser vollständig in geeignete Behälter abpumpen und aufbewahren
  • Kabelkanäle öffnen
  • Restwasser und Pfützen entfernen
  • Durchnässte Möbel aus dem Raum entfernen
  • Luftentfeuchter aufstellen

Bestenfalls dokumentieren Sie den Schaden durch Fotos. Durch Wasser beschädigte Möbel sollten außerdem auch fotografiert werden. Das kann für die Versicherung wertvoll sein.

Als Hauseigentümer sollten Sie selbst die Versicherung kontaktieren und den Schaden melden. Bei einem Wasserschaden in einer Mietwohnung, sollten Sie zunächst Ihren Vermieter kontaktieren. Reparaturmaßnahmen sollten erst danach erfolgen, da Versicherungen den Schaden zum Teil zunächst von Gutachtern in Augenschein nehmen lassen.

Im Anschluss sollten Sie sich umgehend, um einen Fachbetrieb bemühen. Wichtig ist vor allem, die Ursachen auszumachen, diese zu beseitigen und weitere Wasserschäden zu vermeiden. Die Ortung des Lecks oder des Rohrbruchs sollten Sie definitiv einem Profi überlassen. Die Leckageortung erfolgt mithilfe spezieller Messgeräte, die den Schaden deutlich schneller lokalisieren können, als es für Laien möglich wäre. So kann man auch vermeiden, die ganze Wand aufzuschlagen.

Sobald der Fachbetrieb der Ursache des Wasserschadens auf die Schliche gekommen ist, kann diese beseitigt werden. Außerdem ist eine Trocknung des Gebäudes nötig.

Professionelle Trocknung nach Wasserschaden

Mit einer Trockenlegung können Wasserschäden beseitigt werden
Professionelle Trocknung bei Wasserschäden

Bei einem minimalen Wasserschaden reicht es vielleicht einen Luftaustausch durch richtiges Lüften und intensives Heizen zu trocknen, um Schimmel oder andere Folgen zu vermeiden. Sind jedoch größere Mengen Wasser ausgetreten, ist eine professionelle Trocknung des Gebäudes unabdingbar.

Zur Trocknung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Je nach Ausmaß des Schadens dauert die Trocknung unterschiedlich lang. Sind das Mauerwerk oder die Bausubstanz beschädigt, kann die Trockenlegung mehrere Wochen andauern.

Welche Trocknungsmethode sich am besten für Ihre Wohnung, Ihr Mehrfamilienhaus oder Ihr Einfamilienhaus eignet, entscheidet der Fachbetrieb nach Leckageortung und Begutachtung des Schadens.

Gängige Trocknungsmethoden sind:

  • Einsatz von Adsorptionstrocknern
  • Verwendung von Kondensationstrocknern
  • Bestrahlung betroffener Wände durch Infrarot- oder Dunkelstrahler

Nur eine vollständige Trocknung kann die Bildung gefährlicher Hausfäulepilze wie Schimmel verhindern. Während der Trocknung müssen Sie in der Regel Ihr Haus beziehungsweise Ihre Wohnung verlassen, bis die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sind.

Wer zahlt bei einem Wasserschaden?

Ein Wasserschaden kann verheerend sein, gerade dann, wenn große Mengen Wasser ins Gebäude gelangt sind. Das schlägt sich allerdings auch in den Kosten nieder. In den meisten Fällen kommt jedoch die Versicherung für einen Wasserschaden auf – abhängig davon, wer den Schaden verursacht hat.

Hat man selbst für einen Wasserschaden gesorgt, wird die Versicherung die Kosten nicht übernehmen, dann muss man auch selbst die Sanierung bezahlen. Bei Mietwohnungen ist ansonsten der Vermieter dafür zuständig, die Wohnung in bewohnbarem Zustand zu vermieten. Als Hauseigentümer muss man sich ebenfalls selbst kümmern. So sehen die Zuständigkeiten in etwa wie folgt aus:

Gebäudeversicherung

Die Gebäudeversicherung kommt bei Hauseigentümern für Schäden an deren Gebäude auf, sofern diese nicht selbst verschuldet sind. Sämtliche Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen werden dann übernommen. Beispielsweise in Fällen von Rohrbrüchen.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung ist für Schäden an Einrichtungsgegenständen zuständig. Dazu zählen Möbel und elektronische Geräte. Die Hausratversicherung kommt aber in der Regel nur für Schäden durch Leitungswasser auf.

Elementarversicherung

Schäden durch äußere Einflüsse oder Naturereignisse sind meist nicht in der Gebäudeversicherung enthalten, in einem solchen Fall ist eine Elementarversicherung nötig. Diese kommt für Schäden durch Hochwasser oder Regen auf.

Wessen Versicherung muss haften?

Entscheidend dafür, wessen Versicherung haftet, ist, wer den Schaden verursacht hat. Bei Mietwohnungen ist im Falle von Rohrbrüchen oder äußeren Einflüssen der Vermieter der Haftende, gleiches gilt für Hauseigentümer. Bei Eigentumswohnungen haftet die Versicherung des Besitzers der Wohnung, durch die der Schaden entstanden ist.

Für die Einrichtung kommt die eigene Hausratversicherung des Bewohners, in dessen Heim der Wasserschaden vorliegt, auf. Hätte der Vermieter den Schaden jedoch vermeiden können, kann der Mieter zum Teil Schadensersatz fordern. Sollten Schäden an fremden Möbeln auftreten, kommt die Privathaftpflichtversicherung des Verursachers dafür auf. Bei fahrlässigem Verschulden eines Wasserschadens, wird die Versicherung jedoch in der Regel nicht für die dadurch entstandenen Kosten aufkommen.

Achtung: Jede Versicherung ist anders. Wofür Ihre Versicherung aufkommt kann dementsprechend unterschiedlich geregelt sein. Entnehmen Sie das am besten Ihrer Versicherungsurkunde oder erkundigen Sie sich vor dem Abschluss einer neuen intensiv verschiedene Anbieter und Versicherungen.

Bildquellen:
michelmond/stock.adobe.com
Heiko Barth/stock.adobe.com

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6 Kommentare zu „Was tun bei Wasserschaden im Haus?“

  1. Die Sofort-Maßnahmen kommen zu Hilfe für mein Schätzchen! Ihr fällt es schwierig, sich bei dem Schaden sofort zu orientieren. Letztes Mal mussten wir sogar nach der Pumpe zum Austrocknen suchen, dann Schimmel entfernen. Die Idee mit der Versicherung hat gut gefallen, danke!

  2. Toller Beitrag und tolle Tipps! Bei unserer Wasserschadensanierung letztes Jahr haben wir genau alles richtig gemacht Dank so tollen Tipps im Internet. Dieser Blog sagt genau das richtige aus bei so einem Fall.

  3. Gut zu wissen, dass man für Schäden durch Hochwasser oder Regen eine Elementarversicherung braucht. Der Klimawandel bring immer öfter Unwetter und Katastrophen mit sich und ich möchte gut informiert und geschützt sein. Ich werde definitiv mich weiter informieren und verschiedene Anbieter kontaktieren.

  4. Ein grösserer Wasserschaden sollte immer vom Fachbetrieb begutachtet werden. Zu gross ist die Gefahr, dass Feuchte in den Wänden bleibt oder die Ursache unentdeckt bleibt und irgendwann der Schimmelpilz durchkommt. Dann wirds noch teurer.

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