Ein Fundament kostet je nach Bauweise 70 bis 120 € pro m² für eine komplette Bodenplatte, 100 bis 200 € pro laufenden Meter für ein Streifenfundament und 50 bis 150 € pro Stück für ein Punktfundament. Der Lieferbeton schlägt mit 100 bis 150 € pro m³ zu Buche. Welches Fundament das richtige ist, hängt von Bauwerk und Baugrund ab: Dieser Überblick zeigt alle Gründungsarten mit ihren Kosten, Eigenschaften und Einsatzgebieten.
Fundamente und Gründungen tragen das gesamte Gewicht von Gebäuden und übertragen alle Lasten gleichmäßig auf den Baugrund. Ein stabiles Fundament ist die Grundlage für jeden Hausbau, da der Baugrund in der Regel weicher ist als die verwendeten Baustoffe und das Gewicht ohne Fundament nicht tragen könnte. Bei Gebäuden bestehen Fundamente aus Beton, weil die Vertikal- und Horizontallasten dort sehr groß sind. Es gibt aber auch Fundamentarten ohne Beton, zum Beispiel für Pflaster, Natursteinmauern oder andere Trockenmauern.
Kosten für Streifenfundament, Punktfundament und Bodenplatte
Die Gesamtkosten eines Fundaments setzen sich aus Aushub, Schalung, Bewehrung und Beton zusammen. Als Richtwerte für 2026 gelten:
| Fundamentart | Typischer Einsatz | Kosten komplett |
|---|---|---|
| Streifenfundament | Tragende Wände, Gartenmauern | 100 bis 200 € pro laufenden Meter |
| Punktfundament | Carport, Terrassendach, Stützen | 50 bis 150 € pro Punkt |
| Bodenplatte | Wohnhaus, Garage, Gartenhaus | 70 bis 120 € pro m² |
| Lieferbeton | Alle Fundamentarten | 100 bis 150 € pro m³ |
Für die Bodenplatte eines Einfamilienhauses mit 100 m² Grundfläche kommen so 7.000 bis 12.000 € zusammen, eine gedämmte Thermobodenplatte liegt darüber. Eine detaillierte Aufschlüsselung aller Posten finden Sie im Ratgeber zu den Bodenplattenkosten. Kleine Fundamente für Gartenmauer oder Gerätehaus können geübte Heimwerker dagegen selbst gießen und den Beton selber mischen, das spart einen Großteil der Kosten.
Flachgründungen
Streifenfundament
Das Streifenfundament ist die klassische Gründung für tragende Wände und Mauern. Man schachtet dabei einen Streifen aus und stellt eine Schalung bis zur Unterkante der Bodenplatte auf. In die fertige Schalung wird Ortbeton eingebaut, der anschließend drei bis sieben Tage trocknen sollte. Komplett ausgehärtet ist der Beton erst nach einem Monat, bei trockenem Wetter kann man aber schon nach drei Tagen weiterarbeiten.
Bei einem bewehrten Streifenfundament sollte man vor dem Aufstellen der Schalung eine Sauberkeitsschicht aus Beton der Druckfestigkeitsklasse C8/10 einbauen. Auf dieser liegen die Abstandhalter der Bewehrung auf, die für die richtige Position der Bewehrung im Beton sorgen.
Streifenfundamente dürfen bei Grenzbebauung nicht das fremde Grundstück beanspruchen. Für Details lohnt sich ein Blick in den lokalen Bebauungsplan.
Punktfundament / Einzelfundament
Punktfundamente werden unter Stützen und Säulen verwendet, zum Beispiel bei einem Anbaubalkon, einem Carport oder einer Terrassenüberdachung. Sie sind für den Skelettbau wichtig, wo sie als Fundament für eingespannte Stützen dienen. Diese Stützen sorgen für die Aussteifung des Skelettbaus und stabilisieren ihn.
- Kann auch im Fertigteilwerk zusammen mit der Betonstütze gefertigt und zur Baustelle transportiert werden
- Die Fundamentgröße beschränkt sich dann auf 3 x 3,5 m
- Ein Schraubanschluss erleichtert die Montage von Betonfertigteilstützen und ermöglicht flache Gründungen auch bei hohen Lasten
Blockfundament
Blockfundamente gehören zu den Einzelfundamenten und lohnen sich bei kleinen Fundamenten bis 2 m Seitenlänge. In den meisten Fällen ist der Schalungsaufwand sehr gering, bei tragfähigen Böden kann man sich die Seitenschalung sogar komplett sparen.
Köcherfundament / Hülsenfundament
Ein Köcherfundament besteht aus Stahlbeton und hat in der Mitte einen Köcher zur Aufnahme einer Stütze. Der Köcher schützt die Stütze während der Montage vor dem Umkippen und nimmt später Biegemomente auf. Je nach Anforderung ist seine Oberfläche glatt, profiliert oder gezahnt. Der Köcher wird entweder in den Fundamentblock eingelassen oder steht auf ihm, die Maße richten sich nach den statischen Anforderungen. Ist die Stütze eingehoben und ausgerichtet, wird das Köcherfundament mit Beton oder Mörtel vergossen und so befestigt.
- Kleine Köcherfundamente können als Fertigteile geliefert werden
- Geringerer Betonverbrauch als beim Blockfundament
Flächenfundament / Fundamentplatte
Flächenfundamente liegen nicht nur unter einzelnen Wänden oder Stützen, sondern decken die gesamte Fläche des Baus ab. Die zusätzlichen Aushub- und Schalarbeiten für Streifenfundamente entfallen, dafür muss die Fundamentplatte dick genug und bewehrt sein. Im Hausbau ist diese Bauweise heute als Bodenplatte der Standard.
Flächenfundamente werden bei kleinen Lasten genutzt, da sie dann oft wirtschaftlicher als Streifenfundamente sind. Sie bieten außerdem einen besseren Schutz bei schwierigen Bodenverhältnissen, zum Beispiel in Bergsenkungsgebieten, weil sie die Lasten großflächig verteilen.
Vor dem Betonieren der eigentlichen Fundamentplatte kann eine Sauberkeitsschicht von ungefähr fünf Zentimetern sinnvoll sein. Wie beim Streifenfundament verwendet man Beton der Druckfestigkeitsklasse C8/10. Anschließend werden Randschalung und Bewehrung eingebaut und erst dann der Beton für die eigentliche Platte gegossen.
Steinschüttfundament
Bei Steinschüttfundamenten werden Steine, Kies oder Schotter in den weichen Boden gepresst und verdichtet. Solche Fundamente sind nicht besonders tragfähig und eignen sich daher nur für kleinere Bauten wie Trockenmauern oder kleine Schuppen im Garten. Für ein größeres Gartenhaus sollte man besser ein Betonfundament anlegen.
Warum diese Fundamentart nichts für große Gebäude ist, zeigt der schiefe Turm von Pisa: Er wurde 1173 auf einem nur drei Meter tiefen Fundament aus Bruchstein und Mörtel über Sand und Schlamm begonnen. Schon zehn Jahre später hatte sich der Boden um 30 bis 40 cm gesenkt.
Tiefgründungen
Bei Tiefgründungen werden die Bauwerkslasten durch Pfähle in tiefere Bodenschichten abgeleitet oder es wird ein tieferes Fundament ausgeschachtet.
Pfahlgründung
Pfahlgründungen werden für weiche oder fließende Böden verwendet. Berühmte Beispiele sind Gebäude in Amsterdam, Venedig oder St. Petersburg. Dort kam die Technik vor allem deshalb zum Einsatz, weil es noch keine Möglichkeit gab, das Wasser abzusenken. Auch heute werden Pfahlfundamente noch genutzt, wenn der Boden zu feucht ist. Sie sind jedoch selten, da in Hochwassergebieten keine Baugenehmigung erteilt wird und kaum jemand gern auf feuchtem Baugrund baut.
Ist der tragfähige Baugrund mit einem Pfahl erreichbar, werden Spitzendruckpfähle eingesetzt. Diese leiten die Bauwerkslasten an den weichen Bodenschichten vorbei in die tiefliegenden, tragfähigen Schichten. Reibungspfähle kommen dagegen zum Einsatz, wenn die tragfähigen Schichten in sehr großer Tiefe liegen und nicht erreichbar sind. Sie übertragen die Lasten durch Reibungskräfte in einen weiter oben liegenden Baugrund mit geringerer Tragfähigkeit.
Brunnengründung
Bei der Brunnengründung nutzt man häufig Betonringe mit bis zu zwei Metern Durchmesser, die bis zur tragfähigen Bodenschicht eingegraben werden. Das Funktionsprinzip ist simpel: Ein Ring wird auf den anderen gesetzt und die Erde zwischen den Ringen ausgehoben. Durch ihr hohes Gewicht sinken die Ringe Schritt für Schritt bis zu sechs Meter tief ab. Haben sie die tragfähige Bodenschicht erreicht, werden sie je nach statischen Anforderungen mit Beton, Stahlbeton oder einem Kies-Sand-Gemisch verfüllt.
Alternativ lässt sich eine Brunnengründung mit einem Stahlrohr von bis zu drei Metern Durchmesser ausführen. Das Rohr wird in den Boden gedrückt, das Innere bis zur erforderlichen Tiefe ausgeschachtet, dann wird das Rohr mit Beton gefüllt und nach dem Aushärten wieder entfernt. Durch ihre großen Aufstandsflächen eignen sich Brunnengründungen besonders zum Ableiten von Biegemomenten aus Säulen oder Stützen, aber auch von Horizontalkräften, zum Beispiel durch Erddruck.
Ihren Namen verdankt die Brunnengründung den Betonringen, die im leeren Zustand wie ein Brunnenschacht aussehen.
Bewehrung
Um Betonbauteile und Fundamente zu verstärken und tragfähiger zu machen, wird oft eine Bewehrung (auch Armierung genannt) eingesetzt. Diese besteht in der Regel aus Stahl, weil Stahl und Beton ein fast identisches thermisches Ausdehnungsverhalten haben. Bei Stahlbeton handelt es sich also nicht um eine besondere Betonart, sondern um normalen Beton mit einer Bewehrung aus Stahl. Wie die fertige Mischung auf die Baustelle kommt und was sie kostet, lesen Sie auch im Ratgeber zur Betondecke.
Fragen und Antworten rund ums Fundament
Was kostet ein Fundament für ein Einfamilienhaus?
Für die Bodenplatte eines Einfamilienhauses mit 100 m² Grundfläche zahlen Sie komplett 7.000 bis 12.000 €, inklusive Aushub, Schalung, Bewehrung und Beton. Schwieriger Baugrund, eine dickere Platte oder eine Dämmung unter der Platte erhöhen den Preis. Zusätzliche Streifenfundamente unter tragenden Wänden kommen gegebenenfalls hinzu.
Wie tief muss ein Fundament sein?
Als Faustregel gilt eine Tiefe von mindestens 80 cm, damit das Fundament frostfrei gegründet ist. Gefriert Wasser unter dem Fundament, kann es das Bauwerk anheben und Risse verursachen. Für leichte Gartenmauern reicht diese Tiefe in der Regel aus, bei hohen Lasten oder schwierigem Baugrund legt ein Statiker Tiefe, Breite und Bewehrung fest.
Was ist Ortbeton?
Ortbeton ist Beton, der an der Baustelle in flüssigem Zustand verarbeitet wird und dort aushärtet. Er wird entweder direkt vor Ort angemischt oder mit Mischfahrzeugen angeliefert. Im Gegensatz dazu gibt es Fertigteile, die bereits ausgehärtet an der Baustelle ankommen und dann nur noch verbaut werden.
Was ist ein Biegemoment?
Ein Biegemoment ist ein Moment, das ein dünnes Bauteil wie einen Balken, einen Stab oder eine Platte biegen kann. Gemeint ist dabei nicht der umgangssprachliche “Moment” im Sinne eines kurzen Zeitraums, sondern ein Begriff aus der technischen Mechanik: das Produkt aus Kraft und Hebelarm.
Was ist eine Sauberkeitsschicht?
Eine Sauberkeitsschicht ist eine dünne Magerbetonschicht zwischen Baugrubensohle und Fundament. Sie schafft eine saubere, trockene und ebene Fläche, verhindert, dass Abstandhalter und Bewehrung in den Baugrund gedrückt werden, und schützt die Sohle vor Witterung. Mindestens fünf Zentimeter Dicke sind üblich, eine Bewehrung ist nicht erforderlich, als Beton genügt die Festigkeitsklasse C8/10.
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