Letzte Aktualisierung am 11. Juni 2026
Wo wird Holzfaserdämmung eingesetzt?
- Aufsparrendämmung am Dach: Druckfeste Holzfaserplatten als durchgehende Dämmebene über den Sparren – die Paradedisziplin, weil der sommerliche Hitzeschutz hier am stärksten wirkt
- Zwischensparrendämmung: Flexible Holzfasermatten zum Klemmen zwischen die Sparren, oft kombiniert mit Unterdeckplatten
- Fassade (WDVS): Putzträgerfähige Holzfaserplatten als ökologische Alternative zu Styropor, vor allem im Holzbau
- Innendämmung: Diffusionsoffene Systeme mit Lehm- oder Kalkputz für Altbau und Fachwerk
- Trittschalldämmung: Holzfaser-Trittschallplatten unter Parkett und Laminat
Warum ist der sommerliche Hitzeschutz so gut?
Holzfaser hat eine hohe Rohdichte und Wärmespeicherkapazität. Die Hitze des Tages braucht 10 bis 14 Stunden, um durch die Dämmung zu wandern (Phasenverschiebung) – sie kommt erst nachts an, wenn gelüftet werden kann. Leichte Dämmstoffe wie Glaswolle oder Styropor schaffen nur 4 bis 7 Stunden. Für Dachgeschoss-Schlafzimmer ist das der spürbarste Unterschied im Hochsommer.
Häufige Fragen zur Holzfaserdämmung
Was kostet Holzfaserdämmung pro m²?
Material 20 bis 45 € pro m² bei 140 bis 160 mm Stärke – etwa doppelt so teuer wie Mineralwolle. Mit Einbau durch den Fachbetrieb 50 bis 110 € pro m², je nach Anwendung. Die BAFA fördert auch Holzfaserdämmung mit 15 bis 20 %, was den Mehrpreis teilweise ausgleicht.
Ist Holzfaserdämmung besser als Mineralwolle?
Beim sommerlichen Hitzeschutz und in der Ökobilanz ja, beim Preis und Brandschutz nein. Holzfaser ist normal entflammbar (Baustoffklasse E), Mineralwolle nicht brennbar. Wer ein Dachgeschoss als Wohnraum nutzt und Wert auf Nachhaltigkeit legt, fährt mit Holzfaser besser – bei knappem Budget bleibt Mineralwolle die wirtschaftliche Wahl.
Schimmelt Holzfaserdämmung?
Bei fachgerechtem Einbau nein. Holzfaser kann Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben (kapillaraktiv), was das Schimmelrisiko sogar senkt. Kritisch wird es nur bei dauerhafter Durchfeuchtung durch Leckagen oder fehlende Dampfbremse – dann verliert jeder Dämmstoff. Details zur richtigen Folie im Beitrag Dampfsperre und Dampfbremse.
Wie dick sollte Holzfaserdämmung im Dach sein?
Für den GEG-Standard (U-Wert 0,24 W/m²K) braucht es bei WLG 040 etwa 16 bis 18 cm. Für BAFA-Förderung (U-Wert 0,14 W/m²K) sind 26 bis 30 cm nötig – meist als Kombination aus Zwischensparren- und Aufsparrendämmung.
Foto von Ingo Bartussek – stock.adobe.com
Holz verfügt über sehr gute Wärmedämmeigenschaften, die Sie sich auch bei Ihrem Gebäude zunutze machen können. Grundlage für die Wärmedämmung von Häusern mit Holz stellen Holzfasern dar. Diese erhalten Sie entweder in Form von losem Material oder zu Dämmplatten verarbeitet. Doch egal, ob als lose Fasern oder als fest verarbeite Platte – Holzfasern sind einer der ältesten industriell hergestellten Naturdämmstoffe, mit dem Sie Ihr Gebäude natürlich und nachhaltig dämmen. Kein Wunder also, dass Holzfasern heutzutage einer der wichtigsten natürlichen Dämmstoffe sind.
Eigenschaften der Holzfaserdämmung
Da Dämmung aus Holzfasern meist vollständig aus Restholz von Nadelbäumen hergestellt wird, verfügt diese über sehr robuste Eigenschaften. Unter anderem zeichnet sich die Holzfaserdämmung durch ihren guten Schallschutz aus. Daher kann eine Dämmung aus Holzfasern auch gut für die Reduktion von Geräuschen und Lärm angewandt werden.
Hinzu kommt, dass Holzfaserdämmung diffusionsoffen ist. Dies bedeutet, dass die Dämmung bestimmte Mengen an Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen kann, ohne dabei Qualitätseinbußen zu verzeichnen. Dank dieser feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften der Holzfasern wirken sie der Bildung von Schimmeln positiv entgegen und sorgen in Ihren vier Wänden für ein angenehmes Raumklima. Daher eignet sich die Holzfaserdämmung auch hervorragend zur Dämmung von Innenräumen. Zudem können die Holzfasern dank ihrer Diffusionsoffenheit auch bei Räumen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit sowie als witterungsgeschützte Aufsparrendämmung oder als Zwischensparrendämmung gut angewandt werden.
Abgerundet werden diese vielseitigen Eigenschaften der Holzfaserdämmung durch deren Winddichtigkeit, weshalb diese auch als Unterdeckplatten im Dach ihre Verwendung finden. Auch an der Fassade kann die Dämmung aufgrund dieser besonderen Materialeigenschaften bedenkenlos angebracht werden. Soll die Fassade jedoch anschließend verputzt werden, ist eine spezielle Vorbehandlung der Dämmung notwendig.
Demnach besitzt eine Dämmung aus Holzfasern vielseitige, positive Eigenschaften:
- sehr robust
- guter Schallschutz
- Diffusionsoffenheit
- gute Winddichtigkeit
Wenn Sie also Wert auf eine Dämmung aus natürlichen Rohstoffen legen, stellt die Holzfaserdämmung dank ihrer vielseitigen positiven Eigenschaften eine sinnvolle Alternative zu anderen Dämmstoffen dar.
Vor- und Nachteile einer Holzfaserdämmung
Eine Holzfaserdämmung verfügt über zahlreiche Vorteile. So handelt es sich bei dieser besonderen Dämmung unter anderem um ein natürliches Produkt, das nicht nur ökologisch, sondern auch äußerst umweltverträglich ist. Zudem kann die Holzfaserdämmung nach einem Rückbau bedenkenlos recycelt oder gar wiederverwendet werden. Außerdem verfügt die Dämmung aus Holzfasern über eine hohe Wärmespeicherkapazität von etwa 2.000 Joule pro Kilogramm und Kelvin. Dieser Wert ist im Vergleich zu anderen natürlichen Dämmstoffen sehr gut. In Anbetracht der Dämmwirkung liegen die Holzfasern ebenfalls in einem guten Bereich. Mit einer durchschnittlichen Wärmeleitfähigkeit von 0,04 bis 0,055 Watt pro Meter und Kelvin reiht sich die Holzfaserdämmung mit ihrer Dämmwirkung im gehobenen Mittelfeld ein. Diese guten Dämmeigenschaften machen sich dabei sowohl im Sommer als auch im Winter bemerkbar. Hinzu kommt, dass die Dämmung dank ihrer feuchtigkeitsregulierenden Holzfasern auch der Bildung von Schimmel entgegenwirkt. Zudem besitzen die Fasern klimaregulierende Eigenschaften, wodurch Sie mit einer Holzfaserdämmung für ein baubiologisch gesundes Klima in Ihren Räumen sorgen. Darüber hinaus ist eine Dämmung aus Holzfasern vielseitig einsetzbar und kann nicht nur als Innenraumdämmung, sondern auch zur Dämmung von Dächern, Decken und Fassaden optimal angewandt werden.
Somit bietet Ihnen eine Dämmung aus Holzfasern zahlreiche Vorteile:
- natürliches, ökologisches und umweltverträgliches Produkt
- recycelbar und wiederverwendbar
- hohe Wärmespeicherkapazität
- gute Dämmwirkung
- feuchtigkeitsregulierend (wirkt Schimmelbildung entgegen)
- klimaregulierend (sorgen für gesundes Raumklima)
- vielseitig als Dämmung einsetzbar (Innenraum, Dach, Decke, Fassade)
Diesen vielseitigen Vorteilen stehen wenige Nachteile gegenüber. Nachteil einer Holzfaserdämmung ist sicherlich der Preis, der mit rund 40 bis 50 € pro m² relativ hoch ist. Hinzu kommt, dass die Dämmung unter Anbetracht des Brandschutzes und der geltenden DIN-Norm 4102-1 der Brandstoffklasse B2 beziehungsweise € E zuzuordnen ist. Dies bedeutet, dass die Dämmung aus Holzfasern höheren Temperaturen weniger gut standhält und normal entflammbar ist.
Kosten für Dämmung und Einbau
Die Kosten für das Material belaufen sich bei einer Dämmung mit Holzfasern auf durchschnittlich 40 bis 50 € pro m². Soll zudem der Einbau von einem Fachmann übernommen werden, wie Sie ihn ganz einfach bei Blauarbeit finden, so müssen Sie im Schnitt mit Kosten von rund 200 € pro m² rechnen. Soll beispielsweise eine Aufsparrendämmung eines Daches mit Holzfaserdämmung fachmännisch umgesetzt werden, belaufen sich die Kosten für Material und Einbau bei einer Fläche von 100 m² auf etwa 20.000 €. Da es sich hierbei lediglich um ein Rechenbeispiel handelt, können die Kosten in der Praxis je nach Region, beauftragtem Fachbetrieb und den örtlichen Gegebenheiten deutlich variieren.
Herstellung der Holzfaserdämmung
Holzfaserdämmung wird fast ausschließlich aus Resthölzern von Nadelbäumen wie Kiefer, Tanne oder Fichte hergestellt. Um aus diesen sogenannten Schwarten oder Spreißel später Dämmmaterial zu machen, werden sie in einem ersten Schritt zu Hackschnitzel verarbeitet. Anschließend wird das zerkleinerte Holz mithilfe von Wasserdampf aufgeweicht. Wie der Herstellungsprozess nun weitergeht, ist von den jeweils gewünschten Eigenschaften der Dämmung abhängig. Grundsätzlich wird hierbei zwischen dem Nassverfahren und dem Trockenverfahren unterschieden.
Nassverfahren
Beim Nassverfahren werden die Holzfasern mit Wasser zu einem zähen Brei vermischt. Um diesen Brei zu einzelnen Fasern aufzuschließen, wird beim Nassverfahren vollständig auf die natürlichen Bindekräfte des Holzes gesetzt. Das in den Fasern enthaltene Harz sowie das im Holz enthaltene Liginin dient hierbei als natürlicher Klebstoff, der für den nötigen Zusammenhalt der einzelnen Fasern sorgt. Sind die Holzfasern aufgeschlossen, werden diese in einem letzten Schritt zu Platten zusammengepresst.
Um den Dämmplatten und somit auch der Dämmung später ganz besondere Eigenschaften zu verleihen, können dem Holzbrei vor dessen Weiterverarbeitung weitere Zutaten hinzugegeben werden. Wird dem Holzbrei beispielsweise das Mineral Magnesit oder Zement zugemischt, entstehen am Ende besonders stabile Platten, wie es bei Putzträgerplatten der Fall ist. Diese werden insbesondere bei Wärmeverbundsystemen eingesetzt. Wird dem Holzbrei hingegen Latex, Paraffin oder Bitumen beigemischt, entstehen am Ende Holzfaserdämmplatten, die sich durch hohe feuchtigkeitsabweisende Eigenschaften auszeichnen.
Trockenverfahren
Anders als beim Nassverfahren werden die Holzfasern beim Trockenverfahren vor dem Pressen mit synthetischen Bindemitteln vermischt. Es kommen hierbei unter anderem flüssige Bindemittel wie PUR-Harze oder spezielle Klebefasern zum Einsatz. Dank der Verwendung dieser synthetischen Bindemittel wird den Platten eine besonders hohe Stabilität verliehen. Folglich sind Holzfaserdämmplatten, die im Trockenverfahren hergestellt worden sind, äußerst druckstabil und verfügen über eine gute Formstabilität. Daher werden diese auch gerne für die Trittschalldämmung verwendet.




