Dach mit roten Tondachziegeln und einer Gaube

Aufsparrendämmung – Kosten, Vor- und Nachteile und Aufbau

Die Aufsparrendämmung ist die Dachdämmungs-Variante mit der höchsten Effizienz und kann auch mit anderen Dämmungen kombiniert werden.

Vorteile

  • Bessere Wärmedämmung als Zwischensparren- oder Untersparrendämmung
  • Kann mit Zwischensparrendämmung kombiniert werden
  • Keine Wohnraumverluste unterm Dach
  • Schützt im Sommer vor Hitze von außen
  • Sehr gute Schalldämmung

Nachteile

  • Dach muss komplett abgedeckt werden
  • Aufwendiger und teurer als andere Dachdämmungen
  • Fachbetrieb ist nötig, Eigenleistung ist zu gefährlich und wird nicht gefördert
  • Dach wird höher, abhängig von der Art der Dachdämmung

Kosten

Am meisten lohnt sich eine Aufsparrendämmung, wenn man sie mit einer kompletten Dachsanierung kombiniert. Dacheindeckung und Fallrohre werden dann komplett erneuert und man zahlt 130 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Bei 100 Quadratmeter Dachfläche kostet die Aufsparrendämmung dann 15.000 bis 25.000 Euro.

Bei Neubauten sollte man direkt eine Aufsparrendämmung nutzen, um die bestmögliche Dämmung zu erreichen. So spart man Heizkosten und man profitiert von den Förderungen für energieeffiziente Gebäude.

Förderung

Bei Altbauten kann man die KfW-Programme zur energieeffizienten Sanierung nutzen. Je nach Programm erhält man so einen günstigen Kredit oder einen Investitionszuschuss für die Dachsanierung.

KfW-Programm Förderung
KfW 430 (Zuschuss) 20 % der Investitionskosten bei Einzelmaßnahmen
Bis zu 10.000 € pro Wohneinheit
KfW 152 (Kredit) Max. 50.000 € pro Wohneinheit
Davon bis zu 10.000 € Tilgungszuschuss
KfW-Programme für Aufsparrendämmung

Material / Dämmstoffe

Verwendet werden Glaswolle, Steinwolle oder Hartschaumplatten aus Polyurethan. Dachdecker nutzen in der Regel vorgefertigte Platten, die lückenlos verlegt werden können. Da die Dämmplatten im Verlauf eines Jahres oder auch nur eines Tages großen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, müssen sie sehr stabil sein. Sie dürfen sich nicht verformen und erst recht nicht reißen. Die Widerstandsfähigkeit gegen klimatische Schwankungen geben Dachdämmungs-Hersteller als Dimensionsstabilität an. Man nennt sie auch Stehvermögen.

Dachdämmung / Dämmstoff Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K)
EPS-Hartschaumplatten < 0,035
Mineralwollplatten 0,035 – 0,040
Holzfaserplatten 0,040 – 0,050

Aufbau im Detail

Im Gegensatz zu den anderen Dämmungs-Arten am Dach wird die Aufsparrendämmung von außen auf den Sparren aufgelegt. Aus diesem Grund wird sie auch Aufdachdämmung oder Übersparrendämmung genannt. Das Auflegen auf den Sparren führt dazu, dass die Dachfläche fast lückenlos mit Dämmstoffen abgedeckt werden kann. Die Sparren aus Holz bilden dadurch keine Wärmebrücke nach außen mehr. Von allen Dachdämmungen hat sie dadurch die höchste Dämmwirkung. Damit unterstützt sie auch die Haltbarkeit der Unterkonstruktion, denn diese ist weniger Temperaturschwankungen ausgesetzt.

Vor der Aufdachdämmung wird die Dachhaut entfernt – also in den meisten Fällen alten Dachziegel oder Betondachsteine. Biegefeste Dämmplatten können direkt über den Sparren und der Dampfbremse befestigt werden. Sind die Dämmstoffe weicher, braucht man über den Dachsparren eine Holzschalung. Die Dämmplatten werden entweder Stoß an Stoß oder mit Nut-Feder-Verbindung über der Dampfsperre verlegt. Für zusätzliche Stabilität und Winddichte kann man sie mit Klebestreifen zusammenkleben. Über dem Dämmstoff braucht man noch eine Konterlattung und eine Traglattung, damit die Dachdeckung befestigt werden kann.

Moderne Dämmplatten enthalten oft schon die Dampfbremse und Unterspannbahn.

Reihenfolge des Aufbaus von unten nach oben

  1. Unterkonstruktion
  2. Schalung – optional, bei weichen Dämmplatten
  3. Dampfbremse – kann auch Teil der Dämmplatte sein
  4. Zwischensparrendämmung – optional
  5. Dämmplatten
  6. Unterspannbahn – kann auch Teil der Dämmplatte sein)
  7. Konterlattung und Traglattung
  8. Dachdeckung

Besteht schon eine Untersparren- oder Zwischensparrendämmung, muss diese nicht entfernt werden. Der Raum kann während und nach den Arbeit genutzt werden und wird durch die Dämmung nicht eingeschränkt. Im Gegensatz zur Untersparren- oder Zwischensparrendämmung wirkt die Aufsparrendämmung sich auch nicht negativ auf den Wohnraum unterm Dach aus. Er wird sogar attraktiver, weil die Dämmung nicht nur im Winter Heizkosten spart, sondern auch im Sommer gegen die Hitze hilft.

Betondachsteine und Dachziegel können ohne Nägel an der Traglattungs des Dachs befestigt werden. Schiefer muss jedoch festgenagelt werden. Um ein Schieferdach gut zu dämmen braucht man also geeignete Dämmplatten, die auch festgenagelt werden können.

Wie stark muss eine Aufsparrendämmung sein?

Um den benötigten Wärmedurchgangskoeffizient von 0,24 W/(m²·K) zu erreichen, benötigt man bei einer Dämmplatte aus Holzfaser (WLS U40) eine Dicke von 200 Millimetern. Bei Polyurethan reicht sogar die Hälfte aus, also nur 100 Millimeter.

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Bild: Rokfeler / stock.adobe.com

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