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Dampfsperre wird unter der Dachkonstruktion verlegt

Dampfsperre und Dampfbremse am Dach: Kosten und Anwendung 2026

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 9. Juni 2026

Wer sich mit Themen wie Dachbodensanierung, Dämmstoffplatten oder ähnlichen Themen der Renovierung auseinandersetzt, stößt eher früher als später auf die Begriffe Dampfsperre und Dampfbremse. Auch eine Dachsanierung kommt nicht ohne diese Folien aus, und so lohnt es sich, diese genauer zu betrachten, den Unterschied zwischen Dampfbremse und Dampfsperre zu kennen und zu wissen, welche Vor- und Nachteile die beiden Varianten mit sich bringen. Hier erfahren Sie mehr zu diesen Themen und zu Fehlern beim Einbau. Damit bei Ihrer Sanierung nichts schiefgeht und auch die Dampfsperre oder -bremse perfekt installiert wird, können Sie auf blauarbeit.de einen Dachdeckerbetrieb in Ihrer Nähe finden. Die Dachdecker beraten Sie gerne und führen alle Arbeiten schnell und günstig durch.

Funktion von Dampfsperre und Dampfbremse

Damit ein Gebäude gut gedämmt ist und seine Bausubstanz vor Feuchtigkeit geschützt ist, muss es von einer luftdichten Schicht umgeben sein. Dies ist durch das Gebäudeenergiegesetz vorgegeben. Die Einrichtung einer solchen Schicht ist nicht nur sinnvoll, da eine luftdichte Schicht das Entweichen von Wärme verhindert, sondern auch, da Feuchtigkeit so gezielt von der Bausubstanz abgehalten wird. Dies ist aus zwei Gründen sinnvoll. Zum einen verringert Feuchtigkeit, die sich im Dämmmaterial absetzt, die Energiebilanz des Dämmstoffes, da Wasser besser Wärme leitet als die Dämmmaterialien oder die darin befindliche Luft. Zum anderen fördert Feuchtigkeit in der Bausubstanz Schimmelbildung und kann zu unschönen Ausblühungen oder anderen Schäden führen.

Material

Die Dampfbremse ist das Bauteil, das diese luftdichte Schicht bildet. Es handelt sich dabei um eine Kunststofffolie aus Polyethylen, Polyamid oder PVC oder aus imprägniertem Papier oder imprägnierter Pappe. Im Gegensatz dazu bestehen Dampfsperren zumindest zum Teil aus Aluminium, wobei sowohl komplett aus Aluminium bestehende Bauteile als auch mehrschichtige Folien mit Aluminiumkomponente verbreitet sind. Diese Schichten werden unter dem Dach und an der Innenseite der Dämmstoffe bei einer energetischen Sanierung verlegt und verhindern, dass warme und feuchte Raumluft in die Dämmstoffe eindringt und dort abkühlt, wobei die Feuchtigkeit kondensieren würde.

Unterschied der beiden Folien

sd-Wert

Der sd-Wert ist eine Kennzahl, die für die Feuchtigkeitsleitfähigkeit der Folien steht. Er ist das Produkt aus der Wasserstoffdiffusionszahl des Werkstoffes und der Dicke der Folienschicht. Je höher dieser Wert ist, desto höher ist folglich der Widerstand, den die Folie der Feuchtigkeit entgegenbringt. Bei einem Wert von 2 m bis 1500 m spricht man von einer Dampfbremse, bei höheren Werten von einer Dampfsperre.

Unterschied zwischen Dampfsperre und Dampfbremse

Wie bereits der sd-Wert zeigt, ist der Unterschied zwischen Dampfsperren und Dampfbremsen fließend. Dampfbremsen mit einem hohen sd-Wert können ähnlich stark Feuchtigkeit abhalten wie Dampfbremsen mit einem relativ niedrigen sd-Wert. Die meisten Dampfbremsen sind jedoch so ausgelegt, dass sie eine kleine Menge Feuchtigkeit durchlassen. Dies ist in vielen Fällen gewünscht, etwa wenn es darum geht, einmal eingedrungene Feuchtigkeit wieder trocknen zu lassen. Andererseits gibt es Fälle, in denen eine absolute Feuchtigkeitsabwehr notwendig und eine Dampfsperre deshalb vorzuziehen ist.

Vorteile und Nachteile der Bauteile

Dampfbremse

Dampfbremsen sind in der Lage, die meiste Feuchtigkeit von Dämmmaterialien fernzuhalten. Gleichzeitig kann eine gewisse Menge an Restfeuchtigkeit durch sie diffundieren. Dies ist nützlich, wenn doch Feuchtigkeit unter die Folie gerät. Wenn etwa durch ein Tier oder einen Sturm ein Teil der Folie geöffnet wird und Feuchtigkeit in das Material eindringt, so kann dieses Loch geflickt werden und die Folie trocknet im Laufe der Zeit aus, falls noch keine Feuchtigkeitsschäden entstanden sind. Allerdings kann sie bei besonders starker Feuchtigkeit, etwa bei einem Dampfbad, oder in Kühlräumen nicht den notwendigen Widerstand liefern.

Dampfsperre

Die Dampfsperre hält Feuchtigkeit verlässlich ab und wird deshalb heutzutage vor allem in Spezialfällen angewendet. Wenn der Dampfdruck aus einem Gebäudeteil in die anliegende Wand besonders hoch ist, schützt die Dampfsperre die Dämmmaterialien, während eine Dampfbremse zu viel Feuchtigkeit durchlassen würde. Dampfsperren werden üblicherweise einseitig verbaut, damit eingedrungene Feuchtigkeit durch die Dampfbremse auf der anderen Seite des Gebäudeteils entweichen kann. Außerhalb dieser Spezialfälle kommen Dampfsperren heute nicht mehr zum Einsatz, da die günstigeren Dampfbremsen ähnlich gute Effekte erzielen und eine Trocknung der Baustoffe erlauben.

Probleme beim fehlerhaften Einbau

Wenn Dampfsperren fehlerhaft eingebaut werden, so können sie nicht den gewünschten Schutzeffekt für die dahinter befindliche Bausubstanz erzielen. Durch Löcher, Risse und Lücken in den Folien dringt feuchte Luft hinter die Folie. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert hier und setzt sich in das Material. Über die Zeit hinweg können ernsthafte Feuchtigkeitsschäden wie Schimmelbildung, faulende Dachbalken oder eine starke Verringerung der Wärmedämmung entstehen. Falsch verlegte Dampfbremsen und Dampfsperren sind einer der Hauptgründe für Feuchtigkeitsschäden, die häufig erst nach Monaten oder Jahren entdeckt werden.

Um Löcher in der Dampfbremse zu entdecken, führen Messtechniker einen Test mit dem sogenannten Blower-Door-Test durch. Hierbei wird ein Gebläse in einer Tür installiert und über dieses ein Unterdruck im Gebäude erzeugt. Sinkt dabei der Druck nicht auf die für das Haus üblichen Kennwerte, besteht eine Lücke in der Hausumhüllung. Dies können neben undichten Dampfbremsen auch schlecht schließende Fenster oder Fensterdichtungen sein. Nach dem Ausschlussverfahren werden so rasch die schadhaften Stellen entdeckt, die dann in Rahmen einer energetischen Sanierung geschlossen werden können. 

Was kostet Dampfsperre oder Dampfbremse für das Dach?

Eine Dampfsperre oder Dampfbremse für das Dach kostet 6 bis 18 Euro pro Quadratmeter inklusive Verlegung. Material macht 2 bis 6 Euro aus, die Verlegung 4 bis 12 Euro pro Quadratmeter. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Dachfläche bedeutet das 900 bis 2.700 Euro Gesamtkosten – ein wichtiger Posten bei der Dachsanierung der oft unterschätzt wird.

VarianteMaterial pro qmVerlegung pro qmGesamt pro qm
Dampfbremse (PE-Folie einfach)1 bis 3 Euro3 bis 6 Euro4 bis 9 Euro
Dampfbremse (variabel feuchteadaptiv)3 bis 7 Euro4 bis 8 Euro7 bis 15 Euro
Dampfsperre (Aluminium-kaschiert)4 bis 9 Euro5 bis 10 Euro9 bis 19 Euro
Bitumen-Dampfsperre5 bis 12 Euro6 bis 12 Euro11 bis 24 Euro

Was beeinflusst den Preis?

  • Dachform: Steile Dächer mit vielen Kehlen und Anschlüssen erhöhen den Aufwand um 20 bis 40 Prozent
  • Anschlussdetails: Schornstein, Dachfenster und Wandanschlüsse müssen sorgfältig abgeklebt werden – pro Anschluss 50 bis 150 Euro Mehraufwand
  • Folienqualität: Hochwertige feuchteadaptive Folien (z.B. Pro Clima) kosten doppelt so viel wie Standard-PE-Folien, lohnen sich aber bei Wohngebäuden mit hohem Komfortanspruch
  • Verklebung: Spezialklebebänder und Anschlussmanschetten machen 1 bis 3 Euro pro Quadratmeter aus, sind aber für die Funktion entscheidend

Dampfsperre oder Dampfbremse – was ist der Unterschied?

Beide Folien schützen die Dämmung vor Feuchtigkeit aus der Innenraumluft, unterscheiden sich aber in ihrer Durchlässigkeit. Die Wahl entscheidet darüber, wie gut Feuchtigkeit nach außen entweichen kann und ob die Konstruktion langfristig schimmelfrei bleibt.

  • Dampfsperre: Praktisch komplett wasserdicht (sd-Wert über 1.500 Meter). Lässt nahezu keine Feuchtigkeit durch. Geeignet bei Flachdächern und unbelüfteten Konstruktionen
  • Dampfbremse einfach: sd-Wert 2 bis 100 Meter. Lässt geringe Feuchtigkeit kontrolliert durch. Standard bei belüfteten Steildächern
  • Dampfbremse feuchteadaptiv: sd-Wert variiert je nach Luftfeuchtigkeit. Im Winter dicht, im Sommer durchlässig zur Austrocknung. Optimale Lösung für Wohngebäude
  • Faustregel: Im Wohnungsbau ist die feuchteadaptive Dampfbremse heute die fast immer richtige Wahl – sie verhindert Bauschäden besser als eine starre Dampfsperre

Förderung: Ist Dampfsperre Teil der BAFA-Förderung?

Ja, wenn die Dampfsperre Teil einer geförderten Dachdämmung ist. BAFA bezuschusst die Gesamtmaßnahme inklusive Material wie Dampfbremse, Dämmung und Anschlüsse mit 15 bis 20 Prozent. Eine separate Dampfsperre-Erneuerung ohne Dämmungsverbesserung ist nicht förderfähig. Details unter Förderung für Dachsanierung.

Häufige Fehler bei der Verlegung

  • Folie beschädigt durch unsachgemäße Befestigung: Folie wird durch Tackerklammern oder Nägel durchstochen – jede Öffnung muss mit Klebeband überklebt werden
  • Stoßüberlappungen zu schmal: Mindestens 10 cm Überlappung an allen Stößen, sonst dringt Feuchtigkeit durch
  • Anschlüsse nicht luftdicht: Dachfenster, Schornstein und Wand-Anschlüsse müssen mit speziellen Manschetten oder Klebebändern abgedichtet werden
  • Falsche Reihenfolge: Folie wird auf der warmen Seite verlegt (also innen, raumseitig), nicht zwischen Dämmung und Sparren
  • Folie geknickt oder verzogen: Sorgfältig auslegen, damit keine Luftblasen oder Falten entstehen
  • Falsche Folie: PE-Folie aus dem Baumarkt ist keine geprüfte Dampfbremse – nur zertifizierte Produkte verwenden (DIN EN 13984)

Häufige Fragen zu Dampfsperre und Dampfbremse

Was kostet eine Dampfsperre im Vergleich zur Dampfbremse?

Eine Dampfsperre (Aluminium-kaschiert) kostet 9 bis 19 Euro pro Quadratmeter komplett, eine einfache Dampfbremse 4 bis 9 Euro pro Quadratmeter. Die feuchteadaptive Dampfbremse liegt mit 7 bis 15 Euro pro Quadratmeter dazwischen und ist meist die beste Wahl.

Kann ich eine Dampfsperre selbst anbringen?

Bei guter Vorbereitung ja. Material und Werkzeug kosten 200 bis 500 Euro für 150 Quadratmeter. Wichtig ist sehr sauberes Arbeiten – jede Beschädigung führt zu Folgeschäden in der Dämmung. Bei Anschlüssen an Schornstein, Dachfenster und Wand lohnt sich Profi-Hilfe.

Was passiert ohne Dampfsperre?

Bauschäden durch Tauwasser-Kondensation in der Dämmung. Feuchtigkeit aus der warmen Innenraumluft kondensiert am kühlen Außenrand der Dämmung, durchnässt diese und führt langfristig zu Schimmel, Holzfäule und Wärmeverlust. Nach 5 bis 10 Jahren sichtbare Schäden, Sanierungskosten 5.000 bis 25.000 Euro.

Welche Dampfbremse für Steildach?

Bei belüftetem Steildach reicht eine einfache Dampfbremse mit sd-Wert 2 bis 10 Metern. Bei unbelüfteter Steildach-Konstruktion (z.B. Aufsparrendämmung) ist eine feuchteadaptive Dampfbremse mit sd-Wert 0,2 bis 25 Metern die richtige Wahl. Mehr unter Dachsanierung Kosten.

Wie lange hält eine Dampfbremse?

Bei fachgerechter Verlegung 30 bis 50 Jahre. Sie ist im Dachaufbau eingebaut und wird nur bei einer Komplettsanierung erneuert. Kritisch sind die Anschlüsse: Klebeband-Verbindungen können über die Zeit nachlassen und müssen ggf. erneuert werden.

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