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Putzträgerplatte mit Putz darauf!

Putzträgerplatten: Einsatz, Vor- und Nachteile

Letzte Aktualisierung am 1. Februar 2022 von Max Lehmann

Putz erfüllt verschiedene Zwecke und wird an Außen- und Innenwänden sowie an Decken nicht nur für einen optisch schönen Abschluss angebracht. Der Putz schützt die Hausfassade, Wände und Decken sowie das Mauerwerk eines Hauses auch vor eindringender Feuchtigkeit. Grundsätzlich wird Putz im feuchten Zustand aufgetragen, damit dieser von den Kapillaren des Untergrundes angesaugt werden kann und sich während des Trocknungsprozesses mit dem Untergrund verbindet.

Zeichnet sich der Untergrund durch eine raue Oberfläche aus, kann sich der Putz festsetzen. Demnach stellen eine raue Untergrundoberfläche sowie ein saugfähiger Untergrund wichtige Voraussetzungen dar, damit der aufgetragene Putz langfristig auf dem Untergrund haften bleibt. Besonders geeignet für das Verputzen sind Untergründe aus Beton sowie Mauerwerke. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, kann das Anbringen des Putzes zu einer Herausforderung werden. Dies ist beispielsweise bei Dämmplatten oder bei OSB-Platten der Fall. Aufgrund ihrer glatten Oberfläche und ihrer geringen Kapillarwirkung hat der Putz bei diesen Untergründen keine Chance, sich zu verbinden. Um auch solche Untergründe mit Putz versehen zu können, benötigen Sie einen Haftvermittler in Form von Putzträgerplatten.

Bestandteile und Anwendung

Bei Putzträgerplatten handelt es sich um spezielle Platten, die aus den verschiedensten Materialien hergestellt werden. Neben Gipskarton oder gepressten Gipsfasern kommen auch metallische Materialien wie Rippenstreckmetall, Ziegeldrahtgewebe oder Rohrmatten zum Einsatz. Zudem wird Blähglas, Mineralwolle, Steinwolle oder Holzwolle für die Herstellung der Platten verwendet.

Unabhängig vom verwendeten Herstellungsmaterial verfügen die Platten über eine raue Oberfläche, wodurch sie für einen dauerhaften und festen Halt des Putzes sorgen. Folglich können Sie die Platten insbesondere dort anwenden, wo die Untergründe nicht für die Anbringung von Putz geeignet sind. Die Putzträgerplatten werden bei solchen nicht haftbaren Untergründen Stück für Stück mithilfe von Klebemörtel und Tellerdübeln an der Fassade oder der Wand angebracht. Damit die Platten gut an der Wand beziehungsweise dem Mauerwerk hängen bleiben, reichen die Dübel bis ins Mauerwerk oder die Wand hinein. Zur optimalen Befestigung verfügen die meisten Putzträgerplatten des Weiteren über eine Nut und eine Feder, sodass die einzelnen Platten perfekt ineinandergreifen.

Alternativ zu den Putzträgerplatten können Sie auch netzförmige oder gitterförmige Putzträger anwenden. Für kleinere Flächen eigenen sich schmale Putzträgerstreifen.

Einsatzbereiche

Putzträgerplatten werden vor allem bei Neubauten und im Zuge des Holzrahmenbaus angewandt und können hier sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verwendet werden. Sollten Sie ein altes Gebäude besitzen, das einer Altbausanierung bedarf und bereits über ein sandiges Mauerwerk verfügt, dann bietet sich auch hier die Anwendung von Putzträgerplatten an. Des Weiteren werden die Putzträgerplatten im Rahmen der Fassadendämmung bei  Wärmedämmverbundsystemen angewandt. Denn es gibt auch Putzträgerplatten zu kaufen, die aus denselben Materialien hergestellt sind, wie sie auch bei der Fassadendämmung zum Einsatz kommen. Diese Gemeinsamkeiten werden hierbei ausgenutzt, sodass es bei den Wärmedämmverbundsystemen auch Platten zu kaufen gibt, die dank einer präparierten Oberfläche dieseleben Eigenschaften wie eine Putzträgerplatte aufweisen.

Auch zur Überbrückung sowie zum Ausgleich von Unebenheiten eignen sich die Platten hervorragend. Hierbei werden zuerst alle vorhandenen Unebenheiten mit den Platten ausgeglichen, bevor der Putz großflächig aufgetragen wird. So verhindern Sie nicht nur Dellen im Putz, sondern beugen auch der Rissbildung vor.

Vor- und Nachteile von Putzträgerplatten

Neben der Eigenschaft, einen dauerhaften Verbund zwischen dem Untergrund und dem Putz herzustellen, übernehmen die Putzträgerplatten in Abhängigkeit des jeweiligen Materials noch weitere Funktionen. Hierzu zählen der Schall- und Brandschutz, welche insbesondere beim Einsatz an Fassaden wichtige Eigenschaften darstellen, die von der Putzträgerplatte erfüllt werden.

In Anbetracht der Feuerbeständigkeit kommen Platten aus Mineralwolle, Steinwolle, Glaswolle und Blähglasgranulat zum Einsatz, die allesamt in der obersten Brandschutzklasse nicht brennbar (A1) liegen. Holzfaserplatten sind etwas leichter entflammbar und werden deshalb der Brandschutzklasse normal brennbar (B2) zugeordnet. Darüber hinaus verfügen viele Putzträgerplatten über einen integrierten Wärmeschutz, der im Winter dafür sorgt, dass die Wärme im Haus bleibt. Im Sommer hingegen bieten die Platten dann einen angenehmen Hitzeschutz gegen die Sommerwärme an.

Des Weiteren sorgen Putzträgerplatten, die aus mineralischen Materialien wie Steinwolle, Holzfasern oder Mineralwolle hergestellt werden, dank ihrer besonderen klimaregulierenden Eigenschaften für ein gesundes Klima im Raum. Unterstützt wird das optimale Raumklima zudem durch die Möglichkeit der Wasserdampfdiffusion. Dies ist insbesondere bei Platten aus Holzfasern der Fall. Auch die Gebäudeeigenschaften werden dank der Diffusionsmöglichkeit bei diesen Platten positiv beeinflusst. Hinzu kommt, dass die Platten dank ihrer Feuchtigkeitsregulierung auch der Bildung von Schimmel und Fäulnis entgegenwirken. Allerdings ist dies nicht bei allen Materialien der Fall. Gerade mineralische Dämmstoffe wie Glas- oder Steinwolle vertragen die Feuchtigkeit nicht.

Somit verfügen die Putzträgerplatten verschiedene Vor- und Nachteile, die primär von den jeweiligen Materialien der Platte abhängig sind.

Wie teuer sind Putzträgerplatten?

Die Kosten der Putzträgerplatten sind vom jeweiligen Material abhängig, aus dem die Platten hergestellt sind. Nachfolgende Tabelle verdeutlicht die Kosten:

Material der Putzträgerplatte

Kosten pro Quadratmeter

Steinwolle

ab 6 €

Holzfaser

ab 12 €

Blähglas

ab 16 €

Streckmetall

ab 5 €

Gipskarton

ab 6 €

Neben den einzelnen Materialien sind die Kosten für die Putzträgerplatten auch von deren Dicke abhängig. Die Kosten steigen hierbei mit zunehmender Plattendicke an.

Wie teuer ist die Montage durch einen Fachbetrieb?

Bei der Anbringung von Putzträgerplatten ist es von besonderer Bedeutung, dass alle Bestandteile, angefangen bei der Dämmung bis hin zum Putz und dem schlussendlichen Anstrich, auf die bauphysikalischen Eigenschaften der Fassade abgestimmt sind. Falls Sie bislang keinerlei Erfahrungen mit der Montage von Putzträgerplatten haben, ist es wichtig, einen Fachbetrieb zurate zu ziehen. Gerade bei Fassaden können entstehende Schäden oftmals folgenschwere Auswirkungen hervorrufen und im schlimmsten Falle die gesamte Dämmung und Fassade zunichtemachen. Daher sollten Sie lieber von vornherein auf das Wissen einer Fachkraft vertrauen. Die Kosten für die Montage durch einen Fachbetrieb belaufen sich pro Quadratmeter auf etwa 50 bis 70 Euro.

Bild: Dieter Pregizer / stock.adobe.com

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