Ein Maurer kostet in Deutschland 45 bis 65 € pro Stunde, ein Bauhelfer wird mit 30 bis 45 € berechnet. Ob am Ende ein fairer Preis auf der Rechnung steht, hängt allerdings weniger vom reinen Stundensatz ab als von der Frage, wie der Betrieb kalkuliert: nach Stunden oder nach festen Einheitspreisen pro m². Für eine neu gemauerte Wand zahlen Sie beispielsweise 60 bis 150 € pro m² inklusive Arbeitslohn. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie sich der Stundenlohn zusammensetzt, was Maurerarbeiten kosten und wie Sie Angebote seriös vergleichen.
So setzt sich der Stundensatz eines Maurers zusammen
Der Stundenverrechnungssatz von 45 bis 65 € liegt über dem Lohn, den der Maurergeselle selbst erhält. Der Grund dafür sind die Lohnnebenkosten und die laufenden Betriebskosten, die der Handwerksbetrieb aus jeder verrechneten Stunde mitfinanzieren muss. In Ballungsräumen und in Süddeutschland liegen die Sätze eher am oberen Ende der Spanne, in ländlichen Regionen oft darunter.
Im Stundensatz stecken neben dem Bruttolohn unter anderem die folgenden Posten:
- Sozialabgaben und Beiträge zur Berufsgenossenschaft für jeden Mitarbeiter
- bezahlte Ausfallzeiten durch Urlaub, Krankheit und witterungsbedingte Unterbrechungen im Winter
- Werkzeuge, Maschinen, Gerüstmaterial und die Baustellenfahrzeuge des Betriebs
- Betriebshaftpflicht, Verwaltung sowie die Kosten für Büro und Lager
Ein Bauhelfer übernimmt Zuarbeiten wie das Anmischen des Mörtels oder den Materialtransport und wird mit 30 bis 45 € pro Stunde günstiger abgerechnet. Ein gut organisierter Betrieb setzt deshalb Kolonnen aus Gesellen und Helfern ein, was die Gesamtkosten für Sie senkt. Achten Sie bei Angeboten darauf, ob Gesellen- und Helferstunden getrennt ausgewiesen werden, denn bei vielen einfachen Zuarbeiten macht das einen Unterschied.
Vorsicht ist bei auffällig niedrigen Stundensätzen geboten. Wer unter der üblichen Spanne anbietet, spart häufig an der Versicherung oder an der Qualifikation seiner Leute. Im Schadensfall stehen Sie dann ohne Gewährleistung da. Ein eingetragener Betrieb mit Betriebshaftpflicht ist bei Arbeiten am Haus die sicherere Wahl, auch wenn die Stunde ein paar Euro mehr kostet.
Was kosten Maurerarbeiten?
Die meisten Maurerarbeiten werden nicht nach Stunden, sondern nach Einheitspreisen pro m², pro laufendem Meter oder als Pauschale angeboten. Das macht Angebote vergleichbar und schützt Sie vor offenen Stundenzetteln. Die folgende Tabelle zeigt die üblichen Preisspannen inklusive Arbeitslohn und Material:
| Maurerarbeit | Übliche Abrechnung | Preisspanne |
|---|---|---|
| Wand mauern | pro m² | 60 bis 150 € |
| Wanddurchbruch herstellen | pauschal je Öffnung | 300 bis 2.500 € |
| Tür zumauern inklusive Verputzen | pauschal | 400 bis 1.500 € |
| Mauerwerk neu verfugen | pro m² | 25 bis 60 € |
| Risse verpressen | pro laufenden Meter | 50 bis 150 € |
| Schornstein neu mauern | pauschal | 3.000 bis 8.000 € |
| Betontreppe einbauen (Fertigteil) | pauschal | 1.500 bis 5.000 € |

Wovon die Spannen im Einzelfall abhängen, lesen Sie in unseren Detailbeiträgen: Die Übersicht über die Kosten für Mauerarbeiten schlüsselt die Preise nach Steinart und Wandstärke auf, der Ratgeber zu den Kosten für einen Wanddurchbruch erklärt den großen Einfluss der Statik. Auch was das Zumauern einer Tür, ein neu gemauerter Schornstein oder eine Betontreppe kostet, haben wir jeweils gesondert aufbereitet. Für kleine, runde Öffnungen, etwa für Abluftrohre oder Leitungen, ist statt des Stemmens oft eine Kernbohrung die günstigere Wahl.
Innerhalb der Spannen entscheiden vor allem vier Faktoren über den Preis: das Steinformat, denn großformatige Plansteine sind schneller verarbeitet als kleinteilige Klinker, die Wandstärke, die Zugänglichkeit der Baustelle und die Region. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle: In der Hochsaison von Frühjahr bis Herbst sind die Terminkalender der Betriebe voll und Verhandlungsspielraum ist selten.
Die Anfahrt und der Mindestauftragswert
Zusätzlich zum Stundenlohn berechnen die meisten Betriebe eine Anfahrtspauschale von 20 bis 50 € oder rechnen die Fahrzeit anteilig ab. Bei kleinen Aufträgen setzen viele Maurer außerdem einen Mindestauftragswert an oder stellen mindestens ein bis zwei Arbeitsstunden in Rechnung, selbst wenn die eigentliche Arbeit schneller erledigt ist.
Ein Rechenbeispiel: Das Ausbessern einer kleinen Schadstelle dauert zwei Stunden und kostet damit 90 bis 130 € Arbeitslohn. Mit Anfahrt und Kleinmaterial stehen am Ende trotzdem schnell 150 bis 250 € auf der Rechnung. Es ist sinnvoll, mehrere kleine Arbeiten zu sammeln und in einem Termin erledigen zu lassen, etwa die Reparatur einer Mauerkrone zusammen mit dem Ausbessern schadhafter Fugen an der Fassade.
Fragen Sie bei kleineren Arbeiten vorab, ob der Betrieb nach Aufwand oder zum Festpreis arbeitet. Beim Festpreis trägt der Handwerker das Risiko, sich zu verschätzen; beim Stundenlohn zahlen Sie exakt die geleistete Zeit. Für überschaubare Reparaturen ist der Stundenlohn oft fair, bei allem Größeren gibt der Festpreis mehr Planungssicherheit.
So vergleichen Sie Maurerangebote richtig
Holen Sie für jede größere Maurerarbeit mindestens drei schriftliche Angebote ein und achten Sie darauf, dass die Leistung überall identisch beschrieben ist. Nur dann vergleichen Sie tatsächlich die Preise und nicht unterschiedliche Leistungsumfänge. Diese vier Punkte sollten Sie in jedem Angebot prüfen:
- Einheitspreise statt reiner Stundensätze: Ein seriöses Angebot nennt Preise pro m² oder Pauschalen mit klaren Mengenangaben.
- Material und Entsorgung: Prüfen Sie, ob Steine, Mörtel und die Entsorgung des Bauschutts enthalten sind oder gesondert berechnet werden.
- Gerüst und Baustelleneinrichtung: Bei Arbeiten an der Fassade muss das Gerüst als eigene Position im Angebot auftauchen.
- Nachträge: Lassen Sie sich zusätzliche Arbeiten immer vorab schriftlich bestätigen, bevor sie ausgeführt werden.
Der günstigste Anbieter ist nicht automatisch die beste Wahl. Fragen Sie nach Referenzen aus Ihrer Umgebung und lassen Sie sich die Betriebshaftpflicht bestätigen. Eine einfache Gartenmauer können geübte Heimwerker auch in Eigenregie errichten; eine Anleitung finden Sie im Beitrag über das Ziehen einer Mauer. Alles, was tragend ist oder in das Mauerwerk des Hauses eingreift, gehört dagegen in die Hände eines Fachbetriebs.
Der Steuerbonus nach §35a senkt die Rechnung
Sie können 20 % der Arbeitskosten einer Maurerrechnung direkt von der Einkommensteuer abziehen, maximal 1.200 € pro Jahr. Begünstigt sind als Handwerkerleistung die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten für Arbeiten in einem bestehenden Haushalt. Materialkosten und Leistungen im Rahmen eines Neubaus sind dagegen ausgeschlossen.
Damit das Finanzamt den Bonus anerkennt, brauchen Sie eine Rechnung, auf der die Arbeitskosten getrennt ausgewiesen sind, und Sie müssen den Betrag überweisen. Barzahlungen werden grundsätzlich nicht anerkannt. Ein Beispiel: Weist die Rechnung für eine Fassadenreparatur 2.000 € Arbeitskosten aus, erstattet das Finanzamt über die Steuererklärung 400 €. Bitten Sie den Betrieb deshalb schon bei der Beauftragung um eine entsprechend aufgeschlüsselte Rechnung.
Häufig gestellte Fragen zum Maurerlohn
Was kostet ein Maurer pro Tag?
Bei einem Stundensatz von 45 bis 65 € kostet ein Maurergeselle bei acht Arbeitsstunden etwa 360 bis 520 € pro Tag. Kommt ein Helfer dazu, liegt eine Zweierkolonne bei rund 600 bis 880 € täglich. Bei mehrtägigen Einsätzen sind Tagespauschalen gerade bei kleineren Betrieben durchaus verhandelbar.
Warum ist der Stundensatz so viel höher als der Lohn des Maurers?
Der Betrieb muss aus dem Stundensatz nicht nur den Bruttolohn zahlen, sondern auch Sozialabgaben, Urlaubs- und Krankheitstage, Ausfallzeiten im Winter, Maschinen, Fahrzeuge, Versicherungen und die Verwaltung finanzieren. Vom Verrechnungssatz bleibt dem Gesellen selbst deshalb nur ein Teil, normalerweise weniger als die Hälfte.
Rechnen Maurer nach Stunden oder nach m² ab?
Beides ist üblich. Klar abgrenzbare Arbeiten wie das Mauern einer Wand oder das Neuverfugen einer Fassade werden meist nach m² oder laufendem Meter angeboten. Reparaturen und schwer kalkulierbare Arbeiten rechnen viele Betriebe dagegen nach Stunden ab. Für Sie als Auftraggeber ist der Einheitspreis die sicherere Variante.
Lohnt sich ein Maurer auch für kleine Reparaturen?
Ja, allerdings sollten Sie Anfahrtskosten und Mindestauftragswerte einkalkulieren, die bei Kleinaufträgen stark ins Gewicht fallen. Am wirtschaftlichsten ist es, mehrere kleine Arbeiten zu bündeln und gemeinsam ausführen zu lassen. Für lose Fugen oder kleine Ausbesserungen reicht oft schon ein halber Arbeitstag inklusive Anfahrt.
Kann ich die Maurerkosten von der Steuer absetzen?
Ja, für Arbeiten am selbst bewohnten Haus können Sie 20 % der Arbeitskosten geltend machen, bis zu 1.200 € pro Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten und die Zahlung per Überweisung. Neubauleistungen und Materialkosten sind vom Steuerbonus ausgeschlossen.
Bilder: Canva





