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Nach einem Wasserschaden wird eine Bautrocknung vorgenommen.

Bautrocknung nach dem Wasserschaden

Lesedauer 5 Minuten

Die Bautrocknung nach einem Wasserschaden kostet je nach Umfang zwischen 1.500 und 5.000 €, wenn ein Fachbetrieb die komplette Trocknung übernimmt. Wer nur einen einzelnen Raum trocknen muss, mietet einen Kondenstrockner für 30 bis 60 € pro Tag zuzüglich Strom. Ein Wasserschaden entsteht schneller als gedacht, oft durch einen Rohrbruch, aber auch durch Hochwasser, Grundwasser oder defekte Haushaltsgeräte. Auf dieser Seite erfahren Sie, was die Trocknung kostet, wie sie abläuft und wer dafür aufkommt.

Wann ist eine Trocknung nötig?

Eine Trocknung ist immer dann nötig, wenn Feuchtigkeit in Wände, Böden oder Decken eingedrungen ist und nicht von selbst schnell genug abtrocknen kann. Die Zerstörungskraft von Wasser wird oft unterschätzt. Neben den unmittelbaren Schäden sind es vor allem die Folgeschäden, die teuer werden. Ein typischer Folgeschaden ist die Bildung von Schimmel, der ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Hinzu kommen Versalzungen des Mauerwerks und die Entstehung holzzerstörender Pilze bis hin zum Hausschwamm.

Um Folgeschäden und weitere Kosten zu vermeiden, sollte das Wasser möglichst rasch entfernt werden. Feuchte Wände, ein unerklärlicher Mehrverbrauch an Wasser und muffige Gerüche sind typische Indizien. Nicht immer ist ein Wasserschaden offensichtlich, oft ist das Wasser unter den Estrich gedrungen. Im Zweifel sollten Sie deshalb einen Fachbetrieb hinzuziehen, den Sie über blauarbeit.de finden.

Bevor die Trocknung beginnt, sind schnelle Sofortmaßnahmen wichtig, um den Schaden zu begrenzen. Stellen Sie zuerst das Wasser am Haupthahn ab und schalten Sie in den betroffenen Räumen den Strom aus, um Kurzschlüsse und Stromschläge zu vermeiden. Nehmen Sie danach stehendes Wasser auf, bringen Sie durchnässte Möbel und Teppiche aus dem Raum und fotografieren Sie den Schaden für die Versicherung. Erst wenn die Wasserzufuhr gestoppt und der Raum grob geräumt ist, kann die eigentliche Bautrocknung sinnvoll starten.

Was kostet die Bautrocknung?

Die Bautrocknung kostet je nach Umfang zwischen 30 € pro Tag für ein gemietetes Gerät und 5.000 € für eine komplette Trocknung durch den Fachbetrieb. Der Preis hängt vor allem davon ab, wie viel Wasser eingedrungen ist, welche Bauteile betroffen sind und wie lange die Geräte laufen müssen. Zu den reinen Gerätekosten kommen der Strom sowie der Arbeitsaufwand für Bohrungen, Auf- und Abbau der Geräte und die regelmäßigen Feuchtemessungen.

LeistungKosten
Bautrockner / Kondenstrockner mieten (je Gerät und Tag)30 – 60 €
Stromkosten (je Gerät und Tag)zusätzlich 5 – 15 €
Leckortung der undichten Stelle200 – 600 €
Profi-Kompletttrocknung nach Wasserschaden (je nach Umfang)1.500 – 5.000 €

Ein einzelner, oberflächlicher Wasserfleck lässt sich mit einem Mietgerät für wenige hundert € trocknen. Ist dagegen Wasser unter den Estrich oder in die Dämmschicht gelaufen, wird eine aufwendige Estrichtrocknung nötig, die mehrere Geräte und Wochen erfordert und schnell im vierstelligen Bereich landet.

So läuft die Bautrocknung ab

Die Bautrocknung läuft in drei Schritten ab: die Feuchtequelle finden, das Wasser mit technischen Geräten entziehen und den Trocknungsfortschritt messen. Steht die Ursache noch nicht fest, beginnt der Fachbetrieb mit einer Leckortung, bei der die undichte Stelle gezielt aufgespürt wird, ohne die gesamte Wand zu öffnen. Erst wenn das Leck repariert ist, hat die eigentliche Trocknung Sinn.

Bei der Trocknung beschleunigen technische Geräte den natürlichen Trocknungsprozess. Zum Einsatz kommen je nach Bauteil Kondensationstrockner, Absorptionstrockner, Infrarot- oder Mikrowellentrockner. Welches Gerät passt, hängt vom Aufbau der Böden, Decken und Wände ab. Ist Wasser unter den Estrich gelaufen, reicht das Aufstellen von Geräten nicht aus. Dann werden über Bohrlöcher oder Randfugendüsen Schläuche eingebracht. Beim Unterdruckverfahren wird feuchte Luft aus der Dämmschicht abgesaugt und gefiltert, beim Überdruckverfahren wird trockene, leicht erwärmte Luft hineingeblasen.

Während der Trocknung sollte der Raum möglichst geschlossen und beheizt bleiben, denn warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Fenster und Türen bleiben zu, damit die Geräte nicht gegen die feuchte Außenluft anarbeiten. Kondensationstrockner sammeln das entzogene Wasser in einem Behälter oder leiten es über einen Schlauch ab, der regelmäßig kontrolliert werden muss. Ein Hygrometer hilft, den Fortschritt im Blick zu behalten.

Wie lange die Trocknung dauert, hängt von der Schwere des Schadens und dem Verfahren ab. Zwei Wochen sind keine Seltenheit, bei durchnässtem Estrich auch länger. Damit die Trockenzeit kurz bleibt, sollten die Geräte durchgehend laufen. Regelmäßige Zwischenmessungen zeigen, wann die materialspezifische Ausgangsfeuchte wieder erreicht ist. In manchen Fällen sind zusätzliche Arbeiten wie eine Desinfektion oder der Ausbau von Bodenbelägen nötig, die den Ablauf verlängern.

Bautrockner mieten oder Fachbetrieb beauftragen?

Bei einem kleinen, oberflächlichen Schaden können Sie einen Bautrockner selbst mieten, bei einem größeren Schaden ist der Fachbetrieb die bessere Wahl. Ein Mietgerät für 30 bis 60 € pro Tag genügt, wenn nur eine Wand oder ein Raum leicht durchfeuchtet ist und die Ursache klar und behoben ist. Sobald Wasser jedoch in den Estrich, die Dämmung oder in mehrere Bauteile eingedrungen ist, braucht es die richtige Gerätewahl, die passenden Verfahren und Feuchtemessungen, um sicher bis zur Ausgangsfeuchte zu trocknen. Wird zu früh abgebrochen, bleibt Restfeuchte im Bauteil und der Schaden kehrt zurück.

Wer zahlt die Bautrocknung?

Wer die Bautrocknung zahlt, hängt von der Ursache und Ihren Versicherungen ab. Für Leitungswasserschäden am Gebäude kommt in der Regel die Wohngebäudeversicherung auf, für beschädigten Hausrat die Hausratversicherung. Schäden durch Hochwasser oder Starkregen sind meist nur mit einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung abgedeckt. Melden Sie den Schaden früh, dokumentieren Sie ihn mit Fotos und stimmen Sie größere Maßnahmen vorher mit Ihrer Versicherung ab. Was genau übernommen wird, regelt Ihr jeweiliger Vertrag, weshalb sich ein Blick in die Bedingungen oder eine Rückfrage beim Versicherer lohnt.

Schimmelgefahr bei zu kurzer Trocknung

Wird ein Wasserschaden nicht lange genug getrocknet, ist Schimmel fast vorprogrammiert. Schon eine geringe Restfeuchte im Mauerwerk genügt, damit sich innerhalb weniger Wochen Schimmel bildet, der dann eine eigene Schimmelsanierung nötig macht. Genau deshalb sind die abschließenden Feuchtemessungen so wichtig: Sie belegen, dass das Bauteil wirklich trocken ist. Zieht sich Feuchtigkeit dauerhaft ins Mauerwerk, kann außerdem eine Mauertrockenlegung erforderlich werden. Eine gründliche Trocknung ist damit immer günstiger als die spätere Beseitigung der Folgeschäden.

Fragen rund um die Bautrocknung

Was kostet die Trocknung nach einem Wasserschaden?

Ein gemieteter Bautrockner kostet 30 bis 60 € pro Tag zuzüglich Strom. Übernimmt ein Fachbetrieb die komplette Trocknung, liegen die Kosten je nach Umfang zwischen 1.500 und 5.000 €. Kommt eine Leckortung dazu, sind weitere 200 bis 600 € einzuplanen. Den größten Einfluss auf den Preis hat, ob Wasser bis in den Estrich oder die Dämmschicht gelaufen ist.

Wie lange dauert eine Bautrocknung?

In der Regel dauert eine Bautrocknung etwa zwei Wochen, bei durchnässtem Estrich oder starkem Schaden auch länger. Die Geräte sollten dabei möglichst durchgehend laufen. Wann die Trocknung abgeschlossen ist, zeigt keine feste Frist, sondern die Feuchtemessung, mit der die materialspezifische Ausgangsfeuchte überprüft wird.

Kann ich mit einem Bautrockner selbst trocknen?

Bei einem kleinen, oberflächlichen Schaden mit klarer und behobener Ursache ist das möglich. Sobald Wasser jedoch in Estrich, Dämmung oder mehrere Bauteile eingedrungen ist, braucht es die richtige Gerätewahl und Feuchtemessungen. Ein Fachbetrieb stellt sicher, dass wirklich bis zur Ausgangsfeuchte getrocknet wird und keine Restfeuchte zurückbleibt.

Zahlt die Versicherung die Bautrocknung?

Das hängt von Ursache und Vertrag ab. Leitungswasserschäden am Gebäude übernimmt meist die Wohngebäudeversicherung, beschädigten Hausrat die Hausratversicherung. Hochwasser und Starkregen sind oft nur über eine Elementarschadenversicherung gedeckt. Melden Sie den Schaden früh, dokumentieren Sie ihn und stimmen Sie größere Maßnahmen vorab mit dem Versicherer ab.

Was passiert, wenn nicht ausreichend getrocknet wird?

Bleibt Restfeuchte im Bauteil, bildet sich innerhalb weniger Wochen Schimmel, und das Mauerwerk kann dauerhaft feucht bleiben. Dann werden eine Schimmelsanierung oder sogar eine Mauertrockenlegung nötig, die deutlich teurer sind als eine gründliche Trocknung von Anfang an. Die abschließende Feuchtemessung stellt sicher, dass das nicht passiert.

Bild: furmedia / stock.adobe.com

Verfasst von

Mika Lehmann Redakteurin für Handwerk und Sanierung

Mika Lehmann hat Online-Redaktion an der TH Köln studiert und gehört seit 2018 zu den produktivsten Autorinnen des Blauarbeit-Ratgebers. Kaum ein Gewerk, zu dem sie noch nicht geschrieben hat: Ihre Schwerpunkte sind Handwerkskosten, Sanierung und Modernisierung, von Dach und Fassade bis Solar und Energie. Ihr Steckenpferd sind die Zahlen: Was kostet eine Handwerksleistung wirklich, und woran erkennt man ein faires Angebot?

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