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Vom Echten Hausschwamm befallenes Holz

Hausschwamm erkennen und bekämpfen

Lesedauer 5 Minuten

Letzte Aktualisierung am 28. November 2023

Die Bekämpfung eines Echten Hausschwamms kostet meist zwischen 5.000 und 30.000 €, je nach Befallsgrad und ob die Statik betroffen ist. Der Echte Hausschwamm zählt zu den gefährlichsten Holzpilzen: Er zerstört Holz, breitet sich schnell aus und kann sogar Putz und Mauerwerk durchwachsen. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie den Pilz erkennen, was die Sanierung kostet, wie ein Fachbetrieb ihn bekämpft und wie Sie vorbeugen.

Der Echte Hausschwamm, wissenschaftlich Serpula lacrymans, begünstigt sein Wachstum durch Feuchtigkeit, überlebt aber selbst im Trockenen bis zu zwei Jahre in einer Ruhephase. Diesen Mitbewohner will niemand im Haus haben. Besser also frühzeitig vorbeugen und dafür sorgen, dass er sich gar nicht erst einnistet.

Hausschwamm erkennen

Den Echten Hausschwamm erkennen Sie an zwei Dingen: an den Schäden, die er am Holz anrichtet, und an seinem Aussehen aus Fruchtkörper, Sporen und Geruch. Da er sich oft in Hohlräumen hinter Wandverkleidungen, Möbeln oder Fußleisten versteckt, ist die Kombination beider Merkmale wichtig.

Achten Sie auf verfärbtes, brüchiges oder verzogenes Holz. Befallenes Holz bildet Risse längs und quer zur Faser und zerfällt dadurch würfelartig. Falls Sie einen Verdacht haben, aber keinen Pilz finden, drücken Sie tragende Balken mit einem Finger ein. Normalerweise sollten diese sehr fest sein und sich nicht eindrücken lassen.

Die Pilzsporen zeigen sich als rostroter Staub in der Nähe von Holz. Im Anfangsstadium fällt ein pilziger Geruch auf, später wird er sauer und penetrant. Die Fruchtkörper sind zweifarbig, im Randbereich weiß und watteartig, im Kern ocker bis orange. Das Pilzmyzel sieht aus wie hanfartige Fasern. Weil er beim Wachstum kleine Wassertropfen ausscheidet, trägt er auch den Beinamen Tränender Hausschwamm.

Was zeichnet den Hausschwamm aus?

Der Hausschwamm ist ein holzzerstörender Fäulepilz, der sich zunächst auf feuchtem Holz ansiedelt und sich von dort im ganzen Haus ausbreitet. Vor allem auf Nadelhölzern fühlt er sich wohl, doch auch andere Hölzer und organische Materialien wie Textilien oder Spanplatten sind vor ihm nicht sicher. Besonders Holz in feuchten Kellern oder Hohlräumen bietet ihm ideale Bedingungen. Anders als andere Pilze kann er sogar Mauerwerk oder Putz durch- und unterwachsen, was ihm die Ausbreitung zusätzlich erleichtert.

Der Pilz entzieht dem Holz die faserige Zellulose, wodurch es brüchig wird. Dadurch können Dielen, Rahmen oder Balken brechen. Gerade bei tragenden Holzkonstruktionen wie dem Dachstuhl wird das schnell gefährlich. Damit ist der Echte Hausschwamm für sämtliche Haustypen bedrohlich. Findet er günstige Bedingungen, bildet er großflächige Fruchtkörper und produziert überdurchschnittlich viele Sporen.

Was kostet die Hausschwammsanierung?

Die Sanierung eines Hausschwammbefalls kostet meist zwischen 5.000 und 30.000 €. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt vor allem vom Befallsgrad ab und davon, ob tragende Bauteile und damit die Statik betroffen sind. Muss ein Statiker hinzugezogen und tragendes Holz ausgetauscht werden, liegt man am oberen Ende der Spanne. Die folgende Tabelle gibt eine grobe Orientierung.

Befallsgradtypische Kosten
Kleiner, früh erkannter Befall an einzelnen Bauteilen5.000 – 8.000 €
Mittlerer Befall mit mehreren Bauteilen, Putz und Trocknung8.000 – 15.000 €
Großer Befall mit betroffener Statik (tragende Balken, Dachstuhl)15.000 – 30.000 €

In diesen Kosten stecken die Laboranalyse der Pilzproben, das Entfernen und Verbrennen des befallenen Holzes, das Abschlagen von Putz, die Trocknung sowie der Wiederaufbau mit chemisch geschütztem Holz. Bei einigen Versicherungen zählt der Hausschwamm zu den Allmählichkeitsschäden, sodass es Tarife gibt, die einen Teil der Kosten übernehmen. Unter Umständen lassen sich die Kosten für die Sanierung sogar als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.

Dem Hausschwamm vorbeugen

Dem Hausschwamm beugen Sie am besten vor, indem Sie Holz trocken halten und für stetigen Luftaustausch sorgen. Der Pilz mag hohe Luftfeuchtigkeit, ständiges Lüften bereitet ihm dagegen Probleme. Im Winter schadet es nicht, großzügig zu heizen, um eine optimale Raumtemperatur zu halten, denn ab etwa 25 °C stellt der Hausschwamm seine Aktivität ein. Auch im Keller sollten Sie heizen. Ist der Befall jedoch einmal da, löst er sich so nicht auf, dann ist eine umfassende Sanierung nötig.

Kontrollieren Sie versteckte Hohlräume hinter Wandverkleidungen oder Möbeln regelmäßig auf befallenes Holz. Im Keller hilft neben richtigem Lüften auch ein Luftentfeuchter, feuchten Wänden vorzubeugen. Am Dach sollte eine gute Dachdämmung vorliegen, damit der Pilz den hölzernen Dachstuhl nicht befällt. Brennholz und Kartonagen lagern Sie am besten trocken und warm.

Eine besondere Gefahr geht von Rohrbrüchen aus. Schon kleine Lecks liefern genug Wasser, um dem Hausschwamm einen feuchten Nährboden zu bieten. Bei größeren Wasserschäden sollten die Wände umfassend und fachgerecht getrocknet werden, wie im Ratgeber zur Bautrocknung nach dem Wasserschaden beschrieben.

Hausschwamm bei Alt- und Neubau

Betroffen sind vor allem Altbauten, weil sie mehr Holz in der Bausubstanz haben und häufiger mit feuchten Kellern oder Erdgeschossen zu kämpfen haben. Zudem sind Altbauten oft unzureichend gedämmt, sodass sich eine Altbausanierung mit nachträglicher Kerndämmung anbietet. Doch auch ein Neubau ist nicht sicher. Beim Hausbau sollten Sie deshalb einplanen:

  • Möglichst keine Weich- oder Nadelhölzer verbauen
  • Fenster in Keller und Dachboden einbauen, um intensiv lüften zu können
  • Alle Trocknungszeiten von Bauelementen einhalten
  • Eine gute Wärmedämmung einbauen

Meldepflicht bei Hausschwamm

Ob ein Hausschwammbefall meldepflichtig ist, hängt vom Bundesland ab. Da es sich um einen schweren Baumangel handelt, ist ein Befall in einigen Bundesländern nach der jeweiligen Landesbauordnung meldepflichtig, lange Zeit galt das sogar bundesweit. Besteht in Ihrem Bundesland eine Meldepflicht, müssen Befall und Umfang durch einen Sachverständigen festgestellt werden. Unabhängig davon sollten Sie bei einem Befall immer einen auf Bautenschutz spezialisierten Fachbetrieb beauftragen.

Hausschwamm bekämpfen

Der Echte Hausschwamm gehört zu den am schwierigsten zu bekämpfenden Pilzen und erfordert eine umfassende Sanierung durch einen Fachbetrieb. Aufgrund seiner Eigenschaften ist er sogar schwerer zu beseitigen als Schimmel. Professionelle Betriebe gehen dabei nach der DIN 68800-4 zum Holzschutz vor, die die Bekämpfung holzzerstörender Pilze und Insekten regelt.

Vor der Bekämpfung untersucht der Fachbetrieb die Bausubstanz mit einer Endoskopie und nimmt Proben, die im Labor ausgewertet werden. So lässt sich sicher feststellen, ob es sich wirklich um den Echten Hausschwamm handelt und nicht um einen anderen holzzerstörenden Pilz wie den Weißen Porenschwamm. Anschließend werden befallene Hölzer entfernt und verbrannt, um die Ausbreitung der Sporen zu stoppen. Nach der Norm muss das Holz einen Meter über den sichtbaren Befall hinaus entfernt werden, auch kleine Reste wie Holzdübel und befallener Putz werden abgetragen.

Feuchtes, befallenes Mauerwerk wird teilweise mit einem Gasbrenner abgeflammt. Danach werden sämtliche feuchten Wände und Holzkonstruktionen getrocknet und die Feuchtigkeitsursachen beseitigt, etwa durch eine Mauertrockenlegung. Erst dann werden die entfernten Bauteile erneuert, wobei nur chemisch geschützte Harthölzer eingebaut werden. Das ist wichtig, weil der Hausschwamm bei niedriger Feuchtigkeit bis zu zwei Jahre in Trockenstarre überlebt und sonst erneut aktiv werden kann.

Gesundheitsgefährdung durch Hausschwamm

Die Sporen des Hausschwamms sind für gesunde Menschen in der Regel ungefährlich, die eigentliche Gefahr geht von der zerstörten Statik aus. Ein Befall ist zwar unangenehm und sorgt für Ekel, kann aber unter Umständen allergische Reaktionen auslösen. Wirklich gefährlich wird der Hausschwamm, weil er Holzbalken zum Brechen und im schlimmsten Fall ganze Bauteile zum Einsturz bringen kann. Da er häufig durch dieselben Bedingungen wie Schimmel entsteht, treten beide Pilze oft gemeinsam auf, was zusätzlich zu Allergien, Kopfschmerzen und anderen Beschwerden führen kann.

Häufige Fragen zum Hausschwamm

Was kostet die Bekämpfung von Hausschwamm?

Die Sanierung kostet meist zwischen 5.000 und 30.000 €. Ein kleiner, früh erkannter Befall bleibt eher im unteren Bereich, während ein großer Befall mit betroffener Statik das obere Ende erreicht. Weil oft tragende Bauteile ausgetauscht und ein Statiker eingebunden werden müssen, lässt sich der Preis erst nach einer Begutachtung durch den Fachbetrieb genau beziffern.

Wie gefährlich ist der Echte Hausschwamm?

Für die Gesundheit ist er meist ungefährlich, für das Gebäude jedoch hochgefährlich. Er zerstört tragendes Holz so weit, dass Balken brechen und Bauteile einstürzen können. Da er zudem Mauerwerk durchwächst und sich rasant ausbreitet, sollte ein Befall immer schnell und von einem Fachbetrieb behandelt werden.

Ist ein Hausschwammbefall meldepflichtig?

Das hängt vom Bundesland ab. In einigen Bundesländern ist ein Befall nach der jeweiligen Landesbauordnung meldepflichtig, in anderen nicht. Besteht eine Meldepflicht, müssen Befall und Umfang durch einen Sachverständigen festgestellt werden. Unabhängig davon ist bei einem Befall immer ein spezialisierter Fachbetrieb einzuschalten.

Kann ich Hausschwamm selbst bekämpfen?

Nein. Der Echte Hausschwamm ist einer der hartnäckigsten Holzpilze und breitet sich unsichtbar in Hohlräumen und im Mauerwerk aus. Ohne Laboranalyse, das Entfernen des Holzes einen Meter über den sichtbaren Befall hinaus und die vollständige Trockenlegung kehrt er zurück. Die Bekämpfung nach DIN 68800-4 gehört deshalb zwingend in Fachhände.

Wie unterscheidet sich Hausschwamm von Schimmel?

Schimmel siedelt sich oberflächlich auf feuchten Wänden an und belastet vor allem die Atemluft. Der Hausschwamm dagegen zersetzt das Holz von innen und gefährdet die Statik des Gebäudes. Beide entstehen durch Feuchtigkeit und treten oft gemeinsam auf, erfordern aber unterschiedliche Sanierungen, weshalb eine fachliche Bestimmung wichtig ist.

Bild: taviphoto / stock.adobe.com

Alexander Oberst, Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Verfasst von

Alexander Oberst Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Alexander Oberst ist seit 2017 Redakteur beim Blauarbeit-Ratgeber und damit eine der dienstältesten Stimmen der Redaktion. Sein Thema ist die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Handwerksbetrieben: Angebote vergleichen, Aufträge sicher vergeben, Gewährleistung und Anfahrtskosten richtig einordnen. Sein Blick ist dabei immer der des Auftraggebers: Was muss ich wissen, bevor ich unterschreibe?

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4 Kommentare zu „Hausschwamm erkennen und bekämpfen“

  1. Au weia… was ist das denn für ne Brühe? Da würd ich ja lieber auf Nummer sicher gehen und bei Euch einen Handwerkr anrufen.

    1. Redaktion Blauarbeit

      Hallo Vero, das sollten Sie auch auf jeden Fall machen, wenn Sie Anzeichen für einen Befall von Hausschwamm feststellen. Ein spezialisiertes Sanierungsunternehmen kann dann den Hausschwamm entfernen. Viele Grüße, das Blauarbeit-Team. 🙂

  2. Sehr interessanter Artikel! Vor ein paar Jahren hatte ich auch mal Hausschwamm im Keller, da bekommt man ja erst einmal ganz schön Panik. Ich wollte dann auch nicht irgendwie selber mit irgendwelchen giftigen Mitteln rumprobieren, sondern habe mir direkt einen professionellen Schädlingsbekämpfer gesucht, der sich darum gekümmert hat. Die IRT hat den Hausschwamm mit einem speziellen Heißluftverfahren auch sehr kompetent entfernt, sodass ich bisher keine Probleme mehr damit hatte.

  3. Ich wusste nicht dass Hausschwamm auch bei kleinsten Rohrbrüchen droht! Nun werde ich noch einmal sichergehen, dass wir wirklich keinen Wasserschaden bei uns sanieren müssen um Hausschwamm zu vermeiden. Wir hatten nämlich letztes Jahr im Winter einen Fleck bei dem wir uns unsicher waren ob er verfärbt ist, oder nass – das lassen wir noch einmal anschauen.

Die Kommentare sind geschlossen.

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