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Energetische Fassadensanierung eines Wohnhauses, vor der Fassade steht ein Baugerüst

Energetische Sanierung: Kosten und Förderung

Letzte Aktualisierung am 1. Dezember 2020 von A. Mroos

Mit einer gezielten energetischen Sanierung lässt sich in den nächsten Jahrzehnten viel Geld sparen. Damit das klappt, sollte man die Sanierung jedoch gut planen. Hier finden Sie alle wichtigen Infos, um sich für die passenden Sanierungsmaßnahmen entscheiden zu können.

Vorteile und Nachteile der energetischen Sanierung

Vorteile

  • Geringere Heizkosten
  • Wert der Immobilie steigt
  • Hohe Fördermittel
  • Vermeidet Schimmel
  • Haus bleibt im Sommer kühl
  • Betriebskosten von Klimaanlagen sinken
  • Klima und Umwelt werden geschont

Nachteile

  • Hohe Investitionskosten
  • Umsetzung muss gut geplant werden
  • Ausführung von Laien kann Bausubstanz schädigen

Mögliche Sanierungsmaßnahmen und ihre Kosten

Es gibt viele Möglichkeiten für die energetische Sanierung eines Gebäudes. Dabei kann man entweder den Wärmeverlust verhindern – mit Fassadendämmung, Dachdämmung und dreifach verglasten Fenstern – oder die Produktion von Wärme mit modernen Heizungen oder einer Solarthermieanlage effizienter machen.

Lohnt sich die energetische Sanierung überhaupt? Und welche Maßnahmen lohnen sich am meisten? Diese Fragen sind berechtigt, denn bei manchen dieser Maßnahmen wirken die Kosten extrem hoch. Tatsache ist aber, dass auch die teuren Maßnahmen sich schon nach weniger als 20 Jahren rentieren und ab dann sogar Kosten einsparen. Für ein Gebäude ist das keine lange Zeit. Außerdem werden Energiesparmaßnahmen von der Bundesregierung stark gefördert und auch die Kosten für einen Energieberater werden bezuschusst.

Sanierung Mögliche
Kosten
Moderne Heizung 5000 – 25.000 €
Neue Fenster 400 – 1000 € pro Stück
Solarthermie-Anlage 4.000 – 11.000 €
Fassadendämmung 15 – 45 € pro m²
Dachdämmung 15 – 250 € pro m²

Energetische Sanierung staatlich fördern lassen

Für die energetische Sanierung gibt es sowohl Förderungen von der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW), als auch vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die KfW kümmert sich dabei um die allgemeine Steigerung der Energieeffizienz durch Sanierung und das BAFA fördert vor allem Einbau und Erneuerung von Heizungs- und Klimaanlagen – mit besonderem Fokus auf erneuerbare Energien.

KfW-Programm Förderhöhe
430 (Investitionszuschuss) maximal 120.000 €
maximal 48.000 € pro Wohneinheit
151 (Kredit + Tilgungszuschuss) maximal 120.000 € als Kredit
maximal 48.000 € Tilgungszuschuss pro Wohneinheit
152 (Kredit + Tilgungszuschuss) bis zu 50.000 € als Kredit
0,75 % Zinsen12,5 % Tilgungszuschuss

Förderhöhe für die Produkte 430 und 151 im Detail

Effizienzhaus-
Standard
Förderhöhe
KfW-Effizienzhaus 55 40 % von maximal 120.000 €
maximal 48.000 € pro Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 75 35 % von maximal 120.000 €
maximal 42.000 € pro Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 85 30 % von maximal 120.000 €
maximal 36.000 € pro Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 100 27,5 % von maximal 120.000 €
maximal 33.000 € pro Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus 115 25 % von maximal 120.000 €
maximal 30.000 € pro Wohneinheit
KfW-Effizienzhaus Denkmal 25 % von maximal 120.000 €
maximal 30.000 € pro Wohneinheit

Zusätzliche Förderungen gibt es beim Bau eines KfW-Effizienzhaus 40 oder 40 Plus. Diese Varianten werden jedoch nur als Neubau und nicht im Zuge einer energetischen Sanierung gefördert und sind hier deswegen nicht aufgelistet. Falls Sie an einem Neubau nach KfW-Standard interessiert sind, lohnt sich ein Blick auf das KfW-Produkt 153.

KfW-Effizienzhaus-Varianten

Die Höhe der Förderprodukte 151 und 430 richtet sich danach, welchen KfW-Effizienzhaus-Standard das Gebäude nach der Sanierung erfüllt. Diese Standards orientieren sich am EnEV-Referenzgebäude. Je effizienter das Gebäude nach der energetischen Sanierung ist, desto höher die KfW-Förderung.

Effizienzhaus-Standard Primärenergiebedarf Transmissions-
wärmeverlust
KfW-Effizienzhaus 55 55 % 70 %
KfW-Effizienzhaus 70 70 % 85 %
KfW-Effizienzhaus 85 85 % 100 %
KfW-Effizienzhaus 100 100 % 115 %
KfW-Effizienzhaus 115 115 % 130 %
Anforderungen an den KfW-Effizienzhaus-Standard

Niedrigenergiehäuser über KfW-Standard

KfW-Effizienzhäuser sind nicht die einzigen energieeffizienten Hausvarianten. Möglich sind auch Passivhäuser, Nullenergiehäuser oder Plusenergiehäuser. Alle drei sind gleichzeitig auch Gebäude nach KfW-Effizienzhaus-Standard 55. Die Altbausanierung zu einem Niedrigenergiehaus ist nicht leicht und wird daher eher selten durchgeführt. Vor einem Neubau sollte man sie aber auf jeden Fall kennen.

Passivhaus

Bei einem Passivhaus liegt der Jahresprimärenergiebedarf bei maximal 15 kWh/(m²a). Zum Vergleich: Das Passivhaus liegt damit ungefähr bei zehn Prozent des durchschnittlichen Bedarfs von Gebäuden in Deutschland. Damit dieser ambitionierte Wert erreicht werden kann, muss die Wärmedämmung des Hauses sehr gut sein und es braucht eine sehr effiziente Wärmepumpe. Eine aktive Heizung wird nicht eingesetzt, da sie zu viel Energie verbrauchen würde.

Nullenergiehaus

Das Nullenergiehaus funktioniert von der Bauweise und der Heizungsanlage ähnlich wie das Passivhaus. Auch hier kommt die bestmögliche Wärmedämmung zum Einsatz und wird mit einer Wärmepumpe kombiniert. Zusätzlich wird eine Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage eingesetzt, um den Energieverbrauch durch eigene Energieproduktion wieder auszugleichen und zusammengerechnet auf null Energieverbrauch zu kommen. Theoretisch könnte man mit einem Nullenergiehaus also auch autark leben, rechtlich ist das in Deutschland jedoch nicht erlaubt.

Für Nullenergie- und Plusenergiehäuser muss auch darauf geachtet werden, dass das Oberflächen/Volumenverhältnis des Hauses möglichst gering ist. Außerdem lohnen sich großflächige Fenster in Südausrichtung, um durch die Sonneneinstrahlung zusätzliche Wärme aufzunehmen.

Plusenergiehaus

Plusenergiehäuser stellen die höchste Stufe der energetischen Gebäudestandards dar, denn sie erzeugen mehr Energie, als sie verbrauchen. Diese Energie können sie dann in die öffentlichen Versorgungsstrukturen einspeisen. In der Regel handelt es sich dabei um Strom, der durch Photovoltaik oder Windenergie erzeugt wird.

Bild: moritz / stock.adobe.com

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