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Balkonkraftwerk Kosten: zwei schwarze Solarmodule hängen außen an der hellen Balkonbrüstung eines modernen Mehrfamilienhauses

Was kostet ein Balkonkraftwerk?

Lesedauer 4 Minuten

Zwischen 300 und 800 € kostet ein Balkonkraftwerk, je nach Ausstattung. Modelle mit integriertem Speicher liegen bei 600 bis 1.500 €. Dazu kommt die Halterung, die je nach Montageart 30 bis 200 € kostet. Laufende Kosten fallen praktisch keine an, und die Anschaffung macht sich meist in 3 bis 7 Jahren bezahlt. Dieser Ratgeber schlüsselt die einzelnen Posten auf, zeigt eine Beispielrechnung zur Amortisation und beantwortet, wann sich die kleine Solaranlage für Sie finanziell rentiert.

Was kostet ein Balkonkraftwerk?

Ein steckerfertiges Set mit zwei Modulen und Wechselrichter kostet aktuell 300 bis 800 €. Der Preis hängt von der Modulleistung, der Qualität des Wechselrichters und der mitgelieferten Halterung ab. Günstige Einsteigersets beginnen bei rund 300 €, während hochwertige Anlagen mit stärkeren Modulen und langer Garantie eher am oberen Ende liegen. Kommt ein Speicher hinzu, der Solarstrom vom Tag für den Abend bereithält, steigt der Preis.

AusstattungPreisrahmenWofür geeignet
Set mit einem Modul200 bis 450 €kleiner Balkon, wenig Platz
Set mit zwei Modulen (bis 800 Wp)300 bis 800 €Standardlösung mit vollem Ertrag
Set mit Speicher600 bis 1.500 €hoher Abendverbrauch

Ein Set mit zwei Modulen und rund 800 Wp ist für die meisten Haushalte die sinnvollste Wahl, weil es den vollen Ertrag ausschöpft und nur wenig teurer ist als ein Einzelmodul. Der Speicher rechnet sich vor allem für Haushalte, die tagsüber wenig Strom verbrauchen und den Ertrag in die Abendstunden verschieben möchten.

Was kosten Halterung und Anschluss?

Die Halterung ist bei vielen Sets bereits enthalten, bei anderen kommt sie mit 30 bis 200 € obendrauf. Der Preis richtet sich nach der Montageart: Eine einfache Geländerhalterung ist günstig, eine Aufständerung für das Flachdach oder eine Wandmontage kostet mehr, weil sie stabiler und windsicher ausgeführt sein muss.

MontageartKosten der Halterung
Balkongeländer30 bis 80 €
Wand oder Fassade50 bis 120 €
Flachdach oder Garten (aufgeständert)80 bis 200 €
Spezielle Einspeisesteckdose vom Elektriker100 bis 250 €

Eine normale Schuko-Steckdose reicht für den Betrieb nach aktuellem Stand aus, sofern der Stromkreis intakt und ausreichend abgesichert ist. Optional lässt sich eine spezielle Einspeisesteckdose von einem Fachbetrieb setzen, die 100 bis 250 € kostet. Ob dieser Schritt für Ihre Installation sinnvoll ist, klärt der Ratgeber zum Balkonkraftwerk anmelden und ein Blick auf den Wechselrichter als zentrales Bauteil.

Wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk macht sich meist in 3 bis 7 Jahren bezahlt, danach spart es über viele weitere Jahre bares Geld. Wie schnell die Amortisation gelingt, hängt vom Kaufpreis, der Ausrichtung der Module und dem Anteil ab, den Sie selbst verbrauchen.

Ein Rechenbeispiel: Ein Set für 500 € erzeugt an einem Südbalkon rund 700 kWh im Jahr. Verbrauchen Sie davon 70 % direkt selbst, sparen Sie bei einem Strompreis von 35 ct/kWh etwa 170 € pro Jahr. Nach knapp drei Jahren ist die Anlage bezahlt. Steht nur ein Ost- oder Westbalkon zur Verfügung und liegt der Eigenverbrauch niedriger, verschiebt sich die Amortisation eher auf sechs bis sieben Jahre. Wie stark der Standort den Ertrag beeinflusst, zeigt der Ratgeber zur Ausrichtung einer Solaranlage.

Welche laufenden Kosten entstehen?

Laufende Kosten fallen bei einem Balkonkraftwerk praktisch nicht an. Die Anlage arbeitet wartungsfrei, verbraucht selbst keinen nennenswerten Strom und muss nicht regelmäßig gewartet werden. Anders als bei einer großen Dachanlage ist keine jährliche Zählermiete oder Versicherungspauschale nötig.

Sinnvoll ist gelegentlich ein Blick auf die Module: Staub, Laub oder Pollen mindern den Ertrag, lassen sich aber mit Wasser und einem weichen Tuch entfernen. Über die Jahre kann der Wechselrichter als empfindlichstes Bauteil einmal ausfallen und muss dann für rund 80 bis 200 € ersetzt werden. Über die Nutzungsdauer betrachtet bleibt das ein sehr geringer Posten.

Gibt es eine Förderung für Balkonkraftwerke?

Ob es eine Förderung gibt, hängt stark von Ihrem Wohnort ab. Manche Städte, Gemeinden und Bundesländer bezahlen einen Zuschuss von 50 bis 200 € für die Anschaffung, andere fördern gar nicht. Die Programme ändern sich häufig, laufen befristet und sind oft schnell ausgeschöpft.

Fragen Sie deshalb vor dem Kauf gezielt bei Ihrer Stadt oder Gemeinde und beim örtlichen Energieversorger nach, ob ein aktuelles Programm besteht. Der Kauf des Sets selbst ist nach aktuellem Stand von der Umsatzsteuer befreit, sodass Sie die Anlage ohne diesen Aufschlag erwerben. Anbei ein weiterführender Beitrag: Förderung von Photovoltaik.

Rechnet sich die Anschaffung für Sie?

Ob sich ein Balkonkraftwerk finanziell als wirtschaftlich erweist, entscheidet sich an drei Punkten: dem Kaufpreis, der Ausrichtung der Module und Ihrem Stromverbrauch tagsüber. Bei einem sonnigen Süd-, Ost- oder Weststandort und einem Haushalt, der einen Teil des Tages Strom zieht, rechnet sich die Anlage fast immer. Für einen verschatteten Nordbalkon oder einen Haushalt, der tagsüber praktisch keinen Strom verbraucht, fällt die Bilanz dagegen mager aus.

Ein Balkonkraftwerk senkt die Stromrechnung um rund 80 bis 200 € im Jahr, ersetzt aber keine große Anlage. Wer den maximalen Eigenverbrauch anstrebt oder zusätzlich eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto versorgen will, sollte den Sprung zur Dachanlage prüfen. Die Kosten dafür stehen im Überblick zu den Kosten einer Photovoltaikanlage. Ob sich zusätzlich ein Speicher rentiert, klärt der Beitrag zu den Kosten eines Stromspeichers. Was ein Balkonkraftwerk technisch leistet, erklärt der Ratgeber zum Balkonkraftwerk.

Die wichtigsten Fragen zu den Kosten

Wie viel spare ich mit einem Balkonkraftwerk pro Jahr?

Die jährliche Ersparnis liegt bei einem gut ausgerichteten Set meist zwischen 80 und 200 €. Entscheidend ist, wie viel des erzeugten Stroms Sie direkt selbst verbrauchen. Wer tagsüber zu Hause ist und Geräte gezielt in die sonnenreichen Stunden legt, holt mehr heraus. Fließt viel Strom ungenutzt ins Netz, fällt die Ersparnis geringer aus.

Macht ein Balkonkraftwerk mit Speicher Sinn?

Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, weil er Solarstrom vom Tag für den Abend bereithält. Er kostet aber mehrere hundert € zusätzlich und verlängert dadurch die Amortisation. Für Berufstätige, die tagsüber wenig Strom nutzen, kann sich der Speicher rechnen. Wer ohnehin viel am Tag verbraucht, fährt ohne Speicher oft günstiger.

Muss ich das Set beim Kauf versteuern?

Nach aktuellem Stand ist der Kauf steckerfertiger Solaranlagen von der Umsatzsteuer befreit, Sie zahlen also keinen Aufschlag auf den Nettopreis. Auch der erzeugte und selbst genutzte Strom bleibt für private Haushalte steuerfrei. Details zur steuerlichen Behandlung größerer Anlagen finden Sie im Ratgeber zu Photovoltaik und Steuern.

Bekomme ich Geld für eingespeisten Strom?

Bei einem einfachen Balkonkraftwerk erhalten Sie keine Vergütung für Strom, der ungenutzt ins Netz fließt. Der finanzielle Vorteil entsteht allein durch den Eigenverbrauch. Deshalb ist es sinnvoll, die Anlage so zu dimensionieren, dass Sie den erzeugten Strom möglichst vollständig selbst nutzen, statt auf eine Einspeisung zu setzen.

Ist ein teureres Set die Mehrkosten wert?

Häufig ja. Hochwertige Sets bieten stärkere Module, einen langlebigeren Wechselrichter und längere Garantien. Da die Anlage über 20 Jahre Strom liefern soll, zahlt sich die stabilere Ausführung meist aus. Sehr billige Angebote sparen dagegen oft an der Halterung oder am Wechselrichter, was später Ertrag oder Lebensdauer kostet.

Corinna Fröhling, Redakteurin für Kosten und Sanierung

Verfasst von

Corinna Fröhling Redakteurin für Kosten und Sanierung

Corinna Fröhling verantwortet als Redakteurin einen Großteil der Kosten-Ratgeber auf Blauarbeit und prüft neue Beiträge vor der Veröffentlichung. Seit 2019 schreibt sie über Kosten und Preise rund um Haus, Garten und Sanierung, daneben quer durch alle Gewerke. Ihr Anspruch: Preisspannen, mit denen man wirklich planen kann, statt Lockangebote und Schaufensterzahlen.

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