Dach und Fassade

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Dach und Fassade im Überblick

Dach und Fassade sanieren 2026: GEG-Pflichten, BAFA-Förderung und reale Kosten im Überblick

Wer 2026 Dach oder Fassade saniert, muss technische Anforderungen, Förderbedingungen und gesetzliche Vorgaben zusammendenken. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet bestimmte Eigentümer zur Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs. Gleichzeitig fördert der Staat energetische Sanierungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Entscheidend ist dabei: Fördermittel gibt es nur, wenn die Maßnahme die gesetzlichen Mindeststandards übertrifft.

Für Eigentümer bedeutet das vor allem eines: Wer frühzeitig plant und die Sanierung technisch sauber aufsetzt, kann erhebliche Zuschüsse sichern und langfristig Heizkosten senken.


Das Wichtigste in Kürze

  • Eine komplette Dachsanierung kostet 2026 meist zwischen 180 und 340 € pro m² inklusive Dämmung und Neueindeckung.
  • Für energetische Einzelmaßnahmen an Dach und Fassade gewährt die BAFA derzeit 15 % Grundförderung plus 5 % iSFP-Bonus.
  • Nach einem Eigentümerwechsel gilt häufig eine Nachrüstpflicht für die Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke innerhalb von zwei Jahren.
  • Für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus bietet die KfW zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse.
  • Förderanträge müssen grundsätzlich vor Auftragserteilung gestellt werden.

Welche GEG-Pflichten gelten 2026 bei Dach und Fassade?

Das Gebäudeenergiegesetz verpflichtet bestimmte Eigentümer zur energetischen Nachrüstung bestehender Gebäude. Besonders relevant ist § 47 GEG: Danach müssen neue Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses innerhalb von zwei Jahren die oberste Geschossdecke oder das Dach dämmen, sofern die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllt sind.

Maßgeblich ist dabei der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Für Dachflächen und oberste Geschossdecken gilt ein maximal zulässiger U-Wert von 0,24 Watt/(m²•K).

Von der Pflicht ausgenommen sind Eigentümer, die das Gebäude bereits seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen.

Die gesetzliche Grundlage stellt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beim Bundesministerium der Justiz bereit.

Passend dazu:


Wann lohnt sich eine Förderung?

Förderfähig sind energetische Maßnahmen nur dann, wenn die Anforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eingehalten werden. Diese liegen regelmäßig deutlich über den gesetzlichen Mindestwerten des GEG.

Für geförderte Dachdämmungen verlangen die aktuellen technischen Mindestanforderungen einen maximalen U-Wert von 0,14 W/(m²•K).

Das beeinflusst unmittelbar:

  • Dämmstoffart
  • Dämmstoffdicke
  • Aufbauhöhe
  • Materialkosten
  • Anschlussdetails an Traufe und Fenster

Die aktuellen Förderbedingungen veröffentlicht das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Weitere Infos:


Was kostet eine Dachsanierung 2026?

Die Kosten hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab. Eine reine Neueindeckung ist deutlich günstiger als eine energetische Komplettsanierung mit Aufsparrendämmung.

Typische Kosten einer Dachsanierung

SanierungsartKosten pro m²Förderfähig
Neueindeckung ohne Dämmung80–130 €Nein
Neueindeckung mit Lattung110–170 €Nein
Zwischensparrendämmung50–90 €Ja
Aufsparrendämmung inkl. Neueindeckung220–340 €Ja
Dachstuhl-Komplettsanierung350–600 €Teilweise

Ein typisches Einfamilienhaus mit rund 120 m² Dachfläche erreicht bei Aufsparrendämmung und neuer Eindeckung häufig Gesamtkosten zwischen 26.000 und 41.000 €.

Vertiefend:


Welche Dachform eignet sich für Sanierung und Photovoltaik?

Das Satteldach bleibt die wirtschaftlichste Lösung im Bestand. Die Konstruktion ist vergleichsweise einfach, gut zu dämmen und ideal für Photovoltaik geeignet.

Vorteile verschiedener Dachformen

  • Satteldach: wirtschaftlich, langlebig, PV-freundlich
  • Walmdach: hochwertigere Optik, aber höhere Sanierungskosten
  • Pultdach: beliebt bei moderner Architektur
  • Flachdach: ideal für Begrünung und aufgeständerte PV-Anlagen

Mehr dazu:


Dachziegel oder Dachpfannen: Was ist wirtschaftlicher?

Tonziegel sind teurer in der Anschaffung, erreichen aber meist deutlich längere Standzeiten. Betonsteine sind günstiger und heute technisch ausgereift, jedoch etwas schwerer und oft weniger langlebig.

MaterialPreis pro m²Lebensdauer
Tonziegel25–55 €60–80 Jahre
Betondachsteine18–35 €40–60 Jahre
Schiefer70–130 €bis 150 Jahre
Metall-Stehfalz55–95 €50–80 Jahre

Weitere Beiträge zu Dachdeckungsarten:


Dachausbau: Wann rechnet sich zusätzlicher Wohnraum?

Ein Dachausbau kostet meist zwischen 800 und 1.700 € pro m² Wohnfläche und bleibt damit häufig günstiger als ein klassischer Anbau.

Entscheidend sind:

  • Dachneigung
  • Kniestockhöhe
  • Statik
  • Brandschutz
  • Belichtung
  • Heizungs- und Elektroplanung

Mehr dazu:


Flachdach sanieren: Welche Abdichtung hält am längsten?

Bei Flachdächern dominieren drei Systeme:

MaterialLebensdauer
EPDM (Synthesekautschukbasis)40–50 Jahre
Bitumenbahnen30–40 Jahre
PVC/FPO (Kunststoff-Dachbahnen)25–35 Jahre

EPDM (Synthesekautschuk) gilt als besonders langlebig und UV-beständig, ist jedoch kostenintensiver.

Weiterführend:


Welche Fassadensanierung ist sinnvoll?

Die wirtschaftlichste Lösung im Bestand bleibt meist die Putzfassade mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) gelten dagegen als besonders langlebig und feuchteresistent.

Fassadenkosten im Überblick

FassadenartKosten pro m²
Putzfassade mit WDVS130–200 €
Klinkerfassade180–280 €
Holzfassade150–260 €
Vorgehängte hinterlüftete Fassade200–350 €

Vertiefende Inhalte:


WDVS oder vorgehängte hinterlüftete Fassade?

WDVS (Wärmedämmverbundsystem: mehrschichtige Konstruktion zur Außendämmung von Gebäudeaußenwänden) bleibt die Standardlösung bei energetischen Sanierungen. Die Dämmplatten werden direkt auf die Außenwand geklebt und anschließend verputzt.

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade arbeitet dagegen mit einer Hinterlüftungsebene zwischen Dämmung und Außenhaut. Das verbessert den Feuchteschutz und erhöht die Lebensdauer.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass Eigentümer die langfristige Wirtschaftlichkeit von Fassadendämmungen häufig unterschätzen.

Mehr dazu:


Welche Dämmstoffe eignen sich?

Die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst sowohl Förderfähigkeit als auch sommerlichen Hitzeschutz.

MaterialWärmeleitfähigkeitBesonderheit
EPS (Hartschaumplatten)günstigStandard im WDVS
Mineralwollenicht brennbarguter Schallschutz
Holzfaserhoher Hitzeschutzökologisch
PUR/PIR (synthetische Hartschaumplatten auf Erdölbasis)sehr hohe Dämmleistunggeringe Aufbauhöhe

Gerade im Dachbereich bietet Holzfaser Vorteile beim sommerlichen Wärmeschutz, weil sie Wärme langsamer ins Gebäudeinnere weiterleitet.

Weiterführend:


Welche Förderungen gibt es 2026?

Die BAFA fördert Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle derzeit mit:

15 % + 5 % iSFP-Bonus = 20 % Förderung

Die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben für energetische Maßnahmen nach den Nummern 5.1, 5.2 und 5.4 beträgt insgesamt 30.000 € pro Wohneinheit. Abweichend davon erhöht sich diese Höchstgrenze auf 60.000 € pro Wohneinheit, wenn für die Maßnahmen der iSFP-Bonus nach Nummer 8.4.2 gewährt wird oder wenn der Eigentümer des Gebäudes nach Nummer 5.2 der Richtlinie für die Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude (EBW)“ nicht antragsberechtigt für den iSFP ist. (Quelle: bafa.de)

Wichtig bei der Antragstellung

  • Antrag immer vor Auftragserteilung stellen
  • Energieberater frühzeitig einbinden
  • Fachunternehmererklärung aufbewahren
  • Technische Mindestanforderungen einhalten

Die offiziellen Programme:

Praxisberichte zeigen, dass viele Eigentümer den Energieberater zu spät einbinden und dadurch Förderpotenzial verschenken.


Eigenleistung: Was ist erlaubt?

Eigenleistungen sind nur bei einfachen Arbeiten sinnvoll und rechtlich unkritisch.

Typische Eigenleistungen

  • Dachrinne reinigen
  • Holzfassade streichen
  • kleinere Vorarbeiten
  • Moos entfernen

Arbeiten für Fachbetriebe

  • Dachabdichtung
  • Statik
  • energetische Dämmung mit Förderbezug
  • Asbestsanierung
  • Gerüstbau

Gerade bei geförderten Maßnahmen ist eine Fachunternehmererklärung verpflichtend.

Bei Asbest gelten zusätzlich die Vorgaben der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 519.


Steuerliche Vorteile nutzen

Alternativ zur BAFA-Förderung können Eigentümer energetische Sanierungen nach § 35c EStG steuerlich geltend machen. Dabei lassen sich über drei Jahre verteilt bis zu 20 % der Kosten von der Einkommensteuer abziehen.

Die steuerliche Förderung kann jedoch nicht zusätzlich mit BAFA-Zuschüssen kombiniert werden.

Details bietet das Bundesfinanzministerium zur steuerlichen Förderung energetischer Maßnahmen.


Fazit: Frühzeitige Planung spart Geld

Wer Dach oder Fassade 2026 saniert, sollte technische Anforderungen, Förderbedingungen und Bauabläufe gemeinsam planen. Besonders wichtig sind dabei:

  • rechtzeitige Förderanträge
  • fachgerechte energetische Planung
  • Abstimmung mit Energieberater und Handwerksbetrieb
  • realistische Budgetplanung inklusive Gerüst, Statik und Nebenkosten

Eine sauber geplante energetische Sanierung erhöht nicht nur den Gebäudewert, sondern reduziert dauerhaft Energiekosten und verbessert den Wohnkomfort deutlich.

Dachsanierung und Dachausbau

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