Dach und Fassade

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung

— Themen

Dach und Fassade im Überblick

Dach und Fassade sanieren 2026: GModG, Förderung und Kosten im Überblick

Eine Dach- oder Fassadensanierung verbindet 2026 bauliche, energetische und finanzielle Fragen. Für bestehende Gebäude gelten Anforderungen an den Wärmeschutz, wenn bestimmte Bauteile erneuert oder geändert werden. Gleichzeitig können energetische Maßnahmen an der Gebäudehülle über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert werden.

Seit dem 29. Juli 2026 gilt dabei eine wichtige Neuerung: Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurde in Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) umbenannt und inhaltlich geändert. Die bisherige 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen. Für die Sanierung von Dach und Fassade bleiben die Anforderungen an den Wärmeschutz jedoch relevant.

Für Eigentümer kommt es deshalb darauf an, die geplanten Arbeiten frühzeitig zu planen, die Anforderungen an die Gebäudehülle zu prüfen und Fördermittel vor Beginn der förderrelevanten Maßnahme richtig einzuordnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Dachsanierung mit neuer Dacheindeckung und Dämmung kostet 2026 je nach Aufbau, Dachform und Material häufig etwa 180 bis 340 € pro m².
  • Für energetische Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle beträgt die BEG-Förderung über das BAFA 15 % Grundförderung. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) sind zusätzlich 5 % Bonus möglich. Damit sind bis zu 20 % Zuschuss möglich.
  • Bei bestimmten Ein- und Zweifamilienhäusern kann nach einem Eigentümerwechsel eine Nachrüstpflicht für die oberste Geschossdecke oder das Dach bestehen.
  • Für eine umfassende Sanierung zum Effizienzhaus bietet die KfW mit dem Programm 261 einen Förderkredit mit Tilgungszuschuss an.
  • Bei geförderten Maßnahmen müssen die jeweiligen Förderbedingungen vor Beginn der Arbeiten und bei der Vertragsgestaltung beachtet werden.

Welche Anforderungen gelten 2026 bei Dach und Fassade?

Das GModG enthält weiterhin Anforderungen an bestehende Gebäude. Für die energetische Nachrüstung der obersten Geschossdecke ist insbesondere die Regelung zur Dämmung relevant.

Die gesetzliche Anforderung betrifft grundsätzlich oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen, die den vorgeschriebenen Mindestwärmeschutz nicht erfüllen. Die Anforderung gilt als erfüllt, wenn die oberste Geschossdecke entsprechend gedämmt wird oder das darüberliegende Dach die Anforderungen erfüllt. Der maximal zulässige Wärmedurchgangskoeffizient beträgt grundsätzlich 0,24 W/(m²·K).

Bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen gibt es eine besondere Regelung für selbstnutzende Eigentümer. Hat der Eigentümer eine Wohnung bereits am 1. Februar 2002 selbst bewohnt, wird die Nachrüstpflicht grundsätzlich erst bei einem späteren Eigentümerwechsel ausgelöst. Die Frist beträgt dann zwei Jahre ab dem ersten Eigentumsübergang nach dem 1. Februar 2002.

Die aktuellen gesetzlichen Regelungen finden Sie im Gebäudeenergiegesetz (GEG) beim Bundesministerium der Justiz.

Passend dazu:

Welche Anforderungen gelten bei einer Sanierung?

Wird ein bestehendes Gebäude saniert und werden Außenbauteile wie Dach oder Fassade erneuert oder verändert, können energetische Anforderungen an das jeweilige Bauteil greifen.

Die gesetzlichen Anforderungen und die technischen Mindestanforderungen der Förderung sind allerdings nicht dasselbe. Eine Maßnahme kann deshalb nach dem GModG zulässig sein, ohne automatisch förderfähig zu sein.

Für eine Förderung über die BEG gelten zusätzliche technische Voraussetzungen. Bei geförderten Dachflächen liegt der maximale U-Wert nach den technischen Mindestanforderungen grundsätzlich bei 0,14 W/(m²·K). Dieser Wert gilt unter anderem für Dachflächen von Schrägdächern und zugehörige Kehlbalkenlagen sowie für oberste Geschossdecken und Wände gegen unbeheizte Dachräume.

Der angestrebte U-Wert beeinflusst unter anderem:

  • Dämmstoffart
  • Dämmstoffdicke
  • Aufbauhöhe
  • Materialkosten
  • Anschlussdetails
  • Wärmebrücken
  • Ausführung an Traufe, Ortgang und Dachfenstern

Die aktuellen Förderbedingungen veröffentlicht das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Weitere Infos:

Was kostet eine Dachsanierung 2026?

Die Kosten einer Dachsanierung hängen vom Zustand des Dachs und vom Umfang der Arbeiten ab. Eine reine Neueindeckung kostet weniger als eine energetische Sanierung mit neuer Dämmung, Unterkonstruktion und Neueindeckung.

Typische Kosten einer Dachsanierung

SanierungsartKosten pro m²Förderfähigkeit
Neueindeckung ohne Dämmung80–130 €in der Regel nein
Neueindeckung mit Lattung110–170 €in der Regel nein
Zwischensparrendämmung50–90 €bei Erfüllung der Förderbedingungen ja
Aufsparrendämmung inklusive Neueindeckung220–340 €bei Erfüllung der Förderbedingungen ja
Dachstuhl-Komplettsanierung350–600 €abhängig vom Maßnahmenumfang

Die tatsächlichen Preise können regional und je nach Dachform, Material, Gerüst, Entsorgung, Dachfenstern und notwendiger Reparatur des Dachstuhls abweichen.

Bei einem Einfamilienhaus mit rund 120 m² Dachfläche können für eine Aufsparrendämmung mit neuer Dacheindeckung beispielsweise 26.000 bis 41.000 € anfallen.

Vertiefend:

Welche Dachform eignet sich für Sanierung und Photovoltaik?

Bei der Sanierung eines bestehenden Gebäudes sollte die Dachform nicht allein nach dem Preis beurteilt werden. Auch Dachfläche, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik spielen bei einer geplanten Photovoltaikanlage eine Rolle.

Vorteile verschiedener Dachformen

  • Satteldach: häufig einfache Konstruktion und gute Voraussetzungen für Photovoltaik
  • Walmdach: mehrere Dachflächen, dadurch häufig höhere Kosten und mehr Dachflächen mit unterschiedlichen Ausrichtungen
  • Pultdach: große zusammenhängende Dachfläche möglich
  • Flachdach: geeignet für aufgeständerte Photovoltaikanlagen und Dachbegrünung, sofern Statik und Dachaufbau dies zulassen

Das Satteldach ist deshalb nicht grundsätzlich die wirtschaftlichste Dachform. Bei einer Sanierung zählt der vorhandene Bestand.

Mehr dazu:

Dachziegel oder Dachpfannen: Was ist wirtschaftlicher?

Tonziegel und Betondachsteine unterscheiden sich vor allem bei Materialpreis, Gewicht, Optik und erwartbarer Lebensdauer. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt stark von Qualität, Witterung, Dachneigung, Wartung und Einbausituation ab.

MaterialPreis pro m²mögliche Lebensdauer
Tonziegel25–55 €etwa 60–80 Jahre
Betondachsteine18–35 €etwa 40–60 Jahre
Schiefer70–130 €bis etwa 100–150 Jahre
Metall-Stehfalz55–95 €etwa 50–80 Jahre

Die Werte sind Orientierungswerte für das Material und keine vollständigen Kosten einer Dacheindeckung. Unterkonstruktion, Lattung, Befestigung, Arbeitskosten und Nebenarbeiten kommen hinzu.

Weitere Beiträge zu Dachdeckungsarten:

Dachausbau: Wann rechnet sich zusätzlicher Wohnraum?

Ein Dachausbau kostet häufig etwa 800 bis 1.700 € pro m² Wohnfläche. Bei hochwertigem Ausbau, statischen Eingriffen, neuen Dachfenstern oder einer umfangreichen Änderung des Dachaufbaus können die Kosten höher liegen.

Vor dem Ausbau sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:

  • Dachneigung
  • Kniestockhöhe
  • Statik
  • Brandschutz
  • Belichtung und Belüftung
  • Wärmeschutz
  • Heizungsplanung
  • Elektroinstallation
  • vorhandene Leitungen
  • baurechtliche Zulässigkeit

Ob ein Dachausbau genehmigungspflichtig ist, hängt vom konkreten Vorhaben und vom jeweiligen Landesrecht ab.

Mehr dazu:

Flachdach sanieren: Welche Abdichtung hält am längsten?

Bei Flachdächern kommen unter anderem Kunststoffbahnen und Bitumenbahnen zum Einsatz. Die Lebensdauer hängt nicht nur vom Material, sondern auch von Dachaufbau, Verarbeitung, UV-Belastung, Wartung und Entwässerung ab.

Materialmögliche Lebensdauer
EPDMetwa 40–50 Jahre
Bitumenbahnenetwa 30–40 Jahre
PVC/FPOetwa 25–35 Jahre

EPDM-Dachbahnen können eine hohe Lebensdauer und gute Witterungsbeständigkeit erreichen. Welche Abdichtung für ein bestimmtes Flachdach geeignet ist, hängt jedoch vom vorhandenen Dachaufbau und der geplanten Nutzung ab.

Weiterführend:

Welche Fassadensanierung ist sinnvoll?

Bei der Fassadensanierung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist häufig eine wirtschaftliche Möglichkeit, die Außenwand energetisch zu verbessern. Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) bietet konstruktive Vorteile und erlaubt eine große Auswahl bei der äußeren Bekleidung.

Die geeignete Lösung hängt unter anderem von Wandaufbau, Zustand der Fassade, Brandschutz, Gestaltung, Grundstücksgrenzen und den gewünschten energetischen Eigenschaften ab.

Fassadenkosten im Überblick

FassadenartKosten pro m²
Putzfassade mit WDVS130–200 €
Klinkerfassade180–280 €
Holzfassade150–260 €
Vorgehängte hinterlüftete Fassade200–350 €

Die Preise sind Orientierungswerte und können durch Dämmstoff, Unterkonstruktion, Gerüst, Fensteranschlüsse, Sockelbereich und vorhandene Schäden variieren.

Vertiefende Inhalte:

WDVS oder vorgehängte hinterlüftete Fassade?

Ein Wärmedämmverbundsystem besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten. Dazu gehören Dämmstoff, Befestigung, Armierungsschicht und Außenputz.

Bei einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade wird die Außenbekleidung mit einer Unterkonstruktion vor der Dämmebene befestigt. Zwischen Bekleidung und Dämmung befindet sich eine Hinterlüftungsebene.

Beide Systeme können bei einer energetischen Sanierung sinnvoll sein. Eine pauschale Aussage, dass eine Variante immer wirtschaftlicher oder langlebiger ist, lässt sich nicht treffen.

Entscheidend sind unter anderem:

  • vorhandener Wandaufbau
  • gewünschte Dämmwirkung
  • Brandschutz
  • Feuchteschutz
  • Gestaltung
  • Wartungsaufwand
  • Anschlüsse an Fenster und Dach
  • Kosten für Unterkonstruktion und Bekleidung

Mehr dazu:

Welche Dämmstoffe eignen sich?

Die Auswahl des Dämmstoffs beeinflusst Wärmeleitfähigkeit, Aufbauhöhe, Brandschutz, Schallschutz und sommerlichen Wärmeschutz.

MaterialEigenschaften
EPSleicht, vergleichsweise günstig, häufig im WDVS eingesetzt
Mineralwollenicht brennbar, guter Schallschutz
Holzfasergute Wärmespeicherung und sommerlicher Wärmeschutz
PUR/PIRhohe Dämmwirkung bei geringer Aufbauhöhe

Bei der Auswahl sollte nicht allein die Wärmeleitfähigkeit betrachtet werden. Für Dach und Fassade sind auch Brandschutz, Feuchteverhalten, Konstruktion und Anschlussdetails wichtig.

Gerade im Dachbereich können Holzfaserplatten aufgrund ihrer Wärmespeicherfähigkeit Vorteile beim sommerlichen Wärmeschutz bieten.

Weiterführend:

Welche Förderungen gibt es 2026 für Dach und Fassade?

Energetische Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle werden im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) über das BAFA gefördert.

Für Maßnahmen an der Gebäudehülle beträgt die Grundförderung:

15 % Grundförderung + 5 % iSFP-Bonus = bis zu 20 % Förderung

Der iSFP-Bonus setzt voraus, dass die Maßnahme Bestandteil eines geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) ist und die jeweiligen Bedingungen erfüllt sind.

Die förderfähigen Ausgaben sind grundsätzlich auf 30.000 € je Wohneinheit begrenzt. Bei Maßnahmen mit iSFP-Bonus kann die Obergrenze auf 60.000 € je Wohneinheit steigen. Die entsprechenden Fördervoraussetzungen müssen erfüllt sein.

Bei einem Einfamilienhaus können damit bei einem förderfähigen Investitionsvolumen von 60.000 € und bestehendem iSFP beispielsweise bis zu 12.000 € Zuschuss möglich sein.

Welche Maßnahmen werden an der Gebäudehülle gefördert?

Dazu gehören unter anderem Maßnahmen an:

  • Außenwänden
  • Dachflächen
  • Geschossdecken
  • Bodenflächen gegen unbeheizte Bereiche oder Erdreich
  • Fenstern
  • Außentüren
  • Sonnenschutzeinrichtungen

Die jeweilige Maßnahme muss die technischen Mindestanforderungen der BEG erfüllen.

Die offiziellen Programme:

Was ist bei der Antragstellung zu beachten?

Bei einer geförderten Gebäudehülle muss die Antragstellung beziehungsweise Vertragsgestaltung entsprechend den aktuellen BAFA-Vorgaben erfolgen. Ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag kann unter den vorgesehenen Bedingungen bereits vor der Antragstellung geschlossen werden, wenn er eine geeignete aufschiebende oder auflösende Bedingung zur Förderzusage enthält. Bei bestimmten Konstellationen gelten Ausnahmen.

Deshalb sollte vor der Unterschrift unter einen Handwerkervertrag geklärt werden:

  1. Welche Maßnahme soll gefördert werden?
  2. Ist ein iSFP vorhanden?
  3. Welche technischen Mindestanforderungen gelten?
  4. Welche Kosten sind förderfähig?
  5. Welche Vertragsklausel muss der Handwerkervertrag enthalten?
  6. Wann darf mit der Ausführung begonnen werden?

Ein Energieeffizienz-Experte sollte insbesondere bei größeren energetischen Sanierungen frühzeitig eingebunden werden.

KfW 261: Förderung für die Sanierung zum Effizienzhaus

Eine umfassende energetische Sanierung kann über das KfW-Programm 261 Wohngebäudekredit finanziert werden.

Der Kredit beträgt bis zu 150.000 € je Wohneinheit. Die Höhe des Tilgungszuschusses hängt von der erreichten Effizienzhausstufe und weiteren Voraussetzungen ab. Nach dem aktuellen Förderstand sind beispielsweise folgende Tilgungszuschüsse vorgesehen:

Effizienzhaus-StufeTilgungszuschuss
Effizienzhaus 40 EE10 %
Effizienzhaus 40 NH15 %
Effizienzhaus 55 EE5 %
Effizienzhaus 55 NH10 %
Effizienzhaus 70 NH5 %
Effizienzhaus 85 NH5 %
Effizienzhaus Denkmal EE5 %
Effizienzhaus Denkmal NH10 %

Für bestimmte Sanierungen können zusätzliche Boni hinzukommen. Beim Worst Performing Building (WPB) ist ein zusätzlicher Tilgungszuschuss von 10 Prozentpunkten möglich. Für bestimmte serielle Sanierungen kann ein zusätzlicher Bonus von 15 Prozentpunkten gewährt werden.

Ein Energieeffizienz-Experte ist für die Förderung erforderlich. Die Förderung steht zudem unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel.

Eigenleistung: Was können Eigentümer selbst übernehmen?

Eigenleistungen sind bei einer Sanierung grundsätzlich möglich. Bei Arbeiten an Dach und Fassade sollten jedoch Sicherheits- und Fachanforderungen berücksichtigt werden.

Geeignet können beispielsweise sein:

  • einfache Malerarbeiten
  • kleinere Vorarbeiten
  • Reinigung von Dachrinnen
  • Entfernen von Moos, soweit keine gefährlichen Stoffe oder Arbeiten in großer Höhe betroffen sind
  • einfache Arbeiten an einer Holzfassade

Fachbetriebe sollten insbesondere bei folgenden Arbeiten eingesetzt werden:

  • Dachabdichtung
  • statisch relevante Arbeiten
  • Arbeiten an tragenden Bauteilen
  • Arbeiten mit Asbest
  • Arbeiten an sicherheitsrelevanten Bauteilen
  • anspruchsvolle energetische Dämmarbeiten
  • Gerüstbau

Bei Asbest gelten besondere Schutzvorschriften. Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 519 enthalten die Anforderungen für Tätigkeiten mit asbesthaltigen Materialien.

Eigenleistung und Förderung

Eigenleistungen sind nicht automatisch förderschädlich. Bei BEG-Einzelmaßnahmen können unter den jeweiligen Voraussetzungen Materialkosten für Eigenleistungen förderfähig sein. Die Arbeitsleistung des Eigentümers selbst wird dagegen nicht als förderfähige Handwerkerleistung angesetzt.

Gerade bei einer geförderten Sanierung sollte deshalb vor Beginn der Eigenleistung geklärt werden, welche Kosten nach dem konkreten Förderprogramm anerkannt werden.

Steuerliche Vorteile bei Dach- und Fassadensanierung

Für energetische Sanierungsmaßnahmen an selbst genutztem Wohneigentum kann unter bestimmten Voraussetzungen die Steuerermäßigung nach § 35c EStG genutzt werden.

Die Steuerermäßigung beträgt insgesamt 20 % der begünstigten Aufwendungen und wird über drei Jahre verteilt:

  • 7 % im Jahr des Abschlusses der Maßnahme
  • 7 % im folgenden Jahr
  • 6 % im dritten Jahr

Insgesamt sind bis zu 40.000 € je begünstigtem Objekt möglich.

Die steuerliche Förderung kann nicht für dieselben Kosten genutzt werden, für die bereits eine entsprechende öffentliche Förderung in Form eines Zuschusses oder zinsverbilligten Darlehens in Anspruch genommen wurde.

Details bietet das Bundesfinanzministerium zur steuerlichen Förderung energetischer Maßnahmen.

BAFA oder Steuerbonus: Welche Förderung ist besser?

Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Entscheidend sind Investitionssumme, Einkommensteuersituation, Förderfähigkeit und Art der Sanierungsmaßnahme.

Bei einer energetischen Dach- oder Fassadensanierung sollten Eigentümer deshalb vor Beginn der Arbeiten vergleichen:

  • BAFA-Zuschuss
  • iSFP-Bonus
  • mögliche KfW-Finanzierung
  • Steuerermäßigung nach § 35c EStG
  • mögliche Kombinationen verschiedener Förderprogramme

Dieselbe Ausgabe darf nicht mehrfach für unterschiedliche Förderungen angesetzt werden.

Dach und Fassade gleichzeitig sanieren?

Eine gemeinsame Sanierung kann sinnvoll sein, wenn ohnehin ein Gerüst benötigt wird. Bei einer Fassadendämmung und einer Dachsanierung lassen sich beispielsweise Gerüst- und Planungsaufwand teilweise gemeinsam organisieren.

Technisch sollten insbesondere folgende Anschlüsse abgestimmt werden:

  • Dach und Außenwand
  • Traufe
  • Ortgang
  • Fenster
  • Rollladenkästen
  • Sockel
  • Balkone
  • Dachüberstände

Eine energetische Sanierung sollte deshalb nicht nur nach einzelnen Gewerken geplant werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel der Bauteile.

Fazit: Dach und Fassade 2026 richtig sanieren

Eine Dach- oder Fassadensanierung sollte 2026 nicht nur nach dem Quadratmeterpreis geplant werden. Entscheidend sind der vorhandene Gebäudezustand, die Anforderungen des GModG, der gewünschte energetische Standard und die verfügbaren Fördermöglichkeiten.

Für die Gebäudehülle bietet die BEG weiterhin 15 % Grundförderung plus 5 % iSFP-Bonus. Bei einer umfassenden Sanierung zum Effizienzhaus kann zusätzlich der KfW-Kredit 261 mit Tilgungszuschuss interessant sein.

Vor der Beauftragung sollten Eigentümer deshalb:

  • den energetischen Zustand des Gebäudes prüfen,
  • die Sanierungsmaßnahmen aufeinander abstimmen,
  • technische Mindestanforderungen der Förderung prüfen,
  • einen Energieeffizienz-Experten einbinden,
  • die Förderbedingungen vor Vertragsabschluss klären,
  • mehrere Handwerkerangebote vergleichen,
  • Gerüst-, Entsorgungs- und Nebenarbeiten in die Kalkulation aufnehmen.

Eine gut geplante Sanierung verbessert den Wärmeschutz des Gebäudes, kann den Energieverbrauch reduzieren und langfristig den Werterhalt der Immobilie unterstützen.

Dach und Fassade sanieren 2026: GEG-Pflichten, BAFA-Förderung und reale Kosten im Überblick

Wer 2026 Dach oder Fassade saniert, muss technische Anforderungen, Förderbedingungen und gesetzliche Vorgaben zusammendenken. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verpflichtet bestimmte Eigentümer zur Dämmung der obersten Geschossdecke oder des Dachs. Gleichzeitig fördert der Staat energetische Sanierungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Entscheidend ist dabei: Fördermittel gibt es nur, wenn die Maßnahme die gesetzlichen Mindeststandards übertrifft.

Für Eigentümer bedeutet das vor allem eines: Wer frühzeitig plant und die Sanierung technisch sauber aufsetzt, kann erhebliche Zuschüsse sichern und langfristig Heizkosten senken.


Das Wichtigste in Kürze

  • Eine komplette Dachsanierung kostet 2026 meist zwischen 180 und 340 € pro m² inklusive Dämmung und Neueindeckung.
  • Für energetische Einzelmaßnahmen an Dach und Fassade gewährt die BAFA derzeit 15 % Grundförderung plus 5 % iSFP-Bonus.
  • Nach einem Eigentümerwechsel gilt häufig eine Nachrüstpflicht für die Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke innerhalb von zwei Jahren.
  • Für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus bietet die KfW zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse.
  • Förderanträge müssen grundsätzlich vor Auftragserteilung gestellt werden.

Welche GEG-Pflichten gelten 2026 bei Dach und Fassade?

Das Gebäudeenergiegesetz verpflichtet bestimmte Eigentümer zur energetischen Nachrüstung bestehender Gebäude. Besonders relevant ist § 47 GEG: Danach müssen neue Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses innerhalb von zwei Jahren die oberste Geschossdecke oder das Dach dämmen, sofern die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllt sind.

Maßgeblich ist dabei der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert). Für Dachflächen und oberste Geschossdecken gilt ein maximal zulässiger U-Wert von 0,24 Watt/(m²•K).

Von der Pflicht ausgenommen sind Eigentümer, die das Gebäude bereits seit dem 1. Februar 2002 selbst bewohnen.

Die gesetzliche Grundlage stellt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beim Bundesministerium der Justiz bereit.

Passend dazu:


Wann lohnt sich eine Förderung?

Förderfähig sind energetische Maßnahmen nur dann, wenn die Anforderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) eingehalten werden. Diese liegen regelmäßig deutlich über den gesetzlichen Mindestwerten des GEG.

Für geförderte Dachdämmungen verlangen die aktuellen technischen Mindestanforderungen einen maximalen U-Wert von 0,14 W/(m²•K).

Das beeinflusst unmittelbar:

  • Dämmstoffart
  • Dämmstoffdicke
  • Aufbauhöhe
  • Materialkosten
  • Anschlussdetails an Traufe und Fenster

Die aktuellen Förderbedingungen veröffentlicht das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Weitere Infos:


Was kostet eine Dachsanierung 2026?

Die Kosten hängen stark vom Umfang der Arbeiten ab. Eine reine Neueindeckung ist deutlich günstiger als eine energetische Komplettsanierung mit Aufsparrendämmung.

Typische Kosten einer Dachsanierung

SanierungsartKosten pro m²Förderfähig
Neueindeckung ohne Dämmung80–130 €Nein
Neueindeckung mit Lattung110–170 €Nein
Zwischensparrendämmung50–90 €Ja
Aufsparrendämmung inkl. Neueindeckung220–340 €Ja
Dachstuhl-Komplettsanierung350–600 €Teilweise

Ein typisches Einfamilienhaus mit rund 120 m² Dachfläche erreicht bei Aufsparrendämmung und neuer Eindeckung häufig Gesamtkosten zwischen 26.000 und 41.000 €.

Vertiefend:


Welche Dachform eignet sich für Sanierung und Photovoltaik?

Das Satteldach bleibt die wirtschaftlichste Lösung im Bestand. Die Konstruktion ist vergleichsweise einfach, gut zu dämmen und ideal für Photovoltaik geeignet.

Vorteile verschiedener Dachformen

  • Satteldach: wirtschaftlich, langlebig, PV-freundlich
  • Walmdach: hochwertigere Optik, aber höhere Sanierungskosten
  • Pultdach: beliebt bei moderner Architektur
  • Flachdach: ideal für Begrünung und aufgeständerte PV-Anlagen

Mehr dazu:


Dachziegel oder Dachpfannen: Was ist wirtschaftlicher?

Tonziegel sind teurer in der Anschaffung, erreichen aber meist deutlich längere Standzeiten. Betonsteine sind günstiger und heute technisch ausgereift, jedoch etwas schwerer und oft weniger langlebig.

MaterialPreis pro m²Lebensdauer
Tonziegel25–55 €60–80 Jahre
Betondachsteine18–35 €40–60 Jahre
Schiefer70–130 €bis 150 Jahre
Metall-Stehfalz55–95 €50–80 Jahre

Weitere Beiträge zu Dachdeckungsarten:


Dachausbau: Wann rechnet sich zusätzlicher Wohnraum?

Ein Dachausbau kostet meist zwischen 800 und 1.700 € pro m² Wohnfläche und bleibt damit häufig günstiger als ein klassischer Anbau.

Entscheidend sind:

  • Dachneigung
  • Kniestockhöhe
  • Statik
  • Brandschutz
  • Belichtung
  • Heizungs- und Elektroplanung

Mehr dazu:


Flachdach sanieren: Welche Abdichtung hält am längsten?

Bei Flachdächern dominieren drei Systeme:

MaterialLebensdauer
EPDM (Synthesekautschukbasis)40–50 Jahre
Bitumenbahnen30–40 Jahre
PVC/FPO (Kunststoff-Dachbahnen)25–35 Jahre

EPDM (Synthesekautschuk) gilt als besonders langlebig und UV-beständig, ist jedoch kostenintensiver.

Weiterführend:


Welche Fassadensanierung ist sinnvoll?

Die wirtschaftlichste Lösung im Bestand bleibt meist die Putzfassade mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) gelten dagegen als besonders langlebig und feuchteresistent.

Fassadenkosten im Überblick

FassadenartKosten pro m²
Putzfassade mit WDVS130–200 €
Klinkerfassade180–280 €
Holzfassade150–260 €
Vorgehängte hinterlüftete Fassade200–350 €

Vertiefende Inhalte:


WDVS oder vorgehängte hinterlüftete Fassade?

WDVS (Wärmedämmverbundsystem: mehrschichtige Konstruktion zur Außendämmung von Gebäudeaußenwänden) bleibt die Standardlösung bei energetischen Sanierungen. Die Dämmplatten werden direkt auf die Außenwand geklebt und anschließend verputzt.

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade arbeitet dagegen mit einer Hinterlüftungsebene zwischen Dämmung und Außenhaut. Das verbessert den Feuchteschutz und erhöht die Lebensdauer.

Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass Eigentümer die langfristige Wirtschaftlichkeit von Fassadendämmungen häufig unterschätzen.

Mehr dazu:


Welche Dämmstoffe eignen sich?

Die Wahl des Dämmstoffs beeinflusst sowohl Förderfähigkeit als auch sommerlichen Hitzeschutz.

MaterialWärmeleitfähigkeitBesonderheit
EPS (Hartschaumplatten)günstigStandard im WDVS
Mineralwollenicht brennbarguter Schallschutz
Holzfaserhoher Hitzeschutzökologisch
PUR/PIR (synthetische Hartschaumplatten auf Erdölbasis)sehr hohe Dämmleistunggeringe Aufbauhöhe

Gerade im Dachbereich bietet Holzfaser Vorteile beim sommerlichen Wärmeschutz, weil sie Wärme langsamer ins Gebäudeinnere weiterleitet.

Weiterführend:


Welche Förderungen gibt es 2026?

Die BAFA fördert Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle derzeit mit:

15 % + 5 % iSFP-Bonus = 20 % Förderung

Die Höchstgrenze der förderfähigen Ausgaben für energetische Maßnahmen nach den Nummern 5.1, 5.2 und 5.4 beträgt insgesamt 30.000 € pro Wohneinheit. Abweichend davon erhöht sich diese Höchstgrenze auf 60.000 € pro Wohneinheit, wenn für die Maßnahmen der iSFP-Bonus nach Nummer 8.4.2 gewährt wird oder wenn der Eigentümer des Gebäudes nach Nummer 5.2 der Richtlinie für die Bundesförderung für „Energieberatung für Wohngebäude (EBW)“ nicht antragsberechtigt für den iSFP ist. (Quelle: bafa.de)

Wichtig bei der Antragstellung

  • Antrag immer vor Auftragserteilung stellen
  • Energieberater frühzeitig einbinden
  • Fachunternehmererklärung aufbewahren
  • Technische Mindestanforderungen einhalten

Die offiziellen Programme:

Praxisberichte zeigen, dass viele Eigentümer den Energieberater zu spät einbinden und dadurch Förderpotenzial verschenken.


Eigenleistung: Was ist erlaubt?

Eigenleistungen sind nur bei einfachen Arbeiten sinnvoll und rechtlich unkritisch.

Typische Eigenleistungen

  • Dachrinne reinigen
  • Holzfassade streichen
  • kleinere Vorarbeiten
  • Moos entfernen

Arbeiten für Fachbetriebe

  • Dachabdichtung
  • Statik
  • energetische Dämmung mit Förderbezug
  • Asbestsanierung
  • Gerüstbau

Gerade bei geförderten Maßnahmen ist eine Fachunternehmererklärung verpflichtend.

Bei Asbest gelten zusätzlich die Vorgaben der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 519.


Steuerliche Vorteile nutzen

Alternativ zur BAFA-Förderung können Eigentümer energetische Sanierungen nach § 35c EStG steuerlich geltend machen. Dabei lassen sich über drei Jahre verteilt bis zu 20 % der Kosten von der Einkommensteuer abziehen.

Die steuerliche Förderung kann jedoch nicht zusätzlich mit BAFA-Zuschüssen kombiniert werden.

Details bietet das Bundesfinanzministerium zur steuerlichen Förderung energetischer Maßnahmen.


Fazit: Frühzeitige Planung spart Geld

Wer Dach oder Fassade 2026 saniert, sollte technische Anforderungen, Förderbedingungen und Bauabläufe gemeinsam planen. Besonders wichtig sind dabei:

  • rechtzeitige Förderanträge
  • fachgerechte energetische Planung
  • Abstimmung mit Energieberater und Handwerksbetrieb
  • realistische Budgetplanung inklusive Gerüst, Statik und Nebenkosten

Eine sauber geplante energetische Sanierung erhöht nicht nur den Gebäudewert, sondern reduziert dauerhaft Energiekosten und verbessert den Wohnkomfort deutlich.

Nach oben scrollen