Letzte Aktualisierung am 12. Februar 2021
Wenn man von einer Infrarotheizung hört, denkt man meist zunächst an sogenannte Heizstrahler, doch die Elektroheizung kann auch als eigenständiges Heizsystem fungieren. Was eine Infrarotheizung ausmacht, welche Vorteile und Nachteile sie bietet und wie viel diese Heizungsart in der Regel kostet, können Sie hier erfahren.
Wie funktioniert eine Infrarotheizung?
Eine Infrarotheizung erzeugt mit Hilfe von Strom Strahlungswärme beziehungsweise Infrarot-Strahlung. Diese lässt sich mit der Strahlung der Sonne vergleichen und besteht aus langwelligen elektromagnetischen Strahlen. Bei dieser Art der Elektroheizung wird anders als bei anderen Heizungen nicht die Luft im Raum schichtweise erhitzt, sondern stattdessen die Umgebungsflächen wie beispielsweise Möbel, Bodenbeläge oder Wände, die sich in einem Bereich von etwa drei bis vier Metern von der Heizung entfernt befinden. Sobald die erwärmten Objekte die Wärme dann wieder abgeben, heizt sich auch die Luft im Raum langsam auf.
Reguläre Heizkörper erzeugen Wärme über Konvektion: Das heißt die Heizkörper müssen die Wärme an die vorbeiziehende Luft abgeben, damit diese im Raum zirkulieren und so die Temperatur erhöhen kann.
Eine Infrarotheizung besteht in der Regel aus einem Heizleiter, der sich hinter einer Abdeckung befindet und diese erhitzt, und einer thermisch isolierten Schicht auf der Rückseite, sodass die Strahlungswärme nur nach vorne abgegeben wird. Als Thermostat dient bei dieser Heizung ein Funkthermostat.
Lohnt sich eine Infrarotheizung?
Je nach Anwendungsgebiet kann es sinnvoll sein, mithilfe der Infrarot-Strahlung zu heizen. Da es sich dabei allerdings um eine Elektroheizung handelt, ist der Verbrauch von Strom beim Betreiben dieser Heizung mitunter sehr hoch, was gleichzeitig hohe Stromkosten zur Folge hat. Um herauszufinden, ob sich eine Infrarotheizung für Sie lohnt, sollten Sie zunächst einen Blick auf die Vorteile und Nachteile dieser Heizungsart werfen.
Vorteile der Infrarotheizung
Eine Infrarotheizung kann viele verschiedene Vorteile mit sich bringen. Dazu zählen unter anderem die folgenden:
- Geringe Anschaffungskosten
- Einfache Montage
- Angenehmes Raumklima & wohlige Wärme
- Kurze Erhitzungsphasen
- Lange Lebensdauer & geringer Wartungsaufwand
- Geringer Platzbedarf
- Gut mit Photovoltaik kombinierbar
Nachteile der Infrarotheizung
Gleichzeitig birgt die Verwendung einer Elektroheizung natürlich auch den einen oder anderen Nachteil. Hier lassen sich die folgenden benennen:
- Steckdose beziehungsweise Zugang zu Strom erforderlich
- Mehr Energie- und Stromverbrauch
- Höhere Stromkosten
- Keine staatliche Förderung neuer Heizungen
- Gute Dämmung erforderlich
- Meist nicht als eigenständige Heizung verwendbar
Wo macht eine Infrarotheizung Sinn?
Anhand der Vor- und Nachteile lässt sich erkennen, dass diese Elektroheizung aufgrund zu hoher Heizkosten meist nicht als eigenständige Heizung fungieren sollte. Auf eine herkömmliche Heizung zu verzichten und stattdessen auf die Infrarot-Strahlung zu setzen, kann aber vor allem in Kombination mit anderen Heizsystemen sowie beim gezielten Einsatz in einzelnen Räumen sinnvoll sein. Das gilt beispielsweise für Räume, die nicht häufig genutzt werden oder Gebäude mit geringem Energiebedarf.
Neubau
Ein Heizsystem, das auf Infrarot-Strahlung basiert, lässt sich in Neubauten unter bestimmten Bedingungen effizient verwenden. Handelt es sich beispielsweise um ein sogenanntes Passivhaus mit geringem Bedarf an Energie oder verfügt das neu gebaute Einfamilienhaus über eine hervorragende Dämmung, kann es aufgrund des gezielten Einsatzes ausreichen über die Infrarot-Strahlungswärme zu heizen. Noch effizienter wird der Einsatz dieser Heizung, wenn man sie mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Stromspeicher kombiniert.
In Altbauten hingegen kann die Verwendung dieser Heizung keine Zentralheizung mit Öl oder Gas ersetzen und rentiert sich aufgrund der hohen Betriebskosten nicht.
Ferienhaus
Ferienhäuser werden in der Regel nicht ganzjährig genutzt und verfügen meist über eine kleinere zu beheizende Fläche als Wohnhäuser. Mitunter rechnen sich die Kosten für die Anschaffung und Installation regulärer Heizungen dementsprechend hier nicht. Stattdessen kann die Infrarotheizung für Häuser, die lediglich ein paar Wochen im Jahr genutzt werden, bereits die benötigte Heizleistung bringen. Das hat vor allem den Vorteil, dass der Infrarotheizkörper nicht so häufig gewartet werden muss wie eine Zentralheizung und deutlich schneller nutzbar ist.
Freizeitraum, Garage & Wintergarten
Anders als in Wohnräumen kann es auch einzelne Zimmer mit geringerem Energiebedarf geben. Meist hält man sich im Freizeitraum, dem Partykeller sowie in der Garage oder dem Wintergarten deutlich seltener auf als im Wohn- oder Schlafzimmer. Dementsprechend kann es hier ebenfalls ausreichen einen Infrarotheizkörper zu verwenden, um die nötige Wärme in diese Zimmer zu bringen, sobald diese benötigt wird. Werden diese Orte gerade nicht genutzt, müssen sie nicht beheizt werden und erzeugen auch keine Heizkosten.
Verschiedene Designmöglichkeiten des Infrarotheizkörpers
Anders als bei den meisten herkömmlichen Heizungen bieten Elektroheizungen viele verschiedene Designmöglichkeiten. Das liegt vor allem an dem Aufbau des Infrarotheizkörpers, denn dieser ist nicht an eine bestimmte Form gebunden. Entscheidend ist lediglich, dass ein Heizleiter vorhanden ist und das Material an der Front in der Lage ist die Strahlungswärme ins Zimmer abzugeben. Ansonsten werden Infrarotheizungen keine Grenzen gesetzt, was Form, Optik und Material angeht. So lässt das Heizsystem sich perfekt in die Inneneinrichtung mit einbinden oder aber unauffällig unterbringen.
Als Heizpaneel kann die Montage an der Wand oder an der Decke erfolgen und so flexibel an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Auch eine Einbindung der Elektroheizung in die Inneneinrichtung oder als Deko-Element ist problemlos möglich. So stehen beispielsweise Infrarotheizkörper zur Verfügung, die sich hinter einem Bild befinden oder als Spiegelheizung fungieren.
Was kostet eine Infrarotheizung?
Bei den Kosten für die Infrarotheizung kommt es auf viele verschiedene Faktoren an, beispielsweise den Hersteller, das Design oder den Watt-Bedarf.
Soll in der Wohnung oder dem Haus vollständig mit Infrarotheizkörpern geheizt werden, liegt der Bedarf der Heizleistung durchschnittlich bei etwa 40 bis 80 Watt pro m².
Für eine Zweizimmerwohnung mit etwa 50 m² werden also mindestens vier Infrarotheizkörper mit einer Leistung von etwa 1000 Watt nötig, um die gewünschte Heizleistung zu erreichen. Die Anschaffung kann dabei in etwa folgendes kosten:
| Heizleistung in Watt | Preis |
| 200 Watt | ab 100 € |
| 400 Watt | 350 – 400 € |
| 800 Watt | 450 – 500 € |
| 1000 Watt | 600 – 700 € |
| 1500 Watt | ab 800 € |
In der Regel fallen die Anschaffungskosten infrarot-betriebener Heizungen im Vergleich zu regulären Zentralheizungen zwar deutlich günstiger aus, allerdings wird häufig auf die damit einhergehenden höheren Stromkosten hingewiesen. Ob es sinnvoll ist, in Ihrem Zuhause das Heizsystem auf Infrarotheizungen aufzubauen, klären Sie bestenfalls mit einem Heizungsprofi. Dieser wird einen Besichtigungstermin vereinbaren wollen und Sie bezüglich Bedarf, Leistung und Kosten bestens beraten können.
Decke, Wand oder Standgerät: Welche Montage passt?
| Variante | Preis pro Panel | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Wandmontage | 150 bis 500 € | Der Standard – freie Wandfläche gegenüber dem Aufenthaltsbereich |
| Deckenmontage | 200 bis 600 € | Wenig Wandfläche, gleichmäßige Wärme von oben, ideal im Bad |
| Standgerät | 150 bis 450 € | Mietwohnung ohne Bohren, flexibler Einsatz, Übergangslösung |
| Bild- oder Spiegelheizung | 250 bis 800 € | Unsichtbare Heizung als Wandbild oder Badspiegel |
Für die Decken- und Wandmontage bohrt der Elektriker oder ein versierter Heimwerker die Halterungen direkt in Wand oder Decke – bei Rigipsdecken mit Hohlraumdübeln arbeiten. Wichtig bei der Deckenmontage: Das Panel muss für diese Einbaulage zugelassen sein, sonst staut sich die Wärme im Gehäuse.
Was verbraucht eine Infrarotheizung an Strom?
Als Faustwert brauchen gut gedämmte Räume 50 bis 70 Watt Panel-Leistung pro m², Altbauten 80 bis 100 Watt. Ein 20-m²-Wohnzimmer benötigt also ein Panel mit 1.000 bis 1.400 Watt. Bei 5 Heizstunden täglich in der Heizperiode (180 Tage) und 30 Cent pro kWh entstehen rund 270 bis 380 € Stromkosten pro Jahr für diesen Raum – deutlich mehr pro kWh Wärme als bei einer Wärmepumpe, aber ohne jede Installations- und Wartungskosten.
Nur mit Thermostat effizient
Ohne Steuerung läuft das Panel durch und verschwendet Strom. Ein Funk-Thermostat mit Steckdosen-Empfänger (30 bis 80 €) taktet die Heizung nach Raumtemperatur und senkt den Verbrauch um 20 bis 30 %. Smarte Varianten mit App-Steuerung und Wochenprogramm kosten 60 bis 150 € und lohnen sich überall dort, wo Räume nur stundenweise genutzt werden.
Häufige Fragen zur Infrarotheizung
Taugt die Infrarotheizung als Hauptheizung?
Nur in sehr gut gedämmten, kleinen Gebäuden oder selten genutzten Objekten (Ferienhaus, Gartenhaus). Im normalen Wohnhaus sind die Stromkosten als Dauerlösung zu hoch – dort spielt die Infrarotheizung ihre Stärken als Zusatzheizung aus: schnelle Wärme im Bad, im Hobbyraum oder am Arbeitsplatz.
Was kostet eine Infrarotheizung im Bad?
Ein Spiegel- oder Deckenpanel mit 400 bis 600 Watt kostet 250 bis 600 € plus 100 bis 250 € Elektriker-Montage mit Feuchtraum-Anschluss. Die Kombination aus schneller Strahlungswärme und beschlagfreiem Spiegel macht das Bad zum dankbarsten Einsatzort.
Wie lange hält eine Infrarotheizung?
Markenpanels halten 20 bis 30 Jahre – es gibt keine beweglichen Teile, keine Wartung und keinen Verschleiß außer der Elektronik. Die Hersteller geben 5 bis 10 Jahre Garantie; auf die Heizfolie selbst teils bis zu 30.000 Betriebsstunden.
Braucht die Montage einen Elektriker?
Panels mit Steckerfertigung stecken Sie einfach in die Steckdose – das darf jeder. Festanschluss ans Stromnetz (üblich bei Bad und Deckenmontage) gehört in Elektriker-Hände und kostet 100 bis 250 € pro Panel.




