Thermostat zum Drehen an einem Heizkörper steht zwischen Stufe 3 und 4

Das Thermostat – von der richtigen Einstellung bis zum Austausch

Fast in jedem Haushalt ist es zu finden: das Thermostat. Bei Heizkörpern wird es zur Regelung der Raumtemperatur benötigt. Doch das Thermostat ist mehr als ein einfacher Drehregler. Vielmehr sorgt es dafür, dass die Raumtemperatur immer gleich bleibt, was sich schon aus der Wortherkunft erahnen lässt. Der Begriff stammt nämlich von den griechischen Wörtern thermos für warm und statos für stehend ab. Um einen Raum also permanent auf gleicher Temperatur zu halten, ist in dem kleinen Gerät ganz schön viel schlaue Technik verbaut.

Funktionsweise und Modelle

Um die Temperatur immer konstant zu halten, bekommt das Thermostat Informationen des Temperaturfühlers. Dieser misst den Unterschied zwischen der eingestellten Temperatur und der tatsächlichen Raumtemperatur. Je nachdem, ob es nun kälter oder wärmer werden soll, wird im Thermostat ein Ventil durch einen kleinen Stift weiter geschlossen oder geöffnet. So kann dann weniger oder mehr Heizwasser in den Heizkörper strömen. Man kann generell drei unterschiedliche Arten von Thermostaten unterscheiden:

  • manuell einstellbare Thermostate
  • programmierbare Thermostate und
  • smarte Thermostate, die sich von unterwegs aus steuern lassen

Manuell einstellbare Thermostate gibt es bereits ab acht Euro. Bei diesen ist am Thermostatkopf eine Zahlenskala mit verschiedenen Stufen angebracht. Durch Drehen kann man nun die gewünschte Raumtemperatur einstellen. Unabhängig vom Hersteller entspricht die Stufe eins in der Regel einer Raumtemperatur von zwölf Grad Celsius. Jede weitere Stufe kommt normalerweise eine Temperaturerhöhung von vier Grad Celsius gleich. Wird das Thermostat also auf Stufe drei eingestellt, sollte man eine Raumtemperatur von 20 Grad haben.

Programmierbare Modelle, die es ab etwa 15 Euro zu kaufen gibt, funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Bei ihnen wird das Heizkörperventil nicht mechanisch gesteuert, sondern durch einen Elektromotor. Dadurch ist es möglich, die Raumtemperatur abhängig von der Uhrzeit festzulegen. 

Besonders komfortabel ist die Einstellung sogenannter smarter Thermostate, die sich mit Smartphone oder Tablet steuern lassen. Praktisch ist hier die Möglichkeit, aus der Ferne die Einstellungen ändern zu können. So kann man auch noch am Urlaubsort die Heizkörper herunterdrehen, wenn man es zu Hause vergessen hat. Diese Art von Thermostaten gibt es ab etwa 25 Euro zu kaufen.

Die richtige Anordnung und Einstellung

Damit ein Thermostat auch funktioniert, ist die fachgerechte Installation elementar. Der ideale Ort befindet sich an einer Wand in etwa 1,50 Meter Höhe. Das Thermostat sollte nicht durch Vorhang oder Gardine verdeckt werden. Dann staut sich Wärme und es wird eine höhere Temperatur gemessen, als tatsächlich im Raum vorhanden. Die Folge: der Heizkörper bleibt kalt. Genauso schlecht angebracht ist ein Thermostat unter einer Fensterbank oder im Bereich von Zugluft. Dann tritt das Gegenteil ein und der Raum wird überheizt.

Sogar bei der Bedienung des Thermostats können schnell Fehler passieren, die am Ende viel Geld kosten. Häufig wird der Regler einfach auf die höchste Stufe gestellt. Manch einer tut dies im Glauben, dass es dann schneller warm wird. Das ist ein Trugschluss, wie folgendes Beispiel verdeutlicht. Möchte man einen Raum auf 20 Grad aufheizen und stellt den Regler auf Stufe fünf statt auf Stufe drei, heizt der Heizkörper auch nach Erreichen von 20 Grad Raumtemperatur immer weiter auf. Nämlich bis 28 Grad! Das verschwendet unnötige Energie.

Sinnvoll ist es überdies, die Heizung tagsüber herunterzudrehen, falls man nicht anwesend ist. Hierbei ist ganz wichtig, diese nicht komplett abzudrehen. Sonst passiert Folgendes: Die Heizung muss abends mit mehr Energieaufwand den kalten Raum aufheizen, als wenn die Heizung auf kleiner Stufe weiter gelaufen wäre.

Generell sollte man sich Gedanken machen, welcher Raum im Haus welche Temperatur benötigt. Zwar ist das Temperaturempfinden individuell, aber 24 Grad im Schlafzimmer sind eindeutig zu warm. Folgende Übersicht kann ein Anhaltspunkt sein:

  • Wohnräume: 20 bis 22 Grad Celsius
  • Arbeits- und Kinderzimmer: 20 bis 22 Grad Celsius
  • Küche: 18 bis 20 Grad Celsius
  • Bad: 22 bis 24 Grad Celsius
  • Schlafzimmer: 16 bis 18 Grad Celsius
  • Flur: 16 Grad

Jeder Grad weniger spart bis zu sechs Prozent Energiekosten ein. Daher kann die Strickjacke oder Wohndecke die günstige Alternative zum Aufdrehen der Heizung sein.

Austausch alter Thermostate

Ein Thermostat ist ein Verschleißteil. Kein Wunder bei den vielen hundert Malen, die es im Jahr auf- und zugedreht wird. In der Regel halten Thermostate um die 15 Jahre. Sie werden mit der Zeit immer ungenauer. Spätestens, wenn der Heizkörper permanent warm oder kalt bleibt, ist es unter Umständen Zeit für einen Austausch. In diesem Fall ist es hilfreich, sich an einen Fachmann zu wenden. Denn dieser kann schnell feststellen, ob tatsächlich ein defektes Thermostat die Ursache ist. Manchmal ist einfach nur der Stift im Ventil nicht mehr gangbar und verklemmt. Damit dies gar nicht erst passiert, sollte das Thermostat am besten einmal monatlich manuell auf und wieder zugedreht werden, auch im Sommer.

Durch den Austausch von manuellen durch programmierbare Thermostate können sogar Heizkosten eingespart werden. Vor allem für Menschen, die zu bestimmten Zeiten gar nicht anwesend sind, macht sich das schnell im Geldbeutel bemerkbar.

Als Mieter darf man übrigens grundsätzlich jederzeit Thermostate austauschen und durch programmierbare Modelle mit mehr Komfort ersetzen. In einem solchen Fall sollte man die alten Thermostate aufbewahren, damit man vor Auszug den Ursprungszustand der Wohnung wiederherstellen kann.

Bild: emmi / stock.adobe.com

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