Hausbau und Sanierung unter GEG: Kosten, Förderung, Standards
Der deutsche Bausektor steht 2026 unter Druck: Laut
Statistischem Bundesamt (2025) wurden 2024 nur noch 251.900 Wohnungen genehmigt, ein Rückgang von 16,8 % gegenüber 2023. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sieht für neue Heizungen schrittweise einen Anteil von 65 % erneuerbarer Energien vor. Welche Vorgaben konkret gelten, hängt unter anderem von Neubau, Bestand und kommunaler Wärmeplanung ab.
Wer 2026 baut oder saniert, bewegt sich zwischen drei Realitäten: gestiegene Baupreise (laut
Destatis, 2025, plus 41 % gegenüber 2020), neue Energievorgaben und eine Förderlandschaft mit KfW-Programm 461 sowie der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG). Die KfW meldete für 2024 ein Antragsvolumen der Heizungsförderung von über 150.000 Anträgen.
Dieser Ratgeber bündelt die wichtigsten Entscheidungen für Bauherren und Sanierer: Kostenrahmen, Genehmigungswege, Baustoffwahl, Fenster, Brandschutz, Altbausanierung und Förderung. Verlinkungen führen zu den Detailbeiträgen auf
Haustypen,
Baugenehmigung und
Altbausanierung.
Auf einen Blick
- Einfamilienhaus schlüsselfertig 2026: 380.000 bis 750.000 € inklusive Grundstück (Massivbau 2.200 bis 3.400 € pro m²).
- Altbausanierung Vollsanierung: 600 bis 1.200 € pro m², Teilsanierung 200 bis 500 € pro m².
- KfW-Förderung Heizung: bis 70 % Zuschuss, maximal 21.000 € pro Wohneinheit.
- Steuerbonus nach § 35c EStG: 20 % der Sanierungskosten, maximal 40.000 € über drei Jahre.
- Genehmigungen 2024: minus 16,8 % gegenüber Vorjahr.
Was kostet ein Hausbau 2026 wirklich?
Der Quadratmeterpreis im Einfamilienhausbau liegt 2026 je nach Bauweise zwischen 2.200 und 3.800 €, ohne Grundstück und Außenanlagen. Gesamtkosten für ein 140 m² Einfamilienhaus bewegen sich zwischen 380.000 und 750.000 € inklusive Grundstück, Erschließung, Baunebenkosten und Außenanlagen.
Die Spannweite hat drei Treiber: Region (Grundstückspreise schwanken laut Destatis zwischen 60 € pro m² in Sachsen-Anhalt und 1.200 € in München), Ausbaustandard (Standard vs. gehoben) und Bauweise. Wer Eigenleistung einbringt, kann 8 bis 15 % sparen, allerdings nur bei realistischer Selbsteinschätzung.
Kostenrahmen nach Bauweise
| Bauweise |
Quadratmeterpreis (schlüsselfertig) |
140-qm-Haus Gesamtkosten |
Bauzeit |
| Massivbau (Stein auf Stein) |
2.200 bis 3.400 € |
308.000 bis 476.000 € |
9 bis 14 Monate |
| Fertighaus (vorgefertigt) |
2.000 bis 3.200 € |
280.000 bis 448.000 € |
4 bis 8 Monate |
| Holzrahmenbau |
2.300 bis 3.600 € |
322.000 bis 504.000 € |
6 bis 9 Monate |
| Holzständerbau Eigenleistung |
1.600 bis 2.400 € |
224.000 bis 336.000 € |
12 bis 18 Monate |
| Passivhaus (zertifiziert) |
2.800 bis 4.200 € |
392.000 bis 588.000 € |
10 bis 14 Monate |
Hinzu kommen Baunebenkosten von 15 bis 20 % der reinen Baukosten: Grunderwerbsteuer (3,5 bis 6,5 % je Bundesland), Notar (1,5 bis 2 %), Erschließung (8.000 bis 25.000 €) und Baugenehmigung (0,5 % der Bausumme). Details zur
Passivhaus-Bauweise und zu
Kosten und Förderung des Passivhauses.
Welcher Haustyp passt zu welcher Lebenssituation?
Der Haustyp beeinflusst Wohnqualität, Grundstücksbedarf und laufende Kosten erheblich. Laut Destatis (2025) entfielen 2024 mehr als die Hälfte aller genehmigten Wohngebäude auf Einfamilienhäuser, 21 % auf Zweifamilienhäuser, 20 % auf Mehrfamilienhäuser. Die Wahl entscheidet über Grundstücksgröße, Baukosten und Wiederverkaufswert.
Einfamilienhaus (EFH)
Klassische Wahl für Familien mit 2 - 5 Personen. Grundstücksbedarf 400 bis 800 m², Wohnfläche 120 bis 180 m².
Vorteil: maximale gestalterische Freiheit, klare Eigentumsverhältnisse.
Nachteil: höchster Quadratmeterpreis aller Haustypen, da keine Wandsynergien.
Doppelhaus und Reihenhaus
Reduzieren Grundstücksbedarf um 30 bis 50 %. Doppelhaushälfte 250 bis 400 m² Grundstück, Reihenhaus 150 bis 250 m². Die geteilte Wand spart Energie (15 bis 25 % geringere Heizkosten laut
dena, 2024) und Baukosten (10 bis 15 % gegenüber freistehendem EFH).
Mehrgenerationenhaus und Mehrfamilienhaus
Mehrgenerationenwohnen wächst: laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (2024) wohnen 5,8 % der Haushalte mit mehreren Generationen unter einem Dach, Tendenz steigend. Das Konzept reduziert die Wohnkosten pro Person um 25 bis 35 %. Details im Beitrag
Mehrgenerationenwohnen und in der Übersicht zu
Haustypen.
Was regelt die Baugenehmigung in Deutschland?
Jeder Neubau, Anbau oder größere Umbau benötigt eine Baugenehmigung nach Landesbauordnung (LBO) und Baugesetzbuch (BauGB). Laut
Zentralverband Deutsches Baugewerbe (2024) dauert das Genehmigungsverfahren in Deutschland durchschnittlich 4,2 Monate, in Bayern 3,1, in Berlin 6,8 Monate. Verfahrensfreie Vorhaben sind die Ausnahme und in jeder LBO einzeln geregelt.
Bauantrag, Bebauungsplan und § 34 BauGB
Wer auf einem Grundstück innerhalb eines Bebauungsplans (B-Plan) baut, hält dessen Vorgaben ein: Geschossflächenzahl, Grundflächenzahl, Firsthöhe, Dachneigung, Baufenster. Außerhalb eines B-Plans gilt Paragraf 34 BauGB: Einfügen in die nähere Umgebung. Im Außenbereich (Paragraf 35 BauGB) sind nur privilegierte Vorhaben zulässig, etwa Landwirtschaft.
Genehmigungsfreie und vereinfachte Verfahren
Carports bis 30 m², Gartenhäuser bis 75 Kubikmeter umbauter Raum, Wintergärten unter bestimmten Größen sind in vielen Bundesländern verfahrensfrei. Viele kleinere Vorhaben können je nach Landesbauordnung verfahrensfrei sein. Trotzdem müssen die materiellen Vorgaben (Abstandsflächen, Brandschutz, Statik) eingehalten werden, auch ohne formellen Antrag. Verstöße gegen baurechtliche Vorgaben können nachträgliche Anpassungen oder Rückbauanordnungen nach sich ziehen.
Kosten und Unterlagen
Der Bauantrag kostet 0,3 bis 0,7 % der Bausumme, also bei 400.000 € Bauwert 1.200 bis 2.800 € Verwaltungsgebühr plus Architektenhonorar nach HOAI (Leistungsphasen 1 bis 4 etwa 8 % der Bausumme). Details zu
Baugenehmigung und Bauantrag sowie zur
Grenzbebauung.
Wie kauft man ein Baugrundstück richtig?
Der Grundstückskauf entscheidet über 30 bis 60 % der Gesamtkosten eines Hausbaus. Laut Destatis (2025) lag der durchschnittliche Kaufwert für baureifes Land 2023 bei 244 € pro m² im Bundesdurchschnitt, in Großstädten bis 1.200 €. Vor Kauf gehört eine Prüfung von Bebauungsplan, Erschließung, Bodenbeschaffenheit und Altlasten dazu.
Checkliste vor dem Kaufvertrag
- Bebauungsplan einsehen (Bauamt, kostenlos oder Schutzgebühr 5 bis 30 €)
- Altlastenkataster prüfen (untere Bodenschutzbehörde)
- Grundbuchauszug anfordern (Lasten, Wegerechte, Grunddienstbarkeiten)
- Erschließungsstand klären (Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Telekom, Straßenausbau)
- Hochwasserrisiko prüfen (Hochwasserrisikomanagementkarten der Länder)
- Baugrundgutachten beauftragen (1.500 bis 4.000 €, verhindert sechsstellige Mehrkosten bei schlechtem Boden)
Erschließungskosten unterschätzen viele Käufer: laut ZDB (2024) kostet eine vollständige Ersterschließung 15.000 bis 35.000 € pro Grundstück, in Stadtrandlagen mit langer Anschlussstrecke auch über 50.000 €. Weitere Details zum
Grundstückskauf.
Wann ist ein Bodengutachten Pflicht und was kostet es?
Ein Baugrundgutachten gilt bei Neubauten heute als fachlich dringend empfohlen. Kosten liegen hier bei 1.500 bis 4.000 € je nach Grundstücksgröße und Anzahl der Bohrpunkte. Mangelhafte Baugrunderkundung zählt zu den häufigen Ursachen schwerer Bauschäden.
Was steht im Gutachten?
Bodenklasse nach DIN 18300 (1 bis 7), Grundwasserstand, Tragfähigkeit, Frostempfindlichkeit, chemische Belastung. Daraus leitet der Tragwerksplaner die Fundamentart ab: Streifenfundament (günstig, 80 bis 150 € pro laufendem Meter), Plattenfundament (120 bis 220 € pro m²) oder Pfahlgründung (deutlich teurer, ab 25.000 € Aufpreis).
Risikofall schwieriger Baugrund
Bei feinkörnigen Böden, hohem Grundwasserspiegel oder Bergsenkungsgebieten kann sich der Fundamentpreis verdoppeln. Wer ohne Gutachten baut, riskiert spätere
Risse in der Wand, Setzungen oder feuchten Keller. Detailinformationen zu
Bodengutachten und
Fundamenten.
Lohnt sich der Holzbau wirklich?
Der Holzbauanteil im deutschen Wohnungsbau hat 2024 erstmals 23,6 % erreicht. Holzbauten gelten aufgrund der nachwachsenden Rohstoffe häufig als ökologisch vorteilhaft.
Holzrahmenbauweise und Holzständerbau
Die Holzrahmenbauweise ist Standard im modernen Holzbau: vorgefertigte Wandelemente, die in zwei bis drei Tagen aufgerichtet werden. Wandstärken 24 bis 36 Zentimeter erreichen U-Werte von 0,15 bis 0,20 W pro m² und Kelvin und damit KfW-40-Standard ohne Aufdämmung. Mehr im Beitrag
Holzrahmenbauweise.
Holzart und Holzqualität
Tragende Bauteile bestehen meist aus Fichte oder Tanne (Festigkeitsklasse C24), Fassaden aus Lärche oder Douglasie (Resistenzklasse 3 nach DIN EN 350-2). Eichenholz wird für hochbeanspruchte Bauteile verwendet, ist aber drei- bis viermal teurer als Fichte. Details zu
heimischen Holzarten und zur
Holzqualität.
Lebensdauer und Brandschutz
Modern errichtete Holzhäuser erreichen 100 bis 150 Jahre Lebensdauer, vergleichbar mit Massivbauten. Beim Brandschutz erfüllt Holzrahmenbau über Bekleidungen (Gipskarton, Faserzement) F30 bis F90 nach DIN 4102. Die Musterbauordnung erlaubt inzwischen auch mehrgeschossige Holzbauten bis Gebäudeklasse 5.
Welche Fenster lohnen sich beim Neubau und Tausch?
Fenster zählen zu den energetisch sensiblen Bereichen der Gebäudehülle. Moderne Dreifachverglasung erreicht U-Werte von 0,5 bis 0,8 W pro m² und Kelvin, dreimal besser als die Standardverglasung der 90er Jahre. Pro m² kosten neue Fenster 380 bis 1.400 € inklusive Montage.
Materialvergleich
| Material |
Preis pro m² (inkl. Montage) |
U-Wert (Dreifachverglasung) |
Lebensdauer |
Pflege |
| Kunststoff (PVC) |
380 bis 700 € |
0,7 bis 0,9 W/(qm K) |
30 bis 40 Jahre |
gering |
| Holz (Fichte, Kiefer) |
550 bis 950 € |
0,8 bis 1,0 W/(qm K) |
40 bis 60 Jahre |
Anstrich alle 5 bis 8 Jahre |
| Holz-Aluminium |
900 bis 1.400 € |
0,7 bis 0,9 W/(qm K) |
60 bis 80 Jahre |
sehr gering |
| Aluminium |
700 bis 1.200 € |
0,8 bis 1,1 W/(qm K) |
50 bis 70 Jahre |
sehr gering |
| Dachfenster (Holz, Standard) |
650 bis 1.100 € |
1,0 bis 1,3 W/(qm K) |
25 bis 35 Jahre |
mittel |
Glas, Rahmen und Einbau
Der U-Wert des gesamten Fensters (Uw) errechnet sich aus Glas (Ug), Rahmen (Uf) und Randverbund (psi-Wert). Ein gutes Fenster braucht beste Komponenten plus fachgerechten Einbau nach RAL-Montage. Eine unsachgemäße Montage kann zu Wärmeverlust und Feuchteschäden führen. Bei Bestandsfenstern lohnt oft erst die
Erneuerung der Fensterdichtung, bevor man komplett tauscht. Hier finden Sie weitere Informationen zu
Fensterglas und
Dachfenstern.
Türen und Eingangsbereich: Was ist wichtig?
Die Haustür ist Visitenkarte, Sicherheitselement und Wärmebrücke zugleich. Eine moderne Haustür erreicht U-Werte von 0,7 bis 1,2 W pro m² und Kelvin und Widerstandsklasse RC 2 oder RC 3 nach DIN EN 1627. Mechanische Sicherungstechniken erschweren Einbrüche sehr.
Preise für Haustüren 2026: Standard-Kunststofftür 1.200 bis 2.500 €, Aluminium-Haustür mit RC2 zwischen 2.800 und 5.500 €, hochwertige Holz-Aluminium-Haustür 4.500 bis 9.000 € inklusive Montage. Innentüren liegen zwischen 180 € (Standard CPL) und 1.200 € (Massivholz mit Spezialbeschlag).
Wichtige Komponenten: Mehrfachverriegelung (mindestens fünf Riegelpunkte), Pilzkopfzapfen, einbruchhemmende Verglasung, Sicherheitsbeschlag mit Zylinderschutz. Bei Bestandsbauten reicht oft eine Nachrüstung mit RC2-Schloss und Bandsicherung für 400 bis 900 € statt Komplettaustausch.
Was schreibt der Brandschutz im Einfamilienhaus vor?
Der Brandschutz im Einfamilienhaus folgt der jeweiligen Landesbauordnung und DIN 4102. Bei freistehenden Einfamilienhäusern (Gebäudeklasse 1 oder 2) sind die Anforderungen moderat, dennoch verbindlich. Laut Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (2024) sterben jährlich etwa 400 Menschen in Deutschland bei Wohnungsbränden, in 70 % der Fälle nachts durch Rauchgase.
Rauchmelderpflicht und Fluchtwege
Rauchwarnmelder sind in allen Bundesländern Pflicht in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, welche als Rettungsweg (DIN 14676) gelten. In Sachsen gilt die Pflicht seit 2024 auch bei Bestandsbauten. Bei Doppel- und Reihenhäusern braucht die Brandwand zwischen den Häusern eine Feuerwiderstandsklasse F90-A oder REI 90 nach Eurocode.
Heizungsraum, Holzofen, Photovoltaik
Heizungsräume über 50 Kilowatt Leistung sind eigene Brandabschnitte. Holzöfen brauchen Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen (Glasscheibe vor Ofen 50 Zentimeter, seitlich 20 bis 30 Zentimeter). Für Photovoltaikanlagen gelten besondere Anforderungen an Kennzeichnung und elektrische Sicherheit. Details im Beitrag
Brandschutz im Einfamilienhaus.
Wie viel kostet eine Altbausanierung?
Die Altbausanierung kostet 2026 zwischen 200 und 1.200 € pro m², je nach Sanierungstiefe. Laut
dena (2024) erreicht eine energetische Vollsanierung 60 bis 75 % Energieeinsparung gegenüber dem unsanierten Bestand. Für ein 130 m² Reihenhaus ergibt das Vollsanierungskosten zwischen 78.000 und 156.000 €, abhängig von Bausubstanz und Standard.
Sanierungstiefe und Kosten
| Sanierungsumfang |
Preis pro m² |
130-qm-Haus |
Energieeinsparung |
| Pinselsanierung (Optik) |
80 bis 200 € |
10.400 bis 26.000 € |
0 bis 5 % |
| Teilsanierung (Fenster oder Heizung) |
200 bis 500 € |
26.000 bis 65.000 € |
20 bis 35 % |
| Energetische Sanierung (Hülle plus Heizung) |
500 bis 900 € |
65.000 bis 117.000 € |
50 bis 70 % |
| Vollsanierung (Effizienzhaus 70) |
800 bis 1.200 € |
104.000 bis 156.000 € |
70 bis 85 % |
| Kernsanierung mit Grundriss-Umbau |
1.200 bis 2.200 € |
156.000 bis 286.000 € |
75 bis 90 % |
Sinnvolle Reihenfolge
Die richtige Reihenfolge spart 10 bis 20 % gegenüber unkoordiniertem Vorgehen: Dach und oberste Geschossdecke zuerst, dann Außenwand mit neuen Fenstern, dann Heizung. Wer die Heizung vor der Dämmung tauscht, kauft fast immer eine zu groß dimensionierte Anlage. Mehr im Beitrag
Altbausanierung und zur
Grundrissänderung.
Was ist der Energieausweis und welche Effizienzhausstandards gibt es?
Der Energieausweis ist heute im Gebäudeenergiegesetz (GEG) geregelt. Er weist den Endenergie- und Primärenergiebedarf in Kilowattstunden pro m² und Jahr aus. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK, 2024) verbrauchen unsanierte Bestandsbauten 200 bis 350 kWh pro m² und Jahr, KfW 40 Häuser nur 25 bis 40 kWh.
Effizienzhausstufen 2026
Die KfW Effizienzhausstufen sind im Neubau und in der Sanierung verankert. Effizienzhaus 40 bedeutet 40 % Primärenergiebedarf eines Referenzgebäudes nach GEG. Niedriger ist besser. Welche Effizienzhausstufen förderfähig sind, hängt vom jeweils aktuellen Förderprogramm ab. Hier geht es zu den Details zum
Energieausweis.
Verbrauchs- versus Bedarfsausweis
Der Verbrauchsausweis basiert auf realen Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre und ist günstiger (80 bis 150 €), aber nutzerabhängig. Der Bedarfsausweis wird berechnet und ist objektiv (300 bis 600 €). Für Häuser mit weniger als fünf Wohneinheiten und Bauantrag vor 1977 ist der Bedarfsausweis verpflichtend.
KfW 458 und §35c EStG: Förderpfade für Neubau und Sanierung
Die Bundesförderung 2026 umfasst KfW-Kredite, BAFA-Zuschüsse und Steuerboni. Laut
KfW (2026) wurden 2024 über 150.000 Heizungsförderanträge bewilligt mit einem Zuschussvolumen von mehr als 4 Milliarden €. Die Förderlandschaft 2026 ist gestaffelt: Heizungstausch, Effizienzmaßnahmen und Komplettsanierung haben unterschiedliche Programme.
KfW 458 Heizung
Das Programm
KfW 458 (Heizungsförderung für Privatpersonen) gewährt direkten Zuschuss von 30 % Grundförderung, plus 30 % Einkommensbonus bis 40.000 € Haushaltseinkommen, plus 5 % Effizienzbonus, plus 20 % Klimageschwindigkeitsbonus, maximal 70 % oder 21.000 €. Die maximale Förderhöhe richtet sich nach Wohneinheit, Maßnahme und Förderkombination.
BEG Einzelmaßnahmen (BAFA)
Die
BAFA fördert Einzelmaßnahmen (Hülle, Anlagentechnik außer Heizung, Fachplanung) mit 15 % Basisförderung plus 5 % iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan). Maximales förderfähiges Volumen 30.000 € pro Wohneinheit und Kalenderjahr. Konkrete Maßnahmen: Dämmung Dach, Fenstertausch (Uw kleiner gleich 0,95), Lüftungsanlagen.
Steuerbonus § 35c EStG
Wer nicht KfW oder BAFA in Anspruch nimmt, kann nach § 35c EStG 20 % der Sanierungskosten über drei Jahre von der Einkommensteuer absetzen, maximal 40.000 € pro Objekt. Voraussetzung: Eigennutzung, Objekt älter als zehn Jahre, Maßnahmen durch Fachunternehmen mit entsprechender Bescheinigung. Mehr Förderdetails zum
Passivhaus.
Wie wählt man Handwerker und plant die Reihenfolge der Gewerke?
Die richtige Reihenfolge der Gewerke spart 10 bis 18 % der Bausumme gegenüber unkoordinierter Vergabe (
ZDB, 2024). Bei einem 400.000 € Neubau sind das 40.000 bis 72.000 €. Ein Generalunternehmer übernimmt die Koordination gegen 8 bis 15 % Aufschlag, bei Einzelvergabe übernimmt der Bauherr oder ein Bauleiter die Steuerung.
Reihenfolge im Neubau
- Erdarbeiten, Fundament, Keller
- Rohbau (Maurer, Beton, Stahlbeton)
- Dachstuhl und Dacheindeckung
- Fenster und Außentüren (regendicht)
- Heizung, Sanitär, Elektro Grobinstallation
- Innenputz und Estrich
- Trockenbau, Bodenbeläge
- Feininstallation, Maler, Endmontage
Wahl des Handwerkers
Holen Sie immer drei Angebote ein, vergleichen Sie nicht nur den Endbetrag sondern Leistungsverzeichnis, Materialqualität und Garantieleistungen. Prüfen Sie Eintragung in der Handwerksrolle, Meisterbetrieb, Mitgliedschaft in Innung oder Fachverbänden. Achten Sie auch auf die
Versicherungen beim Hausbau: Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung, Bauhelferversicherung sind bei Eigenleistung dringend zu empfehlen.
Antworten auf typische Fragen von Bauherren und Sanierern
Was kostet ein Einfamilienhaus mit 140 m² 2026?
Ein 140 m² Einfamilienhaus kostet 2026 zwischen 380.000 und 750.000 € je nach Region und Grundstückspreis auch deutlich darüber. Reine Baukosten ohne Grundstück liegen bei 308.000 bis 504.000 € je nach Bauweise und Standard. Regionale Unterschiede beim Grundstück machen 50.000 bis 250.000 € Preisspanne aus.
Lohnt sich der KfW 40 Standard noch?
Ja, wirtschaftlich vor allem über die Förderung. KfW 261 mit Effizienzhaus 40 NH gewährt Tilgungszuschüsse bis 24.000 € pro Wohneinheit. Die Mehrkosten gegenüber GEG-Standard liegen bei 25.000 bis 45.000 €, amortisieren sich über Förderung plus Energieeinsparung in 8 bis 15 Jahren.
Ist ein Bodengutachten gesetzlich Pflicht?
Nicht ausdrücklich in jeder Landesbauordnung, aber faktisch durch DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) und Verkehrssicherungspflicht. Ohne Bodengutachten haftet der Bauherr persönlich für Setzungsschäden.
Wie lange hält ein Holzhaus?
Fachgerecht errichtete Holzhäuser erreichen 100 bis 150 Jahre Lebensdauer, vergleichbar mit Massivbauten. Entscheidend sind konstruktiver Holzschutz (kein Sprühwasser, ausreichende Hinterlüftung) und regelmäßige Inspektion der Fassade alle 5 bis 10 Jahre. Historische Fachwerkhäuser von 1500 belegen die Langlebigkeit.
Gibt es 2026 eine Sanierungspflicht beim Hauskauf?
Ja, das GEG schreibt seit 2024 für neue Eigentümer eine Pflicht zur Dämmung der obersten Geschossdecke, Tausch alter Heizungen (älter als 30 Jahre, kein Niedertemperaturkessel) und Dämmung warmgehender Leitungen vor. Frist: zwei Jahre nach Eigentumsübergang. Ausnahmen für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser bei langjährigem Eigentum.
Wird der Fenstertausch 2026 gefördert?
Ja, die BAFA fördert Fenstertausch mit 15 % Zuschuss, plus 5 % iSFP-Bonus, also 20 %. Voraussetzung ist ein Uw-Wert von maximal 0,95 W pro m² und Kelvin. Bei 12.000 € Fensterkosten ergibt das 2.400 € Zuschuss. Alternativ Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 % über drei Jahre.
Massivbau oder Fertighaus: Was ist besser?
Beide Bauweisen erreichen vergleichbare Qualität, der Unterschied liegt in Bauzeit, Planungsflexibilität und Wiederverkaufswert. Ein Massivbau dauert 9 bis 14 Monate, hat einen höheren Wiederverkaufswert (plus 5 bis 10 % gegenüber Fertighaus) und bietet mehr Planungsfreiheit. Massivhäuser werden von vielen Käufern als besonders wertstabil wahrgenommen. Ein Fertighaus baut man in 4 bis 8 Monaten, hat fixierte Kosten und gute Energieeffizienz ab Werk.
Was kostet eine energetische Vollsanierung?
Eine energetische Vollsanierung auf Effizienzhaus 70 Standard kostet 600 bis 1.200 € pro m². Bei einem 130 m² Reihenhaus sind das 78.000 bis 156.000 € brutto. Nach KfW-Förderung (Tilgungszuschuss bis 45 %) und Energieeinsparung amortisieren sich die Mehrkosten in 12 bis 22 Jahren.