Moderner Innenraum einer Sauna, gut beleuchtet

Saunaholz – welches Holz für den Saunabau?

Letzte Aktualisierung am 5. April 2022 von Max Lehmann

Bänke, Wände und Böden aus Holz gehören zur Sauna wie heißer Dampf, Duftessenzen und die erfrischende Abkühlung danach. Die sorgfältige Auswahl des verwendeten Holzes ist jedoch nicht nur für die traditionelle Optik wichtig, sondern auch, wenn es um die lange Haltbarkeit und die positiven Eigenschaften dieses Materials geht. Das Holz muss hohe Luftfeuchtigkeit, starke Temperaturschwankungen und häufige Reinigung aushalten und darf sich dabei weder verformen noch Risse bekommen oder verfärben. Außerdem darf Saunaholz Wärme nicht gut leiten, denn dann kann es die Haut verbrennen und außerdem die Hitze nach außen leiten, was den Energieverbrauch der Sauna erhöht. Hier erfahren Sie mehr über die im Saunabau verwendeten Holzarten und ihre Eigenschaften. Außerdem können Sie sich auch über die richtige Pflege der Sauna und über das perfekte Brennholz informieren. Wenn Sie sich für eine Sauna interessieren, so finden Sie auf blauarbeit.de zahlreiche Tischler und andere Handwerker, die Sie nicht nur im Bereich Saunaholz gut beraten, sondern auch alle notwendigen Arbeiten inklusive späterer Wartung gerne übernehmen.

Bild von GeorgeTsamakdas – stock.adobe.com

Verschiedene Holzarten und ihre Eigenschaften

Espe

Espenholz ist eines der traditionellen Hölzer für den Saunabau und besitzt viele positive Eigenschaften. Sowohl seine Wärmeleitfähigkeit als auch seine Formbeständigkeit bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit sind für den Saunabau ideal. Auch die Maserung und Farbe machen etwas her. Espenholz kann außerdem wärmebehandelt und so seine Aufnahmefähigkeit für Wasser reduziert werden. Gegen Espenholz spricht der hohe Preis und der fehlende typische Saunageruch, den viele anderen Holzarten verströmen. Das Holz ist für Liegen und Sitzbänke ideal, jedoch zu schade für die Wandvertäfelung.

Tanne

Wohlriechend und mit schöner Färbung gehört auch Tannenholz zu den Klassikern, wenn Saunas mit Holz bestückt werden sollen. Dabei ist Tanne nicht gleich Tanne. Am besten eignet sich die nordeuropäische Tanne, denn deren Holz hat nicht nur kurze Transportwege, sondern auch die besten Eigenschaften. Tannenholz ist günstig und verbreitet einen angenehmen Duft, den viele mit dem Saunaerlebnis verbinden. Zusätzlich ist es stabil, gut aussehend und hat gute Wärmeleiteigenschaften. Ob Sie die Wände und Böden mit Tanne verkleiden oder die gesamte Einrichtung aus diesem Holz fertigen lassen, damit liegen Sie nie falsch. Eine Sonderform ist die Hemlocktanne, deren Holz fast frei von Astlöchern und deshalb besonders schön anzusehen ist.

Kelo

Kelo ist keine eigene Holzart, sondern ein Holzprodukt, das aus Skandinavien stammt und seit Jahrhunderten in der Heimat der Saunas verwendet wird. Dabei werden Baumstämme über viele Jahrzehnte als Ganzes getrocknet, bis der Baumstamm die Rinde abwirft. Dies gelingt nur in den kalten Klimaten Skandinaviens. Das so gewonnene Holz hat eine grau-silberne Färbung, ist extrem hart und witterungsbeständig und verzieht sich auch bei starker Luftfeuchtigkeit nicht. Größter Nachteil dieser Holzsorte ist der hohe Preis, denn dieses Holz ist sehr selten und begehrt. Außerdem sollten Sie auf zertifizierte Quellen achten, denn auch gefälschtes Keloholz ist im Umlauf.

Weitere Holzarten

Fichte

Vermutlich das verbreitetste Holz im Saunabau ist Fichtenholz. Dieses Holz ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch günstig. Es eignet sich sehr gut für die Außenverkleidung des Holzes, kann aber auch im Inneren die Wände, Decken und Böden sehr gut vertäfeln. Der typische Geruch von feuchtem, warmem Fichtenholz ist der klassische Saunageruch, den viele Menschen für ihren Saunagang herbeisehnen. Allerdings muss das Holz mit Paraffinöl behandelt werden, da es sonst anfällig gegenüber Witterung und Bakterien ist. Auf andere Holzschutzarten wie Lack oder Öle sollten Sie verzichten, denn diese können in die Saunaluft ausdünsten. Außerdem erfolgt der Anbau von Fichten häufig in nicht nachhaltigen Monokulturen, weshalb Sie auch hier auf die Quellen achten sollten.

Rotzeder – Riesen-Lebensbaum

Wie schon der Name verrät, ist das Holz der Rotzeder von einer rötlichen Farbe und besticht durch eine attraktive Maserung. Besonders beliebt ist dieses Holz auch wegen seines angenehmen Duftes. Es hat einen hohen Anteil ätherischer Öle, die sich in der Saunaluft verflüchtigen und dem Saunagang eine besondere Note geben. Das Holz verfügt außerdem wegen der Öle über eine hohe Resistenz gegen Bakterien und Pilze und enthält zahlreiche Lufteinschlüsse und damit ideale Wärmeleiteigenschaften für den Saunagang. Allerdings muss es aus Nordamerika importiert werden, was sowohl den Preis als auch die Ökobilanz weniger attraktiv als bei heimischen Holzarten macht.

Erlenholz

Auch das Holz der Erle ist im Innenraum der Sauna beliebt. Es ist günstig, hat gute Eigenschaften bei der Wärmeleitung und ist resistent gegenüber Wärmeschwankungen. Allerdings ist das Holz wegen des geringen Anteils an ätherischen Ölen und seiner Struktur anfällig für Pilze und Schimmel und muss anfangs und dann in regelmäßigen Abständen mit Paraffinöl gegen die feuchte Luft der Sauna geschützt werden.

Richtige Pflege des Saunaholzes

Auch für widerstandsfähige oder mit Paraffinöl gepflegte Holzsorten ist die Sauna ein anspruchsvolles Umfeld. Wenn Sie Ihrer Sauna ein langes Leben und ein dauerhaft gutes Aussehen verschaffen wollen, ist es deshalb notwendig, das Holz der Liegen, Bänke und Wandvertäfelungen zu pflegen. Durch den richtigen Umgang halten Sie Schweiß vom Holz fern und verringern die Abnutzung.

Holzschutz beim Saunagang

Wenn Sie sich vor dem Saunagang duschen, so tragen Sie keinen Schweiß in die Sauna. Das ist nicht nur angenehm, sondern schont auch das Holz. Menschlicher Schweiß enthält Bakterien, die zwar meistens für uns harmlos sind, aber das Holz auf lange Sicht angreifen können. Zusätzlich schützen Sie das Holz, wenn Sie sich ein Handtuch unterlegen.

Nach jedem Saunagang

Lüften Sie die Sauna, damit sich keine Feuchtigkeit auf dem Holz festsetzen kann. Am besten lassen Sie die Tür zur Sauna immer ein Stück offen, damit freie Luftzirkulation herrscht. Sobald die Sauna ausgekühlt ist, reinigen Sie die Wände von der Decke bis zum Boden arbeitend mit einem leicht feuchten Tuch. Die Bänke und Liegen werden auf die gleiche Weise gereinigt. Bei dieser Gelegenheit können Sie auch den Saunaofen reinigen.

Reinigung bei Bedarf

In regelmäßigen Abständen und bei sichtbaren Flecken sollten Sie das Holz mit speziellem Reinigungsmittel säubern. So verhindern Sie, dass sich Flecken in der Holzmaserung festsetzen. Eventuellen Staub nach längerer Benutzung können Sie mit einem Staubsauger und Staubtuch entfernen, damit die Staubkörner nicht die Holzoberfläche zerkratzen. Tiefe Verschmutzungen können Sie mit einem Stück Sandpapier abschleifen.

Schutz mit Paraffinöl

Wenn Ihre Sauna zu Teilen aus wenig bakterienresistentem Holz wie Fichtenholz besteht, so müssen Sie den Schutzfilm des Holzes in regelmäßigen Abständen erneuern. Die Frequenz richtet sich nach der Häufigkeit der Nutzung. Während bei gelegentlicher Nutzung eine Auffrischung alle ein bis zwei Jahre genügt, können Sie bei wöchentlichen Saunagängen ruhig auch in halbjährlichem Rhythmus das Öl nutzen.

Umgang mit Harz

Manche Holzarten wie Fichtenholz sondern durch die Hitze in der Sauna eventuell Harz ab. Das ist nicht nur unschön anzusehen, sondern auch eine mögliche Quelle für Verbrennungen. Das Harz können Sie im weichen Zustand mit Aceton (Nagellackentferner) ablösen. Hartes Harz können Sie vorsichtig mit einem Messer abschaben.

Das richtige Holz für den Saunaofen

Holz findet in vielen Saunen nicht nur in der Vertäfelung, sondern auch als Brennmaterial für den Ofen Verwendung. Auch hier gibt es einige geeignete Holzsorten. Das Holz sollte, wie alles Brennholz, zwei Jahre abgelagert sein, damit es gut verbrennt. Holz von Nadelbäumen hat einen zu hohen Harzanteil und eignet sich nicht, denn es riecht vielleicht angenehm, das verdampfende Harz kann allerdings dem Kamin zusetzen (versotten). Setzen Sie stattdessen lieber auf günstiges Brennholz vom Fachhändler, etwa Buche, Birke oder Eiche. Der Brennwert von Kohle, Pellets oder Briketts ist zu hoch, was sie für Saunaöfen ungeeignet macht.

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