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Dachdecker beim Eindecken eines denkmalgeschützten Ziegeldaches

Dachziegelarten – Formen und Kostenvergleich

Foto von U. J. Alexander – stock.adobe.com

Wenn es darum geht, ein bestehendes Dach neu einzukleiden oder ein Dach bei einem Neubau mit seiner ersten Abdeckung zu versehen, greifen viele Bauherren zu Dachziegeln. Diese traditionellen Dachpfannen aus gebranntem Lehm oder Ton sind in zahlreichen Formen und Farben erhältlich und bieten mit ihrer abwechslungsreichen Optik viel Raum für gestalterische Freiheit. Zusätzlich sind diese Dachziegel stabil gegenüber dem Wetter und je nach Form für jedes Dach geeignet. Hier erfahren Sie mehr darüber, welche Dachziegelformen und Farben es gibt und wie Dachziegel hergestellt werden. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über Alternativen zu Dachziegeln. Wenn Sie individuelle Informationen zu Dachziegeln wünschen und diese auch fachgerecht auf Ihrem Dach installiert wissen wollen, so finden Sie auf blauarbeit.de Dachdeckerbetriebe in Ihrer Nähe, die Sie dabei gerne beraten und unterstützen.

Dachziegelformen und ihre Eigenschaften und Kosten

Dachziegel sind in Dutzenden verschiedenen Formen erhältlich, die sich in ihrer Optik und ihrem Preis unterscheiden. Neben rein ästhetischen Aspekten ist vor allem die Regeldachneigung ein entscheidender Faktor, denn während manche Dachziegel auch auf flachen Dächern mit einer Neigung von 10 bis 15 Grad den Regen zuverlässig ableiten, benötigen andere Ziegel eine Dachschräge von 40 Grad oder mehr. Daneben sollten Sie bei der Wahl der Dachziegel auch den örtlichen Bebauungsplan beachten. Nicht überall sind alle Dachziegelfarben erwünscht, und besonders aufwendige und exotische Dachziegelformen wie Mönch und Nonne Ziegel könnten das einheitliche Bild Ihrer Nachbarschaft stören. Auch hierbei berät Sie ein ortskundiger Dachdecker gerne. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Dachziegelformen.

Biberschwanzziegel

Diese Ziegel sind flach und werden vertikal überlappend angebracht. Sie erinnern mit ihrer halbrunden Form an Holzziegel und bieten eine traditionelle Optik. Biberschwanzziegel sind für Dachneigungen von 30 bis 40 Grad geeignet und mit 12 bis 20 Euro pro Quadratmeter günstig.

Hohlziegel

Diese traditionellen Dachziegel leiten Wasser gut ab und bieten eine klassische Optik. Sie gehören zu den am häufigsten verwendeten Ziegeln auf Dächern mit einer Dachneigung von 35 bis 40 Grad und kosten 13 bis 20 Euro pro Quadratmeter.

Reformziegel

Wenn Sie ein schlichtes, ruhiges Bild für Ihr Dach wünschen, dann sind diese mit einer flachen Mulde versehenen Ziegel die richtige Wahl. Diese Ziegel liegen optisch aneinander und nicht übereinander, halten aber bei Dachschrägen ab 30 Grad zuverlässig dicht. Sie kosten je nach Marke zwischen 10 und 20 Euro pro Quadratmeter.

Falzziegel

Ob in der einfachen Version oder als Doppelmuldenfalzziegel, diese Ziegel bieten Wind kaum eine Angriffsfläche und sind besonders in stürmischen Gegenden sehr beliebt. Sie sind mit 15 bis 30 Euro pro Quadratmeter etwas teurer, benötigen aber deutlich weniger Dachwartung.

Spezialdachziegel

Neben den oben genannten Dachziegeln für herkömmliche Dächer gibt es zahlreiche Dachziegelformen, die für spezielle Anwendungen verwendet werden.

Flachdachziegel

Bei flachen Dächern mit einer Dachneigung von 10 Grad müssen spezielle Flachdachziegel zum Einsatz kommen, damit das Wasser problemlos abgeleitet wird. Sie werden mit einer zweiten, Wasser ableitenden Schicht verlegt und kosten 5 bis 20 Euro je Quadratmeter.

Mönch und Nonne Ziegel

Diese Ziegelform ist in unseren Breitengraden wenig verbreitet und weckt beim Betrachter sofort Assoziationen mit Mittelmeerregionen. Bei dieser doppelten Verlegungsart zeigt bei den unteren Ziegeln der Hohlraum nach oben und die zweite Ziegelschicht sitzt auf diesen Ziegeln auf. Ein echter Hingucker, wenn Ihr Bebauungsplan das zulässt. Diese Ziegel sind mit 40 bis 50 Euro pro Quadratmeter relativ kostspielig und für Dachschrägen ab 40 Grad geeignet.

Krempziegel

Diese Ziegelform ist eine der ältesten Ziegelformen und kann vor allem an älteren Gebäuden bewundert werden. Typisch ist die konische Krempe. Diese Ziegel benötigen eine Dachschräge von 35 Grad und kosten pro Quadratmeter 30 bis 40 Euro. Ziegel dieser Art werden heute vor allem dann verwendet, wenn der Denkmalschutz es vorschreibt.

Solardachziegel

Diese Ziegel sind keine Dachziegel im eigentlichen Sinne, denn sie bestehen nicht aus gebranntem Lehm, sondern enthalten ein modernes Solarmodul. Sie können optisch passend in ein schwarzes Ziegeldach integriert werden und stellen eine formschöne Alternative zu herkömmlichen Fotovoltaikanlagen dar. Ziegel dieser Art benötigen eine Dachschräge von 30 Grad und kosten 300 bis 400 Euro pro Quadratmeter, liefern aber beträchtliche Mengen Strom und können sich im Laufe der Jahre amortisieren.

Farben für Dachziegel

Dachziegel können in zahlreichen verschiedenen Farben hergestellt werden und somit für interessante optische Akzente an jedem Haus sorgen. Rein theoretisch ist jede Farbe des Regenbogens möglich und wird auch angeboten, aber in den meisten Fällen schiebt der Bebauungsplan der Verwendung allzu knalliger Dachziegel einen Riegel vor. Dennoch gibt es zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Rote Dachziegel haben die Farbe des ursprünglichen Lehms und vermitteln ein warmes, klassisches und naturbelassenes Gefühl. Schwarz oder Grau sorgen für einen ruhigen, kühlen und modernen Look, während blasse Blau- und Grüntöne ein echter Hingucker sind.

Designansätze

Bei der Wahl der Farbgebung gibt es zwei gestalterische Ansätze. So können Dachziegel bewusst einen Kontrast zu der Hausfarbe darstellen und so bestimmte Hauselemente optisch hervorheben. Alternativ werden immer wieder Häuser in einem Farbton eingedeckt. Ein Haus mit schwarzen Dachziegeln und schwarz eingekleideten Wänden ist ein echter Hingucker und sorgt für einen harmonischen, flächigen Eindruck. Auch ähnliche Schattierungen und im Farbkreis benachbarte Farbgebungen erzielen diesen Effekt.

Matt oder glänzend

Neben der Wahl der richtigen Farbe haben Sie auch bei der Lasur Gestaltungsspielraum. So können Ziegel naturbelassen bleiben oder mit einer matten oder glänzenden Lasur für optische Akzente sorgen. Dieser Überzug sorgt nicht nur für ansprechende Effekte und bei glänzenden Dachziegeln für ein modernes Äußeres, sondern schützt die Dachziegel auch vor Witterung und Moosbewuchs.

Herstellung von Dachziegeln

Dachziegel werden aus aufbereitetem, gereinigtem Lehm oder Ton hergestellt und sind damit echte Naturprodukte. Der Lehm wird in die richtige Konsistenz gebracht (Sumpfen oder Mauken), eventuell mit färbenden Stoffen versehen und in passende Formen eingefügt. Nach einem längeren Lufttrocknungsprozess werden die vorgetrockneten Ziegel bei Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius gebrannt. Bei diesen Temperaturen werden organische Reste in den Ziegeln verbrannt und die gesamte Feuchtigkeit entfernt. Ein harter, stabiler Ziegel ist das Resultat. Diese Stabilität kann durch eine Glasur verbessert werden. Diese kann ebenfalls farbig sein.

Alternativen zu Dachziegeln

Auch wenn Dachziegel der Klassiker unter den Dachabdeckungen sind, gibt es viele andere Möglichkeiten, ein Dach wasserdicht zu machen und für eine schöne Optik zu sorgen. Hier finden Sie einige Alternativen im Überblick.

Dachsteine

Dachsteine sind optisch Dachziegeln sehr ähnlich. Beide Arten von Dachabdeckung werden unter dem Begriff Dachpfanne zusammengefasst. Der Unterschied besteht darin, dass Dachsteine nicht aus gebranntem Ton, sondern aus luftgetrocknetem Beton bestehen. Sie sind frostbeständiger, aber schwerer und weniger einfach zu verlegen. Auch ihre Ökobilanz ist besser, denn das energieaufwendige Ziegelbrennen entfällt. Dafür haben sie gegenüber Moosbewuchs eine geringere Resistenz.

Dachschindeln

Dachschindeln werden aus Holz oder Bitumen hergestellt. Holzdächer sind klassisch und modern zugleich und überzeugen mit ihrem naturbelassenen Äußeren, während Bitumendachschindeln durch zahlreiche Farbbeimengungen viel gestalterische Freiheit erlauben. Dachschindeln erlauben es, ein Dach günstig einzudecken.

Schieferdach

Diese Art der Dachabdeckung fristete lange Zeit ein Schattendasein, ist aber in den letzten Jahrzehnten beliebter geworden. Sie bietet eine interessante Optik und ist ökologisch wertvoll, denn Schiefer ist ein echtes Naturprodukt mit hoher Haltbarkeit und guter Bearbeitbarkeit direkt am Bau.

Blechdach

Eine besonders günstige Art der Dachabdeckung, die vor allem bei größeren Gebäuden wie Wohnanlagen Verwendung findet, sind Blechdächer aus Aluminium, Titanzink oder anderen Metallen. Die Blechabdeckungen werden häufig in Ziegeloptik hergestellt und sind auf den ersten Blick nicht von glasierten Ziegeln zu unterscheiden. Auch sichtbare Metalloberflächen sind beliebt und können interessante Akzente setzen. Sie sind schnell verlegbar, robust und bei Schäden einfach auszutauschen. Gegen diese Dachform sprechen der schlechte Temperatur- und Schallschutz sowie die Neigung zu Kondensfeuchte.

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