Holzschädlinge im Haus – Bestimmung und Eigenschaften

Letzte Aktualisierung am 27. Januar 2022 von Max Lehmann

Bei Holz handelt es sich um einen Naturbaustoff, der für natürliche Bewohner, wie beispielsweise Insekten oder Pilze, äußerst attraktiv ist. Allerdings handelt es sich bei diesen Insekten und Pilzen nicht immer nur um gutartige Organismen. Denn aufgrund ihrer biologischen Eigenschaften sind diese oftmals in der Lage, das Holz zu zerstören oder diesem zu schädigen. Die Zerstörung und Schädigung des Holzes geschieht dabei meist infolge der Nahrungsaufnahme oder im Rahmen der Wohn- und Brutstättenanlage. Demnach ist das Holz für die Schädlinge nicht nur eine wichtige Nahrungsgrundlage, sondern bildet gleichzeitig auch ihren Lebensraum.

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Das Beuteschema dieser Holzschädlinge ist dabei breit gefächert. Denn nicht nur feuchtes und altes Holz, sondern auch frisches sowie getrocknetes Holz wird von ihnen als Lebensgrundlage genutzt. Dabei haben sich die verschiedenen Holzschädlinge auf einen bestimmten Zustand des Holzes spezialisiert, sodass nicht immer alle Schädlingsarten an einem Holzbefall beteiligt sind. Frischholzinsekten befallen beispielsweise lediglich solches Gehölz, das in der freien Natur durch Rindenverletzungen oder mangelnde Pflege geschwächt ist. Trockenholzinsekten hingegen konzentrieren sich auf getrocknetes und verbautes Holz. Daher hat ein Befall mit diesen Insekten oft einen verheerenden Schaden an Kulturgütern, Möbeln oder Häusern zur Folge. Deutlich wird die zerstörerische Kraft der Frischholzinsekten durch die Tatsache, dass diese im schlimmsten Falle sogar einen ganzen Dachstuhl zum Einstürzen bringen können. Im Gegensatz zu den verschiedenen holzzerstörenden Insekten haben sich holzzerstörende Pilze vor allem auf feuchtes Holz spezialisiert. Denn grundsätzlich benötigen diese Pilze zum Leben einen Feuchtigkeitsgehalt von mindestens 20 %. Begünstigt wird die Entstehung eines solchen Feuchtigkeitsgehalts bei Häusern oder anderen Holzbauten beispielsweise durch Wasserschäden oder nasse Mauerwerke. Auch eine mangelnde Belüftung sowie eine ungehindert einwirkende Witterung kann die Entstehung von Feuchtigkeit hierbei fördern.

Holzzerstörende Insekten bei Trockenholz

Trockenholzinsekten haben sich auf den Befall von Trockenholz spezialisiert, wodurch sie bei getrocknetem, verbautem und bearbeitetem Holz teils einen großen privaten und wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Die wichtigsten Holzschädlinge für Trockenholz sind unter anderem der gemeine Nagekäfer, der braune Splintholzkäfer sowie der Hausbock:

  • Gemeiner Nagekäfer: Der gemeine Nagekäfer (Anobium punctatum), der auch als gewöhnlicher Nagekäfer bezeichnet wird, ist umgangssprachlich auch unter dem Vornamen des Holzwurms bekannt. Als solcher verbreitet er vor allem unter Hausbesitzern, Musikinstrumentenbesitzern und Kunstobjektbesitzern Angst und Schrecken. Denn grundsätzlich steht der gemeine Nagekäfer unter den holzzerstörenden Insekten an oberster Stelle. Sie erkennen den Schädling an seiner dunkelbraunen Färbung und seinem Halsschild. Im ausgewachsen Stadium erreicht das Insekt eine Länge von 2,5-5 mm.
  • Brauner Splintholzkäfer: Der braune Splintholzkäfer (Lyctus brunneus) zählt weltweit betrachtet im Bereich des Trockenholzes zu den verbreitetsten holzzerstörenden Insekten. Das Insekt erkennen Sie an seiner schlanken Form und der dunkel-, rot- oder gelbbraunen Färbung, wobei der Kopf des Tieres deutlich dunkler erscheint. Ein weiteres Erkennungsmerkmal des 2,5-7 mm großen Tieres stellen die beiden Höcker dar, die vor den Augen sitzen. Auch die langen Fühler, die mit einer Art Keule enden, sind typisch für den braunen Splintholzkäfer.
  • Hausbock: Neben dem braunen Splintholzkäfer ist der Hausbock einer der verbreitetsten Zerstörer von Trockenholz. Dabei ist der Hausbock (Hylotrupes bajulus) zwischen 8 und 26 mm lang und zeichnet sich durch einen verhältnismäßig flachen Körper aus. Auch der Kopf des Tieres erscheint deutlich schmäler als das Halsschild, welches an seinen Seiten gerundet ist. Farblich erkennen Sie das Insekt an seiner braun-schwarzen Färbung, seiner grauen Behaarung und den weißen Haarflecken. Zudem sind die Fühler des Käfers sehr markant, die fast bis zur Körpermitte reichen.

Holzzerstörende Insekten bei Frischholz

Auch Frischholz hat mit zerstörenden Insekten zu kämpfen. Zu den wichtigsten holzzerstörenden Insekten, die vorrangig frisches Holz befallen, zählen der Borkenkäfer, die Holzwespe und der Bockkäfer.

  • Borkenkäfer: Borkenkäfer nisten sich direkt unter der Rinde eines Baumes ein und sorgen hier für verheerende Schäden, von denen meist ganze Waldbestände betroffen sind. Deutschlandweit gibt es über 100 verschiedene Borkenkäferarten, die je nach Art eine braune oder schwarze Färbung aufweisen. Dabei werden die Käfer etwa 1-6 mm groß. Eine der bekanntesten Arten des Borkenkäfers stellt der Fichtenborkenkäfer (Ips typographus) dar, der umgangssprachlich auch als Buchdrucker bezeichnet wird. Diesen erkennen Sie an seiner dunkelbraunen Färbung, seiner Behaarung und seinem walzenförmigen Körper, der zwischen 4 und 5 mm lang ist.
  • Holzwespe: Die Holzwespe zählt mit ihrer Körpergröße von 40 mm zu den größten Hautflüglern Mitteleuropas. Der lang gezogene und walzenförmige Körper des Insekts endet mit einer kurzen Spitze. Bei den Weibchen schließt sich hieran ein langer, kräftiger Legebohrer an, der über paarige Sägeborsten verfügt. Mit diesem Bohrer kann das Weibchen Eier in das Holz ablegen. Da die Entwicklung der Holzwespen sehr lange braucht, kann es sein, dass die Insekten aus bereits verbautem Holz schlüpfen, wodurch sich Schadwirkungen am Holz ergeben. Allerdings sind Holzwespen hierzulande nicht allzu sehr verbreitet.
  • Bockkäfer: Auch verschiedene Bockkäferarten haben sich auf den Befall von Frischholz fokussiert. Zu den bedeutendsten Bockkäferarten zählt beispielsweise der Düsterbock, der insbesondere in Europa weit verbreitet ist. Dieser erreicht eine Körperlänge zwischen 8 und 24 mm und ist schwarz gefärbt. Weitere bedeutsame Bockkäferarten sind der Rothalsbock, der Mulmbock und der variable Schönbock. Lediglich der Hausbock stellt hierbei eine Ausnahme dar. Diese besondere Bockkäferart hat sich ausschließlich auf den Befall von Trockenholz beschränkt.

Holzzerstörende Pilze

Holzzerstörende Pilze benötigen vor allem Feuchtigkeit und Wärme, um leben zu können. Sind diese Voraussetzungen gegeben, können sich die Pilze beispielsweise hinter Wand- und Fußbodenverkleidungen entstehen oder sich in Zwischendecken ausbreiten.

Bei Hölzern zählen der echte Hauschwamm, der weiße Porenschwamm sowie der braune Kellerschwamm zu den am häufigsten auftretenden Pilzarten.

  • Echter Hauschwamm: Der echte Hausschwamm konzentriert sich vorrangig auf den Befall von Nadelhölzern. Aber auch Laubhölzer werden hierbei nicht ausgelassen. Denn grundsätzlich benötigt der Pilz zum Leben vor allem einen hohen Feuchtegehalt, der bei 50-60 % liegen sollte. Hat der echte Hausschwamm einen Alt- oder Neubau befallen, muss schnell gehandelt werden. Denn wird diese Pilzart nicht rechtzeitig entdeckt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Grund hierfür ist die schnelle zerstörerische Wirkung des Pilzes, die dieser in Bezug auf das Holz besitzt.
  • Brauner Kellerschwamm: Auch die Entstehung des braunen Kellerschwammes wird durch das Vorhandensein von Feuchtigkeit begünstigt. Demnach entsteht diese Pilzart vor allem in feuchten Kellern, in unbewohnten Dachstühlen oder nach Wasserschäden. Nadelholz und Laubholz sind hierbei gleichermaßen vom Befall betroffen.
  • Weißer Porenschwamm: Der weiße Porenschwamm bevorzugt insbesondere Nadelhölzer. Auch die Entstehung dieser Pilzart wird durch das Vorhandensein von Holzfeuchte gefördert. Optimal ist hierbei ein Feuchtegehalt, der größer als 50 % ist. Sie erkennen den weißen Porenschwamm an seinen typischen eisblumenartigen Geflechten, die sich auf der Holzoberfläche ausbilden.  

Wie beugen Sie Holzschädlingen vor?

Um zukünftig Holzschädlingen vorzubeugen, sollten Sie bei der Verwendung von Holz ausschließlich auf gut durgetrocknetes Holz zurückgreifen. Denn da die meisten Holzschädlinge Feuchtigkeit lieben, ist ein gut getrocknetes Holz deutlich widerstandsfähiger als vergleichsweise feuchtes oder nasses Holz. Auch thermisch behandeltes oder technisch getrocknetes Holz erhöht hierbei den Schutz gegen einen Schädlingsbefall. Zudem erweist sich in Anbetracht der Widerstandsfähigkeit das Kernholz deutlich effektiver als vergleichsweise das Splintholz.

Des Weiteren sollten Sie vor allem im Haus darauf achten, dieses trocken zu halten und entstehende Nässeschäden sofort wieder zu beseitigen. Auch ein gutes Heiz- und Luftverhältnis trägt zur Vorbeugung vor Holzschädlingen bei. Denn grundsätzlich fühlen sich die Schädlinge in trockenen und beheizten Räumen nicht wohl.

Außerdem sollten Holzkonstruktionen stets einer guten Pflege unterzogen werden, um einem Holzschädlingsbefall vorzubeugen. Auch eine regelmäßige Kontrolle stellt eine wichtige vorbeugende Maßnahme dar, um mögliche Anzeichen auf einen Holzschädlingsbefall frühzeitig erkennen und so alle weiteren notwendigen Schritte einleiten zu können. Sollten Sie an Ihrem Haus oder anderen Holzgegenständen erste Anzeichen für einen Befall wahrnehmen, empfiehlt es sich einen Experten zurate zu ziehen, um schwerwiegendere Folgen rechtzeitig verhindern zu können.

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