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Regenwasser im Garten sammeln

Letzte Aktualisierung am 3. September 2020 von M. Lehmann

Während Solarzellen in Kombination mit hauseigenen Kraftwerken und Stromspeichern in privaten Häusern und industriellen Grundstücken mittlerweile relativ häufig vorkommen, kommt das Thema Wasserknappheit oft zu kurz. Zu abstrakt ist der Gedanke, dass die Wasserversorgung ausfallen könnte. Doch auch hier können Sie vorsorgen: Sie benötigen Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kochen, Waschen, für die Körperpflege oder aber für die Bewässerung Ihres Gartens. Ein Blick auf die Niederschlagsrate der letzten Jahre zeigt zusätzlich, wie gut man Regenwasser sammeln kann: In einem Jahr fallen zwischen 800 und 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Wenn man Regenwasser im Garten sammelt kann man viel Geld sparen, besonders wenn man viele Pflanzen gießen muss. Ein durchdachtes Haushalten mit diesem Rohstoff ist auch für den Fall einer Wasserknappheit ratsam. Welche Arten der Wasserspeicherung es gibt und was Sie jeweils beachten sollten, können Sie hier lesen.

Regenwasser sammeln hat viele Vorteile

Wasserkosten sparen

Ein offensichtlicher Vorteil ist das Geld, das man sich bei der Bewässerung – zum Beispiel für die Rasenpflege – sparen kann. Da die Sommer aber immer heißer und trockener werden zeigt sich direkt noch ein Vorteil: Haben Sie genug Regenwasser gespeichert, können Sie es auch dann verwenden, wenn aufgrund von Wasserknappheit Bewässerungsverbote eingeführt werden sollten. Ihre Pflanzen sind dadurch etwas sicherer.

Wasserqualität

Auch das Regenwasser an sich birgt einige Vorteile. Während es für den Gebrauch als Trinkwasser aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland nicht geeignet ist, kann es jedoch ganz hervorragend für das Waschen von Wäsche, für die Körperpflege und für das Putzen verwendet werden. Das Leitungswasser in Deutschland ist in manchen Gebieten sehr hart, was bedeutet, dass es viel Kalk enthält. Dies behindert die Aufnahme von Seife. Regenwasser hingegen ist weich und enthält wenig Kalk. Beim Waschen von Wäsche können Sie auf diese Weise mit Regenwasser bis zu 30% Ihres sonst üblichen Waschmittelverbrauchs einsparen. Ähnliches gilt für alle anderen Arten von Seife oder Putzmitteln. Auch für Textilien, die mit weichem Wasser gewaschen werden, und sogar für die Waschmaschine ist weiches Wasser von Vorteil. Kalk sorgt für minimale Beschädigungen und auf Dauer für frühzeitigen Verschleiß der Materialien. Selbst den Entkalker können Sie sich sparen, wenn Sie mit weichem Regenwasser arbeiten.

Wasserspeicher direkt aus der Natur

Wasser ist ein Rohstoff, der in der Natur grundsätzlich in großen Mengen vorkommt. Engpässe sind in unseren Breiten in der Regel temporär und werden durch längere Regenphasen zu anderer Jahreszeit wieder ausgeglichen. Es liegt also nahe, sich diesen Rhythmus zunutze zu machen. Durch das Auffangen des Regenwassers zu Zeiten, zu denen es in großen Mengen verfügbar ist, können Sie sehr viel Geld sparen.

Es gibt jedoch einiges zu beachten, wenn Sie Ihre Wasserversorgung in großen Teilen auf Regenwasser umstellen möchten. Besonders wichtig ist die Art des Auffangens. Da Regen flächendeckend auftritt, ist es ratsam, eine möglichst große Fläche für das Auffangen des Regens zu verwenden, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Liter des wertvollen Nass zu bekommen. Die naturgemäß größte Fläche, die nicht natürlicher Boden ist, sind in der Regel die Dächer von Gebäuden. Die richtige Form lässt das Wasser vom Dach gezielt in speziell konzipierte Rohre fließen, die es in eine Speicheranlage weiterleiten. Doch nicht nur die Form des Dachs ist relevant: Auch das Material birgt Fallstricke. Enthält ein Dach leicht lösliche Metalle wie Kupfer, Zink oder Blei oder handelt es sich gar um ein altes Dach mit Bestandteilen aus Asbest, so ist das Risiko einer Verunreinigung des Wassers durch die giftigen Inhaltsstoffe groß.

Die Qualität des Wassers ist überhaupt ein sehr wichtiger Aspekt. Wasserqualität unterliegt strengen Richtlinien. So ist Regenwasser in den meisten Fällen zwar zum Waschen oder in Badegelegenheiten völlig legitim, erfüllt jedoch nicht die gesetzlichen Anforderungen für Trinkwasser, sodass von einem Genuss des Regenwassers abgesehen werden sollte. Aus diesem Grund ist es auch zwingend notwendig, dass die Rohre des Leitungswassersystems und die Rohre des aufgefangenen Regenwassers farblich unterscheidbar sind, sodass eine versehentliche Verunreinigung des Trinkwassers mit dem Regenwasser ausgeschlossen werden kann.

Bei allem persönlichen Komfort der Regenwassernutzung sollten Sie jedoch auch die Natur nicht vergessen. Lassen Sie grundsätzlich einen Großteil des Regenwassers auf ganz natürliche Weise im Boden versickern. So sichern Sie den Grundwasserbestand, der nicht nur für die zentrale Wasserversorgung benötigt wird, sondern auch tief wurzelnden Pflanzen, wie beispielsweise Bäumen, das Überleben ermöglicht.

Benötigte Menge und ideale Standorte

Vor der Anschaffung eines Wasserspeichers für den Garten sollte man abschätzen, wie viel Wasser eigentlich benötigt wird. Für die meisten Menschen reicht eine Regentonne mit bis zu 300 Litern völlig aus.

Den Standort sollte man auch nach der benötigten Wassermenge wählen. Bei weniger Wasserbrauch reicht es aus, den Wasserspeicher neben eine Gartenhütte oder ein Gewächshaus zu stellen. Falls dort noch keine vorhanden ist, sollte man eine Dachrinne nachrüsten und das Wasser in den Behälter leiten. Man kann einen Wasserspeicher natürlich auch an einem Fallrohr anbringen, das Wasser normalerweise vom Dach in die Kanalisation abführt. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass das Wasser bei einem vollen Wasserspeicher nicht einfach überläuft, sondern wie vorgesehen in die Kanalisation fließt.

Diese Dinge sollte man bei der Wahl der Größe und des Standorts beachten:
Je größer die Dachfläche, desto mehr Regenwasser kann man sammeln. Hat man einen geringen Wasserbedarf, sollte man also eher das Dach vom Gartenhaus verwenden und eine Regentonne aufstellen. Bei einem hohen Wasserbedarf kann man auch größere Dächer verwenden, sollte das Wasser dann aber auch in einem Wassertank oder einer Zisterne sammeln.

Regentonne / Regenfass

Wasser zu speichern scheint dem Laien erst einmal kein großes Problem zu sein. Wassertonnen, die in Gärten häufig unter Regenrinnen zu finden sind, hat jeder schon einmal gesehen. Regentonnen sind in verschiedenen Größen erhältlich. Die meisten Modelle haben ein Fassungsvolumen von 200 bis 300 Litern. Braucht man mehr, kann man auch mehrere Regentonnen mit einem Verbindungsstück kombinieren.

Wenn Regentonnen offen stehen kann es passieren, dass Laub, Schmutz oder Mückenlarven das Wasser verunreinigen. Wenn man auf den Regenfall direkt über der Tonne nicht angewiesen ist, sollte man sie abdecken und das Rohr möglichst ohne Lücken anbringen. In diesem Fall sollte man eine Regentonne kaufen, bei der ein Auslaufhahn angebracht werden kann.

Ob Sie eine Regentonne aus Holz oder Plastik verwenden, hängt ganz von den persönlichen Vorlieben ab. Regentonnen aus Holz wirken im Garten natürlicher, sind aber weniger flexibel und können undicht werden, wenn das Holz austrocknet.

Wassertank

Ein Wassertank steht wie die Regentonne auch oberirdisch, kann aber wesentlich mehr Regenwasser speichern – ungefähr 1000 Liter. Der Tank benötigt viel Platz, ist entsprechend schwer und braucht ein stabiles Fundament. Für große Gärten mit hohem Wasserbedarf kann er sich lohnen. Im Idealfall steht er aber auch in einem Großen Garten an einer unscheinbaren Stelle, denn besonders hübsch sind Wassertanks nicht.

Zisterne

Zisternen sind Behälter für große Mengen Wasser, die aus Platzgründen zumeist unterirdisch gelagert werden. Dies hat zudem den Vorteil, dass Materialermüdung durch Sonneneinstrahlung verhindert wird und das Wasser kühl gelagert werden kann. Wird über das Dach Regenwasser gewonnen, fließt es direkt über speziell verlegte Rohre in einen der unterirdischen Behälter. Die Zisterne kann auch aus mehreren Behältern bestehen, die miteinander verbunden sind. Durch ein Rohrsystem wird dann sichergestellt, dass stets das älteste Wasser zuerst verwendet wird. Die Bauweise der meisten Zisternen garantiert zudem einen gleichmäßigen Wasserdruck, was die Regenwassernutzung besonders angenehm macht. Auch bei wetterbedingter Wasserknappheit können Sie sich so stets auf Ihren privaten Vorrat verlassen, auf den Sie zurückgreifen können, wenn in Ihrem Wohnort aufgrund anhaltender Dürre ein Bewässerungsverbot verhängt wird.

Regenwasserbehälter pflegen

Egal welche Variante Sie wählen, die Pflege der Behälter ist wichtig für eine lange Nutzung. In regelmäßigen Abständen sollte das Regenwasser komplett ausgetauscht werden, um grünen Algen- und Dreckbelag in der Tonne zu vermeiden. Falls der Wetterbericht viel Regen ankündigt, können Sie dafür das restliche Wasser verwenden und die Tonne trocknen lassen. Die nächste Regenwasserladung wird dann nur aus sauberem Wasser bestehen.

Regentonnen und Wassertanks aus Plastik sollten Sie nicht in die direkte Sonne stellen, denn das Sonnenlicht macht das Plastik porös und es geht schneller kaputt.

Im Winter sollten Regentonnen und Wassertanks komplett geleert werden, weil sie sonst vom Frost beschädigt werden. Haben Sie darauf keine Lust, sollten Sie sich eine Regentonne kaufen, die explizit frostsicher ist.

Genehmigungspflicht

Vor dem Bau eines Wassertanks oder eine Zisterne sollten Sie einen Blick in die Abwasserverordnung der Gemeinde werfen. Überschüssiges Regenwasser muss in die Kanalisation abgeleitet werden oder ins Erdreich versickern. Oft ist das genehmigungspflichtig und sollte gut geplant werden. Wird eine Regenwassernutzungsanlage auch im Haushalt verwendet, muss sie laut Trinkwasserverordnung auch beim Gesundheitsamt angemeldet werden.

Bild: Bianca / stock.adobe.com

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