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Das Pfettendach mit den waagerechten Pfetten an den Seiten

Pfettendach: Aufbau, Vor- und Nachteile, Kosten 2026

Lesedauer 4 Minuten

Letzte Aktualisierung am 2. Juni 2021

Bei dem Pfettendach handelt es sich um eine klassische Dachkonstruktion, die sich durch ihre Stabilität bewährt hat. Horizontale Pfetten stützen die Sparren des geneigten Hausdachs. Diese Pfetten verlaufen also in der gleichen Richtung wie die Traufe. So lassen sich die Sparren in Form von durchlaufenden oder auskragenden Holzbalken oder als Einfeldbalken einsetzen. Es gibt Fußpfetten, die sich unten im Traufbereich befinden und auf der Außenwand aufliegen, Firstpfetten für die Befestigung der Sparren sowie Mittelpfetten auf halber Höhe.

Grundsätzlich stehen drei Varianten für das Pfettendach zur Auswahl:

  • die Variante mit einfach stehendem Dachstuhl, also die Firstpfette mit entsprechenden Firstsäulen,
  • das Dach mit zweifach stehendem Dachstuhl,
  • das Pfettendach mit dreifachem Stuhl, das von einer Zusatzkonstruktion unterstützt wird.

Das klassische Pfettenmodell ist ein statisches System ohne eindeutige Bestimmung. Das Gewicht des Daches liegt auf den Sparren, die wiederum von den Pfetten und damit vom ganzen Dachstuhl gehalten werden. Bei der ausgewogenen Belastung besteht die Konstruktion aus stabilen Haupt- und Nebenträgern, wobei die Auflagerung am Fußpunkt die Hauptrolle spielt. Größtenteils bestimmen die Vertikallasten das Gesamtsystem.

Welche Möglichkeiten bietet das Pfettendach?

Im Vergleich zu Sparrendächern und anderen Arten der Dachkonstruktion kann man das Pfettendach auch mit einer sehr flachen Dachneigung konstruieren. Des Weiteren überzeugt die optimale Ausnutzung des Querschnitts, die sicherstellt, dass sich die einzelnen Bauteile nicht so schnell durchbiegen oder verformen. Dadurch, dass die Pfetten bei Bedarf abgestützt werden können, kann man den Dachraum flexibel nutzen. Es gibt also nur minimale Einschränkungen, wenn man das Dachgeschoss unter dem Pfettendach ausbauen möchte.

Die Stützmomente an den Sparren sind recht hoch, darum dürfen die Einkerbungen nicht zu groß sein. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass die Pfette bei einem stärker geneigten Dach nicht zerstört wird. Im Optimalfall stellt man eine möglichst flächige Lagerung sicher, sodass es weder für die Sparren noch für die Pfette Probleme gibt.

Besonderheiten bei der Pfettenkonstruktion

Beanspruchung durch Horizontallasten ist bei Hausdächern nicht ungewöhnlich. Wenn die Sparrenanschlüsse an den Fußpunkten in Querrichtung zum Dach verlaufen, verringert sich diese Belastung, die beispielsweise durch starken Wind entsteht. Es ist empfehlenswert, zumindest ein Auflager als unverschiebbares Element zu befestigen. Nur so ist die nötige Steifigkeit für die optimale Lastübertragung sichergestellt. Bei den Dachüberständen sind keine besonderen Zusatzmaßnahmen erforderlich. lediglich die Auflager benötigen die entsprechende Belastbarkeit.

Die Vorzüge vom Pfettendach zeigen sich vor allem darin, dass man in der schrägen Dachfläche auch große Öffnungen herstellen kann. Ein spezieller Verbund zwischen den Sparren und der Decke ist nicht notwendig, da der Fußpunkt sowie die umliegenden Pfetten für die Lagerung zuständig sind. Ein weiterer positiver Punkt ist die Möglichkeit von großen Spannweiten in Kombination mit einem Steildach.

Was ist ein Pfettendach genau?

Das Pfettendach ist eine der bewährtesten Dachkonstruktionen in Deutschland. Charakteristisch sind die drei waagerechten Tragebalken (Pfetten): die Fußpfette an der Traufe, die Mittelpfette und die Firstpfette am Dachfirst. Auf diesen Pfetten liegen die Sparren auf, die das eigentliche Dach bilden. Das Pfettendach ist konstruktiv stabiler als das Sparrendach und erlaubt größere Spannweiten ohne Zwischenwände.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Pfettendach?

Vorteile

  • Größere Spannweiten möglich: Bis zu 14 Meter ohne Zwischenstützen, ideal für offene Grundrisse
  • Statisch stabiler: Pfetten verteilen die Lasten besser, das macht das Dach widerstandsfähiger gegen Schneelast und Wind
  • Mehr Gestaltungsfreiheit für Dachaufbauten: Dachfenster, Gauben oder Schornstein-Durchbrüche sind einfacher zu realisieren
  • Dachausbau einfacher: Mehr Bauhöhe verfügbar, weil weniger störende Zwischensparren
  • Ideal für Walm- und Mansarddächer: Komplexere Dachformen brauchen die zusätzliche Stabilität

Nachteile

  • Höhere Materialkosten: 15 bis 25 Prozent teurer als Sparrendach durch die zusätzlichen Pfetten
  • Aufwendigere Konstruktion: Braucht Zimmerer mit Pfettendach-Erfahrung, klassische Holzverbindungen
  • Mehr Holz-Bedarf: 30 bis 50 Prozent mehr Bauholz als Sparrendach
  • Pfetten brauchen Auflager: Bei größeren Spannweiten Innenwände oder Stützen nötig

Pfettendach vs. Sparrendach – was ist besser?

AspektPfettendachSparrendach
Spannweitebis 14 Meterbis 8 Meter
Materialkosten15-25% teurergünstiger
Statische Stabilitätsehr hochhoch
Dachausbaueinfach (mehr Bauhöhe)schwieriger (Zwischensparren stören)
Dachfenster-Einbaueinfachaufwendiger
Eignet sich fürWalm-, Mansard-, große Satteldächerkleinere Satteldächer
Bauzeitlängerkürzer

Im Vergleich zum Sparrendach (siehe unser Beitrag Sparrendach) bietet das Pfettendach mehr konstruktive Freiheit. Es ist die Standard-Wahl für Einfamilienhäuser über 8 Meter Spannweite oder mit komplexer Dachform.

Was kostet ein Pfettendach?

Ein komplettes Pfettendach für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter Dachfläche kostet 18.000 bis 35.000 Euro Rohbau (nur Konstruktion, ohne Eindeckung). Mit Eindeckung und Dämmung gerechnet 35.000 bis 70.000 Euro Gesamtkosten.

KostenpostenPreis
Holz (Bauholz Fichte, Kiefer)40 bis 80 Euro pro qm
Zimmerer-Arbeit (Sparren, Pfetten setzen)50 bis 90 Euro pro qm
Verbindungen, Anker, Stahlteile10 bis 25 Euro pro qm
Statische Berechnung (Pflicht)1.500 bis 4.000 Euro Pauschale
Baugenehmigung (je nach Bundesland)500 bis 1.500 Euro

Mehr zur Dachstuhl-Konstruktion finden Sie unter Dachstuhl bauen Kosten. Bei Komplettsanierung mit Eindeckung sehen Sie sich Dachsanierung Kosten an.

Bauliche Aspekte beim Pfettendach

  • Pfetten-Dimensionen: Standard 14×16 cm bis 20×24 cm, abhängig von Spannweite und Schneelast
  • Sparren-Abstand: 70 bis 90 cm typisch, bei höherer Schneelast enger
  • Holz-Qualität: Sortier-Klasse S10 oder höher, technisch getrocknet (KVH oder BSH)
  • Verbindungen: Klassisch Zapfen-, Versatz- oder Schwalbenschwanz-Verbindungen, modern auch Bauwinkel und Schraub-Anker
  • Statische Berechnung: Pflicht ab einer Spannweite über 5 Meter

Häufige Fragen zum Pfettendach

Was ist der Unterschied zwischen Pfettendach und Sparrendach?

Beim Pfettendach liegen die Sparren auf waagerechten Pfetten auf, beim Sparrendach stützen sich die Sparren gegenseitig im First. Pfettendach erlaubt größere Spannweiten und mehr Dachausbau-Möglichkeiten, ist aber 15-25 Prozent teurer.

Wie viele Pfetten hat ein Pfettendach?

Klassisch drei Pfetten: Fußpfette (an der Traufe), Mittelpfette (auf halber Höhe) und Firstpfette (am Dachfirst). Bei sehr großen Spannweiten kann noch eine zweite Mittelpfette dazukommen.

Lohnt sich ein Pfettendach für ein normales Einfamilienhaus?

Ja, wenn die Dachfläche über 100 Quadratmeter ist, der Dachstuhl ausgebaut werden soll oder die Spannweite über 8 Meter beträgt. Bei kleineren Dächern unter 8 Meter Spannweite ist das günstigere Sparrendach oft sinnvoller.

Kann man ein Pfettendach selbst bauen?

Nein. Pfettendächer brauchen statische Berechnung, präzise Zimmermanns-Verbindungen und Hebezeug für die Pfetten. Das ist Fachbetriebs-Arbeit. Eigenleistung beschränkt sich auf einfache Vor- und Nacharbeiten.

Welche Dachformen eignen sich besonders für Pfettendach?

Walmdach, Mansarddach, sehr breite Satteldächer und Krüppelwalmdach. Generell alle Dachformen mit komplexer Geometrie oder großen Spannweiten. Bei einfachem Satteldach unter 8 Meter Spannweite reicht meist Sparrendach.

Wie lange hält ein Pfettendach?

Bei guter Wartung und Schutz vor Feuchtigkeit 80 bis 150 Jahre. Hauptfaktor: Schutz des Holzes vor Wasser und Schädlingen. Mit regelmäßiger Inspektion (alle 3 bis 5 Jahre) lassen sich Schäden früh erkennen und reparieren.

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