Verpasse nicht diese Infos!

Hier kannst du dich für unseren wöchentlichen Newsletter anmelden:

Das Sparrendach ist eine weit verbreitete Dachkonstruktion

Sparrendach: Aufbau, Kosten und Vergleich zum Pfettendach

Lesedauer 3 Minuten

Letzte Aktualisierung am 1. April 2022

Was ist ein Sparrendach genau?

Das Sparrendach ist die einfachste und älteste Dachkonstruktion. Es besteht ausschließlich aus paarweise gegeneinander geneigten Sparren, die im Dachfirst verbunden sind und am Fußpunkt durch einen Deckenbalken (Zugbalken) ausgesteift werden. Die Konstruktion ist statisch sehr effizient und kommt ohne Pfetten aus.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Sparrendach?

Vorteile

  • Günstig in der Konstruktion: 15 bis 25 Prozent günstiger als Pfettendach, weil weniger Material
  • Schnelle Bauzeit: Einfache Konstruktion erlaubt schnellere Aufrichtung
  • Statisch effizient: Gewicht wird direkt in die Außenwände abgeleitet, keine Innenstützen nötig
  • Bewährte Technologie: Seit Jahrhunderten verwendet, jeder Zimmerer beherrscht das System
  • Für kleine bis mittlere Satteldächer ideal

Nachteile

  • Begrenzte Spannweite: Maximal 8 Meter, darüber wird die Konstruktion zu schwer
  • Sparren stören beim Dachausbau: Sichtbare Sparren im Dachgeschoss reduzieren die nutzbare Höhe
  • Dachfenster-Einbau aufwendiger: Sparren müssen für jedes Dachfenster ausgewechselt werden
  • Zugbalken Pflicht: Der Boden des Dachgeschosses muss tragend sein
  • Nicht für komplexe Dachformen geeignet: Walm- oder Mansarddächer brauchen Pfettenkonstruktion

Sparrendach vs. Pfettendach – was passt zu Ihnen?

AspektSparrendachPfettendach
Spannweitebis 8 Meterbis 14 Meter
Materialkosten15-25% günstigerteurer
Statische Stabilitäthochsehr hoch
Dachausbauschwierigereinfach
Dachfenster-Einbauaufwendig (Sparren wechseln)einfach
Bauzeitschnelllänger
Eignet sich füreinfache SatteldächerWalm-, Mansard-, große Satteldächer

Mehr zum Pfettendach finden Sie in unserem Beitrag Pfettendach.

Was kostet ein Sparrendach?

Ein komplettes Sparrendach für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter Dachfläche kostet 14.000 bis 24.000 Euro Rohbau. Mit Eindeckung und Dämmung gesamt 30.000 bis 55.000 Euro.

KostenpostenPreis pro qm
Holz (Bauholz Fichte, Kiefer)30 bis 60 Euro
Zimmerer-Arbeit40 bis 70 Euro
Verbindungen, Anker5 bis 15 Euro
Statische Berechnung1.000 bis 2.500 Euro Pauschale

Bauliche Aspekte beim Sparrendach

  • Sparren-Dimensionen: Standard 10×16 cm bis 14×20 cm, abhängig von Spannweite und Schneelast
  • Sparren-Abstand: 60 bis 80 cm typisch, enger bei höherer Schneelast
  • Zugbalken: Verbindet beide Sparren am Fußpunkt, gleichzeitig Boden des Dachgeschosses
  • Holz-Sortierklasse: S10 oder höher, technisch getrocknet
  • Verbindungen im First: Klassisch Versatz-Verbindung mit Bolzen, modern Metallverbinder
  • Statik: Berechnung erfolgt nach DIN EN 1995 (Eurocode 5 Holzbau)

Häufige Fragen zum Sparrendach

Was ist die maximale Spannweite eines Sparrendachs?

8 Meter, in seltenen Fällen mit speziellen Holzqualitäten bis 10 Meter. Darüber wird die Konstruktion zu schwer und unwirtschaftlich. Bei größeren Spannweiten ist das Pfettendach die richtige Wahl.

Welche Sparrenstärke brauche ich?

Bei 6 Meter Spannweite und Standard-Schneelast 10×18 cm. Bei 8 Meter Spannweite 12×22 cm. Bei hoher Schneelast (Bergregion) eine Klasse größer. Die exakte Dimensionierung berechnet der Statiker nach DIN EN 1995.

Kann ich das Dachgeschoss eines Sparrendachs ausbauen?

Ja, aber mit Einschränkungen. Die sichtbaren Sparren stören die Innenraum-Gestaltung. Bei Untersparrendämmung verlieren Sie 5 bis 10 cm Bauhöhe pro Seite. Dachfenster und Gauben sind aufwendiger als beim Pfettendach. Wenn großer Dachausbau geplant ist, lohnt sich oft ein Pfettendach.

Wie viel günstiger ist Sparrendach gegenüber Pfettendach?

15 bis 25 Prozent günstiger im Material und Arbeit. Bei einem 120-qm-Dach sind das 3.000 bis 7.000 Euro Ersparnis. Für einfache Satteldächer bis 8 Meter Spannweite ist Sparrendach die wirtschaftlichste Wahl.

Brauche ich für ein Sparrendach eine Baugenehmigung?

Bei Neubauten ja, im Rahmen der gesamten Baugenehmigung. Bei Sanierungen oder Umbauten meist nur, wenn die Außenkubatur sich ändert. Im Zweifel Bauamt fragen, weil regional unterschiedlich geregelt.

Foto von Dieter Pregizer – stock.adobe.com

Sparren- und Pfettendächer sind statisch betrachtet die Grundtypen aller Dachkonstruktionen. Das Sparrendach ist aus der Dachhütte hervorgegangen, die im nordeuropäischen Raum verbreitet war. Es besteht aus mehrfach hintereinander angeordneten Dreigelenkrahmen und wird von einer Mittelpfette (auch Firstpfette genannt) getragen. Ein starker Dachbalken und ein Sparrenpaar bilden die Dreieckskonstruktion. Die Abfolge der in sich festen Sparrenbinder wird Gespärre genannt. Das Sparrendach hat keine Pfosten, die den First zusammenhalten. Der Zimmermann wählt für die Stabilisierung lediglich eine einfache Überblattung mittels Firstzange oder Scherblatt. Die Firstzange wird nur mit den Außenseiten bündig befestigt und nicht eingelassen. Die am First verbundenen Sparren bilden mit der Decke darunter ein nicht verschiebbares Dreieck. Wind und Lastkräfte werden über die Sparren nach unten über das Fundament abgeleitet. Bis heute ist das Sparrendach eine der bekanntesten Dachkonstruktionen in Europa und wird hauptsächlich für Steildächer mit großer Spannweite gewählt. Zum Beispiel wird ein Satteldach häufig als Sparrendach konstruiert.

Vor- und Nachteile des Sparrendachs

Vorteile

Die wichtigsten Bestandteile der Konstruktion sind die Sparren, nicht etwa die Dachhaut. Weil der Dachraum eines Sparrendaches nicht durch Balken unterbrochen ist, kann er uneingeschränkt genutzt werden. Möchte man die freie Spannweite der Sparren verringern, lässt sich das Gespärre durch Kehlbalken unterstützen, dann spricht man von einem Kehlbalkendach. Die stehenden Stuhlachsen gestatteten den Einbau von Aussteifungshölzern, wodurch die Lagerkapazität vergrößert werden konnte.

Nachteile

Der größte Nachteil ergibt sich aus der geringeren Stabilität der aufgereihten Sparrendreiecke. Ein Sparrendach ist erst ab einer Neigung von 25-30° sinnvoll, weil sonst zu starke Kräfte auf die Holzverbindungen einwirken würden. Daher begann man schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts in Süddeutschland mit dem Einbau von Pfetten, die auch als praktische Aufrichthilfe dienten. Die Kombination von Pfetten- und Sparrendach bringt für den Unterbau keinerlei Nachteile. Große Dachflächenfenster und Gauben sind nicht möglich, denn die Sparrenpaare müssen immer spiegelbildlich angebracht sein. Dachdurchbrüche wären mit einem sehr hohen Konstruktionsaufwand verbunden, da einzelne Sparren verschoben werden müssten. Auch ein breiter Dachüberstand bei großzügigem Grundriss lässt sich kaum realisieren.

Das Sparrendach im Vergleich zum Pfettendach

Die Fußpunkte müssen so konstruiert sein, dass Zugkräfte und Druck weitergeleitet werden können. Für die Aufnahme des Horizontalschubes am Sparrenfußpunkt werden daher relativ aufwendige Verbindungen benötigt. Zur Verstärkung der Sparren nutzt man Sparrenpfettenanker und Knaggen. Der Kniestock darf nicht gemauert werden, denn er würde aufgrund der hohen Lasten abknicken. Beim Pfettendach erfolgt die Lastabtragung dagegen über die Pfetten. Der Holzverbrauch bei Sparren- und Kehlbalkendächer ist geringer als bei steilen Pfettendächern, dagegen eignet sich ein Pfettendach auch für kompliziere Geometrien.

Handwerker-Vermittlung

Kostenlose Angebote in 48 Stunden.

Anfrage stellen
2 Mio+Anfragen
150 k+Handwerker
48 hØ Reaktion
20Jahre Erfahrung
Nach oben scrollen