Junger Tischler schneidet ein Brett mit der Kreissäge, er trägt Gehörschutz und Schutzbrille

Berufsbildungsgesetz: Wichtige Inhalte und Infos zur Novelle

Letzte Aktualisierung am 16. Februar 2022 von Max Lehmann

Das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG) tritt ab 01.01.2020 inkraft und enthält einige Neuerungen. Unter anderem gibt es eine Mindestvergütung für Auszubildende und neue Abschlussbezeichnungen, die eine Vergleichbarkeit mit akademischen Abschlüssen leichter machen sollen.

Wie hoch ist die neue Mindestvergütung für Azubis?

Die neue Mindestvergütung für Auszubildende beträgt ab 515 Euro im ersten Lehrjahr. Im zweiten erhöht sie sich um 18 Prozent und im dritten um 35 Prozent. Bei Ausbildungen mit vier Lehrjahren erhöht sie sich zum vierten Lehrjahr um 40 Prozent. Genau wie beim Mindestlohn wird auch die Mindestvergütung jährlich erhöht.

Für welche Auszubildende gilt die Mindestvergütung?

Die Mindestvergütung gilt nur für Auszubildende aus Betrieben, die nicht tarifgebunden sind. Auch Azubis aus dem Bereich Erziehung oder Pflege sind ausgenommen, denn für sie gilt das Berufsbildunggesetz nicht. Bei Erziehern gilt Landesrecht und in der Pflege das Pflegeberufegesetz.

Was ändert sich bei den Abschlussbezeichnungen?

Ab 2020 ist man nach einer abgeschlossenen Ausbildung kein Geselle mehr, sondern ein „geprüfter Berufsspezialist“. Der Meistertitel wird dann zum „Bachelor Professional“ und der Betriebswirt zum „Master Professional in Betriebswirtschaft“.

Muss ich mich in Zukunft Bachelor Professional nennen?

Nein, das bleibt Ihnen überlassen. Wenn Sie einen Meistertitel haben, dann können sie sich zwar auch zusätzlich Bachelor Professional nennen, Sie müssen es aber nicht. Wenn Sie bereits einen Abschluss haben, dienen die neuen Bezeichnungen leidiglich als Zusatz.

Habe ich nach der Weiterbildung zum Bachelor Professional auch einen Meistertitel?

Nein. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung wird es im Handwerk auch weiterhin die Meisterprüfung geben und nur damit können Sie auch Handwerksmeister werden. Die Bezeichnung Bachelor Professional ersetzt den Meistertitel nicht.

Warum werden die Abschlussbezeichnungen geändert?

Die neuen Abschlussbezeichnungen sollen klar machen, dass die Abschlüsse auf einer Stufe mit den akademischen Abschlüssen Bachelor und Master stehen. Direkt am Namen soll ersichtlich werden, dass man nicht zwingend ein Studium für einen erfolgreichen Abschluss braucht und die Karrierechancen der Absolventen sollen gestärkt werden.

Was ändert sich bei der Teilzeitausbildung?

Ab 2020 ermöglicht das Berufsbildungsgesetz nicht nur leistungsstarken Azubis eine Teilzeitausbildung, sondern allen. Voraussetzung bleibt aber, dass der Betrieb damit einverstanden ist. Dadurch wird die Ausbildung flexibler und kann auch mit schwierigeren Lebenssituationen gelingen.

Bilderquellen: visivasnc/stock.adobe.com

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