Deutschland ist eine Selbermachernation: Nicht weniger als 84 Prozent nehmen zumindest gelegentlich Schraubendreher und Co. in die Hand, um sich in DIY-Manier zu betätigen. Für eine Majorität ist die Heimwerkerei ein Hobby – also etwas, bei dem man nicht allzu genau auf Zeit und Geld schaut, sondern Vergnügen und Resultate.
Dennoch: Bei den allermeisten Selbermachern spielen die Kosten für Material, Werkzeug und die nötigen Zeiten dennoch eine gewisse Rolle. Doch wie lassen sich diese Werte schon im Vorfeld möglichst präzise eruieren, damit es keinen Stress gibt und das Budget eingehalten wird?
Das kleine Einmaleins der Projektplanung
Ein Heimwerker braucht bei der Projektplanung vielleicht nicht so präzise vorgehen wie ein Handwerker – er muss ja nicht wirtschaftlich operieren und keine minutiösen Rechnungen schreiben. Dennoch lohnt es sich gerade bei komplexeren Projekten, sich im Vorfeld mit einem Blatt Papier hinzusetzen und einen groben Plan zu erstellen. Dessen Inhalte:

Zusätzlich empfiehlt es sich, das Projekt noch kurz grafisch zu skizzieren. Auf diese Weise erschafft man sich eine DIY-Bauanleitung und verliert nichts aus dem Blickfeld.
DIY-Projektplanung visualisiert

Eine gute Projektplanung ist die halbe Miete! Mit einer strukturierten Vorbereitung vermeidet man Stress und unerwartete Kosten.
Kostenkalkulation: Von Material bis Arbeitskraft
Es mag vielleicht sein, dass man an aus reinem Vergnügen durchgeführte Heimwerkertätigkeiten kein Preisschild hängen kann. Doch schon, wenn es darum gehen soll, wirklich Geld durch eine (teilweise) Übernahme von Handwerkerleistungen zu sparen, führt an einer zumindest rudimentären Kalkulation von Materialpreisen, Arbeitskosten und sonstigen Gebühren kein Weg vorbei. Hierbei geht es um drei „Stoßrichtungen”:

Budgetplanung
Es wird ermittelt, welches Budget unter Einbeziehung des erstellten Projektplans ungefähr notwendig ist.
Eigenkapital
Basierend darauf eruiert man, was davon aus eigenen Mitteln bestritten werden kann.

Finanzierungslücken
Gibt es eine Lücke, stellt sich die Frage, ob der Zeitrahmen es gestattet,
- das Projekt über mehrere Monate (und somit Gehaltszahlungen) zu stückeln,
- damit zu warten, bis das Geld angespart werden konnte oder
- ob ein Kredit nötig ist – und was er kostet. Letzteres lässt sich via Online Kredit rasch recherchieren, vergleichen und nötigenfalls binnen kürzester Zeit abschließen.
Doch wie lassen sich die Antworten auf diese Punkte finden? Ganz einfach:

Sofern man bestimmte Tätigkeiten nicht vollständig wie ein Profihandwerker durchführen kann, sollte man besser mit pauschalen und niedrigeren Stundensätzen rechnen.
Für einen Heimwerker, der zumindest eine universelle Routine in zahlreichen Feldern hat, bietet sich ein Satz von 20 bis 30 Euro pro Arbeitsstunde an. Anschließend gilt es dann, die Kosten zusammenzurechnen. Auch hier empfiehlt sich ein Puffer von mindestens 10 Prozent. Dafür gibt es eine erstaunlich umfassende Übersicht, was das Projekt tatsächlich kosten würde.
Tipp: Bei Verbrauchsmaterialien, die immer wieder benötigt werden (etwa Schrauben, Dübel oder Trennscheiben) bietet es sich unbedingt an, sich davon einen größeren Vorrat zuzulegen. Teilweise sind solche Großgebinde günstiger. Selbst, wo das nicht der Fall ist, spart man sich so zumindest unnötige Fahrten.
Zeit- und Aufwandplanung: Realismus dringend nötig
Kosten lassen sich verhältnismäßig leicht durch recherchierbare Zahlen und pauschale Werte ermitteln. Deutlich schwieriger und weniger präzise ist dagegen die Vorplanung von Zeit und Aufwand. Hierzu kann man Heimwerkern nur raten, künftig bei allen Tätigkeiten einen Blick auf die Uhr zu haben und die Werte in einer Tabelle festzuhalten. Und zwar folgendermaßen:
Projekte in Einzelschritte zerlegen
Zerlegen jedes Projekts in möglichst viele Einzelschritte. Beispielsweise Vorbereitung, Materialzuschnitt, Lackieren usw.
Mengen und Flächen berücksichtigen
Ebenfalls Berücksichtigung von Anzahl, Fläche usw., um so herauszufinden, wie lange man für eine bestimmte „Basisarbeit” benötigt.
Mit der Zeit entsteht so ein umfassender Datensatz: So lange braucht man, um einen Quadratmeter Wand zu streichen; so lange, um X Meter Kabel zu verlegen; so lange, um sägeraues Holz für die Lackierung vorzubereiten.
Dieser Katalog ist anschließend die Grundlage, um zukünftig gute Näherungswerte für maximale Zeitspannen zu haben. Maximal deshalb, weil man mit jedem Projekt mehr Erfahrung erhält und etwas schneller wird.
| Tätigkeit | Einheit | Zeitbedarf |
| Wand streichen | 1 m² | 2 Minuten |
| Kabel verlegen | 1 Meter | 5 Minuten |
| Holz schleifen | 1 m² | 10 Minuten |
Das bedeutet aber auch: Wer mit bestimmten Tätigkeiten noch gar keine Erfahrung hat, kann zunächst nur schätzen – und beispielsweise in DIY-Foren, Social-Media-Gruppen und an ähnlichen Orten recherchieren, wie lange andere für vergleichbare Arbeiten benötigen. Theoretisch kann man auch Profis fragen. Da diese solche Dinge aber tagtäglich durchführen, dürfen die Zeiten keinesfalls 1:1 übertragen werden. Zusammengefasst:

Die Präzision dieser Kalkulationen steht und fällt mit der Disziplin beim Messen benötigter Zeiten. Dafür aber lassen sich nach mitunter schon wenigen Monaten Heimwerkerkarriere bestechend präzise Schätzungen machen.
Fazit: Planung ist manchmal nötig – aber immer aufschlussreich
Je nach Charakter und Projekt kann man es sich definitiv sparen, auf die Uhr oder ins Portemonnaie zu schauen. Einfach, weil der Weg das Ziel ist, man das Heimwerken nur genießt und die Kosten vernachlässigbar sind.
Sobald Projekte jedoch komplexer und teurer werden und sich nicht innerhalb weniger Stunden beenden lassen, sollten Selbermacher sich die Zeit nehmen, den Job im Vorfeld sauber zu kalkulieren – und stets Puffer einzuplanen. Im Mindestmaß ist so im Vorfeld klar, was die Sache kostet und wie lange sie dauert. Im besten Fall lernt man aber auch daraus, erkennt, ob und was man wirklich durch DIY spart, und wo man im Vergleich mit Profis steht.
Vorteile der Projektplanung
- Klare Kostenkontrolle
- Realistische Zeitplanung
- Weniger Stress während der Durchführung
- Bessere Ergebnisse durch strukturiertes Vorgehen
Langfristiger Nutzen
- Aufbau einer persönlichen Erfahrungsdatenbank
- Bessere Einschätzung der eigenen Fähigkeiten
- Fundierte Entscheidung: DIY oder Handwerker beauftragen?
- Kontinuierliche Verbesserung der Heimwerkerfertigkeiten





