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Wie man beim Holz lackieren vorgeht

Wie lackieren Sie Holz richtig?

Lesedauer 5 Minuten

Holz lackieren Sie in drei Schritten: Sie schleifen die Oberfläche an, tragen eine Grundierung oder Vorstreichfarbe auf und lackieren anschließend zwei dünne Deckschichten. Entscheidend für ein glattes Ergebnis sind die richtige Körnungsabfolge beim Schleifen und ein Zwischenschliff zwischen den Lackschichten. Diese Anleitung führt Sie durch alle Arbeitsschritte, erklärt den Unterschied zwischen Lackieren und Lasieren und zeigt Ihnen, welcher Lack sich für Möbel, Türen und Fenster eignet.

Warum sich das Lackieren von Holz lohnt

Ein Lackanstrich schützt Holz vor Feuchtigkeit, Kratzern und UV-Licht und eröffnet zugleich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Ob Möbel, Böden oder Türrahmen: Holz zählt zu den beliebtesten Werkstoffen im Haus. Wer Holzoptik bei der Innen- und Außengestaltung schätzt, kommt nach einiger Zeit allerdings ums Lackieren nicht herum. Im Außenbereich sorgt der Lack für den nötigen Witterungsschutz, im Innenbereich bewahrt er das Holz davor, spröde zu werden oder Kratzer davonzutragen. Daneben gibt es Lack für Holz in praktisch jedem Farbton, sodass Sie Möbel und Einbauten an die Farbgebung Ihrer Räume anpassen können. Lackieren Sie am besten im Freien oder in Räumen, die Sie gut lüften können.

Die Vorbereitung vor dem Lackieren

Ein Lack hält nur so gut wie sein Untergrund, deshalb entscheidet die Vorbereitung über das Endergebnis. Schaffen Sie eine saubere, trockene und glatte Fläche, auf der eine gleichmäßige Lackierung möglich ist. Decken Sie außerdem Böden, Wände und Möbel in der Nähe des Werkstücks ab oder verlegen Sie die Arbeit gleich nach draußen.

Die alte Lackschicht entfernen und das Holz schleifen

  • Nutzen Sie zum Entfernen alter Lackschichten Schleifpapier, einen Abbeizer, eine Drahtbürste oder einen Exzenterschleifer.
  • Tragen Sie Abbeizmittel mit einem Pinsel auf und lassen Sie es einwirken.
  • Danach nehmen Sie den gelösten Lack mit einer Spachtel ab.
  • Säubern Sie die Oberfläche anschließend gründlich und entfernen Sie jeglichen Staub.

Beim Schleifen kommt es auf die richtige Reihenfolge der Körnungen an. Beginnen Sie mit Körnung 120, um Lackreste und Unebenheiten abzutragen. Danach glätten Sie die Fläche mit Körnung 180 und schließen mit Körnung 240 ab, damit der Untergrund fein genug für den Lackauftrag ist. Schleifen Sie immer in Faserrichtung, denn Querschliffe hinterlassen Kratzer, die nach dem Lackieren sichtbar bleiben. Nehmen Sie den Schleifstaub zum Schluss mit einem leicht feuchten Tuch oder einem Staubbindetuch ab.

Grundierung und Vorstreichfarbe auftragen

Die Grundierung schützt das Holz und verbessert die Haftung des Lacks. Gerade im Außenbereich bewahrt sie die Holzsubstanz vor Witterungseinflüssen und macht das Material widerstandsfähiger gegen Pilzbefall. Füllende Grundierungen schließen zudem unebene, saugende Oberflächen und erleichtern so die anschließende Lackierung. Für den Innenbereich genügt in der Regel eine wasserbasierte Grundierung. Astlöcher und verharzte Stellen behandeln Sie zusätzlich mit einem Absperrgrund, damit die Inhaltsstoffe des Holzes nicht durch den neuen Anstrich schlagen. Das gleiche Prinzip gilt bei vergilbten Paneelen unter der Zimmerdecke, mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Holzdecke streichen.

  • Rühren Sie die Grundierung zunächst gründlich an.
  • Tragen Sie die Grundierung mit Pinsel oder Lackierrolle als dünne Schicht auf.
  • Lassen Sie die Grundierung vollständig trocknen.
  • Bei deckenden Anstrichen folgt jetzt eine Vorstreichfarbe, auch Vorlack genannt. Sie füllt die Poren und schafft einen gleichmäßig hellen Untergrund.
  • Schleifen Sie die Fläche nach dem Trocknen mit Körnung 240 leicht an und entstauben Sie sie.

Die Lackierung der Holzoberfläche

Lackieren Sie grundsätzlich zwei dünne Schichten statt einer dicken, denn dünne Schichten verlaufen besser und bilden keine Läufer. Anders als eine Lasur bildet Lack eine geschlossene, deckende Schicht auf der Holzoberfläche. Beginnen Sie erst, wenn alle Vorbereitungsschritte abgeschlossen sind und der Untergrund staubfrei ist.

Gehen Sie beim Lackieren nach dieser Anleitung vor:

  • Lackieren Sie zuerst die Kanten und Profile, dann die Flächen.
  • Arbeiten Sie in Bahnen und nass in nass, der Lack darf zwischendurch nicht antrocknen.
  • Verteilen Sie den Lack erst quer und streichen Sie ihn dann in Faserrichtung glatt aus.
  • Lassen Sie die erste Schicht vollständig trocknen.
  • Führen Sie einen Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier der Körnung 240 durch und entfernen Sie den Schleifstaub.
  • Tragen Sie die zweite Deckschicht auf und lassen Sie den Lack in Ruhe aushärten.

Die zweite Lackschicht sorgt für eine gleichmäßige Deckung und verlängert die Lebensdauer der Lackierung deutlich. Bedenken Sie, dass die geschlossene Lackschicht die Oberfläche versiegelt, das Holz kann darunter keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen und abgeben. Bei einer Lasur bleibt dieser Austausch möglich.

Lackieren oder lasieren?

Lack deckt die Holzoberfläche vollständig ab, eine Lasur zieht ins Holz ein und lässt die Maserung sichtbar. Welche Variante die richtige ist, hängt vom Werkstück und vom gewünschten Ergebnis ab. Eine Lasur ist offenporig, sie schützt vor UV-Licht und Feuchtigkeit, muss im Außenbereich aber regelmäßig erneuert werden. Lack bildet dagegen einen widerstandsfähigen Film, der mechanische Belastungen deutlich besser verkraftet, ideal für Möbel, Treppen und Türen. Beschädigtes oder fleckiges Holz spricht für deckenden Lack, schönes Holz mit lebendiger Maserung für eine Lasur. Wer natürliche Alternativen wie Öle und Wachse bevorzugt, findet im Ratgeber zu Naturfarben einen Überblick.

KriteriumLackLasur
Optikdeckend, Farbton frei wählbartransparent bis getönt, Maserung sichtbar
Schutzgeschlossener, strapazierfähiger Filmoffenporig, dringt ins Holz ein
RenovierungAnschleifen vor jedem Neuanstrich nötigeinfaches Überstreichen möglich
Typischer EinsatzMöbel, Türen, Fenster innenZäune, Fassaden, Gartenmöbel

Welcher Lack eignet sich für welchen Zweck?

Für die meisten Arbeiten im Innenbereich ist wasserbasierter Acryllack die beste Wahl, im Außenbereich und bei stark beanspruchten Flächen punktet Kunstharzlack mit seiner härteren Oberfläche. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Lackarten im Vergleich.

LackartEigenschaftenTrocknungszeitEinsatzbereich
Acryllack (wasserbasiert)geruchsarm, vergilbt nicht, Werkzeug mit Wasser auswaschbarstaubtrocken nach 1 bis 2 Stunden, überstreichbar nach 4 bis 6 StundenMöbel, Innentüren, Kinderzimmer
Kunstharzlacksehr harte, glatte Oberfläche, intensiver Geruchüberstreichbar nach 12 bis 24 StundenFenster, Außentüren, Treppen
Buntlackdeckender Farblack, als Acryl- oder Kunstharzvariante erhältlichje nach Basis 4 bis 24 Stundenfarbige Möbel, Türen, Zierleisten
Klarlacktransparent, schützt ohne die Optik zu verändern2 bis 6 StundenTischplatten, Arbeitsflächen, helles Holz

Für Fensterrahmen im Außenbereich brauchen Sie einen wetterfesten Lack, der elastisch bleibt und UV-Strahlung standhält. Was der professionelle Anstrich kostet, lesen Sie im Ratgeber Fenster streichen lassen.

Nach der Holzlackierung

Reinigen Sie Ihr Werkzeug sofort nach dem letzten Anstrich, dann bleibt es lange brauchbar. Pinsel und Rollen mit wasserbasiertem Lack waschen Sie unter fließendem Wasser aus, bei Kunstharzlack brauchen Sie einen Pinselreiniger. Säubern Sie die Pinsel, solange der Lack noch feucht ist, sonst trocknet er in den Borsten fest.

Geben Sie dem frischen Lack außerdem Zeit: Staubtrocken bedeutet nicht belastbar. Je nach Produkt erreicht die Oberfläche ihre volle Härte erst nach mehreren Tagen. Stellen Sie lackierte Möbel deshalb nicht sofort wieder voll und legen Sie in den ersten Tagen nichts Schweres auf frisch lackierte Flächen.

Wann lohnt sich der Malerbetrieb?

Bei großen Flächen, Fenstern im Obergeschoss oder wertvollen Möbelstücken lohnt sich der Fachmann, denn ein Malerbetrieb arbeitet schneller und liefert eine makellose Oberfläche. Handwerker berechnen 2026 üblicherweise 45 bis 65 € pro Stunde, eine Übersicht bietet der Ratgeber zum Stundenlohn von Malern. Konkrete Preisbeispiele für einzelne Werkstücke finden Sie im Beitrag zu den Kosten für das Streichen von Türen. Über Blauarbeit stellen Sie Ihren Auftrag kostenlos ein und vergleichen unverbindlich mehrere Angebote.

Antworten auf häufige Fragen zum Holzlackieren

Können Sie Holz lackieren, ohne es vorher zu schleifen?

Nur in Ausnahmefällen. Auf einem intakten, fest haftenden Altanstrich genügt es manchmal, die Fläche anzulaugen und einen Haftgrund aufzutragen. In allen anderen Fällen ist der Schliff Pflicht: Er raut die Oberfläche an, damit der neue Lack haften kann. Wer diesen Schritt auslässt, riskiert, dass der Anstrich nach kurzer Zeit abblättert.

Wie lange muss Lack auf Holz trocknen?

Wasserbasierter Acryllack ist nach 1 bis 2 Stunden staubtrocken und nach 4 bis 6 Stunden überstreichbar. Kunstharzlack braucht 12 bis 24 Stunden bis zum nächsten Anstrich. Voll belastbar ist die Oberfläche je nach Produkt erst nach mehreren Tagen. Niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit verlängern die Trocknungszeit spürbar.

Lackieren Sie besser mit der Rolle oder mit dem Pinsel?

Am besten mit beidem: Kanten, Profile und Ecken erreichen Sie nur mit dem Pinsel, große glatte Flächen gelingen mit einer kurzflorigen Schaumstoffrolle oder Lackwalze schneller und gleichmäßiger. Rollen Sie die Fläche ein und streichen Sie den frischen Lack anschließend mit einem breiten Pinsel leicht in Faserrichtung aus, so verschwinden die letzten Rollspuren.

Wie entfernen Sie eine alte Lackschicht am besten?

Auf ebenen Flächen ist Schleifen mit Körnung 120 der schnellste Weg, bei großen Flächen hilft ein Exzenterschleifer. Für profilierte Leisten und geschwungene Formen eignet sich Abbeizer, den Sie auftragen, einwirken lassen und samt Lack mit der Spachtel abnehmen. Arbeiten Sie mit Abbeizer immer mit Handschuhen und bei guter Lüftung.

Welcher Lack eignet sich für Kindermöbel und Spielzeug?

Verwenden Sie einen wasserbasierten Acryllack mit dem Hinweis speichel- und schweißecht auf dem Gebinde. Diese Lacke sind lösemittelarm, geruchsneutral und nach dem vollständigen Aushärten unbedenklich. Lassen Sie lackierte Kindermöbel trotzdem einige Tage auslüften, bevor sie wieder ins Kinderzimmer kommen.

Alexander Oberst, Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Verfasst von

Alexander Oberst Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Alexander Oberst ist seit 2017 Redakteur beim Blauarbeit-Ratgeber und damit eine der dienstältesten Stimmen der Redaktion. Sein Thema ist die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Handwerksbetrieben: Angebote vergleichen, Aufträge sicher vergeben, Gewährleistung und Anfahrtskosten richtig einordnen. Sein Blick ist dabei immer der des Auftraggebers: Was muss ich wissen, bevor ich unterschreibe?

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