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Schimmelbefall Zuhause vorbeugen

Schimmelbefall Zuhause vermeiden

Lesedauer 4 Minuten

Dunkle Flecken, muffiger Geruch oder verfärbte Fugen können auf Schimmel in der Wohnung hinweisen. Schimmel entsteht, wenn über längere Zeit ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist. Ursachen können falsches Lüften und Heizen, Kondenswasser, Wärmebrücken, undichte Bauteile oder andere Feuchteschäden sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur, den sichtbaren Schimmel zu entfernen, sondern auch die Ursache der Feuchtigkeit zu finden und zu beseitigen.

Was tun gegen Schimmel?

Von falschem Lüft- und Heizverhalten über feuchte Wände bis hin zu baulichen Mängeln – Schimmelbefall kann verschiedene Ursachen haben. Nicht immer liegt die Ursache beim Bewohner. Gleichzeitig lässt sich das Risiko für Schimmel durch einen angemessenen Umgang mit Feuchtigkeit im Wohnraum reduzieren.

Darauf sollten Sie achten:

  • Regelmäßig und kurz bei weit geöffnetem Fenster richtig lüften. Besonders nach dem Aufstehen, Duschen oder Kochen sollte die feuchte Raumluft nach außen abgeführt werden.
  • Räume ausreichend beheizen. Niedrige Raumtemperaturen können dazu führen, dass sich an kalten Oberflächen leichter Kondenswasser bildet.
  • Nach dem Duschen die Wände und Fliesen möglichst trocken halten und das Badezimmer anschließend lüften. Bei vorhandener Lüftungsanlage sollte diese entsprechend der Herstellerangaben genutzt werden.
  • Möbel nicht unmittelbar an kalte Außenwände stellen. Ein Abstand zur Wand verbessert die Luftzirkulation hinter den Möbeln.
  • Wäsche möglichst nicht in schlecht belüfteten Wohnräumen trocknen. Falls es sich nicht vermeiden lässt, sollte die zusätzliche Feuchtigkeit durch Lüften abgeführt werden.
  • Die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer kontrollieren. So lässt sich besser erkennen, ob in einem Raum über längere Zeit eine hohe Luftfeuchtigkeit besteht.
  • Bei wiederkehrender Feuchtigkeit, nassen Wänden oder Schimmel trotz angemessenen Lüftens und Heizens die Ursache fachlich untersuchen lassen.
  • Bei größerem oder wiederkehrendem Schimmelbefall eine fachgerechte Schimmelbeseitigung beauftragen.

Ein elektrischer Luftentfeuchter kann die Luftfeuchtigkeit vorübergehend reduzieren. Er ersetzt jedoch nicht die Beseitigung einer undichten Leitung, eines Wasserschadens oder eines baulichen Feuchteproblems.

Schimmel in Wohnungen: Ursachen erkennen

Schimmel benötigt Feuchtigkeit, um wachsen zu können. Die Feuchtigkeit kann aus der Raumluft stammen, beispielsweise durch Duschen, Kochen, Wäschetrocknen oder die Atemluft. An kalten Oberflächen kann die warme Raumluft abkühlen und dort Kondenswasser entstehen.

Auch bauliche Ursachen kommen infrage. Dazu gehören beispielsweise undichte Dächer, defekte Leitungen, eindringende Feuchtigkeit oder Wärmebrücken. Bei einer Wärmebrücke kann die Oberflächentemperatur eines Bauteils niedriger sein als in der angrenzenden Fläche. Dadurch kann sich dort leichter Feuchtigkeit niederschlagen.

Schimmel kann zunächst hinter Möbeln, in Raumecken, an Fensterbereichen oder anderen schlecht belüfteten Stellen entstehen. Ein muffiger Geruch kann dabei auf einen Befall hinweisen, auch wenn noch keine sichtbaren Flecken vorhanden sind.

Bei wiederkehrendem Schimmel sollte deshalb nicht einfach nur die betroffene Oberfläche behandelt werden. Bleibt die Feuchteursache bestehen, kann der Schimmel erneut auftreten.

Wie gefährlich ist Schimmel?

Schimmel kann die Raumluft belasten. Feuchtigkeit und Schimmel in Innenräumen können unter anderem mit Atemwegsbeschwerden und allergischen Reaktionen in Zusammenhang stehen. Besonders empfindliche Personen können stärker reagieren.

Bei sichtbarem Schimmel sollte deshalb geklärt werden, wie groß der Befall ist und wodurch er entstanden ist. Bei größeren Flächen, wiederkehrendem Befall oder einem Verdacht auf einen Feuchteschaden sollte die Ursache fachlich untersucht werden.

Auch ein verdeckter Befall kann möglich sein. Hinweise können beispielsweise anhaltender muffiger Geruch, Feuchteflecken oder wiederkehrende Verfärbungen sein.

Schimmel selbst entfernen oder Fachbetrieb beauftragen?

Ob Schimmel selbst entfernt werden kann, hängt vor allem von der Größe des Befalls, dem betroffenen Material und der Ursache ab. Kleine, oberflächliche Stellen auf glatten Oberflächen können unter geeigneten Bedingungen selbst behandelt werden. Dabei sollte vermieden werden, Schimmelsporen unnötig in der Raumluft zu verteilen.

Bei größerem Befall, stark durchfeuchteten Bauteilen oder Schimmel auf beziehungsweise in porösen Materialien kann eine fachgerechte Sanierung erforderlich sein. Tapeten, Gipskarton oder andere Materialien können je nach Ausmaß des Befalls nicht einfach oberflächlich gereinigt werden.

Auch bei Schimmel in Silikonfugen ist eine reine Behandlung der Oberfläche nicht immer ausreichend. Wenn die Fuge dauerhaft feucht ist oder der Schimmel wiederkehrt, muss die Ursache geprüft und gegebenenfalls die Fuge erneuert werden.

Ein Fachbetrieb kann außerdem prüfen, ob neben dem sichtbaren Bereich weitere Bauteile betroffen sind. Je nach Ursache kommen beispielsweise ein Malerbetrieb, Fliesenleger, Fachbetrieb für Bautrocknung oder ein anderer auf die Schadensursache spezialisierter Betrieb infrage.

Schimmel entfernen: Wann ist ein Fachbetrieb sinnvoll?

Ein Fachbetrieb sollte insbesondere dann hinzugezogen werden, wenn:

  • der Schimmel eine größere Fläche betrifft,
  • der Befall wiederholt auftritt,
  • die Ursache der Feuchtigkeit unklar ist,
  • Wände, Decken oder Böden durchfeuchtet sind,
  • ein Wasserschaden vorausgegangen ist,
  • Schimmel hinter Tapeten oder anderen Bekleidungen vermutet wird,
  • poröse Baustoffe betroffen sind,
  • ein muffiger Geruch ohne sichtbare Ursache besteht.

Bei einem Wasserschaden sollte zunächst die Ursache behoben werden. Erst danach lässt sich beurteilen, welche Bauteile getrocknet, gereinigt oder ausgetauscht werden müssen.

Schimmel im Mietverhältnis

In einer Mietwohnung sollte Schimmel nicht einfach überstrichen oder dauerhaft mit einem Schimmelmittel behandelt werden. Mieter sollten den Befall dokumentieren und den Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung informieren. Fotos, Angaben zum betroffenen Raum und zur Größe der betroffenen Fläche können dabei hilfreich sein.

Ob die Ursache beispielsweise im Lüftungsverhalten, in einem baulichen Mangel oder in einem Wasserschaden liegt, lässt sich nicht allein anhand eines Fotos feststellen. Die Verantwortlichkeit für die Kosten hängt deshalb von der Ursache und den Umständen des Einzelfalls ab.

Fazit: Ursache des Schimmels beseitigen

Schimmel lässt sich nicht allein durch Lüften oder ein Schimmelmittel dauerhaft verhindern. Entscheidend ist, die Feuchtigkeit im Raum zu kontrollieren und bei wiederkehrendem Befall die Ursache zu finden.

Regelmäßiges Lüften, ausreichendes Heizen und eine kontrollierte Luftfeuchtigkeit können dazu beitragen, das Risiko für Schimmel zu reduzieren. Bei Feuchteschäden, größeren Befallsflächen oder wiederkehrendem Schimmel sollte die Ursache fachlich untersucht und die betroffene Fläche sachgerecht saniert werden.

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Alexander Oberst, Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Verfasst von

Alexander Oberst Redakteur für Auftragsvergabe und Handwerksalltag

Alexander Oberst ist seit 2017 Redakteur beim Blauarbeit-Ratgeber und damit eine der dienstältesten Stimmen der Redaktion. Sein Thema ist die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Handwerksbetrieben: Angebote vergleichen, Aufträge sicher vergeben, Gewährleistung und Anfahrtskosten richtig einordnen. Sein Blick ist dabei immer der des Auftraggebers: Was muss ich wissen, bevor ich unterschreibe?

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1 Kommentar zu „Schimmelbefall Zuhause vermeiden“

  1. Bei uns tropft das Dach, wie der Hausmeister die Ursache feststellte. Meinen Dank für die Tipps gegen Schimmelbefall. Der soll in dem Innenraum entfernt werden. Die Dachsanierung soll ich auch bis Mitte Herbst schaffen, wenn der Regen nicht so oft niedergeht. Ach ja, eben aus diesem Grund habe ich in dem Garten eine Überdachung für Wäsche gebaut. n der frischen Luft ist doch viel lieber, danke!

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