Arbeitszeitmodelle - welche gibts?

Arbeitszeitmodelle im Handwerk – ein Überblick

Letzte Aktualisierung am 11. März 2020 von A. Mroos

Die Auswahl an Arbeitszeitmodellen ist groß und vielfältig. Einige davon eignen sich auch besonders gut für Handwerksbetriebe. Unter anderem unterscheidet man zwischen Lebensarbeitszeit, Vertrauensarbeitszeit oder Funktionszeit. Das Arbeitszeitgesetz bietet Arbeitnehmern unterschiedliche Arbeitsmodelle. Verschaffen Sie sich einen Überblick und erfahren Sie, wie Sie das beste Arbeitszeitmodell für Ihren Betrieb finden.

Flexibilität im Beruf ist heute besonders gefragt. Damit Arbeitnehmer flexibel arbeiten können, müssen konkrete Absprachen mit dem Geschäftsführer oder dem Personalführer entsprechend eingehalten werden, auch das Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber spielt hier eine wichtige Rolle. Wichtig ist außerdem, dass Arbeitszeiten trotz Flexibilität eingehalten werden.

Flexible Arbeitszeiten

Für flexible Arbeitszeit gibt es mehrere Möglichkeiten von Gleitzeit bis zum Lebensarbeitszeitkonto. Häufig wünschen sich Arbeitnehmer ein Mitspracherecht wenn es um die Arbeitszeiten geht. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass auch Betriebe bei der Personalrekrutierung flexible Arbeitszeiten anbieten. Wo liegen die Vor- und wo die Nachteile?

Für die Beschäftigten ist die Flexibilität im Job natürlich ein großer Vorteil. Allerdings passen sich die unterschiedlichen Modelle nicht jedem Betrieb an und in einigen Bereichen können Dokumentationspflichten für den Mindestlohn das System erheblich negativ beeinflussen. 

Welche Arbeitszeitmodelle gibt es eigentlich und wo liegen die Vor- und Nachteile?

Gleitzeit: Vor- und Nachteile

Eines der herkömmlichsten Arbeitszeitmodelle ist die Gleitzeit. Arbeitnehmer können Arbeitsbeginn und Arbeitsende bis zu einem gewissen Rahmen selbst bestimmen. Viele Betriebsführer legen aber viel Wert auf Kernarbeitszeiten, zu denen Mitarbeiter anwesend sein müssen. Ein Arbeitszeitkonto hilft dabei, den Überblick zu behalten. Der Betrieb selbst legt aber fest, wie lange die Mitarbeiter Zeit haben, Plus- oder auch Minusstunden auszugleichen. Bei einigen Unternehmen gibt es eine maximale Anzahl an Minus- oder Überstunden.

Die Vorteile von Gleitzeit sind die privaten Termine, die für Arbeitnehmer dann viel einfacher zu planen und zu organisieren sind. So können Sie beispielsweise auch Arzttermine in der Gleitzeit erledigen. Hierbei ist es dennoch sinnvoll als Arbeitgeber, die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter regelmäßig unter die Lupe zu nehmen. Es gibt schließlich immer Beschäftigte, bei denen sich einige Überstunden ansammeln. 

Funktionszeit: Vor- und Nachteile 

Die Funktionszeit beinhaltet im Grunde, dass Mitarbeiter keine verpflichteten Anwesenheitszeiten mehr haben. Hier können sich Beschäftigte ihre Arbeitszeit selbst einteilen, sofern diese auch mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmt. Funktionszeiten sind Zeiträume, zu denen spezielle Arbeitsbereiche funktionsfähig sein müssen. Wie das funktionieren soll, organisiert das Team selber. Am Ende ist das Arbeitsergebnis das, was zählt. Dieses Arbeitszeitmodell kann gelingen, wenn das gesamte Team gut untereinander harmoniert und kommuniziert.

Wenn in Betrieben Projektarbeit an oberster Stelle steht, eignet sich dieses Arbeitszeitmodell. Denn dies ermöglicht Angestellten freie Tage, wenn sie für eine gewisse Zeit sehr intensiv an einem Projekt arbeiten. Da steigt auch die Motivation der Mitarbeiter, das Projekt schnell zu erledigen. Allerdings muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass das Unternehmen für seine Kunden trotzdem weiterhin erreichbar ist.

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Wahlarbeitszeit: Vor- und Nachteile

Wenn Sie sich für eins der Arbeitszeitmodelle entscheiden, kann die Wahlarbeitszeit auch in die engere Wahl fallen. Personalpläne sind das A und O bei der Wahlarbeitszeit. Der Arbeitgeber erstellt in der Regel diese Pläne, die genau auf den Arbeitsanfall abgestimmt werden sollen. Somit ist also auch die Personalmenge abhängig vom Kundenverhalten. Die Beschäftigten tragen sich bei diesem Modell in einen separaten Plan für Personalbedarf ein. Hier können sie im Rahmen der vereinbarten Arbeitsbedingungen auch ihre persönlichen Vorlieben berücksichtigen. Voraussetzung ist aber, dass alle Einsatzzeiten entsprechend vergeben sind. Arbeitszeitmodelle dieser Art sind besonders in dienstleistungsorientierten Handwerksberufen, wie Metzger oder Bäcker, üblich. 

Geschäftsführer bevorzugen es, weniger Personal zur Arbeit kommen zu lassen – wenn nicht viel los ist, spart man sich entsprechend Geld. Auch für Mitarbeiter bedeutet das viel mehr Flexibilität im Alltag, was einen weiteren Vorteil mit sich bringt. Allerdings kann die Planung der Belegschaft einiges an Arbeit beanspruchen. Außerdem müssen auch Arbeitnehmer damit rechnen, dass bei weniger Arbeit, Ihre Arbeitszeit und damit der Lohn entsprechend gekürzt wird. 

Vertrauensarbeitszeit: Vor- und Nachteile 

Grundsätzlich müssen Mitarbeiter bei der Vertrauensarbeitszeit ihre Aufgaben fristgerecht erledigen. Wie der Name schon sagt, basiert dieses Modell auf Vertrauen des Arbeitgebers – Mitarbeiter müssen nicht notieren, wann und wie lange sie arbeiten. Damit dies funktionieren kann, müssen die einzelnen Arbeitnehmer eigenverantwortlich arbeiten und ein entsprechend gutes Zeitmanagement mitbringen. Außerdem ist wichtig, dass Vereinbarungen und Ziele in enger Absprache mit Kollegen realistisch umgesetzt werden können.

Die Motivation und Kreativität der Mitarbeiter steigt, wenn sie durch dieses Modell eigenverantwortlich arbeiten. Das kann für ein Unternehmen besonders innovativ sein und sogar ein besseres und modernes Image fördern. Wenn allerdings Mitarbeiter dieses Zeitmanagement nicht umsetzen können und die Ziele dadurch negativ beeinträchtigt werden, sollte man dieses Modell noch einmal überdenken. Außerdem müssen seit der Einführung des Mindestlohns die Arbeitszeiten in ein paar Branchen trotzdem notiert werden.

Jahresarbeitszeit: Vor- und Nachteile 

Hier wird die sogenannte Nettojahresarbeitszeit von Arbeitnehmer und Arbeitgeber festgelegt. Das führt dazu, dass mit der Auftragslage auch die Arbeitszeit variiert. Der ausgezahlte Monatslohn bleibt über das Jahr hinweg derselbe. 

Bei Auftragsschwankungen, die meist saisonal bedingt sind, können Arbeitgeber hier besser reagieren, was ihnen einen großen Vorteil schafft. Für Mitarbeiter kann dieses Modell allerdings auch zur Überlastung führen, wenn beispielsweise Arbeitnehmer zu Stoßzeiten eingesetzt werden und mehr leisten, ohne mehr Freizeit zu bekommen. 

Lebensarbeitszeit: Vor- und Nachteile

Das Modell der Lebensarbeitszeit beinhaltet die Überstunden der Mitarbeiter, die langfristig auf einem Zeitkonto gutgeschrieben werden. Vorab werden bestimmte Regelungen mit dem Arbeitgeber vereinbart, so können Angestellte die Überstunden blockweise nehmen. 

Das Gute ist, dass Unternehmen auf langfristige Auftragsschwankungen flexibel reagieren können und zeitgleich Überstundenzuschläge vermeiden. Außerdem kommt es immer häufiger vor, dass Arbeitnehmer gerne über längere Zeiträume, zum Beispiel für eine längere Reise, frei bekommen möchten. Unternehmern kann das die Rekrutierung von Personal erheblich erleichtern. Für Vollzeitbeschäftigte ist dieses Modell jedoch weniger geeignet, da sich auf diese Weise zu wenig Stunden ansammeln. Arbeitgeber müssen zusätzlich Vorkehrungen zur Sicherung der Wertguthaben seiner Mitarbeiter treffen – Insolvenzgefahr. 

Job-Sharing: Vor- und Nachteile 

Eines der modernsten Arbeitszeitmodelle ist das Job-Sharing. Beim Job-Sharing handelt es sich eigentlich um eine Teilzeitform – hier teilen sich zwei oder mehr Mitarbeiter einen Arbeitsplatz. Die Stundenanzahl der Arbeitszeit, die dann gemeinsam durchgeführt wird, legt das Unternehmen vorab fest. So ist es beispielsweise zwei Mitarbeitern möglich, sich 40 oder auch 60 Arbeitsstunden zu teilen. Dabei ist ihnen überlassen wie sie sich Arbeitszeit und Aufgaben aufteilen, solange gesetzliche Vereinbarungen eingehalten werden. Empfehlenswert bei diesem Modell ist es, dass Arbeitgeber ein Arbeitszeitkonto für den besseren Überblick einrichten. Wichtig ist auch, dass die Angestellten, die dieses Modell für sich beanspruchen möchten, gleiche oder ähnliche Qualifikationen aufweisen und gut miteinander harmonieren. Vorteilhaft wäre es dementsprechend, wenn entsprechende Arbeitnehmer schon länger zusammen arbeiten. 

Es bietet Arbeitnehmern in den unterschiedlichsten Lebenslagen eine Perspektive. Angestellte, die nach diesem Modell arbeiten, sind flexibel und können auf Außerberufliches besser reagieren. Sei es das kranke Kind zuhause oder andere spontane familiäre Angelegenheiten, die dazwischen kommen.

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Bilderquellen: Minerva Studio/stock.adobe.com

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