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Klinkerfassade – Kosten und Wissenswertes

Letzte Aktualisierung am 13. Januar 2022 von Max Lehmann

Klinkerfassaden sind beliebt, denn sie verleihen einem Haus eine warme und freundliche Note. Besonders bei Wohnhäusern kommen sie oft zum Einsatz, aber auch immer mehr Gewerbegebäude und öffentliche Gebäude werden mit der traditionellen Fassadenart ausgestattet. Im Folgenden erfahren Sie, was eine typische Klinkerfassade ausmacht, welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringt und wie Sie sie am besten pflegen.

Bild: Kara / stock.adobe.com

Was ist eine Klinkerfassade?

Als Klinkerfassade bezeichnet man eine Fassadenart, die aus Klinker, Verblendern und Backsteinen besteht. Es handelt sich um den äußeren Teil einer zweischaligen Wandkonstruktion. Laut DIN 105-100 kommen nur bestimmte Varianten von Vormauerziegeln für die Klinkerfassade infrage, wodurch diese Fassadenart ihr einmaliges und beliebtes Aussehen erhält.

Neben klassischen Klinkern gibt es auch Keramik-Klinker, die für die Klinkerfassade verwendet werden. Darüber hinaus werden Backsteine, Verblender, Handformverblender und Handstrichziegel als Vormauerziegel für diese spezielle Art von Hausfassade benutzt. Früher gab es hierbei große regionale Unterschiede, während sich mittlerweile alle Arten von Vormauerziegeln überregional etabliert haben.

Generell ist allen Vormauerziegelarten für Klinkerfassaden gemeinsam, dass es sich bei ihnen um reine Naturprodukte handelt. Die Ziegel für die Klinkerfassade werden bei Temperaturen von mehr als 1.000 Grad Celsius gebrannt. Sie bestehen stets aus reinem Ton. Auf Bindemittel sowie Zement und Kalk wird beim Brennen verzichtet.

Wie sind Klinkerfassaden aufgebaut?

Klinkerfassaden bestehen generell aus einem zweischaligen Wandaufbau. Die Wandkonstruktion verfügt über ein Innenmauerwerk, welchem eine tragende Funktion zukommt. Für das Innenmauerwerk kommen oftmals Porenbeton, Thermoziegel oder Kalksandstein zum Einsatz. Die äußere Klinkerfassade ist der zweite Teil des zweischaligen Aufbaus. Sie ist nicht nur optisch ansprechend, sondern bietet dank der gebrannten Klinker einen optimalen Schutz für die gesamte Bausubstanz. Aus diesem Grunde erfreuen sich Klinkerfassaden nicht nur in ästhetischer, sondern auch in funktionaler Hinsicht großer Beliebtheit und sind in ganz Deutschland zu finden.

Charakteristisch für Klinkerfassaden ist, dass die äußere Klinkerschicht keine tragende Funktion übernimmt. Das Innenmauerwerk ist dank der stabilen Klinker jedoch sehr gut vor Witterungseinflüssen geschützt und bleibt in der Regel trocken. Um die Klinkerfassade und das Innenmauerwerk miteinander zu verbinden, setzt man Luftschichtanker aus Edelstahl ein. Auf diese Weise wird die Stabilität der gesamten Hausfassade weiter verstärkt.

Klinkerfassaden können zudem mit und ohne Dämmung erstellt werden. Auf eine zusätzliche Dämmschicht kann in manchen Fällen verzichtet werden, wenn für das Innenmauerwerk mit Thermoziegel zum Einsatz kommen. Diese sind oftmals hinreichend für eine optimale Wärmedämmung des gesamten Hauses. Arbeitet man mit Thermoziegeln, bleibt der Zwischenraum zwischen dem Innenmauerwerk und der Klinkerfassade ungefüllt. So kann die Luft wunderbar zirkulieren und das Risiko einer schwitzenden und zu Schimmelbefall neigenden Hausfassade wird minimiert. Kommen für das Innenmauerwerk jedoch nur klassische Steine zum Einsatz, ist eine weitere Dämmschicht nahezu unumgänglich, möchte man ein energieeffizientes Gebäude errichten. Hierbei wird der Hohlraum zwischen Klinkerfassade und Innenmauerwerk mit Dämmmaterial befüllt. Wird der Zwischenraum komplett ausgefüllt, bezeichnet man diese Art der Fassadendämmung als Kerndämmung. Ein Architekt berechnet, wie dick die Kerndämmung ausfallen muss, um eine optimale Wärmedämmung des Gebäudes zu ermöglichen. Kerndämmungen spielen bei der Errichtung von Passivhäusern und Plus-Energiehäusern eine zentrale Rolle. Die Klinkerfassade schützt neben dem Innenmauerwerk auch die Dämmschicht, die optimal vor Witterungseinflüssen bewahrt wird. Da es sich bei gebrannten Ziegeln aus Naturmaterial um ein atmungsaktives Material handelt, wird die Belüftung der Dämmschicht dennoch sichergestellt.

Der zweischalige Wandaufbau hat zudem den Vorteil, dass die Hausfassade und die Dämmung stets an die örtlichen Gegebenheiten und Ansprüche des Hausbesitzers angepasst werden können. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, Thermoziegel und eine zusätzliche Dämmschicht miteinander zu kombinieren. So entstehen optimal wärmegedämmte und massive Wandkonstruktionen, die dennoch schlank sind und ein attraktives Erscheinungsbild aufweisen. Auch an warmen Tagen sorgt die Außenwand der Klinkerfassade dafür, dass nicht zu viel Wärme ins Haus eindringt und sich dieses nicht unnötig aufheizt. Die Klinker selbst sorgen außerdem für einen hervorragenden Lärmschutz.

Welche Vor- und Nachteile bringt eine Klinkerfassade mit sich?

Klinkerfassaden bringen Vorteile, aber auch Nachteile mit sich. Einer der größten Vorteile dieser Fassadenart ist neben ihrem wunderbar ansprechenden Aussehen, dass sie sehr lange haltbar ist. Eine Klinkerfassade überschreitet die Lebensdauer einer klassischen Putzfassade bei Weitem, denn der gebrannte Ton der Klinker hält Witterungsbedingungen deutlich besser stand. Wie bereits erwähnt haben sie zudem den Vorteil, dass Sie optimal gegen Schall und eindringende Wärme von außen schützen. Da es sich bei einer klassischen Klinkerfassade um eine zweiteilige Fassade mit Innenmauerwerk handelt, bietet sie dank Dämmschicht und Thermoziegeln einen wunderbaren Wärmeschutz. Kein Wunder also, dass sie bevorzugt bei Passivhäusern und Energiesparhäusern verwendet werden. Ein weiterer Vorteil ist der Brandschutz. Die gebrannten Vormauerziegel sind äußerst effektiv gegen Feuer und tragen somit zur Sicherheit Ihrer Immobilie bei. Auf eine intensive Pflege und Malerarbeiten können Sie bei einer Klinkerfassade ebenfalls verzichten. In optischer Hinsicht überzeugt die beliebte Fassadenart auch, weil es hinsichtlich der Optik und Oberfläche eine große Auswahl an unterschiedlichen Optionen gibt.

Natürlich bringen Klinkerfassaden auch Nachteile mit sich. Eine Klinkerfassade ist oftmals kostspieliger und bringt bei der Erstellung einen erhöhten Arbeitsaufwand mit. Außerdem ist es ratsam, sich für die Erstellung an einen erfahrenen Handwerksbetrieb zu wenden, der die Klinkerfassade korrekt erstellt. Da die Klinkerfassade im Norden Deutschlands deutlich verbreiteter ist und eine längere Tradition hat, ist es hier jedoch einfacher, einen guten Handwerker zu finden. Im Süden kann dies deutlich schwieriger sein, doch verbreitet sich die beliebte Fassadenart mittlerweile auch hier.

Wer viel Wert auf eine optisch ansprechende Fassade legt, die eine hohe Lebensdauer aufweist, ist mit einer Klinkerfassade dennoch gut beraten. Zudem kommt sie mit einem geringen Pflegeaufwand aus und bietet optimalen Schutz vor äußeren Einflüssen und Witterungsbedingungen.

Wie viel kostet eine Klinkerfassade?

Die Kosten für eine Klinkerfassade fallen im Gegensatz zu einer verputzen Fassade höher aus, was einige Bauherren zunächst abschreckt. Bedenken Sie jedoch, dass Ihnen eine solche Fassade viel länger erhalten bleibt und, wie oben ausgeführt, eine ganze Reihe weiterer Vorteile mitbringt. Pro Quadratmeter sollten Sie bei einer Klinkerfassade mit 120 bis 150 Euro rechnen. In diesem Preis sind allerdings Lohnkosten, die erforderliche Dämmung und das benötigte Material enthalten. Hierzu gehören unter anderem Klinkersteine, Mörtel und Anker. Regionale Preisschwankungen sind bei einer Klinkerfassade allerdings keine Seltenheit. Da sie im Norden Deutschlands verbreiteter sind, geht man generell davon aus, dass die Kosten hier geringer ausfallen als im Süden. Im Norden hat sich die Klinkerfassade vor allem deshalb durchgesetzt, weil ihr selbst das raue Seeklima kaum etwas anhaben kann. Im Süden gewinnt die Fassadenart aber ebenfalls zunehmend an Beliebtheit, da ihre wunderbare Optik überzeugt. Besonders bei Massivhäusern und Passivhäusern kommt die Fassadenart mittlerweile in ganz Deutschland oft zum Einsatz.

Welche Pflege benötigt eine Klinkerfassade?

Der Pflege- und Reinigungsaufwand für Klinkerfassaden ist überaus niedrig, was wesentlich zur Beliebtheit der vor allem in Norddeutschland verbreiteten Fassadenart beiträgt. Klinkerfassaden sind vergleichsweise pflegeleicht, da sie weder Schutzanstrich noch Neuverputzung benötigen. Setzt sich Schmutz an der Klinkerfassade ab, ist es manchmal erforderlich, diese zu reinigen. Bei kleineren Verschmutzungen fällt dies allerdings kaum ins Gewicht, im Gegenteil: Die Klinker erhalten mit fortschreitendem Alter rustikalen Charme. Stören Sie Verschmutzungen, können Sie sie kinderleicht mit Wasser und einem Schrubber entfernen. Das Einzige, was eines gewissen Wartungsaufwands bedarf, sind die Mörtelstücke der Klinkerfassade. Diese lassen sich aber ganz einfach auskratzen und nachbessern. Sind nur wenige Mörtelstücke herausgefallen, können Sie diese vergleichsweise geringe Reparaturarbeit auch selbstständig erledigen. Ist Ihre Klinkerfassade mittlerweile allerdings in die Jahre gekommen, kann eine Auffrischung durch eine professionelle Fachfirma wahre Wunder wirken. Schon mit wenigen Handgriffen sieht Ihre Klinkerfassade dann wieder aus wie neu und erfüllt selbst in funktionaler Hinsicht wieder alle Kriterien.

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