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Gasherd anschließen – Kosten und rechtliche Besonderheiten

Letzte Aktualisierung am 31. März 2022 von Max Lehmann

Bei vielen Küchengeräten ist es problemlos möglich, diese selbst anzuschließen und auf die Unterstützung eines Handwerkers zu verzichten. Dies gilt leider nicht beim Gasherd, denn für den Gasanschluss ist einzig und alleine der Installateur zuständig. Dieser trägt anschließend die volle Verantwortung für den Anschluss des Gasherds. Lediglich dann, wenn in der Küche eine Gassteckdose vorhanden ist und keine weiteren Installationsarbeiten erforderlich sind, dürfen Sie den Gasherdanschluss selbst vornehmen. Aber auch hier können Schwierigkeiten auf Sie zukommen, etwa, wenn die Gassteckdose älter und mit neuen Schläuchen nicht kompatibel ist, oder Gefahr besteht, dass der Gasschlauch überhitzt. In diesem Falle ist die Explosionsgefahr so groß, dass nur ein Profi die Installation übernehmen sollte! Besonders dann, wenn noch keine Gassteckdose vorhanden ist oder die Einbausituation derart kompliziert ist, dass Gasschlauch und Gassteckdose sich hinter der Küchenzeile befinden, ist es äußerst ratsam, sich an einen Fachmann zu wenden. Im Folgenden erfahren Sie, welche Punkte Sie dabei beachten sollten.

Bild: ulkastudio / stock.adobe.com

Gasherd selbst anschließen oder anschließen lassen – die Rechtslage

Generell gilt, dass der Anschluss des Gasherdes nur durch einen autorisierten Fachmann durchgeführt werden darf. Mit einem fachmännischen Gasanschluss gehen Sie auf Nummer Sicher und vermeiden Unfälle und Ausfälle, die mitunter folgenschwer sein können. Ein solcher Profi ist ein Gasinstallateur, der über eine entsprechende Ausbildung verfügt und in der Lage ist, den Gasherd professionell und vor allem sicher anzuschließen.

Befindet sich die Gasanlage im Eigentum des Vermieters, kann es vorkommen, dass der Vermieter festlegt, welche Firma beauftragt werden soll. Generell sind die meisten Vermieter aber flexibel, sodass Sie ein für Sie attraktives Angebot von einem Installateur einholen können. Oftmals bieten Küchenstudios auch an, den Gasherd durch einen eigenen Fachmann professionell anzuschließen. Der Monteur des Küchenstudios richtet den Herd außerdem korrekt aus.

Die meisten modernen Gasherde benötigen neben einer Gassteckdose einen einfachen Stromanschluss. Über diesen wird der Backofen betrieben sowie die Zündfunktion automatisch aktiviert. Darüber hinaus achtet ein Fachmann darauf, dass das Kochfeld des neuen Gasherds absolut gerade ist. Es gibt zudem eine Ausnahme, dank derer es möglich ist, den Gasherd selbst anzuschließen: Rechtlich gesehen steht dem DIY-Anschluss nichts im Wege, wenn in der Küche bereits eine Gassteckdose vorhanden ist. Dann – aber auch nur dann – dürfen Sie den Anschluss selbst vornehmen. Hierfür nehmen Sie den Gasschlauch und schrauben diesen zunächst an den Herd an. Danach stecken Sie das andere Ende in die Steckdose. Allerdings sollten Sie beachten, dass ältere Gassteckdosen in den seltensten Fällen mit neuen Schläuchen und Anschlussstücken kompatibel sind. Hier ist es sicherer, einen Fachmann zurate zu ziehen, der den Gasherdanschluss übernimmt.

Darum ist der Anschluss eines Gasherds so kompliziert

Viele Anwender unterschätzen, wie aufwendig es ist, einen Gasherd korrekt zu installieren, wenn sie sich dafür entscheiden, den Gasherd selbst anzuschließen. Damit der Betrieb des neuen Gasherds sicher vonstattengehen kann, ist es wichtig, einige Dinge zu beachten.

Auf den ersten Blick erscheint der Anschluss eines Gasherds weniger kompliziert: Gassteckdose und Gasschlauch sind schnell montiert, weshalb sich einige Hausbesitzer und Mieter überlegen, die Installationsarbeiten selbst durchzuführen. Zunächst gilt es, die Raumgröße zu prüfen, bevor ein Gasherd aufgestellt werden kann.

Da Gasherde in den allermeisten Fällen Gasgeräte der Klasse A sind, verfügen sie über keine eigene Abgasanlage. Deshalb strömen hier auch die Abgase mit in die Küche. Es ist somit wichtig, darauf zu achten, dass genügend Luft vorhanden ist, damit der Gasherd seine Arbeit korrekt verrichtet. Hierfür gibt es klare Vorschriften: Eine Küche muss mindestens 20 Kubikmeter aufweisen, um einen Gasherd aufstellen lassen zu können. Außerdem wird ein Fenster oder eine entsprechende Lüftungsanlage benötigt. Weiterhin ist es für den sicheren Betrieb des Gasherds erforderlich, ein Magnetventil in den Gasanschluss einzubauen. Kombinieren Sie den Herd mit einer Lüftung, darf diese nur über ein Abluftsystem verfügen. Einer solchen Ablufthaube kommt eine wichtige Sicherheitsfunktion zu. Löschen Sie an den Kochbrennern die Flammen, wird die Gaszufuhr nicht unterbrochen und es kann unter Umständen noch länger unbemerkt ausströmen. Damit im Haus keine explosiven Gas-Luft-Gemische entstehen, ist es nötig, das Gas so schnell wie möglich ins Freie auszuleiten. Ein erfahrener Installateur berät Sie hierzu ausführlich und übernimmt alle Montagearbeiten. Außerdem achtet ein Fachmann darauf, dass sich die Leitungen Ihres neuen Gasherds nicht überhitzen.

Für die klassische Geräteanschluss-Variante verwenden die meisten Monteure eine Geräteanschlussarmatur, ein Rohrnippel und Fittings und greifen auf ein Gewinderohr mit starrer Verbindung zurück. Zudem besteht die Möglichkeit, einen biegsamen Anschluss einzusetzen. Für diesen kommen Kupferrohre, Präzisionsstahlrohre und Sicherheits-Gasschläuche infrage. Hinzu kommt eine thermisch auslösende Absperreinrichtung, die automatisch schließt, sollte es in der Küche zu einem Brand kommen.

Gasherd anschließen – Kosten

Lassen Sie den Gasherd von einem Installateur anschließen, kommen einige Kosten für die Installationsarbeiten auf Sie zu, die sich wie folgt zusammensetzen. Der Anschluss selbst geht relativ zügig vonstatten. Soll jedoch noch ein kompletter Anschluss inklusive Gassteckdose gelegt werden oder muss der Herd noch ausgerichtet werden, kommen weitere Kosten hinzu.

Die Kosten bei einem einfachen Gasherdanschluss setzen sich aus der Anfahrt, der Arbeitszeit für die eigentliche Anschlussarbeit, die Materialkosten für den Anschlussschlauch sowie aus der Sicherheitsprüfung am Ende zusammen. Die Kosten hierfür belaufen sich zumeist auf 50 bis 70 Euro und die Arbeitszeit beträgt ca. 15 bis 20 Minuten, wenn ein geschulter Profi die Anschlussarbeiten vornimmt. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass zusätzliche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie einen Gasherd anschließen lassen wollen. Ist die Verlegung des Gasschlauchs mit Komplikationen verbunden – beispielsweise hinter der Küchenzeile –, können die Kosten entsprechend höher ausfallen. Dafür profitieren Sie von einer fachgerechten und sicheren Installation, sodass Nachbesserungsarbeiten kaum mehr erforderlich sind.

Ein erfahrener Installateur berücksichtigt bei der Berechnung der Gesamtkosten, ob ein Gasanschluss über eine Gassteckdose vorhanden ist, und, ob sich dieser an der passenden Stelle befindet. Haben Sie eine Kochinsel aufstellen lassen und möchten hier einen Gasherd integrieren, kann es sein, dass sich die Gassteckdose an einer anderen Stelle in Ihrer Küche befindet. Hierfür ist dann zusätzlicher Aufwand für die Installation vonnöten, um den Herd korrekt und sicher anzuschließen. Verfügt die Küche über keine Gasleitung, muss diese neu verlegt werden. Ein Gasinstallateur berechnet durchschnittlich 600 bis 1000 Euro, wenn bereits ein Gasanschluss am Haus, aber keine Leitung bis in die Küche vorhanden ist. Ist überhaupt kein Gasanschluss vorhanden, fallen zwischen 1500 und 2500 Euro an.

Gasherd selbst anschließen? Besser vom Profi!

Um ganz sicherzugehen, dass Ihr neuer Gasherd korrekt angeschlossen wurde, ist es ratsam, stets einen Fachmann zurate zu ziehen. Auch, wenn die Installation bei einer vorhandenen Gassteckdose vergleichsweise einfach erscheint, können Faktoren wie Hitzeentwicklung, die Wahl des Gasschlauchs und der Abstand des Gasherds zur Abzugshaube und weitere Faktoren gegen eine eigene Installation sprechen.

Die Kosten für einen einfachen Anschluss fallen relativ gering aus und sind eine echte Investition in Sachen Sicherheit. Generell haftet der Gasinstallateur für den Gasanschluss. Sollte es unvorhergesehen doch zu Schwierigkeiten mit dem Gasanschluss Ihres Gasherds kommen, sind Sie so rechtlich auf der sicheren Seite.

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