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Komplementärfarben in der Raumgestaltung

Komplementärfarben nehmen nicht nur in der Farbenlehre, sondern auch im alltäglichen Leben eine bedeutsame Rolle ein. Denn Farben haben grundsätzlich die Eigenschaft, unbewusst auf Menschen einwirken zu können. So beispielsweise auch bei der Raumgestaltung, wo Farben Räume kleiner, aber auch größer erscheinen lassen. Zudem können entsprechende Farben auch zur Förderung der Konzentration oder einem beruhigenden Schlaf beitragen. Damit diese besonderen Wirkungen jedoch realisiert werden können, müssen die Farben passend gewählt beziehungsweise richtig miteinander kombiniert werden. Denn auch Farben besitzen einen entsprechenden Partner, der genau zu ihnen und ihren Eigenschaften passt. Und genau diese Farbenpartner werden in der Fachsprache als Komplementärfarben bezeichnet. Demnach handelt es sich bei Komplementärfarben um zwei Farben, die aufeinander abgestimmt sind und daher gut zueinanderpassen.

Bild von New Africa – stock.adobe.com

Woher kommt der Begriff der Komplementärfarben und was bedeutet er?

Der Begriff der Komplementärfarben stammt aus dem Bereich der Farbenlehre und setzt sich aus den beiden Wörtern Komplementär und Farbe zusammen. Etymologisch betrachtet lässt sich das Wort Komplementär von dem lateinischen Wort Complementum ableiten, was so viel wie Ergänzung bedeutet. Somit handelt es sich bei Komplementärfarben um sogenannte Ergänzungsfarben.

Doch was ergänzen die Farben eigentlich? Um dies herauszufinden, müssen Sie einen Blick in die Farbenlehre werfen. Hierbei bildet der sogenannte Farbkreis die Grundlage aller Farbtheorien. Grundsätzlich existieren verschiedene Farbkreise, die beispielsweise von Newton, Goethe oder Itten aufgestellt worden sind und sich in ihrem Aufbau etwas unterscheiden. Um verschiedene Farben besser zuordnen und Komplementärfarben ermitteln zu können, ist der Farbkreis des Schweizer Kunsttheoretikers, Malers und Kunstpädagoge Johannes Itten der geläufigste. Denn in seinem Ordnungssystem sind nicht nur die Grundfarben enthalten, sondern auch die daraus mischbaren Sekundär- und Tertiärfarben. Diese verschiedenen Farben werden im Farbkreis dann kreisförmig nebeneinander angeordnet, wobei alle ähnlichen Farben stets nebeneinanderstehen. Aufgrund dieser kreisförmigen und farblich sortierten Anordnung ergeben sich im Farbkreis Farbpaare, die sich direkt gegenüberliegen. Diese gegenüberliegenden Farben ergänzen sich besonders gut und sind somit komplementär zueinander. Demnach handelt es sich bei Komplementärfarben um zwei sich ergänzende Farben, die im Farbkreis gegenüberliegen. Somit gibt es zu einer Farbe auch nur eine ergänzende und folglich eine komplementäre Farbe.

Farbkreis nach Itten
Farbkreis nach Itten
Bild von Peter Hermes Furian – stock.adobe.com

Wie kann man einen Farbkreis nutzen, um Farbkombinationen zu finden?

Die Wahl der richtigen Farbkombination stellt sich oftmals als eine große Herausforderung dar. Doch es gibt ein praktisches Hilfsmittel, das Ihnen bei der Auswahl der richtigen Farbkombination unterstützend zur Seite steht. Mithilfe des Farbkreises können Sie nämlich auf eine spielend einfache Art und Weise bestimmen, in welchem Verhältnis verschiedene Farben zueinanderstehen. Dabei ist es grundsätzlich egal, welchen Farbkreis Sie verwenden. Denn im Allgemeinen besteht jeder Farbkreis aus den Grundfarben Blau, Rot und Gelb. Diese Farben werden auch als Primärfarben bezeichnet, da sich diese nicht durch das Mischen mit anderen Farben erstellen lassen. Allerdings können diese Farben miteinander in unterschiedlichen Mischverhältnissen zu jeder anderen Farbe gemischt werden, weshalb die Primärfarben auch den Ausgangspunkt aller anderen Farbtöne darstellen. Neben den Primärfarben sind in vielen Farbkreisen daher auch die Sekundär- und Tertiärfarben integriert, die sich aus den drei Primärfarben mischen lassen. Demnach können Sie aus dem Farbkreis nicht nur die Komplementärfarben ablesen, sondern auch verschiedene Farbkombinationen ganz einfach bestimmen.

Bestimmung verschiedener Farbkombinationen mithilfe des Farbkreises

Bei der Bestimmung verschiedener Farbkombinationen können Sie die Farben je nach Wunsch auf eine harmonische, akzentuierte oder lebendige Art und Weise miteinander kombinieren:

  • harmonische Farbkombination: Harmonie ergibt sich bei der Farbauswahl dann, wenn sich die Farbtöne stark ähneln. Dies ist dann der Fall, wenn Sie Farben auswählen, die sich zwischen zwei Grundfarben befinden und somit derselben Farbgruppe angehören. Dabei kann auch die Grundfarbe selbst mit in die Farbkombination eingeschlossen werden.
  • akzentuierte Farbkombination: Für etwas mehr Spannung und das gewisse Etwas, müssen Sie zwei Komplementärfarben miteinander kombinieren. Um das Gesamtbild hierbei am Ende nicht zu bunt wirken zu lassen, müssen Sie auf eine gleichmäßige Verwendung der Farben verzichten. Nutzen Sie stattdessen eine der beiden Komplementärfarben als Grundfarbe und die andere für bestimmte Akzente.
  • lebendige Farbkombination: Eine lebendige Farbkombination erhalten Sie, wenn Sie mithilfe eines gleichseitigen Dreiecks drei Farben aus dem Farbkreis auswählen. Welche drei Farben dabei konkret miteinander kombiniert werden sollten, zeigen Ihnen die Eckpunkte des gleichseitigen Dreiecks. Achten Sie bei dieser Farbkombination jedoch darauf, dass Sie ausschließlich Farben derselben Farbintensität wählen.

Welche Wirkung haben Komplementärfarben?

Infolge der Gegensätzlichkeiten der Komplementärfarben lassen sich mit diesen besonders deutliche und starke Kontraste erzeugen. Der dabei entstehende Kontrast profitiert von der Reinheit der Komplementärfarben und wird auch als Komplementärkontrast bezeichnet. Doch der Kontrast muss nicht immer gleich eine sichtbare Differenz bedeuten, wie es beispielsweise bei der Verwendung von Schwarz und Weiß der Fall ist. Vielmehr kann die Verwendung zweier Farben auch farbliche Kontraste hervorrufen. Dies ist beispielsweise bei Schnee gut erkennbar, der die winterlichen Konturen von Häusern, Bäumen oder anderen Gegenständen nochmals deutlicher hervorhebt. Und genau dieses Prinzip lässt sich auch bei den Komplementärfarben beobachten. So können Sie mit Komplementärfarben nicht nur Kontraste erzielen, sondern durch ein passendes Zusammenspiel auch neutrale Farben, Schattierungen und Schatten kreieren. Es stehen Ihnen somit neben dem Komplementärkontrast noch weitere verschiedene Wirkungsmöglichkeiten zur Verfügung, die Sie durch die Kombination der Komplementärfarben erzielen können:

Farbe-an-sich-Kontrast

Der Farbe-an-sich-Kontrast entsteht durch die Kombination dreier Farben, die im Farbkreis in der Regel weit auseinanderliegen. Dadurch besitzt dieser Farbkontrast eine fröhliche, bunte und kraftvolle Wirkung, die vor allem für lebhafte Fotos oder bei Gemälden zum Einsatz kommt. Sollen die Farben jedoch eine nicht ganz so kraftvolle Wirkung haben, müssen Sie diese lediglich in ihrem Kontrast, ihrer Sättigung und ihrer Helligkeit verändern.

Hell-Dunkel-Kontrast

Beim sogenannten Hell-Dunkel-Kontrast, der auch unter dem Begriff des Helligkeitskontrasts bekannt ist, wird eine helle Farbe mit einer dunklen Farbe kombiniert. Der Klassiker stellt hierbei die Kombination von Schwarz und Weiß dar, der gleichzeitig auch den größtmöglichen Helligkeitskontrast erzielt. Daher werden diese beiden Farben auch gerne für Logos oder Brandings verwendet. Den geringsten Kontrast erhalten Sie durch die Kombination von Magenta und Grün.

Kalt-Warm-Kontrast

Der Mensch teilt Farben nach seinem Empfingen intuitiv in die beiden Kategorien der kalten und warmen Farben ein. Diese intuitive Klassifizierung ist auf die verschiedensten Lebensbereiche zurückzuführen. So gelten Gegenstände wie Eis oder Wasser als kalt, wohingegen die Sonne oder das Feuer automatisch mit Wärme assoziiert wird. Daher sind im Farbkreis die warmen Farmen auch rund um Gelb, Rot und Orange zu finden. Die kalten Farben befinden sich hingegen rund um Blau und Violett. Diese farbliche Temperaturwirkung können Sie sich auch bei der Mischung der Farben zunutze machen. Denn durch eine entsprechende Mischung können Sie die empfundene Temperatur einer Farbe verändern. So können Sie ein eher kalt wirkendes Grün durch die Zugabe des warm wirkenden Gelbs beispielsweise deutlich wärmer erscheinen lassen. Dieses Phänomen wird unter dem Kalt-Warm-Kontrast zusammengefasst.

Simultankontrast

Der Simultankontrast beschreibt das Phänomen der Wechselwirkung, die sich aus nebeneinanderliegenden Farben ergibt. Dabei wird bei dieser Kontrastart eine Farbe maßgeblich von der Farbe der Umgebung beeinflusst. Wird ein grauer Gegenstand beispielsweise in eine grüne Fläche gestellt, so wirkt dieser deutlich wärmer und geht farblich fast schon ins Rötliche über. Wird der graue Gegenstand nun beispielsweise in eine gelbe Fläche gestellt, wirkt dieser eher kühl und geht farblich fast ins Bläuliche. Dieser entstehende Simultankontrast wird bei der Verwendung von Komplementärfarben nochmals weiter verstärkt.

Qualitätskontrast

Kombinieren Sie verschiedene Sättigungsgrade einer Farbe miteinander erhalten Sie den sogenannten Qualitätskontrast. Dieser besitzt eine ruhige, harmonische und angenehme Wirkung. Diese Wirkung kann auch durch die Kombination verschiedener Helligkeitsstufen einer Farbe erzeugt werden. So können Sie auch mit einer monochromatischen Gestaltung, bei der nur eine Farbe in verschiedenen Helligkeits- und Sättigungsstufen zur Anwendung kommt, abwechslungsreiche Wirkungen erzielen. 

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