Kalkputz ist ein rein mineralischer Putz, der Feuchtigkeit reguliert, Schimmel hemmt und damit zu den gesündesten Wandbeschichtungen zählt; inklusive Verarbeitung kostet er 20 bis 40 €/m². Schon in römischen, griechischen und ägyptischen Häusern schmückte und schützte er die Wände wohlhabender Bauherren. Heute ist Kalkputz dank seiner positiven Wirkung auf das Raumklima beliebter denn je und kann häufig ohne weitere Beschichtung genutzt werden.
Auch wenn die Rohstoffe für Kalkputz inzwischen günstig in jedem Baumarkt erhältlich sind, sollten Sie diesen nicht selbst auftragen. Kalkputz benötigt eine zügige, erfahrene Arbeitstechnik, da er sonst schnell trocknet und nicht mehr bearbeitbar ist. Auch der Untergrund muss korrekt vorbereitet werden. Auf blauarbeit.de finden Sie eine Vielzahl fähiger Malerbetriebe in Ihrer Nähe, die Sie rund um das Thema Kalkputz beraten und diesen für Sie auftragen. Hier geht’s zur Auftragseingabe!
Kalkputz und seine Verwendungsmöglichkeiten
Prinzipiell ist Kalkputz für jeden Bereich verwendbar, der vor starken Umwelteinflüssen geschützt ist. Auch Spritzwasser und andere Feuchtigkeit verträgt der Putz, solange er vor Schlagregen geschützt ist. Sollte kein entsprechendes Vordach vorhanden sein, so können spezielle Kalkputzsorten für den Außenbereich verwendet werden, die auch den Elementen widerstehen.
Im Innenbereich eignet sich Kalkputz für alle Räume: Ob Bad, Wohnbereich, Garage oder Hobbyraum, überall spielt der Putz seine Vorteile aus und macht optisch und haptisch etwas her. Nur in Nasszellen wie Duschkabinen oder rund um Waschbecken sollten Sie ihn durch passende Fliesen ergänzen. Wie sich Kalkputz von anderen Putzen unterscheidet, zeigt der Überblick Putzarten.
Kalkputz auf Ytong und Porenbeton
Porenbeton ist ein guter Untergrund für Kalkputz, saugt aber extrem stark: Ohne Vorbehandlung entzieht der Stein dem frischen Putz das Wasser, bevor dieser abbinden kann. Deshalb wird der Untergrund vorgenässt oder mit einer mineralischen Aufbrennsperre behandelt; anschließend lässt sich Kalkputz in zwei Lagen wie auf Ziegelmauerwerk aufbringen.
Kalkputz auf Rigips
Auch auf Gipskartonplatten funktioniert Kalkputz, allerdings nur mit passender Vorbereitung: Die glatte Kartonoberfläche braucht einen mineralischen Haftgrund, damit der alkalische Putz dauerhaft hält. Aufgetragen werden anschließend dünne Lagen von wenigen Millimetern, die das geringe Gewicht der Platten nicht überfordern.
Vorteile und Nachteile von Kalkputz
Kalkputz ist ein offenporiger Stoff, der mit der Umgebungsluft Feuchtigkeit austauschen kann. Diese Feuchtigkeit nimmt kleinste Mengen Kalk auf und wird dadurch alkalisch (pH-Wert circa 12). Beim Verdunsten verbleibt der Kalk im Putz, sodass es zu keinen Ausblühungen kommt.
Vorteile
Durch seine offenporige Oberfläche tauscht Kalkputz stets Feuchtigkeit mit der Umgebungsluft aus. Während bei hoher Luftfeuchtigkeit diese sich in den Putz einlagern kann, verdunstet sie bei trockener Raumluft. Räume mit einem Kalkputzanstrich haben deshalb stets ein angenehmes Raumklima und sind für Menschen mit Atemwegserkrankungen oder trockenen Augen von Vorteil.
Durch seine alkalischen Eigenschaften ist Kalkputz gegen Schimmelbefall, Bakterien und andere unliebsame Mitbewohner resistent. Sich dort absetzende Schimmelsporen haben keine Chance, sich auszubreiten. Auch die offenporige Struktur verhindert, dass gute Lebensbedingungen für Schimmelpilze entstehen können.
Daneben ist Kalkputz äußerst haltbar und sehr vielseitig. Durch Oberflächenbehandlungen und Farbe kann er jedem Geschmack angepasst werden, und auch seine einfache Pflege und Reinigung überzeugt.
Nachteile
Der einzige echte Nachteil von Kalkputz ist seine anspruchsvolle Verarbeitung. Er benötigt eine erfahrene, zügige Arbeitstechnik, um ein homogenes Bild zu erzielen; deswegen gehört diese Arbeit in die Hand von Fachleuten, die dafür etwas mehr verlangen als für Kalkzementputz. Auch Gipsputz ist deutlich einfacher und günstiger zu verarbeiten, kommt aber bei Raumklima und Schimmelschutz nicht heran. Eine ebenso natürliche, noch stärker feuchteregulierende Alternative stellt der Ratgeber Lehmputz vor.
Richtige Verarbeitung
Kalkputz benötigt einen soliden, trockenen Untergrund. Ist der Untergrund tragfähig genug, so muss er von Schmutz und Staub befreit werden und völlig trocken sein. Ist der Untergrund zu uneben oder lassen sich Schmutzflecken nicht entfernen, so muss vorher eine Grundierung aufgetragen werden. Der Kalkputz muss während der Verarbeitung eine Temperatur zwischen 5 und 30 °C haben und in den ersten 24 Stunden vor Frost geschützt werden. Vor allem beim Neubau und im Außenbereich lohnt deshalb ein genauer Blick auf den Wetterbericht. Ein Malermeister beachtet selbstverständlich auch diese Faktoren und berät Sie entsprechend.
Der Kalkputz wird aus Löschkalk, Wasser und Sand frisch angerührt. Das genaue Mischungsverhältnis richtet sich nach den Anforderungen des Untergrundes, wobei auch Malermeister häufig Fertigmischungen verwenden und nur Feinabstimmungen vornehmen. Während der Arbeiten darf der Putz nicht austrocknen, da er ansonsten unbearbeitbar wird.
Der Putz wird mit einem Spatel in zwei Schichten aufgetragen. Die Unterschicht ist etwa 10 mm dick und muss pro Millimeter Dicke einen Tag trocknen. Danach folgt der Oberputz mit rund 4 mm, der mit speziellen Abziehinstrumenten, sogenannten Kartätschen, geglättet wird und etwa vier Tage trocknen muss.
Kalkputz einfärben
Kalkputz lässt sich auf zwei Wegen farbig gestalten: Entweder wird der Putz selbst mit kalkechten Pigmenten durchgefärbt, oder die Fläche erhält nach dem Auftragen einen Anstrich mit Kalkfarbe. Beim Durchfärben kommen mineralische Erd- und Oxidpigmente wie Ocker oder Umbra in den frischen Putzmörtel; die Farbe sitzt dann in der gesamten Putzschicht, kleine Kratzer bleiben unsichtbar. Kräftige, dunkle Töne sind mit Kalk kaum erreichbar, da der weiße Kalkanteil jedes Pigment aufhellt.
Kalkputz streichen
Kalkputz hat je nach Zusammensetzung eine weiße bis beige Farbe. Sollte eine andere Farbe gewünscht sein, so kann der Putz mit einer Mischung aus Wasser, Sumpfkalk und bis zu 10 % Farbpigmenten überstrichen werden. Als Farbpigmente eignen sich besonders gut Erdpigmente, die dem Raum ein mediterranes Flair geben.
Wenn Sie schon wissen, dass der Putz eine Farbschicht bekommen soll, kann die Farbe direkt auf den noch feuchten Kalkputz aufgetragen werden; bei dieser sogenannten Frescotechnik ist nur ein Anstrich notwendig. Ist der Putz schon getrocknet, wird die Farbe nach der Seccotechnik in mehreren dünnen Durchgängen aufgetragen.
Kalk-Marmor-Putz als Edelvariante
Kalk-Marmor-Putz ist die edelste Form des Kalkputzes: Feines Marmormehl erlaubt spiegelglatt polierte, leicht glänzende Oberflächen. Die Technik ist unter Namen wie Stucco Veneziano oder Stucco Lustro bekannt und wird in mehreren hauchdünnen Lagen aufgetragen, verdichtet und anschließend poliert oder mit Seife beziehungsweise Wachs veredelt. Das Ergebnis ist wasserabweisend und sogar für Bäder geeignet. Wegen des hohen Arbeitsaufwands sind je nach Technik und Fläche Preise ab etwa 70 €/m² üblich.
Pflege und weitere Bearbeitung
Kalkputz ist pflegeleicht, lässt sich aber mit einigen bewährten Techniken zusätzlich schützen und auffrischen. Zwei davon stellen wir Ihnen hier vor; Ihr Fachbetrieb berät Sie gerne zu weiteren Möglichkeiten.
Kalkputz verseifen
Eine bereits in der Antike beliebte Technik des Oberflächenschutzes ist das sogenannte Verseifen: Der frische Kalkputz oder die Kalkfarbe wird nach der oberflächlichen Trocknung mit einer zweiprozentigen Seifenlösung behandelt, die mit Schwammtuch oder Streichbürste vorsichtig aufgetragen wird, damit keine Laufspuren entstehen. Nach zwei bis drei Wiederholungen entstehen verseifte Kalke mit wasserabweisenden Eigenschaften.
Entfernung von Flecken
Kalkputz benötigt keine besondere Pflege. Kommen dennoch Schmutz oder Flecken auf den Putz, sollten Sie diese feucht mit einem Baumwolltuch aufnehmen; bereits getrocknete Flecken lassen sich mit lauwarmem Wasser anlösen. Scharfe Scheuermittel oder Reinigungsmittel greifen den Kalkputz selbst an. Bei hartnäckigen Flecken ist ein neuer Anstrich oft die bessere Lösung.
Was kostet es, eine Wand mit Kalkputz verputzen zu lassen?
Kalkputz kostet inklusive Verarbeitung 20 bis 40 €/m² und liegt damit über Gipsputz oder Kalkzementputz. Die Materialkosten sind niedrig: Ein Sack Kalkputz für rund 60 m² kostet im Fachhandel etwa 90 €, mit Grundierung ergeben sich rund 5 €/m². Den Großteil macht die anspruchsvolle Arbeitstechnik aus: Üblicherweise werden 15 bis 35 €/m² fällig, der Stundensatz liegt bei 45 bis 70 €. Die Investition lohnt sich, denn nur vom Profi erhalten Sie einen homogenen, formschönen und haltbaren Putz.
| Posten | Kosten pro m² |
|---|---|
| Material (Kalkputz) | 1,50 bis 3 € |
| Grundierung | 1 bis 2 € |
| Arbeitslohn | 15 bis 35 € |
| Gesamt | rund 20 bis 40 € |
Diese Richtwerte gelten für Innenwände ohne Sonderwünsche. Was das Verputzen je nach Putzart und Raum insgesamt kostet, schlüsselt der Ratgeber Wand verputzen Kosten auf.
Häufig gestellte Fragen zu Kalkputz
Ist Kalkputz für das Bad geeignet?
Ja, Kalkputz eignet sich gut für Bäder, weil er Feuchtigkeitsspitzen aufnimmt und durch seinen hohen pH-Wert Schimmel hemmt. Nur im direkten Spritzwasserbereich von Dusche und Waschbecken braucht er Schutz, etwa durch Fliesen, eine Verseifung oder geeignete Wachse. Wichtig bleibt regelmäßiges Lüften, damit die eingelagerte Feuchtigkeit wieder entweichen kann.
Kann ich Kalkputz selbst auftragen?
Grundsätzlich möglich, aber nicht empfehlenswert: Kalkputz bindet schnell ab und verlangt eine zügige, geübte Arbeitstechnik. Wer zu langsam arbeitet, riskiert Ansätze, Risse und fleckige Flächen. Heimwerker fahren mit fertigen Kalkglätten für kleine Flächen besser; ganze Räume oder Fassaden gehören in die Hand eines Fachbetriebs.
Was kostet Kalkputz pro m²?
Inklusive Material und Arbeitslohn kostet Kalkputz 20 bis 40 €/m². Das Material selbst ist mit 1,50 bis 3 €/m² günstig; den Großteil macht der Arbeitslohn aus, denn Handwerker berechnen 45 bis 70 € pro Stunde. Edeltechniken wie Kalk-Marmor-Putz beginnen bei etwa 70 €/m².
Wie lange muss Kalkputz trocknen?
Als Faustregel gilt ein Tag Trockenzeit pro Millimeter Putzdicke. Ein zweilagiger Aufbau aus rund 10 mm Unterputz und 4 mm Oberputz braucht damit etwa zwei Wochen, bis er vollständig durchgetrocknet ist. In dieser Zeit sollte die Fläche vor Frost und Zugluft geschützt und gleichmäßig belüftet werden.
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