Friesenwall – Kosten, Planung und Bau

Letzte Aktualisierung am 19. August 2020 von Max Lehmann

Ein Friesenwall ist eine Natursteinmauer aus runden Findlingen, die traditionell in Friesland häufig gebaut wurde. Er wird heute gerne zum Begrenzen von Grundstücken oder für die Gartengestaltung verwendet.

Geschichte

Wie der Namen schon vermuten lässt, kommt der Friesenwall aus Friesland, genauer gesagt aus den Marschgebieten Frieslands. Dort wurden diese Trockenmauern oft gebaut, weil kaum Holz zur Verfügung stand und es keine Steinbrüche gab. Unverarbeitete Findlinge konnten die Bewohner jedoch häufig finden, zum Beispiel beim Pflügen des Feldes. Um ihre Grundstücke zu begrenzen waren Trockenmauern aus Findlingen daher die beste Lösung.

Ideale Standorte

Während ein Friesenwall früher vor allem als Einfriedung für Grundstücke und Viehweiden und als Windschutz genutzt wurde, ist er heute auch für rein dekorative Zwecke gut geeignet. Man kann ihn zum Beispiel für die räumliche Trennung von verschiedenen Gartenbereichen nutzen, aber er ist auch heute noch zwischen Grundstücken und als Abgrenzung zur Straße sehr beliebt. Er eignet sich gut für naturnahe Gärten, besonders in Kombination mit Terrassen oder Wegen aus Polygonalplatten. Als Trockenmauer bietet er darüber hinaus durch seine Ritzen einen Lebensraum für Kleintiere, die dort auch ohne Frostgefahr überwintern können.

Da ein Friesenwall nur mit einer ausreichenden Breite stabil ist, nimmt er auch mehr Platz in Anspruch als ein Zaun. Möchte man ihn zum Einfrieden des Grundstücks verwenden, muss man in die örtliche Bauordnung schauen und die Vorschriften zur Grenzbebauung beachten. Solange eine Mauer nicht ausdrücklich verboten ist, dürfen Sie auch einen Friesenwall errichten. Wahrscheinlich brauchen Sie aber eine Erlaubnis des angrenzenden Nachbarn.

Welche Pflanzen für einen Friesenwall?

Die optimale Bepflanzung eines Friesenwalls ist ähnlich wie bei anderen Trockenmauern, mit einer Ausnahme: Viele Leute pflanzen gerne Rosen auf ihrem Friesenwall, die jedoch mehr Pflege benötigen. Abgesehen davon empfehlen wir Pflanzen, die viel Sonne mögen und kein Problem mit Trockenheit haben. Besonders die Pflanzen an der Mauerkrone müssen viel aushalten, da dort viel Sonne scheint und das Wasser schnell im Wall versickert.

 Zum Beispiel:

  • Hauswurz
  • Kräuter
  • Lavendel
  • Sauerampfer

Für ausführliche Informationen zum Thema empfehlen wir einen Blick in unseren Artikel zur Trockenmauer-Bepflanzung:

Kosten für Material und Bau

Für einen einfachen Friesenwall brauchen Sie eigentlich nur Natursteine, Schotter oder Sand und Erde. Wollen Sie den Friesenwall auch direkt bepflanzen, brauchen Sie auch noch Pflanzen. Wird ein tiefes Fundament errichtet, können Sie den Erdaushub weiterverwenden. Ist das nicht der Fall, müssen Sie sich zusätzliche Erde besorgen. Bei einem Friesenwall mit 0,8 Metern Höhe fallen folgende Kosten an:

Mauersteine

Da ein Friesenwall als Trockenmauer – also ohne Mörtel oder Beton – gebaut wird, braucht man nur rohe Findlinge oder kaum bearbeitete Bruchsteine. Bei den Mauersteinen haben sie mehrere Möglichkeiten und die Kosten schwanken entsprechend zwischen 20 und 60 Euro pro Meter. Sie können für die Mauer günstigen Naturstein wie Porphyr verwenden, aber auch teurere Steinarten wie Basalt, Dolomit oder Granit. Auch heute lohnt es sich immer noch sehr, Steine aus der Region zu verwenden, denn der Transport verursacht zusätzliche Kosten.

Handwerker

Für die Handwerker kommen noch Kosten von ungefähr 30 bis 50 Euro pro Meter dazu. Die genauen Kosten hängen vor allem von der Höhe des Friesenwalls und den Anforderungen an die Mauer ab.

Friesenwall selbst bauen

Sie wollen einen Friesenwall selbst bauen? Dann finden Sie hier ein paar Tipps für den Bau. Sollte das ganze doch zu kompliziert oder zu lange dauern, finden Sie mit Blauarbeit schnell qualifizierte Maurer aus der Region

Die Gesamtdauer beim selbst Bauen hängt von der Planung und der Länge der Mauer ab. Im Idealfall ist eine kurze Mauer nach zwei bis vier Stunden fertig, eventuell brauchen Sie aber auch länger – zum Beispiel wenn die Steine noch sortiert werden müssen. Für lange Mauern sollten Sie eher mehrere Wochen einplanen. Da Maurer in der Regel nicht allein arbeiten und auch Hilfsgeräte benutzen, sind sie deutlich schneller fertig. Außerdem können sie die Abholung der Steine erledigen.

Planung

Die Planung ist sehr wichtig, denn ein schlechte geplanter Bau dauert wesentlich länger. Für eine erste Vorstellung kann man Friesenwall und Umgebung auf Papier skizzieren. Auch das Abstecken am Bauort kann bei der Vorstellung helfen.

Zur Planung gehört auch, die Struktur eines Friesenwalls genau zu verstehen. Es handelt sich quasi um zwei gegeneinander gelehnten Trockenmauern, zwischen denen sich Schotter befindet. Da kein Mörtel verwendet wird, muss die Mauer unten breit sein und zur Mauerkrone hin dünner werden. Außerdem sollten die Natursteine für zusätzliche Stabilität immer in Richtung Zwischenraum geneigt sein.

Die maximale Höhe liegt bei 80 bis 100 Zentimeter, traditionell ist er ungefähr Hüfthoch. Ein höherer Friesenwall ist auch möglich, sollte aber auf gar keinen Fall von Laien erledigt werden. Nur ein professioneller Maurer kann die Stabilität dann gewährleisten. Die Breite kann zwischen 50 und 100 Zentimetern liegen, abhängig vom Einsatz. Bei der Länge sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Sie sollten ab zehn Metern jedoch erwägen, einen Fachbetrieb zu beauftragen.

Auch die Auswahl der Findlinge sollten Sie jetzt planen. Sie sollten optisch zum Haus und der Gartengestaltung passen. Soll der Friesenwall hübsch bepflanzt werden, sollten Sie sich jetzt Gedanken um die passenden Pflanzen machen. Da Findlinge nie exakt gleich groß oder geformt sind, sind auch die Fugen unterschiedlich hoch und breit.

Fundament

Bei maximal 40 cm Höhe und schwacher Neigung

Auf ein tiefes Fundament können Sie nur dann verzichten, wenn der Wall auf einer ebenen oder nur schwach geneigten Fläche steht und nicht höher als 40 Zentimeter werden soll. Dann reicht es, nur zehn Zentimeter der obersten Bodenschicht abzutragen und den Boden durch stampfen zu verdichten.

Bei über 40 cm Höhe oder steilem Untergrund

Soll die Mauer höher werden oder ist der Untergrund uneben, dann muss auch das Fundament tiefer werden. Sie müssen einen ungefähr 40 Zentimeter tiefen Graben ausheben, die Sohle feststampfen, den Graben mit Kies oder Schotter füllen und anschließend verdichten. Das Fundament sollte ein Drittel so breit sein wie die Höhe des fertigen Friesenwalls.

Aufbau

Ist das Fundament fertig, kann man mit der untersten Schicht des Walls beginnen. Sie muss sehr stabil werden, also benutzen wir die größten Steine mit breiter Auflagefläche. Sie sollten ungefähr 10 bis 15 Grad in Richtung Zwischenraum geneigt sein und die spitzere Seite sollte in den Boden gedrückt werden. Anschließend wird der Zwischenraum mit einem Schotter-Erde-Gemisch hinterfüllt. Dafür kann man zum Beispiel die Erde aus dem Fundament verwenden.

Die nächsten Schichten verlaufen ähnlich, aber werden nach oben hin immer kleiner. Wichtig ist, dass die Steine verschiedener Schichten immer versetzt liegen und sich Nachbarsteine immer berühren. Nur so maximiert man die Spannung und die Mauer bleibt lange stabil. Nach jeder Schicht sollten Sie den Zwischenraum mit dem Schotter-Erde-Gemisch auffüllen. Auch die Fugen kann man jetzt bepflanzen. Die Mauerkrone wird mit Erde aufgefüllt und kann auch direkt bepflanzt werden.

Bild: Konrad Weiss / stock.adobe.com

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