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Saniertes Badezimmer im Vorher-Nachher-Vergleich

Was kostet eine Badsanierung wirklich?

Lesedauer 5 Minuten

Eine komplette Badsanierung kostet 2026 etwa 3.000 bis 5.000 € pro m² Badfläche. Für ein typisches Bad mit 6 m² bedeutet das 18.000 bis 30.000 €, je nach Material und Umfang. Deutlich günstiger ist die Teilsanierung, bei der nur die Sanitärobjekte getauscht werden und die Fliesen bleiben: Sie kostet insgesamt 3.000 bis 8.000 €. Wir zeigen Ihnen die Preise nach Sanierungsumfang, eine Beispielrechnung mit allen Gewerken, die wichtigsten Kostentreiber und wie Sie mit Förderung und Eigenleistung sparen.

Was kostet die Badsanierung pro m²?

Für die Komplettsanierung sind 3.000 bis 5.000 € pro m² realistisch, wobei Standardausstattung am unteren und gehobene Ausstattung am oberen Ende liegt. In diesem Preis stecken sämtliche Gewerke: Demontage, neue Leitungen, Abdichtung, Fliesen, Sanitärobjekte, Armaturen und Elektrik. Kleine Bäder sind pro m² tendenziell teurer als große, weil fixe Posten wie Anfahrt, Baustelleneinrichtung und Entsorgung auf weniger Fläche umgelegt werden. Die Tabelle zeigt die Spannen nach Umfang:

SanierungsumfangKostenrahmenBeispiel 6-m²-Bad
Teilsanierung (Objekte tauschen, Fliesen bleiben)3.000-8.000 € gesamt3.000-8.000 €
Komplettsanierung Standard3.000-4.000 € pro m²18.000-24.000 €
Komplettsanierung gehoben4.000-5.000 € pro m²24.000-30.000 €
Barrierefreie Komplettsanierung3.500-5.500 € pro m²21.000-33.000 €

Der barrierefreie Umbau mit bodengleicher Dusche, breiteren Türen und rutschhemmenden Fliesen kostet gegenüber der Standardsanierung etwa 2.000 bis 5.000 € Aufpreis. Welche Maßnahmen dabei sinnvoll sind, zeigt der Beitrag Barrierefreier Badumbau.

Ob am Ende 3.000 oder 5.000 € pro m² auf der Rechnung stehen, entscheidet sich vor allem an drei Punkten: dem Materialstandard von Fliesen und Sanitärobjekten, dem Zustand der vorhandenen Leitungen und der Frage, ob die Raumaufteilung bleibt. Wer ein Bad aus den 1990er Jahren ohne Grundrissänderung saniert, landet meist im unteren Drittel der Spanne.

Was kostet die Teilsanierung?

Eine Teilsanierung kostet insgesamt 3.000 bis 8.000 €, wenn nur die Sanitärobjekte getauscht werden und Fliesen sowie Leitungen bleiben. Das ist die richtige Lösung, wenn die Bausubstanz intakt ist und vor allem WC, Waschtisch, Dusche oder Wanne in die Jahre gekommen sind. Zur Orientierung: Ein neues WC inklusive Einbau kostet 300 bis 700 €, wie der Beitrag Toilette tauschen Kosten zeigt. Was der Austausch von Waschbecken oder Badewanne kostet, schlüsseln unsere Detailbeiträge auf.

Der typische Umfang einer Teilsanierung: neues WC, neuer Waschtisch mit Armatur, neue Duschabtrennung oder Wanne sowie kleinere Anpassungen an den Anschlüssen. Nicht enthalten sind neue Fliesen, neue Leitungen und Änderungen am Grundriss. Rechnen Sie mit 3 bis 8 Arbeitstagen, in denen das Bad eingeschränkt nutzbar bleibt.

Ob sich die Teillösung gegenüber der Komplettsanierung rechnet, hängt vom Alter des Bads ab: Ist es älter als 25 Jahre, stehen oft ohnehin Leitungen und Abdichtung zur Erneuerung an. Eine Entscheidungshilfe bietet der Beitrag Komplett- oder Teilsanierung beim Bad.

Beispielrechnung: das 6-m²-Bad im Detail

Ein 6-m²-Bad in Standardqualität kostet komplett saniert rund 18.000 bis 24.000 €. Die Beispielrechnung zeigt, wie sich diese Summe auf die Gewerke verteilt:

GewerkAnteilKosten im Beispiel
Demontage und Entsorgung5-10 %1.000-2.000 €
Sanitärinstallation (Leitungen, Anschlüsse)15-25 %3.000-5.000 €
Elektroinstallation5-15 %1.000-3.000 €
Fliesenarbeiten (Wand und Boden)15-25 %3.000-5.000 €
Sanitärobjekte (WC, Waschtisch, Dusche, Wanne)15-25 %3.000-5.000 €
Armaturen5-10 %1.000-2.000 €
Maler, Türen, Sonstiges5-10 %1.000-2.000 €

Die größten Posten sind Sanitär- und Fliesenarbeiten. Beim Material haben Sie den größten Hebel: Solide Wandfliesen gibt es ab 15 € pro m², gehobene Serien kosten 40 bis 120 € pro m². Was Material und Verlegung zusammen ausmachen, zeigt der Beitrag Bad fliesen Kosten. Welche Betriebe Sie überhaupt brauchen, erklärt die Übersicht Welche Handwerker für die Badsanierung.

Ein Rechenbeispiel aus der Praxis: Eine Familie saniert ihr 6-m²-Bad in Standardqualität für rund 21.000 €. Davon entfallen etwa 4.000 € auf die Sanitärinstallation, 4.000 € auf die Fliesenarbeiten, 4.000 € auf WC, Waschtisch, Dusche und Wanne, 1.500 € auf die Armaturen, 2.000 € auf die Elektrik, 1.500 € auf Demontage und Entsorgung und der Rest auf Maler, Türzarge und Kleinmaterial. Die Arbeitskosten machen dabei gut die Hälfte der Gesamtsumme aus.

Welche Faktoren treiben die Kosten?

Am stärksten verteuern Eingriffe in Grundriss und Leitungsführung die Sanierung. Planen Sie außerdem immer einen Puffer von 10 bis 15 % für Überraschungen ein, die erst nach der Demontage sichtbar werden, etwa feuchte Wände oder marode Abflussrohre. Diese Posten sollten Sie kennen:

  • Raumaufteilung ändern: Wer WC oder Dusche versetzt, zahlt für die Neuverlegung der Leitungen je nach Distanz 2.000 bis 5.000 € Aufpreis.
  • Tragende Wände: Ein Wanddurchbruch erfordert eine Statikprüfung und kostet inklusive Statikbericht 3.000 bis 8.000 € extra.
  • Fußbodenheizung nachrüsten: Elektrische Systeme kosten 80 bis 150 € pro m², wasserführende 150 bis 250 € pro m².
  • Großformatfliesen: Formate ab 60 x 120 cm brauchen einen sehr ebenen Untergrund und kosten 30 bis 60 % mehr Verlegearbeit.
  • Asbesthaltige Altbeläge (vor 1993): Die Entsorgung als Sondermüll kostet 30 bis 60 € pro m² extra.
  • Altbau: Alte Leitungen, krumme Wände und aufwendige Bohrungen erhöhen den Sanitäraufwand um 20 bis 40 %.
  • Region: In München, Hamburg oder Stuttgart liegen die Handwerkerpreise 15 bis 25 % über dem Niveau kleinerer Städte.

Welche Förderung gibt es für die Badsanierung?

Gefördert wird vor allem der barrierefreie Umbau. Die KfW unterstützt altersgerechtes Umbauen mit zinsgünstigen Krediten und zeitweise mit Zuschüssen; ob aktuell Zuschussmittel verfügbar sind, prüfen Sie am besten kurz vor der Antragstellung, denn die Fördertöpfe sind regelmäßig ausgeschöpft. Liegt ein Pflegegrad vor, zahlt die Pflegekasse bis zu 4.000 € Zuschuss pro Person für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie die bodengleiche Dusche. Auch einige Bundesländer und Kommunen fördern altersgerechte Umbauten mit eigenen Programmen; ein Anruf bei der Wohnberatung vor Ort lohnt sich. Wichtig bei allen Programmen: Stellen Sie den Antrag immer vor der Auftragsvergabe, nachträglich wird nichts bewilligt.

Gibt es keine passende Förderung, hilft zumindest der Steuerbonus für Handwerkerleistungen: 20 % der Arbeitskosten, maximal 1.200 € pro Jahr, lassen sich direkt von der Steuerschuld abziehen. Voraussetzung sind eine Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitskosten und die Zahlung per Überweisung. Bei einer großen Sanierung kann es sich lohnen, einzelne Gewerke über den Jahreswechsel zu verteilen.

So sparen Sie bei der Badsanierung

Die wirksamsten Sparhebel liegen in der Planung, nicht in der Ausführung. Wer früh entscheidet und das Material rechtzeitig bestellt, vermeidet außerdem teure Verzögerungen auf der Baustelle:

  • 3 bis 5 Angebote einholen: Preisunterschiede von 20 bis 35 % zwischen den Betrieben sind normal. Vergleichen Sie Komplettangebote mit einzeln vergebenen Gewerken.
  • Sanitärobjekte selbst kaufen: Im Baumarkt oder online sind WC, Waschtisch und Armaturen oft 20 bis 40 % günstiger. Klären Sie vorher, ob der Betrieb mitgebrachtes Material montiert.
  • Standardformate wählen: Fliesen im Format 30 x 60 cm sind 20 bis 30 % günstiger zu verlegen als Großformate und wirken optisch ähnlich.
  • Aufteilung beibehalten: Wer WC und Dusche an ihrem Platz lässt, spart 2.000 bis 5.000 € an Leitungsarbeiten.
  • Eigenleistung bei Vorarbeiten: Ausräumen, Demontage der Möbel und Malerarbeiten nach der Sanierung sparen 500 bis 1.500 €.
  • Restposten und Ausstellungsstücke: Vorjahresserien der Markenhersteller kosten 30 bis 50 % weniger als aktuelle Kollektionen.

Häufige Fragen zu den Kosten der Badsanierung

Wie lange dauert eine Badsanierung?

Für die Komplettsanierung sollten Sie 3 bis 5 Wochen einplanen, für die Teilsanierung 1 bis 2 Wochen. Werden Sanitärobjekte versetzt oder Wände geöffnet, können bis zu 8 Wochen daraus werden. Rechnen Sie zusätzlich 2 bis 3 Wochen Vorlauf für Planung und Materialbestellung ein, bei Sonderwünschen sind Lieferzeiten von mehreren Wochen üblich.

Was kostet ein neues Bad mit 6 m² komplett?

Mit neuen Fliesen, Sanitärobjekten, Armaturen und erneuerter Elektrik kostet ein 6-m²-Bad 18.000 bis 30.000 €, je nach Ausstattungsniveau. Bleiben die Fliesen erhalten und werden nur die Objekte getauscht, kommen Sie insgesamt mit 3.000 bis 8.000 € für das komplette Bad aus.

Was kostet eine bodengleiche Dusche?

Inklusive Material und Einbau kostet eine bodengleiche Dusche 1.500 bis 3.500 €, in gehobener Ausführung bis 6.000 €. Gegenüber einer klassischen Duschwanne zahlen Sie 500 bis 1.500 € Aufpreis für Untergrundvorbereitung und Abdichtung. Details liefert der Beitrag Dusche einbauen Kosten.

Steigert eine Badsanierung den Immobilienwert?

Ja, eine Standardsanierung erhöht den Immobilienwert um etwa 70 bis 90 % der Investition. Bei 20.000 € Sanierungskosten sind das 14.000 bis 18.000 € Wertzuwachs. Ein modernes Bad verkürzt zudem die Vermarktungszeit spürbar und rechtfertigt bei einer Vermietung dauerhaft höhere Mieten.

Kann ich durch Eigenleistung sparen?

Bedingt. Demontage, Ausräumen und Malerarbeiten lassen sich gut selbst erledigen und sparen 1.000 bis 2.500 €. Fliesenverlegung, Abdichtung und Sanitärinstallation gehören wegen des Wasserschadenrisikos und der Gewährleistung in Profihand. Eine komplette Eigenleistung bedeutet außerdem 6 bis 12 Wochen ohne nutzbares Bad. Sprechen Sie Eigenleistungen vorab mit dem Betrieb ab und halten Sie die Schnittstellen schriftlich fest, sonst drohen Streitigkeiten bei der Gewährleistung.

Zahlt die Pflegekasse für den Badumbau?

Ja, bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.000 € pro anspruchsberechtigter Person für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, etwa die bodengleiche Dusche oder Haltegriffe. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt und die Maßnahme medizinisch begründet werden. Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, lassen sich die Zuschüsse kombinieren.

Verfasst von

Mika Lehmann Redakteurin für Handwerk und Sanierung

Mika Lehmann hat Online-Redaktion an der TH Köln studiert und gehört seit 2018 zu den produktivsten Autorinnen des Blauarbeit-Ratgebers. Kaum ein Gewerk, zu dem sie noch nicht geschrieben hat: Ihre Schwerpunkte sind Handwerkskosten, Sanierung und Modernisierung, von Dach und Fassade bis Solar und Energie. Ihr Steckenpferd sind die Zahlen: Was kostet eine Handwerksleistung wirklich, und woran erkennt man ein faires Angebot?

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